Antragsvorlage - A/16/2769-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

  1. Die Stadt Oberhausen stellt einen Antrag auf Beitritt zum Deutschen

Riga-Komitee.

  1. Die Stadt Oberhausen verpflichtet sich als Komiteemitglied, für Erhalt und

Pflege der Gedenkstätte in Riga-Bikernieki einen finanziellen Beitrag von einmalig  2.000,00 € zu leisten.

  1. Der Oberbürgermeister wird gebeten, als  Ansprechpartner

für das Riga-Komitee zur Verfügung zu stehen.

 

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Konsequenzen

Bezug

 

 

 

Konsequenzen

 

a) Finanzielle

 

    keine[ ]

 

    ja[x]

 

b) Sonstige

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Sachverhalt

Begründung / Sachdarstellung

 

Am 23.Mai 2000 gründeten die Städte Berlin, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg, Osnabrück und Stuttgart sowie der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. das Deutsche Riga-Komitee.

1941 hatte das Deutsche Reich die UdSSR angegriffen. Kaum jemand weiß, dass damit fast zeitgleich der Massenmord, der sich hinter dem Tarnbegriff "Endlösung der Judenfrage" zu verstecken suchte, in den von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten begann.

So wurden Ende November 1941 bei der Räumung des Rigaer Ghettos 25.000 lettische Juden innerhalb von einer Woche ermordet. Fast gleichzeitig begannen die Massendeportationen der jüdischen Mitbürger vor allem aus Deutschland und Österreich, organisiert von den örtlichen Leitstellen der Staatspolizei, begleitet von der Schutzpolizei, den städtischen Verwaltungen und den Finanzbehörden.

Ein Teil dieser Transporte ging nach Lettland. In den Jahren 1941/42 wurden insgesamt mehr als 25.000 Menschen in das Ghetto von Riga deportiert und dort oder in den Wäldern von Bikernieki und Rumbula ermordet.

 

Aufgabe des Riga-Komitees ist es, an diese Schicksale zu erinnern. In Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland, der Stadtverwaltung Riga sowie die in Wien 1993 gegründete „Initiative Riga“ wurden die Massengräber hergerichtet und am 30. November 2001 der Öffentlichkeit übergeben.

In „Jahre des Terrors: Der Nationalsozialismus in Oberhausen. Gedenkbuch für die Opfer des Faschismus“, Herausgeber: Erik Emig, veröffentlicht in Oberhausen 1967, gibt es eine Liste mit den Namen der Opfer aus Oberhausen. Viele davon haben in Riga und den umliegenden Wäldern den Tod gefunden und endeten in Massengräbern.

Die Gründungsmitglieder des Riga-Komitees vom 23.05.2000 sind die Städte aus denen damals die Deportationszüge Richtung Riga abfuhren. Andere Städte sind in den Folgejahren beigetreten. Derzeit zählt das Riga-Komitee 55 Städte zu seinen Mitgliedern.

So gehört Düsseldorf zu den Gründungsmitgliedern. Der Zug DA 38 verließ am 11.12.1941 den Bahnhof Düsseldorf Kaiserswerth. Nach einigen Zwischenstopps erreichte der Zug am 13.12.1941 die Endstation Riga in Lettland. Unter den damals deportierten Opfern waren auch Juden aus Oberhausen.

Dennoch ist Oberhausen bisher nicht dem Riga-Komitee beigetreten. Die Entscheidung über den Beitritt wird durch die Städte selbst getroffen und kann jederzeit erfolgen.

Alle Komiteemitglieder verpflichten sich mit dem Beitritt, für Erhalt und Pflege der Gedenkstätte in Riga-Bikernieki einen finanziellen Beitrag von mindestens 2.000,00 Euro zu leisten. Dafür erhalten die Komiteemitglieder auf der Gedenkstätte Riga-Bikernieki einen mit Namen der Stadt versehenen Gedenkstein sowie bei einem gemeinsam abgestimmten offiziellen Termin eine Mitgliedsurkunde, die dem Stadtoberhaupt überreicht wird. Im Internet wird auf der Homepage www.riga-komitee.de den Mitgliedsstädten in der „Städteliste Riga-Komitee eine eigene Unterseite eingerichtet und damit die Möglichkeit eingeräumt über den Beitritt und ihre Aktivitäten im Rahmen des Riga-Komitees zu berichten. Die Mitgliedsstädte erhalten Einladungen zu Symposien des Deutschen Riga-Komitees sowie Hinweise auf neue Materialien zum Thema.

Eine Mitgliedschaft im Riga-Komitee mit einem Gedenkstein für Oberhausen in der Gedenkstätte fügt sich nahtlos an die Oberhausener Stolpersein-Tradition ein. Für die Gedenkhalle Oberhausen kann sich eine Zusammenarbeit mit dem Riga-Komitee ergeben. Neues Informationsmaterial könnte so eine neue bzw. erweiterte Ausstellung ermöglichen.

 

Nehmen wir uns unserer Geschichte an und werden wir Mitglied im Riga-Komitee mit einem Gedenkstein, erinnernd an die Opfer aus Oberhausen.

 

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