Berichtsvorlage - M/16/3303-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Die Grünen und der FDP im Rat gemäß § 4 der Geschäftsordnung für den Rat der Stadt in der Sportausschusssitzung am 09.11.2017 zur Aufrechterhaltung der Sportanlage an der Solbadstraße
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Sport
- Bearbeitung:
- Sigrid Kramp
- Verantwortung:
- H.-B. Reuschenbach
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Sportausschuss
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Beschlussfassung
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15.02.2018
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Der o. g. Antrag wurde in der Sportausschusssitzung am 09.11.2017 von den Mitgliedern des Ausschusses beschlossen. In dem Antrag wird die Verwaltung gebeten, den Sportbetrieb auf der Sportanlage Solbadstraße aufrechtzuerhalten und die Anlage in die Planung zur Sportstättenkonzeption aufzunehmen. Dabei sollen ergebnisoffen die organisatorischen und finanziellen Konsequenzen sowie die Kosten für einen Kunstrasen und für die Renovierung der Sanitärräume aufgezeigt werden.
Im Folgenden wird deshalb über die bisherigen Prüfergebnisse berichtet:
1) Prüfergebnisse zur Nutzung des Sportplatzes
Die städtische Sportanlage an der Solbadstraße wurde im Jahr 1988 durch die Stadt Oberhausen gebaut, das auf der Anlage stehende Sportfunktionsgebäude bereits im Jahr 1965.
Nach nunmehr rd. 30 Jahren intensiver Nutzung ist der Sportplatz inzwischen „in die Jahre gekommen“ und bedarf einer Sanierung. Im Zuge der durchzuführenden Erdarbeiten könnte auch das heutige Tennenspielfeld grundsätzlich durch ein modernes Spielfeld aus Kunstrasen ersetzt werden.
Auslastung der Sportanlage Solbadstraße:
Im Rahmen der durchgeführten Prüfung wurden zunächst die aktuellen Belegungszeiten auf dem Sportplatz ermittelt.
Folgende Vereine/Mannschaften nutzen die Sportanlage Solbadstraße aktuell:
Verein Teams Liga
SG Hibernia Oberhausen e. V. 1 Herren-Team Kreisliga C,OB/Bottrop
BKV/BSG Holzmann 1 Senioren-, 1 Alt-Herrenteam BKV- u. Ruhrliga
BKV/SG Oberhausener Löwen 1 Alt-Herrenteam BKV-Liga
BKV/SG Ruhrpott 1 Alt-Herrenteam BKV-Liga
BKV/FC Clochard 1 Alt-Herrenteam BKV-Liga
BKV/BSG Hekla 1 Alt-Herrenteam BKV-Liga
BKV/BSG Hopf 1 Alt-Herrenteam BKV-Liga
(Quelle: Info des BKV-Vorsitzenden und Fußballl.de)
Info:
Der Spielbetrieb der Alt-Herrenteams findet grundsätzlich auf einem markierten Kleinspielfeld statt.
Bemühungen der Verwaltung, den Sportbetrieb des Vereins SG Hibernia in das in unmittelbarer Nähe liegende Ruhrstadion der Stadt Mülheim zu verlegen, blieben leider erfolglos. Die Stadt Mülheim hat die Ablehnung dieser Option mit der Auslastung des dortigen Kunstrasenplatzes mit Mülheimer Vereinen begründet.
Im Zuge der weiteren Prüfung wurde festgestellt, dass bei einer Umsetzung dieses Projekts verschiedene Problemlagen zu klären wären, die u. a. auf die besondere Lage des Sportplatzes, direkt am Waldbestand des Ruhrparks, zurückzuführen sind -siehe hierzu auch Anlage „Stellungnahme des Architekturbüros Müller & Partner, Willich, vom 11.01.2018 mit entsprechenden Fotos“-.
Klärungsbedarf gibt es zu folgenden Themen:
a) Naher Baum- und Wurzelbewuchs an der Grenze des Spielfeldes
Ergebnis hierzu:
- Die Investitionskosten für ein modernes Kunstrasenspielfeld würden höher ausfallen, als bei vergleichbaren Baumaßnahmen üblich
Hinweis: Der notwendige Eingriff in den Baumbestand des Ruhrparks kann nur mit Zustimmung der Bauordnungs- bzw. der Unteren Naturschutzbehörde und nach Beteiligung des Naturschutzbeirates erfolgen.
- Aufgrund der geschilderten Lage des Sportplatzes wäre der Pflegeaufwand für ein zukünftiges Kunstrasenspielfeld erheblich höher als für vergleichbare, andere Anlagen im Stadtgebiet. Eine Einsparung von Betriebskosten durch die Umgestaltung des Platzes wäre daher nicht zu erwarten.
b) Der Sportplatz verfügt derzeit nicht über die nach DIN 18035/Sportplatzbau, Teil 1, vorgeschriebenen hindernisfreien Räume an den Sportplatzstirnseiten (hinter den Torauslinien)
Hintergrund:
Der Sportanlage Solbadstraße fehlen die in der DIN 18035/Sportplatzbau, Teil 1, für die Sportplatzstirnseiten vorgeschriebenen sog. „hindernisfreien Räume von 4,0 m Länge“.
Die hindernisfreien Räume an den Stirnseiten sind dort jeweils nur 2,0 m lang und entsprechen somit nicht der DIN-Norm. Der Platz selbst hat eine Spielfläche von 90,0 m x 55,0 m netto, d. h., die Spielfeldlänge hat mit 90,0 m das kleinste vom DFB zugelassene Maß.
Zu dieser Problematik wurde seitens des Bereiches 2-5/Sport im Zuge der durchgeführten Prüfung Folgendes veranlasst:
- Antragsstellung beim DFB/Fußballverband Niederrhein (FVN) zur Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zur Reduzierung der Spielfeldlänge, um die vorgeschriebenen hindernisfreien Räume an den Sportplatzstirnseiten einhalten zu können.
Ergebnis des Antrags:
Mit Schreiben vom 15.01.2018 lehnte der DFB/FVN die beantragte Ausnahmegenehmigung zur Reduzierung der Spielfeldlänge ab.
- Prüfung durch den Bereich 4-6/Recht der Stadt Oberhausen zur Notwendigkeit der Beachtung der DIN 18035/Sportplatzbau, Teil 1 „Hindernisfreier Raum“, bezogen auf die Gegebenheiten auf der Sportanlage an der Solbadstraße.
Ergebnis:
Der Bereich 4-6/Recht informierte mit Datum vom 15.01.2018 darüber, dass nach der Landesbauordnung NRW die sog. „Regeln der Technik“ bei der Umsetzung von Bauvorhaben einzuhalten sind. Zu den Regeln der Technik gehört die DIN 18035/Sportplatzbau. Der Bereich Recht empfiehlt deshalb die Einhaltung der DIN 18035, d. h., die Einhaltung von hindernisfreien Räumen von jeweils 4,0 m Länge an den beiden Sportplatzstirnseiten.
Fazit hieraus:
Das Spielfeld der Sportanlage an der Solbadstraße müsste bei einem Umbau in ein Kunstrasenspielfeld, auf dem zukünftig Ligaspiele des DFB/FVN ausgetragen werden sollen (1. Herrenmannschaft der SG Hibernia Oberhausen e.V), nach den Bestimmungen der DIN 18035/Sportplatzbau, Teil 1, um insgesamt 2,0 m verlängert werden, damit die vorgeschriebenen hindernisfreien Räume eingehalten werden.
Auf der südlichen Spielfeldstirnseite ist der hindernisfreie Raum ohne großen Aufwand durch die Entfernung der Spielfeldbarriere herzustellen.
Die erforderliche Spielfelderweiterung auf der nördlichen Spielfeldstirnseite um 2 m wäre nicht ohne einen Eingriff in den angrenzenden Waldbestand des Ruhrparks möglich und müsste im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens geprüft werden.
Die entsprechende Spielfelderweiterung wäre zudem mit erheblichen Investitionskosten verbunden. Die aufgrund der direkten Lage am Waldbestand der Ruhrparks ohnehin schon hohen Investitionskosten für den Bau eines Kunstrasenspielfeldes an der Solbandstraße würden sich bei der geschilderten Spielfelderweiterung aus Kunstrasen um rd. 25 % erhöhen.
Zum Vergleich:
Variante A
Investitionskosten Umgestaltung des Spielfelds an der Solbadstraße
mit Kunstrasen in der heutigen Spielfeldgröße gem. Kostenschätzung
nach DIN 276: rd. 614.000,00 €
Variante B
Investitionskosten Umgestaltung des Spielfelds an der Solbadstraße
inkl. Erweiterung um 2,0 m mit Kunstrasen zur Einhaltung der
Mindestspielfeldgröße (netto 90,0 m Länge) und der hindernisfreien
Räume: rd. 766.000,00 €
Hinweis:
Die Spielfelderweiterung um 2,0 m als Tennensportplatz, d. h., in der heutigen Bauart, würde Investitionskosten in Höhe von rd. 146.000,00 € verursachen (inkl. Sportplatzbewässerung).
Sollte das Spielfeld weiterhin in seinen heutigen Maßen genutzt werden, in Funktion bleiben und der durch die DIN 18035, Sportplatzbau, Teil 1, empfohlene hindernisfreie Raum von 4,0 m Länge hinter dem nördlich gelegenen Fußballtor nicht eingehalten werden, bliebe das erhöhte Haftungsrisiko der Stadt Oberhausen bei evtl. eintretenden Unfällen, die möglicherweise auf die Nichteinhaltung des vorgegebenen, hindernisfreien Raums zurückzuführen sind, auch zukünftig bestehen.
2. Prüfergebnis zur Nutzung des Sportfunktionsgebäudes auf der Sportanlage an der Solbadstraße
Das Sportfunktionsgebäude auf der Sportanlage an der Solbadstraße wurde bereits im Jahr 1965 errichtet. Es verfügt über folgende Räumlichkeiten:
Wasch- und Umkleideräume
Sanitärräume
Lagerräume
Platzwartwohnung
Geschäftszimmer
Vor dem Neubau der Sportanlage an der Solbadstraße im Jahr 1988 diente das Sportfunktionsgebäude den Nutzern als Wasch- und Umkleidegebäude für den bis dahin auf einer Ballspielwiese vor dem Gebäude stattfindenden Sportbetrieb.
Seitens des Bereiches 0-7/SIM sowie der OGM GmbH wurde eine erste Einschätzung zu dem Gebäude wie folgt abgegeben:
Das Gebäude ist nach 50 Jahren Nutzung stark sanierungsbedürftig. Es entspricht in keiner Weise den heutigen energetischen Bestimmungen. Ob die Sanierung und Ertüchtigung des Gebäudes wirtschaftlich sinnvoll ist, müsste detailliert geprüft werden. Nach einer ersten Einschätzung der OGM GmbH ist die Sanierung des Gebäudes nicht vertretbar.
Bei einem Abriss des derzeitigen Gebäudes und dem Bau eines neuen Sportfunktionsgebäudes ist nach Mitteilung der OGM GmbH mit Neubaukosten von rd. 835.000,00 € zu rechnen. Abrisskosten entstünden zusätzlich in Höhe von rd. 93.500,00 €.
- Mittelveranschlagung
Die für die Sanierung und Ertüchtigung des Sportplatzes als Kunstrasenplatz und für den evtl. Neubau eines Sportfunktionsgebäudes benötigten Investitionsmittel müssten für einen der nächsten Haushaltspläne angemeldet und durch den Rat beschlossen werden.
4. Zusammenfassung der Prüfergebnisse:
- Sowohl der Sportplatz als auch das Sportfunktionsgebäude der Sportanlage an der Solbadstraße sind sanierungsbedürftig.
- Bei der Sanierung und Ertüchtigung des Sportplatzes mit dem Ziel der Umgestaltung des Spielfelds in einen modernen Kunstrasenplatz sind verschiedene Kriterien zu beachten und zu klären, insbesondere
- wegen der unmittelbaren Lage des Sportplatzes am Waldbestand des Ruhrparks (Baum- und Wurzelwachstum),
- wegen des derzeit nicht DIN-gerechten Ausbaus des Sportplatzes mit hindernisfreien Räumen an den Sportplatzstirnseiten,
- wegen der hohen Investitionskosten, insbesondere für die Erweiterung des Spielfeldes aus Kunstrasen um 2,0 m (rd. 25 % zusätzliche Investitionskosten),
- wegen der notwendig werdenden Eingriffe in den Baumbestand des Ruhrparks,
- wegen der verhältnismäßig schwachen Auslastung des Sportplatzes durch den Vereinssportbetrieb sowie
- wegen des zu erwartenden hohen Pflegeaufwands für einen Kunstrasenplatz (Flugsamen der Bäume verteilt sich über große Flächen des Platzes und ist nur sehr schwer aus dem Kunststoffrasen zu entfernen).
Anlagen
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1
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131,3 kB
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2
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1,8 MB
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3
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(wie Dokument)
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54,7 kB
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4
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(wie Dokument)
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98,6 kB
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