Berichtsvorlage - M/16/3006-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstandsbericht Brüder-Grimm-Schule, Standort 2
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Strategisches Immobilienmanagement
- Bearbeitung:
- Gabriele Günther
- Verantwortung:
- D. Ingenerf
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Schulausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
08.11.2017
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
15.11.2017
|
Sachverhalt
Bezug
Drucksache-Nr. B/16/1642-01
„Bildungsplan 2016 - 2020“
Drucksache-Nr. M/16/1799-01
„Entwicklungsplan zur Frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Oberhausen 2016“
Drucksachen Nr.: B/16/2555-01
„Anmietung von Klassencontainern für die Brüder-Grimm-Schule“
Sachdarstellung
Der Rat der Stadt hat am 04.07.2016 mit der Beschlussfassung zum Bildungsplan auch die Rückführung der Brüder-Grimm-Schule zum Hauptstandort durch die Verlagerung der städtischen Kindertageseinrichtung (KTE) Stadtmitte auf die Fläche der ehemaligen St. Martin-Schule beschlossen (vgl. Drucksache-Nr. B/16/1642-01 inkl. Anlage Bildungsplan sowie Drucksache-Nr. M/16/1799-01 inkl. Anlage Entwicklungsplan Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung). Durch den notwendigen Abriss der St. Martin-Schule für den Neubau einer Kindertageseinrichtung mussten die Klassen der Brüder-Grimm-Schule, die den Schulstandort Friedenstraße als Dependance vorübergehend genutzt hatten, ausgelagert werden, da am Hauptstandort Lothringer Straße erst nach dem Wegzug der städtischen KTE Stadtmitte und die Aufbereitung dieser Räumlichkeiten für den Offenen Ganztag ausreichend Klassenräume vorhanden sind.
Eine Auslagerung sollte gemäß Schulkonferenzbeschluss möglichst fußläufig zur Brüder-Grimm-Schule erfolgen. Jedoch boten stadteigene Immobilien, andere Schulen und anzumietende Räume keine ausreichend geeigneten Flächen, um die auszulagernden Klassen gemeinsam unterzubringen.
Als Alternative verblieb die Möglichkeit, auf öffentlicher Fläche Container aufzustellen, da auf dem vorhandenen Schulhof kein ausreichender Platz zur Verfügung stand, um sowohl Spielzonen als auch eine Aufstellungsfläche vorzuhalten.
In der Sitzung des Hauptausschusses vom 15.05.2017 (Drucksache-Nr.: B/16/2555-01) wurde die Anmietung von Klassencontainern für die Brüder-Grimm-Schule am Standort vor der Willy-Jürissen-Halle beschlossen. Hierbei hat der günstigste Anbieter nach Angebotseinholung durch die OGM GmbH den Zuschlag für die Anmietung erhalten.
In regelmäßigen Besprechungen gemeinsam mit der Verwaltung und der Schulleitung, der Ganztagsleitung und der Elternpflegschaft wurden die Anforderungen erörtert und die Entwicklungen besprochen.
In den Sommerferien sollte gänzlich der Aufbau der Container erfolgen. Aufgrund von baurechtlichen Klärungsbedarfen verzögerte sich die Bewilligung der Baugenehmigung, was zu einer längeren Bauzeit führte. Entgegen der eigentlichen Zusagen, vor dem Ende der Sommerferien fertig zu sein, mussten Kleinarbeiten bis zum Schulbeginn und darüber hinaus abgeschlossen werden.
Es wurden verschiedenste Mängel durch die in den Klassencontainern eingesetzten Lehrerinnen und Lehrer angebracht. Die Elternpflegschaft sieht die angeführten Mängel als nicht so gravierend an, wie sie teilweise dargestellt wurden.
Folgende Mängel sind über die Schulleitung und sukzessive im Laufe der weiteren Besprechungen und Begehungen vor Ort an die Verwaltung weitergegeben worden:
►Klassenraumgröße:
Die Klassenraumgröße entspricht mit 55 qm den Schulbaurichtlinien. Aus dem früheren Raumprogramm waren 2 qm je Kind vorgesehen. Bei 25 Kindern je Klasse (Höchstgrenze an der Brüder-Grimm-Schule) wären 50 qm angemessen gewesen. Tatsächlich befinden sich sogar weniger Schülerinnen und Schüler in den Klassen.
►Fehlende Differenzierungsmöglichkeiten:
In den Presseberichten wurden fehlende Differenzierungsmöglichkeiten bemängelt. Diese sind am Standort 2 nicht vorgesehen. Klassen mit Differenzierungsbedarf sollten am Hauptstandort unterrichtet werden. Die Aufteilung der Klassen obliegt der Schule selbst.
►Akustik:
Ein dringliches Akustikproblem bei Regenfällen ist nicht gemeldet worden. Eine Geräuschentwicklung bei Starkregen ist wie in allen Dachgeschoss- oder Bungalowräumen unumgänglich. Die Problematik wurde in den letzten Gesprächen mit den Betroffenen ebenfalls nicht angebracht. Sollten Akustikprobleme gemeldet werden, wurden durch die Verwaltung Nachhallmessungen in Aussicht gestellt, um Lösungsmöglichkeiten aufzeigen zu können.
►Undichtigkeit der Decke:
Die undichten Stellen zwischen den einzelnen Containerelementen sind durch die aufstellende Firma ausgebessert worden.
Eine angeblich weitere Undichtigkeit in der Decke wurde durch das Lehrerkollegium nachträglich gemeldet. Dieses erwies sich jedoch als Kondenswasser. Richtiges Lüften und Heizen wurde empfohlen.
►Raumklima:
Das Lehrerkollegium sorgt sich um das Raumklima, denn die Deckenhöhe von 2,50 m entsprechend der Arbeitsstättenverordnung wird mit rund 2,48 m nicht eingehalten. Bei dieser Deckenhöhe sei keine ausreichende Luftzirkulation bei vollbesetzten Klassen möglich. Die Bauordnung hat die Räume unter Beachtung der Arbeitsstättenverordnung und der Schulbaurichtlinien abgenommen. Die Schulbaurichtlinie schreibt keine explizit genannte Mindestdeckenhöhe vor.
►Feuchtigkeit:
Durch die Lehrerschaft wurde bemängelt, dass sich nach den Wochenenden auf Schubläden Feuchtigkeit gebildet hat und Blätter klamm wurden. Die Bildung von Kondenswasser und Feuchtigkeit liegt an der falschen Beheizung, da die Räume aufgeheizt werden und dann in den Nächten und am Wochenende bei ausgeschalteten Heizkörpern abkühlen. Durch eine durchgängige leichte Beheizung wird das Auskühlen und die Bildung von Kondenswasser verhindert. Nach einer Erprobungsphase hat das Lehrerkollegium in einer Besprechung am 19.10.2017 die Verbesserung bestätigt.
►Trockenheit:
Die Lehrerschaft berichtete ebenfalls von ansonsten trockenem Raumklima, weshalb es zu Krankheitsausfällen gekommen sei. Ungewöhnlich hohe Krankheitsausfälle können am Standort 2 nicht verifiziert werden, da am Hauptstandort höhere Ausfallraten zu verzeichnen sind.
Die Stabstelle Arbeitssicherheit bot an, eine Gefährdungsbeschreibung für die Klassenräume zu erstellen. Als Lösungshilfe für ein besseres Raumklima wurde bereits in einem Gespräch mit den Beteiligten vor Ort empfohlen, die Räume regelmäßig - mindestens in allen Pausen - für eine bessere Luftzirkulation zu lüften.
►Verbrennungen durch Elektroheizungen:
Es handelt sich um TÜV-geprüfte und zertifizierte Geräte, die heiß werden, aber eine befürchtete Verbrennungsgefahr liegt nicht vor. Nichtsdestotrotz werden an einigen Heizungen vor Ort durch die Stabstelle Arbeitssicherheit in den Herbstferien Messungen vorgenommen. Weiterhin wird durch die OGM GmbH der Bau einer gesondert herzustellenden Heizungsverkleidung geprüft.
►Böden:
An einigen Stellen sieht der Bodenbelag bereits übermäßig beansprucht aus, so dass die Haltbarkeit in Frage gestellt wurde. Die in den Containern verbauten PVC-Böden sind grundsätzlich für den Einsatzzweck geeignet. Durch die Beschaffenheit der Außenanlage und der fehlenden Schmutzfangmatten ist der erhöhte Abrieb erklärbar. Stolperstellen im Bodenbelag existieren nicht.
Um den Boden besser zu schützen, werden zeitnah Schuhregale beschafft. Die Kinder nutzen dann Hausschuhe im Inneren. Bevor die Regale aufgestellt werden, wird eine Grundreinigung durchgeführt.
►Schmutzfangmatten:
Diese wurden vor Inbetriebnahme bestellt, wobei es zu Abstimmungs- und Lieferschwierigkeiten gekommen ist. Mittlerweile liegen diese aus.
►Schwellen am Boden:
Die flachen Blechübergänge sind bei dem Anbieter unvermeidlich, um die Containerelemente miteinander zu verbinden. Die Schwellen heben sich aber farblich deutlich vom Boden ab und sind an den Kanten entsprechend abgeflacht und abgerundet. Ein Stolpern ist höchst unwahrscheinlich. Für eine noch bessere Begehbarkeit werden die abgerundeten Schrauben durch versenkbare Schrauben ersetzt. Eine weitere Änderung kann nicht vorgenommen werden.
►Verkleidung am Containerboden:
Es sind alle Verkleidungen kurz nach Inbetriebnahme angebracht worden.
►Aufenthaltsraum und Lehrer-WC:
In der Sporthalle ist vorübergehend ein Lehrerzimmer zur Verfügung gestellt worden. Personaltoiletten für die Lehrer (je eine für die Damen und Herren) wurden in der Willy-Jürissen-Halle mit neuen Schlössern ausgestattet. Die Schlüssel wurden übergeben.
►Außengelände:
Die zunächst vorgesehene Aufbereitung für eine kostengünstige Rasenfläche hat sich bei regnerischem Wetter nicht bewährt, da die Fläche dennoch sehr schnell matschig wurde und die Kinder diesen Dreck dann in die Klasse tragen. Die Verwaltung hat mittlerweile veranlasst, dass die Fläche vom Weg zum Containereingang bis zum Zaun an der Lothringer Straße entlang der Gebäudeflucht gepflastert wird. Ebenfalls wird ein Weg zum Seiteneingang der Sporthalle angelegt. Darüber hinaus werden Mülleimer und ein neu zu beschaffendes Spielgerät aufgestellt, da ein Versetzen des gebrauchten Spielgerätes (Baujahr 2006) der St. Martin-Schule nicht wirtschaftlich ist.
►Schädlingsbefall:
Durch die Medienberichterstattung wurde von diversen Ungezieferplagen berichtet. Es liegt kein Rattenproblem auf dem Schulgrundstück und in den Containern vor. Allerdings sind in dem Boden Ameisen vorhanden, da der neu aufgeschüttete Boden eine hohe nahrhafte Qualität hat, der die Ameisen anlockt. Verstärkt wird dies durch die Lebensmittelabfälle, die von den Kindern auf den Boden geworfen bzw. fallen und liegengelassen werden. Die Übergänge am Boden und an den Wänden wurden nochmals abgedichtet, so dass von dort ein Zugang der Ameisen nicht mehr möglich sein sollte.
►Einzäunung:
Zum Schulbeginn stand aufgrund von Lieferschwierigkeiten der Zaun noch nicht. Die Zäune und Tore sind zwischenzeitig aufgestellt worden.
Mit diesen Maßnahmen wurden alle kritisierten Punkte abgestellt.
Sachdarstellung
