Berichtsvorlage - M/16/3058-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Begründung / Sachdarstellung

 

Gründung der Kontaktstelle und Förderung des Landes in 2014 bis 2017

Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) fördert über die Position 1.1.2 des Kinder- und Jugendförderplanes Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit unter Anderem aus den Bereichen der offenen Angebote für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, transsexuelle und intersexuelle Jugendliche (LSBTTI-Jugendliche). Der freie Träger Evangelischer Kirchenkreis Oberhausen hat Anfang 2014 einen Antrag auf Förderung für die „Gründung einer Kontaktstelle LSBTTI Community für Kinder und Jugendliche und eines SchLAu-Teams in Oberhausen“ eingereicht. Mit Zuwendungsbescheid vom 17. Juni 2014 wurde dem oben benannten Antrag entsprochen. Die Förderungsquote lag bei 85% der Gesamtausgaben. Nach Vorlage des Zuwendungsbescheides wurde die Kontaktstelle gegründet und im Haus des Evangelischen Kirchenkreises an der Marktstraße bezogen. Laut Zuwendungsbescheid lief die Förderung am 30. Juli 2016 aus. Teile des Programms konnten jedoch in der Förderung verlängert werden, so dass ein Folgeantrag eingereicht werden konnte. Der vorliegende Zuwendungsbescheid machte eine Fortsetzung des Projektes bzw. der Einrichtung bis zum 31. Dezember 2017 möglich. Die Fortsetzung erfolgte nach ähnlichen inhaltlichen und räumlichen Maßgaben.

 

Förderung und Fortführung der Kontaktstelle von 2018 bis 2019

Im September 2017 erhielten einige ausgewählte Träger aus dem oben benannten Programm des Kinder- und Jugendförderplanes des Landes NRW erneut die Möglichkeit, die bestehenden Projektteile bis zum 31. März 2019 fortzuführen. Dem Folgeantrag des Evangelischen Kirchenkreises wurde entsprochen. Der Zuwendungsbescheid liegt seit dem 2. Oktober 2017 vor. Dementsprechend kann die Kontaktstelle bei gleich bleibender Finanzierung bis zum 31. März 2019 fortgeführt werden.

 

Die Zielgruppe der Kontaktstelle sind nach wie vor Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 26 Jahre. Das SchLAu Team richtet sein Angebot an Schulklassen der Jahrgangsstufe 7 ff. und an Jugendliche in Jugendeinrichtungen ab ca. 15 Jahre. Das SchLAu Team besteht aus einer Gruppe von ca. zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen, die mittlerweile jährlich zwischen dreißig bis fünfunddreißig Einsätze an Schulen und Jugendeinrichtungen durchführen.

 

Räumliche und inhaltlichen Anpassungen

In Folge der begrenzten Projektlaufzeit und räumlich geänderten Rahmenbedingungen haben Träger, Gleichstellungsstelle, Jugendförderung und Jugendhilfeplanung des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe weitere inhaltliche und konzeptionelle Überlegungen entwickelt. Räumliche Engpässe des Trägers sowie die Raumkapazitäten im Haus des Evangelischen Kirchenkreises machten eine Verortung und Fortsetzung der Arbeit am bisherigen Standort unmöglich.

 

In der benannten Akteurskonstellation wurden alternative Räumlichkeiten gesucht. Diese sollten größer, anonym zu betreten und stärker im offenen Raum angesiedelt sein. In Gesprächen zwischen der Stadt Oberhausen und dem Träger zeigte sich, dass verfügbare Räumlichkeiten in der städtischen Jugendeinrichtung place2be sowohl räumlich als auch inhaltlich geeignet sind. Ein Gruppenraum (ca. 40 m²) im unteren Teil der Jugendeinrichtung mit separatem Eingang, der durch die Jugendlichen auch anonym zu betreten ist, wird dem Team des nO.name zur Verfügung gestellt. Toiletten sind ebenfalls direkt angrenzend zu finden. Der Raum wird dem nO.name in seinen Zeiten exklusiv zur Verfügung gestellt. Außerhalb der Öffnungszeiten kann es zu einer Parallelnutzung von anderen Gruppen in Betreuung kommen. Gleichwohl wird die Nutzung des nO.name priorisiert behandelt. Die Räumlichkeiten bieten ebenfalls ausreichend Platz zur Lagerung von Informationsmaterial. Die Nutzung von Büroräumen ist ebenfalls nach Absprache möglich. Darüber hinaus können alle weiteren Teile der Jugendeinrichtung für Aktivitäten oder Aktionen genutzt werden. Die Jugendeinrichtung liegt zentral in der Innenstadt und ist vom Hauptbahnhof gut zu erreichen. Mit den Mitarbeiter/-innen des nO.names und einigen Besucher/-innen haben Begehungen stattgefunden. Die Resonanz war positiv.

 

Die Kontaktstelle hat zweimal in der Woche in dem Zeitraum von ca. 16 bis 22 Uhr geöffnet. Die Integration der Kontaktstelle in das place2be bietet neben den räumlichen Vorteilen auch inhaltlich konzeptionelle Vorteile: Neben den Jugend- und Kulturzentren Druckluft und Emscherdamm, in dem sich eher geoutete junge Erwachsene der Zielgruppe treffen, besteht erstmals eine Einrichtung, die offen von queeren Jugendlichen besucht wird und, die einen klaren Schwerpunkt auf Angebote für diese Community legt.

 

Mit den Mitarbeiter/-innen des place2be werden nach dem Umzug weitere konzeptionelle Ideen entwickelt und die Kooperation intensiviert. Das SchLAu Team kann ihre Teamsitzungen ebenfalls in den Räumen des place2be durchführen.

 

Flankierende Maßnahmen zum nO.name

Um die Arbeit der integrierten Jugendeinrichtung nO.name im place2be zu unterstützen, bietet der Träger mit Unterstützung der Landeskirche ein spezielles Angebot für Jugendliche mit Migrationshintergrund, die der LSBT* Community angehören, an. Hier liegt der Fokus auf einer Öffentlichkeitsarbeit in den Flüchtlingsgemeinschaftsunterkünften und darüber hinaus bei den Flüchtlingen in freiem Wohnraum. Erste Kontaktaufnahmen finden in Form von Einzelgesprächen zwischen Mitarbeiter/-innen der Kontaktstelle und den Flüchtlingen statt.

 

Weitere Maßnahmen über geplante Anträge im Gleichstellungsausschuss, der Jugendpflege sowie über bestehende Mittel des place2be sollen die Arbeit des nO.name am neuen Standort flankieren und inhaltlich weiterentwickeln. Ziel dieser Maßnahmen ist eine breite Öffentlichkeitsarbeit und eine inhaltliche Weiterentwicklung der Einrichtung sowie die konzeptionelle Erweiterung anderer Jugendeinrichtungen zur Thematik der LSBT* Community.

 

Die bestehenden Kooperationen mit den Genderangeboten „Flotte Lotte“ und „manni“ der Evangelischen Jugend, dem Bildungsbüro und dem Büro für Chancengleichheit der Stadt Oberhausen, der Frauenberatungsstelle Oberhausen, dem Jugendamt der Stadt Oberhausen, dem Jugendparlament Oberhausen, dem Schwulen Netzwerk NRW, mit SchLAu NRW, gerne anders NRW und im Rahmen von Einzelveranstaltungen mit der Aidshilfe Oberhausen e. V. und dem Centro Oberhausen sollen fortgesetzt werden. Weitere Kooperationen, insbesondere mit Partner/-innen des place2be, sollen entstehen.

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