Berichtsvorlage - M/16/2896-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Digitale Kommunikation in der öffentlichen Bibliothek
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Dezernat 1 / Finanzen und Kultur
- Bearbeitung:
- Andrea Hagedorn
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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19.09.2017
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Öffentliche Bibliotheken stellen Medien und Zugänge zu Informationen aller Art bereit und leisten somit einen wichtigen Beitrag, um das Grundrecht aller Bürgerinnen und Bürger auf Informationsfreiheit zu garantieren. Sie ermöglichen die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben und tragen so zur Verwirklichung von Chancengleichheit bei. Öffentliche Bibliotheken stellen die Infrastruktur für lebenslanges Lernen zur Verfügung und sind Garanten für den Erwerb von Informationskompetenz. Zunehmend sind Bibliotheken daneben auch Orte der Kommunikation, an denen die Aufenthaltsqualität eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Öffentliche Bibliotheken spiegeln mit ihrem Angebot die mediale Vielfalt wider, müssen sich dabei aber in einem zunehmend kommerzialisierten und unübersichtlichen digitalen Informationsmarkt mit vielen Anbietern behaupten. Um diese Aufgaben zukunftsorientiert wahrnehmen zu können, muss die Präsenz und vor allem die Kommunikation von Öffentlichen Bibliotheken mit ihren Kundinnen und Kunden orientiert an der rasanten Entwicklung in der digitalen Welt laufend weiterentwickelt und ausgebaut werden.
Das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken bei der Bezirksregierung Düsseldorf, unterstützt seit 2010 Öffentliche Bibliotheken im Rahmen der Initiative „Lernort Bibliothek“ bei der Gestaltung und Entwicklung von Social Media-Aktivitäten als Teil ihrer digitalen Services und Angebote. Für den Zeitraum von August 2015 bis Juni 2017 wurde deshalb ein Qualifizierungsprogramm ausgeschrieben, um Social Media-Aktivitäten in öffentlichen Bibliotheken einzuführen bzw. auszubauen.
Ziele des Qualifizierungsprogramms waren
- die Vermittlung der notwendigen Social Media-Kenntnisse in den beteiligten Bibliotheksteams, sodass diese in der Lage sind, eigenständig, nachhaltig und umfassend in der eigenen Bibliothek Social Media-Aktivitäten zu starten bzw. weiter zu entwickeln;
- der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung von mindestens einem digitalen Kommunikationskanal (Web 2.0-Angebot);
- der Aufbau und die Erweiterung der Kundenkommunikation im Internet, sodass Bibliothekskunden verstärkt das Angebot ihrer Bibliothek aktiv mitgestalten und verbessern können.
Im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens wurde die Stadtbibliothek Oberhausen schließlich neben zwölf anderen Bibliotheken unterschiedlicher Größe für die Teilnahme an diesem Projekt ausgewählt. Bedingt durch die Fusion der Stadtbibliothek mit der Volkshochschule zum Bert-Brecht-Bildungszentrum war es für die Bereichsleitung von Anfang an wichtig, dass nicht nur Kolleginnen und Kollegen des Bibliotheksteams beteiligt sein würden, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VHS. Dadurch konnte ein im Bereich abgestimmter Prozess bei der Nutzung von Social Media-Kommunikation eingeleitet werden.
Auf dieser Grundlage wurde im Laufe des Projektes eine bereichsinterne Arbeitsgruppe „Social Media“ eingerichtet, die die Umsetzung der geplanten Maßnahmen begleitete, reflektierte und auch künftig die Social Media-Aktivitäten des Bereiches fortführen soll.
Während des genannten Zeitraums stand im Rahmen des Schulungs- und Coaching-Programms neben einem regelmäßigen und verpflichtenden Austausch der beteiligten Bibliotheksleitungen die Schulung eines großen Teils des Teams im Mittelpunkt. Beginnend mit grundlegenden Kenntnissen über die Funktionsweise von Web 2.0-Plattformen in einem Online-Kurs, ging es im Weiteren um die Vermittlung von Organisationsstrukturen für die Entwicklung und Umsetzung der eigenen Social Media-Aktivitäten vor Ort.
Das Oberhausener Team wurde nach einem Online-Technik-Kurs an insgesamt sieben weiteren Coaching-Tagen in folgenden Modulen geschult:
- Social Media-Basisschulung
- Content Strategie und Monitoring (zweitägig)
- Kampagnenentwicklung und -begleitung.
Außerdem fanden zwei ganztägige Barcamps mit allen Kolleginnen und Kollegen der beteiligten Bibliotheken statt.
Mehrere zentrale Arbeitstreffen für die Bibliotheksleitungen komplettierten den organisatorischen Aufwand.
Zunächst wurde im Oberhausener Team entschieden, die Social Media-Plattform Facebook zu nutzen, um erste eigene Erfahrungen in der digitalen Welt zu sammeln und dabei einschätzen zu können, wie groß der zusätzliche Zeitaufwand für diese Kommunikationsform ist.
Inzwischen sind die Social Media-Aktivitäten eingeführt und ein alltägliches Element im Bibliotheks- bzw. VHS-Alltag. Konkret bedeutet dies, dass die Kolleginnen und Kollegen des Social Media-Teams regelmäßig „Posts“ (Beiträge, Äußerungen) zu unterschiedlichen Themen absetzen, wie z. B. Hinweise auf Veranstaltungen und neu angeschaffte Medien, aber auch über Alltägliches und Skurriles. Es werden Bücher vorgestellt, Posts anderer geteilt, „geliked“, kurze Videos erstellt und anderes mehr. Viele Posts werden mit sogenannten „hashtags“ versehen (Schlagworte, die dazu dienen, gleichartige Inhalte auf Social Media-Plattformen leichter auffinden zu können), wie z. B. #wasansteht, #frischeingetroffen, #bibliotheksinnereien und #empfehlungderwoche. Zu allen diesen Schlagworten erscheinen seitdem regelmäßig Informationen aus dem Bereich auf Facebook. Daneben spielt die digitale Vernetzung mit Einzelpersonen / Kundinnen und Kunden und Institutionen eine zunehmend große Rolle.
Die Akzeptanz der neuen Arbeitsinhalte im Kreis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist groß, aus praktischen Gründen ist die aktive Teilnahme bislang allerdings auf einen eingegrenzten Personenkreis (Mitglieder der AG „Social Media“) beschränkt.
Obligatorisch im Rahmen des Projektes war auch der Abschluss einer Social Media-Guideline, in der für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich der hausinterne Umgang mit den Social Media-Aktivitäten festgelegt wird. Auf der Grundlage einer in der Arbeitsgruppe erarbeiteten Vorlage wird diese Guideline derzeit innerhalb der Verwaltung unter Einschluss des Bereiches 9 - 7 / Pressestelle, der Datenschutzbeauftragten und der Beteiligungsgremien abgestimmt. Ziel ist die Festlegung eines verbindlichen Leitfadens beim täglichen Umgang im Social Web für die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der tagtägliche Umgang mit Facebook gehört inzwischen für die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Arbeitsalltag in der Bibliothek und der VHS. Ihre Einrichtungen sind damit Teil einer digitalen Landschaft, die sich immer mehr entwickelt und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig werden das persönliche Gespräch, die persönliche Beratung und die kommunalen Einrichtungen als Treffpunkt, Lernort gerade in diesem Umfeld immer wichtiger.
