Berichtsvorlage - M/16/2817-01

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Sachverhalt

Bezug

 

Drucksachen-Nrn.: A/16/2395-01 und A/16/2488-01

 

 

Sachdarstellung

 

Der Antrag A/16/2395-01 vom 09.03.2017 der CDU Fraktion im Umweltausschuss zur Aufstellung sogenannter Citytrees, die eine weitere Reduzierung der Feinstaubbelastung in der Innenstadt von Alt-Oberhausen unterstützen sollen, wurde durch einen Änderungsantrag (A/16/2488-01) der Koalition, in der ergänzend zum CDU Antrag auch die Kosten für die Aufstellung großer transportabler Pflanzgefäße ermittelt werden sollen, beschlossen.

 

Citytrees sind vertikale Hydrokulturgefäße, bei denen das eingesetzte Moos als Substrat für darauf „wurzelnde“ Pflanzen dient. Hierdurch wird eine große Oberfläche und damit eine hohe Resorptionsfläche der Blattmasse erzeugt. Die Resorptionsfähigkeit von Pflanzen für Feinstaub wurde zwar in Laborversuchen bestätigt, eine messbare Wirkung der Citytree-Pflanzen konnte bisher allerdings nicht durch empirische Studien auf die Realumgebung bestätigt werden. Dies gilt auch für den Abbau von Stickstoffdioxid (NO2), der von Pflanzen nur untergeordnet geleistet werden kann. Unumstritten ist dagegen, dass Pflanzen durch ihre Fähigkeit CO2 aufzuspalten und Sauerstoff zu produzieren einen wirksamen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten.

 

Insgesamt hält die Verwaltung ein solches Produkt aufgrund der bisher fehlenden empirischen Untersuchungen und Wirkungsnachweise, aber auch aufgrund der hohen Anschaffungskosten für ein solches Pflanzelement (25.000,00 Euro), für wenig sinnvoll. Erforderliche Orte bzw. neuralgische Punkte zur Aufstellung wären in Alt-Oberhausen insbesondere die Mülheimer Straße. Hier ergäben sich jedoch schon aufgrund der Ausmaße der Citytrees (B 2,93 m x H 3,99 m x T 2,19 m unterer Bereich) Probleme Aufstellorte zu finden, die nicht die unteren Etagen der angrenzenden Gebäude verdunkeln und Bürgersteige blockieren würden.

 

Auch liegt der Handlungsdruck für die Stadt Oberhausen bezogen auf die Luftqualität weniger beim Feinstaub (vergleiche M/16/2600-01 vom 30.05.2017), da in 2016 an der Mülheimer Straße mit einem Jahresmittelwert von 24 µg/m³ die Werte – wie auch schon in den Vorjahren – unterhalb des EU-Grenzwertes von 40 µg/m³ lagen. Dringende Handlungserfordernisse ergeben sich dagegen beim Stickstoffdioxid, da hier der Jahresmittelwert zwar von 60 µg/m³ in 2010 zurückgegangen ist, aber 2016 immer noch 48 µg/m³ betrug. Damit liegt die NO2-Luftbelastung an der Mülheimer Straße nach wie vor deutlich über dem Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m³.

 

Mobile Pflanzgefäße, die entsprechend große Pflanzen aufnehmen können, sollten einen Durchmesser von mindestens ca. 1,20 m aufweisen, um genug Wurzelraum vorzuhalten. Die Kosten hierfür liegen abhängig von Material und Gestaltung, bei mindestens 5.000,00 Euro/Stück. Zurzeit werden im Grünflächenentwicklungskonzept Oberhausen-City neue Standorte für eine zukünftige, stärkere Durchgrünung erarbeitet. Die beantragten Pflanzgefäße werden hierbei als Alternative für normale Pflanzstandorte berücksichtigt.

 

 

Resümee

 

Die vorherigen Ausführungen machen deutlich, dass aus Sicht der Verwaltung, unabhängig von der Platzfrage und dem Kostenaspekt, mit der Aufstellung von Citytrees keine wirksame Schadstoffreduzierung erreicht werden kann. Eine Verbesserung der Filtertechnik im Realbetrieb von Diesel-Fahrzeugen ist in Kombination mit weiteren Maßnahmen erforderlich, um die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung insgesamt zu verringern.

 

Mobile Pflanzgefäße zur stärkeren Durchgrünung der Innenstädte können eine Alternative zu „normalen“ Pflanzstandorten darstellen. Sie werden im Rahmen der laufenden Projekte mit berücksichtigt. Auf die Überprüfung von potenziellen Fördermöglichkeiten (Land, Bund, EU) und möglichem Sponsoring (Stadtsparkasse, städtische Tochterunternehmen) für die Aufstellung von „Citytrees“ wurde aus vorgenannten Gründen bisher verzichtet.

 

 

Kurzfassung

 

Der Antrag A/16/2395-01 der CDU Fraktion im Umweltausschuss zur Aufstellung sogenannter Citytrees, wurde durch einen Änderungsantrag (A/16/2488-01) der Koalition beschlossen. Die Verwaltung hat entsprechend Kontakt mit dem Hersteller aufgenommen. Die übersandten Unterlagen und Recherchen lassen nicht erkennen, dass sich die versprochenen Wirkungen der Citytrees außerhalb von Laborversuchen bestätigen. Aufgrund dieser Tatsache, der Platzprobleme bei der Aufstellung und der Kosten rät die Verwaltung von der Anschaffung von Citytrees ab. Große mobile Pflanzkübel werden in den bestehenden Programmen zur stärkeren Durchgrünung der Innenstädte nach Möglichkeit berücksichtigt.

 

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