Berichtsvorlage - M/16/3031-01

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Erläuterung:

Der Rat der Stadt Oberhausen hat vor dem Hintergrund der Erkenntnisse zum Klimawandel in Nordrhein-Westfalen und dessen Auswirkungen in Städten und Ballungsräumen am 30.09.2013 unter dem Titel „Mehr Grün – mehr Lebensqualität“ die Zielsetzung beschlossen, notwendige Grünflächen sowie Durchlüftungsmöglichkeiten für den Bereich der Innenstadt von Alt-Oberhausen zu sichern und zu entwickeln und damit die Basis für eine zukunftsgerichtete verträgliche Entwicklung geschaffen.

 

Dieser Zielsetzung entsprechend wird derzeit das Grünstrukturenentwicklungskonzept Oberhausen-City im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses „Soziale Stadt Innenstadt Alt-Oberhausen“ durch das von der Verwaltung der Stadt Oberhausen beauftragte Landschaftsarchitektur und Umweltplanungsbüro Drecker, Bottrop in enger Abstimmung mit der Fachverwaltung erarbeitet. Der vorliegende Sachstandsbericht gibt einen Überblick über die Arbeit der vergangenen 12 Monate; der Endbericht des Entwicklungskonzeptes ist für Februar / März 2018 vorgesehen.

 

Das Konzept versteht sich als künftige Handlungsleitlinie der Stadtentwicklung für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen bei gleichzeitiger Förderung der Stadtbildqualität im Sinne des Parkstadt-Gedankens. Die Verwaltung plant, das Konzept als städtebauliches Entwicklungskonzept i.S.v. § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB politisch beschließen zu lassen. So wird eine interne Verbindlichkeit sowie eine Berücksichtigung der Konzeption bei allen raumrelevanten Planungen und Maßnahmen im Bereich der Innenstadt von Alt-Oberhausen erreicht.

 

 

Basierend auf einer umfassenden Bestandsanalyse werden zwei Klimamodelle für das Plangebiet im Jahr 2050 erstellt.

 

Diese mikroklimatischen Simulationen berechnen: den „Nullfall“ 2050 und den „Planfall“ 2050. Der „Nullfall“ stellt die stadtklimatische Situation 2050 inkl. der bis dahin prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels dar. Der „Planfall“ wird die klimatische Situation 2050 nach Realisierung der geplanten Anpassungsmaßnahmen darstellen. Die Simulation zeigt, ob und wieweit die Effekte der Maßnahmen, die über das Grünstrukturenentwicklungskonzept Oberhausen-City vorgeschlagen werden, spürbar sein werden.

 

Mit dem Klimamodell „Nullfall“ wurden die besonders stark hitzebelasteten Orte im Plangebiet ermittelt und darüber hinaus sogenannte „hot spots“ (Klimamodell ENVI-met) bestimmt.

Eine Vulnerabilitätsanalyse legt anhand der Aufenthaltsorte von besonders hitzesensitiven Bevölkerungsgruppen (z.B. Seniorenheime) die „potentielle Betroffenheit“ auf Baublockebene fest.

 

Die Anfälligkeit gegenüber Starkregenereignissen wurde ebenfalls bestimmt und anhand eines 50-jährigen Niederschlagsereignisses gefährdete Überflutungsschwerpunkte ermittelt.

 

Es wurden also im gesamten Plangebiet Flächen identifiziert, die sich unter Berücksichtigung ihrer derzeitigen Nutzung und Funktion grundsätzlich für die Umsetzung von klimaschützenden Maßnahmen gegenüber den Auswirkungen von Hitzebelastungen und Starkregenereignissen eignen.

 

Insbesondere wurden dabei folgende Möglichkeiten untersucht:

 

  •         Entsiegelung und Begrünung von nicht bebauten aber versiegelten Flächen,

 

  •         Begrünung des Straßenraumes,

 

  •         Qualifizierung und Vernetzung von Grünflächen,

 

  •         Gebäudebegrünung

 

 

Unter Berücksichtigung der bisherigen Arbeits- und Analyseergebnisse aus den vorstehend genannten Arbeitsschritten beinhaltet das Maßnahmenkonzept in der derzeitigen Entwurfsfassung:

 

  • einen umfangreichen Sachbericht über den Bestand und das Vorgehen der Analyse, unterlegt mit diversen Analysekarten (Risikoanalyse, Handlungsschwerpunkte usw.),

 

  • einen Maßnahmenplan und eine Maßnahmenliste

 

  • Maßnahmenblätter mit Beschreibung, Kostenansätzen und Fördermöglichkeiten für rund 150 Einzelmaßnahmen im Gebiet.

 

 

Die Einzelmaßnahmen gliedern sich in folgende Maßnahmentypen:

 

  1. Begrünung des Straßenraums (Baumpflanzungen / sonstige Begrünung)

 

  1. Umgestaltung und Neuanlage von Grünflächen

 

  1. Freiflächen: Entsiegelung und Begrünung von Plätzen, Schulhöfen, Innenhöfen und Parkplätzen

 

  1. Gebäudebegrünung (Dach, Fassade)

 

  1. Rückbau von Schrottimmobilien / Begrünung

 

  1. Grüne Zwischennutzung

 

  1. Wasser in der Stadt (Wasserbecken und -rinnen, Trinkbrunnen)

 

  1. Retention und Versickerung in überflutungsgefährdeten Bereichen sowie technische Maßnahmen

 

 

Die Erstellung des Konzeptes wurde von einer breiten Bürgerbeteiligung begleitet. Die Ergebnisse dieser Diskussion werden von dem durch die Stadt Oberhausen beauftragten Gutachterbüro Drecker, Bottrop in den Endbericht eingearbeitet.

 

 

Nächste Schritte:

 

  • Beschluss des Grünflächenentwicklungskonzept Oberhausen-City als städtebauliches Entwicklungskonzept i.S.v. § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB (voraussichtlich Februar / März 2018)

 

Parallel dazu gilt es zu klären, welche der gutachterlich vorgeschlagenen Teilmaßnahmen des Grünstrukturenentwicklungskonzeptes Oberhausen-City in die Stadterneuerungsgesamtmaßnahme „Brückenschlag“ integriert und somit deren Umsetzung im Rahmen der Städtebauförderung flankiert werden können oder, ob man mit anderen Förderprogrammen wie „Zukunft Stadt-Grün“ die Maßnahmen finanziell realisieren kann.

 

 

Kurzfassung

 

Für das Stadterneuerungsprojekt „Soziale Stadt Innenstadt Alt-Oberhausen“ wird das Grünstrukturenentwicklungskonzept Oberhausen-City erarbeitet. Dieses soll im Rahmen des „Brückenschlags“ oder anderer Förderprogramme umgesetzt werden.

 

Der Gutachter vom Landschaftsarchitektur und Umweltplanungsbüro Drecker, Herr Romanos trägt den Sachstand vor und erläutert die vorgeschlagenen Maßnahmen.

 

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...