Berichtsvorlage - M/16/2834-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

A.  Grundsätze der Waldpflege

 

In Oberhausen gibt es insgesamt ca. 1.000 ha Wald, der unverzichtbare ökologische und Erholungsfunktionen erfüllt und der forstlich gepflegt und bewirtschaftet wird. Der größte Waldbesitzer ist die Stadt, deren Waldbesitz von 466 ha von unserem Stadtförster Jürgen Halm (OGM GmbH) gepflegt und bewirtschaftet wird. Der übrige Wald ist im Landesbesitz (Hiesfelder Wald ca. 411 ha), gehört dem RVR (Grafenbusch, Klosterhardt) oder verteilt sich auf kleinflächigen Privatbesitz.

 

Die städtischen Wälder werden auf der Grundlage einer mittelfristigen Betriebsplanung, der sogenannten Forsteinrichtung, bewirtschaftet. Diese Forsteinrichtung wird im Auftrag des Landesbetriebes Wald und Holz, Regionalforstamt Ruhrgebiet erarbeitet. Sie legt jeweils für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren die Grundzüge der Maßnahmen für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und Pflege des Waldes fest. Der derzeitigen Forsteinrichtung hat der Umweltausschuss am 08.03.2012 zugestimmt (Vorlage B/15/1839-01).

 

Auf Grundlage dieser Forsteinrichtung werden von der OGM GmbH alljährlich die Maßnahmen des Holzeinschlages geplant und mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Regionalforstamt Ruhrgebiet in Gelsenkirchen abgestimmt. Diese Planung erfolgt als laufendes Geschäft der Verwaltung.

 

Bei der Auswahl und Durchführung der Durchforstungen werden seit jeher die Belange der Ökologie und die Interessen der naturnahen Erholungsnutzung und Waldbewirtschaftung berücksichtigt. In diesem Jahr erfolgt erneut eine intensive Bürgerbeteiligung vor Umsetzung der Maßnahmen, wie bereits in den zurückliegenden Jahren.

 

In der kommenden Fällperiode 2017/2018 werden 13 Bestände auf einer Fläche von ca. 35 ha durchforstet. Insgesamt ist der Einschlag von 1.450 Festmetern geplant. Ein Kahlschlag findet natürlich auch in diesem Jahr nicht statt. Die zu Beginn erwähnte Forsteinrichtung sieht eine jährliche Nutzungsmöglichkeit von 1.588 Festmetern pro Jahr vor. Diese 1.555 Festmeter würden einer durchschnittlichen Nutzung von 3,8 Festmetern pro Jahr und Hektar forstlicher Nutzfläche entsprechen. Der durchschnittliche Zuwachs im Stadtwald liegt bei etwa 5,2 Festmeter pro Jahr und Hektar. Es wächst also – wie seit langem – mehr Holz zu als geerntet wird.


Grundsätzlich haben die systematischen Durchforstungen unserer Waldbestände wesentliche Vorteile. Neben der Bildung stabiler, gut wüchsiger Waldbestände fördern Durchforstungsmaßnahmen die Entwicklung von stärkeren, gesünderen und ökologisch wertvolleren Bäumen. Auch die Artenvielfalt profitiert von den Durchforstungen durch eine Erhöhung der Strukturvielfalt auf Grund der wesentlich besseren Entwicklung der Strauch- und Krautschicht. Durchforstungen erhöhen darüber hinaus die Verkehrssicherheit und verbessern die Eignung von Waldgebieten für die intensive Erholungsnutzung. Die Nutzung des nachwachsenden Holzes aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nahezu CO2-neutral.

 

Unser vorrangiges Ziel ist es, einen vitalen strukturreichen und möglichst stabilen Waldbestand zu erhalten. Da unsere Wälder zunehmend zahlreichen Belastungen durch den Klimawandel ausgesetzt sind, ist die regelmäßige forstliche Waldpflege eine wichtige und unabdingbare Maßnahme zur Stabilisierung des Einzelbaumes und damit auch des gesamten Ökosystems.

 

 

B. Konkrete Fällmaßnahmen im Winter 2017/2018

 

Die Lage der 13 Durchforstungsflächen ist der anliegenden Karte zu entnehmen. Einige Besonderheiten bei der Pflege der Waldbestände werden im Folgenden kurz erläutert.

 

Im Winterhalbjahr 2016/17 wurden auf Grund des milden und sehr nassen Winters und der daraus resultierenden geringen Tragfähigkeit der Waldböden lediglich 820 der ursprünglich geplanten 1.555 Festmeter Holz geerntet. Deshalb wird im Jahr 2017/18 ein Teil der im letzten Jahr nicht durchforsteten Waldbestände wiederholt in den Holzernteplan aufgenommen (siehe Übersichtskarte).

 

  • In Osterfeld

 

Im nördlichen Teil des Revierparks wird die Durchforstung in dem 135-jährigen Buchenbestand fortgeführt. Die zu bearbeitende Fläche beträgt 4,0 ha. Das zu entnehmende Holzvolumen ist mit 160 Festmetern angesetzt.

 

Im Volksgarten wird ein Teilbestand südlich der Sportanlage mit einer Größe von 1,2 ha durchforstet. Vorwiegend fällt hier die auch als nicht heimisch geltende Holzart Robinie mit einer Gesamtmenge von 50 Festmetern an.

 

Die beiden genannten Bestände waren bereits Bestandteil des Holzernteplans 2016/17, wurden aber witterungsbedingt im letzten Durchforstungszeitraum nicht bearbeitet.

 

Neben den Durchforstungsmaßnahmen ist im Stadtwald Osterfeld eine Aufforstung auf ca. 0,5 ha vorgesehen. In den lichten Bereichen des Altbuchenbetandes zwischen Nürnbergerstraße und Pflugbeil-Arena wird die Aufforstung mit 2.500 Stück Rotbuchen angelegt. Diese wird sich an die Anpflanzungen aus den letzten Jahren anschließen und soll in den nächsten Jahren fortgeführt werden, wodurch ein zusammenhängender Jungbestand unter dem Altholzschirm entstehen wird.

 

 

  • In Sterkrade

 

Im Sterkrader Wald sollen zwei Waldbestände von insgesamt 5,8 ha (ca. 245 Festmeter) aus vorwiegend Erle, Bergahorn und Roteiche entlang des Buchenweges sowie ein Waldstreifen mit ähnlicher Artenzusammensetzung entlang der A3 an der Jägerstraße mit einer Gesamtfläche von 4,9 ha (ca. 205 Festmeter) durchforstet werden.

 


In der Hühnerheide sind Arbeiten auf dem alten Teil der Deponie und in der Nähe der Forststraße geplant (6,7 ha/ ca. 200 Festmeter). Weiterhin sollen Durchforstungen im Alsbachtal (3,48 ha/ 100 Festmeter) und in dem Waldgebiet an der Bremener Straße (1,76 ha/ 90 Festmeter) ausgeführt werden.

 

Die Maßnahmen werden ausschließlich in der vegetationslosen Zeit von Oktober bis März, vorzugsweise bei trockener Witterung zur Vermeidung von Boden- und Wegeschäden durchgeführt.

 

Um die Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern beispielhaft zu erläutern, bietet die Verwaltung wie in den letzten Jahren exemplarisch zwei Ortsbegehungen an.

 

  •                                                            Am 19.10.2017 um 15:00 Uhr soll eine Ortsbegehung im Revierpark (Treffpunkt: Parkplatz Nürnberger Straße/ Koppenburgstraße) durchgeführt werden.

 

  •                                                            Am 23.10.2017 um 15:00 Uhr wird eine Begehung im Bereich des Sterkrader Waldes (Treffpunkt: Buchenweg an der Autobahnunterführung A3) angeboten.

 

Insgesamt dienen alle Pflege- und Fällmaßnahmen im Stadtwald dazu, die vorhandenen Wälder allmählich so zu verjüngen, dass eine Dauerbestockung gewährleistet ist. Würden wir auf die Durchforstungen verzichten, käme es langfristig zu einer Vergreisung und letztendlich zum plötzlichen Zusammenbruch ganzer Wälder, sodass die Erholungsfunktion dann für längere Zeit erheblich eingeschränkt wäre, ohne dass der ökologische Zustand verbessert würde.

 

 

C. Arbeitsausführung und Kostenrechnung

 

Der Verkauf des Holzes aus städtischen Wäldern wird nach dem Verfahren „auf dem Stock Verkauf“ veräußert. Hierbei erwirbt ein Forstunternehmen das noch „stehende Holz“ im Wald zu einem festgelegten „Marktpreis“ und übernimmt zu seinen eigenen Kosten die Holzernte. Die Holzernte beinhaltet die Fällung, Aufbereitung und das Rücken der Stämme zum Waldweg. Die Kosten für die Holzernte werden als Werbungskosten bezeichnet. Aus der Differenz zwischen Marktpreis und Werbungskosten lässt sich der Gesamtholzerlös berechnen.

 

Beispiel:Marktpreis:43,00 €/ FM

Werbungskosten:25,00 €/ FM

Erlös:18,00 €/ FM

 

Die Werbungskosten differieren je nach Waldart und Geländebedingung. Sie werden deshalb individuell für jeden Einsatzort ausgehandelt.

 

Im Jahr 2016/17 war der Erlös auf Grund der oben bereits angesprochenen Witterungsbedingungen geringer als geplant und lag bei ca. 16.900,00 €. Der Holzverkaufserlös aus der Holzernte im Winterhalbjahr 2017/2018 wird voraussichtlich 23.000,00 € betragen. Der Erlös des Holzverkaufs wird für die naturnahe Waldpflege im Oberhausener Stadtgebiet eingesetzt.

 

 

Kurzfassung

 

In der Fällperiode 2017/2018 werden im Stadtwald 13 Waldbestände ganz oder teilweise durchforstet. Insgesamt werden auf einer Fläche von 35 ha ca. 1.450 Festmeter Holz geerntet. Es wird deutlich weniger Holz geerntet als im gleichen Zeitraum zuwächst. Alljährlich werden gemäß Forstbetriebsplan durchschnittlich etwa 3,8 Festmeter pro ha forstlicher Nutzfläche geerntet, während ca. 5,2 Festmeter pro ha zuwachsen. Wir vermehren also den Holzvorrat in unseren Wäldern, sichern gleichzeitig die ökologischen Funktionen und gewährleisten dauerhaft die Erholungsnutzung.

 

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Anlagen

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