Berichtsvorlage - M/16/2729-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Begründung / Sachdarstellung

 

1. Einleitung und Grundlagen

 

Der Jugendhilfeausschuss hat am 29.06.2016 den Abschlussbericht der Evaluation der offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Kenntnis genommen (Drucksachen-Nr.: M/16/1795-01). Im Abschlussbericht wurden u. a. Ziele für die mobile Jugendarbeit und die stationären Angebote in der Gesamtstadt und der Sozialräume benannt. Die Zielerreichung wird über einen jährlichen Wirksamkeitsdialog auf der Grundlage eines Erfassungsbogens zwischen der Jugendpflege sowie der Jugendhilfeplanung der Stadt Oberhausen und den Einrichtungen überprüft.

 

Der Erfassungsbogen wurde im Rahmen der Evaluation überarbeitet und erstmals nach den Sommerferien 2016 angewandt. Die Beobachtungen bezogen sich dabei auf den Zeitraum Januar bis Juli 2016. Über diesen ersten Probelauf des Wirksamkeitsdialoges wurde berichtet (Drucksachen-Nr.: M/16/2399-01).

 

Im zweiten Durchlauf des Wirksamkeitsdialoges waren die Einrichtungen verpflichtet, den gesamten Erfassungsbogen (siehe Anlage 1) auszufüllen, der sich auf den Zeitraum Januar bis Dezember 2016 bezieht.

 

Der Bogen war von den Einrichtungen bis Ende Februar einzureichen. Die Gespräche zum Wirksamkeitsdialog fanden von März bis Mai statt.

 

2. Zielfindung und –systematik sowie allgemeine Informationen:

 

Für die Umsetzung der Ziele der mobilen und stationären Jugendarbeit sind die Träger, die in diesem Tätigkeitsfeld aktiv sind, verantwortlich. Die Ziele für die Gesamtstadt werden von allen Trägern bedient. Die Einrichtungen im Sozialraum sind jeweils für die Ziele ihres Sozialraumes zuständig. Alle Ziele haben eine Geltungsdauer bis zum Ende des Zeitraumes des Kinder- und Jugendförderplanes im Jahr 2020. Während des Wirksamkeitsdialoges werden die Ziele für die einzelnen Einrichtungen festgelegt, so dass die Stringenz der Zielentwicklung von der Gesamtstadt über die Sozialräume sowie mobile Jugendarbeit bis hin zu den einzelnen Einrichtungen vervollständigt wird. Die tatsächlichen Ziele der einzelnen Einrichtungen für das Jahr 2017 wurden in diesem Wirksamkeitsdialog festgelegt und werden im kommenden Wirksamkeitsdialog 2018 überprüft.

 

Alle derzeit bestehenden 28 stationären Einrichtungen haben am Wirksamkeitsdialog teilgenommen. Die Einrichtungen „NoName“ und das RWO-Fanprojekt haben erstmals am Wirksamkeitsdialog teilgenommen. Die Spielstation des CVJM wird im Wirksamkeitsdialog als ein gesondertes Angebot aufgeführt. Damit haben auch alle mobilen Angebote und Streetwork teilgenommen.

 

3. Ziele für die mobile Jugendarbeit und Streetwork laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

Mobile Jugendarbeit hat mit ihrer konzeptionellen Ausrichtung einen stärkeren Gemeinwesenbezug und arbeitet in sozialräumlich orientierten Projekten. Streetwork hingegen hat einen deutlichen Milieu-/Cliquenbezug, wie z. B. zur Drogen-, Punk-, Straßenkinderszene (LAG Streetwork/Mobile Jugendarbeit NRW e.V. Nov. 2012).

 

  • Die mobile Jugendarbeit schafft im Stadtgebiet bedarfsgerechte und aktivierende Angebote an abgestimmten Standorten, um die stationären Angebote zu ergänzen. Sie bietet keine fertigen Lösungen, sondern befähigt junge Menschen dazu, ihre persönlichen Lebenssituationen selbst bewältigen zu können.
  • Streetwork erschließt bisher unerreichte Zielgruppen im öffentlichen Raum („Laternengruppen“), baut Beziehungen zu den Jugendlichen auf, bietet Orientierungshilfen an und reagiert flexibel auf Veränderungen. Sie wirbt in der Öffentlichkeit für die Akzeptanz der Lebenssituation der Jugendlichen und tritt als eine Interessenvertretung auf.
  • Die mobile Jugendarbeit ist bei Großveranstaltungen, die für Jugendliche besonders attraktiv sind, präsent, schafft Angebote und betreibt Öffentlichkeitsarbeit für alle Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit (baut Schwellenängste gegenüber anderen Hilfsangeboten ab).

 

4. Zielüberprüfung in der mobilen Jugendarbeit/Streetwork:

 

Zu den mobilen Angebote gehören das RWO-Fanprojekt, das Jungenmobil „manni“, das Mädchenmobil „Flotte Lotte“, das Spielmobil „Dicker Brummer“, der LifeLine Truck sowie damit zusammenhängend die Spielstation des CVJM. Hinzu kommt Streetwork Oberhausen von der „kubel“.

 

4.1 Öffnungszeiten:

 

Die mobilen Einrichtungen/Streetwork sind flexibel im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Hauptsächlich sind sie an den folgenden Wochentagen mit den dargestellten durchschnittlichen Zeiten geöffnet:

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

4

3

4

4

5

1

-

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

15:00 bis 18:18 Uhr

15:00 bis 19:00 Uhr

15:00 bis 19:00 Uhr

15:00 bis 19:00 Uhr

15:06 bis 18:06 Uhr

15:00 bis 18:00 Uhr

-

 

Für Streetwork Oberhausen bestehen keine festen Öffnungszeiten. Die Streetworker sind 58,5 Stunden flexibel in der Woche im Einsatz.

 

Durchschnittlich ist die mobile Jugendarbeit 20,8 Stunden in der Woche im Einsatz.

 

 

4.2 Personal:

 

Insgesamt sind bei allen mobilen Angeboten und Streetwork in Oberhausen 14  hauptamtliche Mitarbeiter*innen mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 24,9 Stunden angestellt. Hinzu kommen 16 geringfügig Beschäftigte mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 2,6 Stunden. Darüber hinaus sind 24 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen aktiv, die in die Projektarbeit oder in die regulären Öffnungszeiten bzw. Angebote involviert sind.

 

4.3 Unterarbeitsgruppe Mobile Angebote/Streetwork:

 

Die mobilen Angebote und Streetwork stimmen sich regelmäßig in einer Unterarbeitsgruppe der AG-Jugendarbeit ab. Hier werden die Angebote hinsichtlich der Einsatzorte und –zeiten koordiniert. Ebenfalls werden inhaltliche Absprachen getroffen und Erfahrungen aus den Sozialräumen ausgetauscht. Die Arbeit der Gruppe hatte im Frühjahr 2016 begonnen. Daher tagte die Arbeitsgruppe im Jahr 2016 dreimal. Zukünftig sind vier Treffen im Jahr geplant.

Die mobilen Angebote fahren eine hohe Zahl an Einsatzorten (2016 ca. 35 verschiedene Orte im Jahr) im gesamten Stadtgebiet an. Unter Anderem waren die mobilen Angebote beim OLGAS-Rock, Uhlandpark und Altenbergpark vor Ort.

 

4.4 Nutzerzahlen:

 

Die Jugendlichen nutzen die mobilen Angebote und Streetwork an den einzelnen Wochentagen wie folgt (angegeben ist hier die Anzahl der Einrichtungen, die die entsprechende Kategorie gewählt haben):

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

0 bis unter 5 Besucher*innen

-

-

-

-

1

0

-

5 bis unter 15 Besucher*innen

3

4

2

2

1

0

-

15 bis unter 30 Besucher*innen

1

1

1

1

2

1

-

mehr als 30

2

2

2

3

3

2

1

*Aufgrund von Ferienöffnungszeiten oder Sonderveranstaltungen stimmt diese Tabelle teilweise nicht mit der oben stehenden Tabelle hinsichtlich der Anzahl der geöffneten Einrichtungen überein. Zusätzlich zu den oben stehenden Hauptöffnungszeiten ist zukünftig auch möglich, dass abweichende Öffnungszeiten in den Erfassungsbogen eingetragen werden. Somit sind Sommer- und Winteröffnungszeiten darstellbar.

 

Hierbei sind nicht erfasst weitere 120 Besucher*innen von ein/-oder mehrmalige Ausflügen oder Kursen (also festen Gruppen).

 

4.5 Besucher*innenstruktur:

 

Strukturell gehören 49,1% der Nutzer*innen der Gruppe der sechs bis 12jährigen an. 25,7% sind 13 bis 17 Jahre alt und 22,9% gehören zu der Gruppe der 18 bis 26jährigen. Bei der mobilen Arbeit und Streetwork ist der Anteil der männlichen Jugendlichen mit 62,4% deutlich höher als der Anteil der weiblichen Jugendlichen (37,6%). Mehr als jede/r zweite Nutzer*in der mobilen Angebote und Streetwork hat eine Zuwanderungsgeschichte (55,4%).

 

4.6 Angebotsstruktur:

 

Die mobilen Angebote und Streetwork haben 33 Angebotsformate (z. B. Graffitiprojekte, Sport und Bewegung, Kulturarbeit durch Theater). Davon sind 15 inklusiv, sechs vorrangig für benachteiligte Jugendliche, 13 von Jugendlichen eingebracht, 12 von Jugendlichen entwickelt und selbst durchgeführt, 10 vorrangig politisch oder kulturell geprägt und sechs durch externe Förderungen realisiert. Baulich stoßen die mobilen Angebote und Streetwork hinsichtlich der Inklusivität an wenig Grenzen. Ebenso werden inklusive Ansätze auch in der inhaltlichen Arbeit berücksichtigt.

Die mobilen Angebote und Streetwork haben zudem im Jahr 2016 neue Angebotsformate entwickelt und durchgeführt (z. B. Holzwerkstatt, themenbezogene Ferienspiele am Südmarkt, Angebote an Flüchtlingsunterkünften). Insgesamt wurden zehn neue Angebotsformate im Gegensatz zum Jahr 2015 entwickelt.

 

4.7 Gruppenstrukturen:

 

Hinsichtlich der Nutzung der mobilen Angebote und Streetwork ist keine bestimmte Jugendszene zu erkennen, die die Angebote vermehrt nutzen. Einzig das zielgruppenspezifische Angebot „RWO-Fanprojekt“ bedient die Ultra-Szene des Bezugsvereins Rot-Weiß Oberhausen. Diese aktiven Fans definieren sich durch ihren eigenen Anspruch, ihre Mannschaft bei allen Spielen, egal ob auswärts oder daheim, sowohl optisch wie auch akustisch zu unterstützen. Durch den Anspruch, die eigene Mannschaft bzw. den Verein möglichst  kreativ und in möglichst großen Freiräumen zu unterstützen, geht das Fanleben weit über die Spieltage hinaus. Besonders die Ultra-Bewegung definiert sich nicht einfach  als Fan, sondern als Subkultur mit eigener Lebensweise, der oftmals alles andere untergeordnet wird. Im Rahmen der Arbeit wurde ein Arbeitskreis-Fanrat gegründet, der sehr erfolgreich arbeitet. Durch den Arbeitskreis hat sich das Verhältnis zwischen den verschiedenen Fangruppen deutlich verbessert und szeneinterne Streitigkeiten sind fast nicht mehr existent.

 

Die weiteren mobilen Angebote geben bei Problemen mit Gruppen an, dass teilweise Sprachbarrieren oder Verständigungsprobleme in der alltäglichen Arbeit mit den Jugendlichen auftreten.

 

4.8 Hilfestellungen und Beratung:

 

Die Mitarbeiter*innen der mobilen Einrichtungen und Streetwork führen eine erhebliche Zahl an Beratungsgesprächen durch. Hiermit sind jegliche Kontaktaufnahmen zwischen den Mitarbeiter*innen und den Jugendlichen gemeint, bei denen die persönliche Lebenssituation oder Probleme thematisiert werden und eine Hilfestellung oder Beratung gegeben wird. Eine zeitliche Einschränkung besteht nicht. Insgesamt haben alle mobilen Angebote und Streetwork zusammen über 5.500 solcher Hilfestellungen (Definitionsleitfaden siehe Anlage 2) im Jahr geleistet. Am häufigsten wurden folgende Themen benannt: Persönliche Probleme (Sexualität, Liebe, Drogen, Alkohol, Medien), Streit zwischen den Eltern oder schulische Probleme.

 

4.9 Beteiligungsmöglichkeiten der Jugendlichen:

 

Die Palette der Partizipationsmöglichkeiten bei den mobilen Angeboten und Streetwork ist groß: Sie reicht von Gesprächen mit den Jugendlichen hin bis zu systematisierten Partizipationskonzepten mit verschiedenen Methoden oder einem Gremium, in dem die Jugendlichen sich zum Programmangebot organisieren können. Hervorzuheben ist die einmal jährliche Wunschwoche des „Dicken Brummers“, in der die Kinder die Themen und Materialien selbst bestimmen können. Dazu gibt es eine Mitbestimmungswoche, in der sie zusätzlich abstimmen, wo sie das Spielmobil an den Ort mit der höchsten Stimmenzahl holen können.

 

4.10 Besonderheiten:

 

Zu beobachten ist bei den mobilen Angeboten und der aufsuchenden Arbeit, dass vermehrt geflüchtete Kinder und Jugendliche angetroffen werden bzw. die Angebote wahrnehmen. Teilweise sind die mobilen Angebote unmittelbar an den Flüchtlingsunterkünften im Einsatz (z. B. „Dicker Brummer“ an der Bahnstraße, Ruhrorter Straße, Duisburger Straße).

 

5. Ziele der stationären Einrichtungen für die Gesamtstadt Oberhausen 2020 laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

  • Die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind lebensweltorientiert, interessenaktivierend, innovativ und inklusiv für alle jungen Menschen.
  • Auf eine stärkere gesellschaftliche, politische und kulturelle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wird ein Schwerpunkt gelegt.
  • Sozial benachteiligte Jugendliche werden unterstützt.
  • Die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird gefördert
  • Neue Zielgruppen wie aktuell zum Beispiel geflüchtete Menschen werden berücksichtigt.
  • Die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Sozialräumen haben sich bezogen auf die Zielgruppen, Einzugsgebiete und Öffnungszeiten aufeinander abgestimmt.

 

6. Zielüberprüfung in der Gesamtstadt:

 

6.1 Öffnungszeiten:

 

Die Einrichtungen sind hauptsächlich an den folgenden Wochentagen mit den dargestellten durchschnittlichen Zeiten geöffnet:

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

15

23

24

25

19

5

Teilweise Sonder-veranstaltungen

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

14:30 bis 19:12 Uhr

14:54 bis 19:48 Uhr

15:00 bis 19:24 Uhr

15:18 bis 20:06 Uhr

14:18 bis 18:54 Uhr

14:24 bis 18:24 Uhr

-

 

Die Einrichtungen sind durchschnittlich 18,3 Stunden in der Woche geöffnet. Abstimmungen hinsichtlich der Öffnungszeiten im Sozialraum haben im Beobachtungszeitraum noch nicht stattgefunden. Diese sollen aber zukünftig laut Zielplanung abgestimmt werden.

 

6.2 Personal:

 

Insgesamt sind in den stationären Einrichtungen 64 hauptamtliche Mitarbeiter*innen mit im Durchschnitt 22,1 Wochenstunden angestellt. Hinzu kommen ebenfalls 64 geringfügig Beschäftigte in 21 Einrichtungen mit einer durchschnittlichen Wochenstundenzeit von 8,0 Stunden. In den stationären Einrichtungen sind eine Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in die Angebotsgestaltung und –durchführung involviert. Insgesamt sind 445 ehrenamtliche Personen in den Einrichtungen aktiv. Die Einsatzzeiten sowie die Qualifikationen der ehrenamtlichen Kräfte sind unterschiedlich. Einige Kräfte haben Juleica-Ausbildungen. Andere studieren oder absolvieren eine Ausbildung. In einigen Einrichtungen ist eine Erste-Hilfe-Ausbildung oder eigene Mitarbeiterschulungen für die ehrenamtlichen Kräfte obligatorisch. Die inhaltliche Arbeit gestaltet sich ebenso unterschiedlich: Die Mitarbeiter*innen unterstützen die Einrichtungen bei Veranstaltungen oder regelmäßig im Rahmen der Angebote.

 

6.3 Räumliche Rahmenbedingungen:

 

In den 28 Einrichtungen stehen den Jugendlichen 121 Räume in exklusiver Nutzung zur Verfügung. Weitere 67 Räumlichkeiten können die Jugendlichen mitbenutzen in den Gebäuden der Einrichtungen mitbenutzen. Hinzu kommen noch 43 Räume, die außerhalb der Einrichtungen genutzt werden können.

 

6.4 Nutzerzahlen:

 

Die Jugendlichen besuchen die Einrichtungen an den einzelnen Wochentagen wie folgt (angegeben ist hier die Anzahl der Einrichtungen, die die entsprechende Kategorie gewählt haben):

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

0 bis unter 5 Besucher*innen

2

-

-

-

1

1

1

5 bis unter 15 Besucher*innen

7

4

5

5

2

-

1

15 bis unter 30 Besucher*innen

6

10

11

11

8

6

1

mehr als 30

3

10

8

9

9

3

2

*Aufgrund von Ferienöffnungszeiten oder Sonderveranstaltungen stimmt diese Tabelle teilweise nicht mit der oben stehenden Tabelle hinsichtlich der Anzahl der geöffneten Einrichtungen überein. Zusätzlich zu den oben stehenden Hauptöffnungszeiten ist zukünftig auch möglich, dass abweichende Öffnungszeiten in den Erfassungsbogen eingetragen werden. Somit sind Sommer- und Winteröffnungszeiten darstellbar.

 

Hinzu kommen 755 Besucher*innen in festen Gruppen aller Einrichtungen. Dies sind Jugendliche, die sich zum Beispiel für einen Ausflug oder einen festen Kurs angemeldet haben.

 

6.5 Besucher*innenstruktur:

 

Alle 28 Einrichtungen haben die strukturellen Angaben zur ihrer Besucherschaft im Wirksamkeitsdialog ausgefüllt. Demnach sind 49,1% der Besucher*innen zwischen 6 und 12 Jahren, 25,7% zwischen 13 und 17 Jahren sowie 22,9% zwischen 18 und 26 Jahren. In den 28 Einrichtungen ist die Zahl der Besucherinnen (46,5%) und der Besucher (53,1%) relativ ausgeglichen. Etwa 39,3% der Besucher*innen in den Einrichtungen haben eine Zuwanderungsgeschichte. Insbesondere den Wert der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte gilt es, bei kommenden Wirksamkeitsdialogen zu beobachten. Ein Ziel der Einrichtungen ist es, die Integration zu fördern (siehe oben).

 

6.6 Angebotsstruktur:

 

Die Angebotspalette der stationären Einrichtungen ist sehr breit. Die Einrichtungen bieten insgesamt 219 verschiedene Angebotsformate an (z. B. Ferienspiele, Mädchengruppe, Jugendfreizeit). Davon sind 126 inklusiv, 83 vorrangig für benachteiligte Jugendliche, 66 von Jugendlichen eingebracht und 43 von Jugendlichen selbst entwickelt und durchgeführt. 54 Angebote sind vorrangig kulturell oder politisch. 40 Angebotsformate wurden über Drittmittel finanziert. Einige Einrichtungen geben an, dass sich die Inklusivität der Angebote teilweise durch bauliche Einschränkungen (z. B. Treppenaufgänge) schwierig gestaltet. Dennoch nehmen einige Jugendliche mit körperlichen Einschränkungen die Angebote wahr. Einige wenige Einrichtungen sind komplett barrierefrei. Das Bewusstsein, möglichst viele Angebotsformate inklusiv zu gestalten, wird jedoch von allen Einrichtungen gelebt.

Die Einrichtungen haben zudem im Jahr 2016 viele neue Angebotsformate entwickelt und durchgeführt (z. B. Toleranztage, Möbelbauprojekte, Theatertage). Insgesamt wurden 47 neue Angebotsformate entwickelt.

 

6.7 Gruppenstrukturen:

 

Die stationären Einrichtungen werden von unterschiedlichen jugendkulturellen Gruppierungen genutzt und besucht. Hervorzuheben und eindeutig einer festen Gruppe oder Szene zugehörig sind derzeit Jugendliche, die Hip-Hop als verbindendes Element ansehen und geflüchtete Jugendliche (insbesondere in den Einrichtungen an den Flüchtlingsunterkünften). Eine Besonderheit stellt die Kontaktstelle No.Name dar, die vor allem Jugendliche der LSBT*-Szene anspricht. Ebenfalls ein besonderes Angebot ist das Zentrum für Integration und Bildung. Dieses wird vornehmend von jungen Müttern bzw. Kindern besucht, die geflüchtet sind oder einen Migrationshintergrund haben.

Probleme treten an einigen wenigen Einrichtungen mit der direkten Nachbarschaft auf (Lärmbelästigung). Darüber hinaus gestaltet sich die Freizeitgestaltung der unterschiedlichen Gruppen in den Einrichtungen überwiegend konfliktfrei. Einzig bei Umbrüchen oder Wechseln von Gruppierungen kann es zu Hemmschwellen oder anderen Schwierigkeiten kommen. Die Sprachbarriere oder Verständigungsprobleme werden auch hier von einigen Einrichtungen als Problem benannt.

 

6.9 Beteiligungsmöglichkeiten der Jugendlichen:

 

In den Jugendeinrichtungen existieren viele unterschiedliche Partizipationsmodelle. Viele Einrichtungen nutzen Jugendausschüsse, um die Jugendlichen an der Programmplanung mitwirken zu lassen. Andere Einrichtungen nutzen Ideen-Briefkästen, den persönlichen Austausch oder Umfragen auf der Facebook-Seite, um die Beteiligung innerhalb der Einrichtung sicherzustellen. Über die Beteiligung hinaus geht die Selbstverwaltung des Jugendhauses. Diese Form der Beteiligung wird besonders in den Jugend- und Kulturzentren Druckluft und Emscherdamm genutzt. Hervorzuheben ist, dass fast durchgängig alle Einrichtungen über ein partizipatives Jugendgremium verfügen.

 

6.8 Hilfestellungen und Beratung:

 

Die Mitarbeiter*innen in den Einrichtungen führen sehr viele Beratungsgespräche durch. Insgesamt sind es über 44.000 Beratungsgespräche mit Jugendlichen oder Eltern im Jahr. Das sind über 100 Gespräche pro Tag summiert in allen Einrichtungen. Die Gespräche haben beispielsweise folgende Themen: Probleme mit der Bewerbung/Schule/Ausbildung, Probleme mit Gewalt und Konflikte, Seelsorge, persönliche Probleme (Familie, Freunde, Liebe, Sexualität) und Erziehungsprobleme.

 

7. Ziele und Zielerreichung für die Sozialräume 2020:

 

Im Abschlussbericht der Evaluation der offenen Kinder- und Jugendarbeit wurden Ziele für die einzelnen Sozialräume festgelegt. Erstmals können diese Ziele im vorliegenden Wirksamkeitsdialog auf ihren Umsetzungsstand überprüft werden. 

 

7.1 Ziele Oberhausen Mitte/Styrum 2020 laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

1. Die Abstimmungen der Einrichtungen im Sozialraum werden vom Innenstadtverbund koordiniert.

2. Die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit decken die Vielfalt der Bevölkerungsstruktur ab.

3. Jugendliche mit Migrationshintergrund werden in den Einrichtungen/Angeboten integriert.

 

7.2 Zielerreichung Mitte/Styrum:

 

In Mitte/Styrum sind sechs stationäre Einrichtungen. 

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

2

4

5

6

5

3

Teilweise Sonder-veranstaltungen

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

13:30 bis 18:48 Uhr

13:24 bis 19:24 Uhr

13:42 bis 18:30 Uhr

14:24 bis 19:18 Uhr

13:30 bis 19:18 Uhr

13:12 bis 19:00 Uhr

-

 

Durch den schon vorher bestehenden Innenstadtverbund ist die Abstimmung im Sozialraum bereits etabliert. Es fanden mehrfach Treffen statt.

 

Die Angebote im Sozialraum sind sehr vielfältig. Dies zeichnet sich schon durch die Trägerlandschaft aus: Neben dem städtischen Jugendzentrum sind vier weitere Träger aktiv.

 

Der Anteil der Besucher*innen mit Zuwanderungsgeschichte hebt sich deutlich vom Gesamtstadtdurchschnitt ab. In Mitte/Styrum liegt dieser bei 57,7% im Gegensatz zu 39,3% in der Gesamtstadt.

 

7.3 Ziele Oberhausen Ost 2020 laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

1. Die Abstimmungen der Einrichtungen im Sozialraum werden vom „ParkHaus“ koordiniert.

2. In Quartieren, die an der Stadtgrenze liegen, haben regelmäßig bedarfsgerechte mobile Angebote stattgefunden.

 

7.4 Zielerreichung Oberhausen Ost:

 

In Oberhausen Ost sind drei stationäre Einrichtungen. 

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

1

3

3

3

1

0

Teilweise Sonder-veranstaltungen

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

14:00 bis 20:00 Uhr

15:00 bis 19:48 Uhr

15:18 bis 19:12 Uhr

16:30 bis 21:00 Uhr

15:30 bis 19:30 Uhr

-

-

 

Im Jahr 2016 haben drei Treffen des neu gegründeten Gremiums zur Abstimmung im Sozialraum stattgefunden.

 

Die Einsätze der mobilen Jugendarbeit und Streetwork werden in der oben genannten Unterarbeitsgruppe der AG-Jugendarbeit abgestimmt (z. B. Borbeck, Bermensfeld).

 

7.5 Ziele Oberhausen Alstaden/Lirich 2020 laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

1. Die Abstimmungen der Einrichtungen im Sozialraum werden vom „Jugendheim Alstaden“ koordiniert.

2. An von Jugendlichen hoch frequentierten Treffpunkten (z. B. Altenbergpark, HBF, Ruhrpark) wurde die mobile Jugendarbeit eingesetzt.

 

7.6 Zielerreichung Alstaden/Lirich:

 

In Alstaden/Lirich sind sieben stationäre Einrichtungen. 

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

4

6

7

7

4

0

Teilweise Sonder-veranstaltungen

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

13:18 bis 18:00 Uhr

14:42 bis 19:12 Uhr

15:06 bis 19:54 Uhr

15:00 bis 20:06 Uhr

12:00 bis 16:18 Uhr

-

-

 

Das Gremium zur Abstimmung der Einrichtungen im Sozialraum hat erstmals am 22. Februar 2017 getagt.

 

Die Einsätze der mobilen Jugendarbeit und Streetwork werden in der oben genannten Unterarbeitsgruppe der AG-Jugendarbeit abgestimmt (z. B. „Dicker Brummer“).

 

7.7 Ziele Oberhausen Sterkrade-Mitte 2020 laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

1. Die Abstimmungen der Einrichtungen im Sozialraum werden von der „GOT Sterkrade“ koordiniert.

2. Für die Sterkrader Innenstadt hat sich ein Verbund aus zwei Jugendeinrichtungen gegründet und bedient dort zielgruppenorientiert den Bedarf.

 

7.8 Zielerreichung Strerkrade-Mitte:

 

In Sterkrade-Mitte sind fünf stationäre Einrichtungen. 

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

3

4

5

3

5

1

Teilweise Sonder-veranstaltungen

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

16:18 bis 20:00 Uhr

16:24 bis 20:06 Uhr

15:48 bis 19:00 Uhr

16:18 bis 19:12 Uhr

16:12 bis 19:18 Uhr

17:00 bis 20:00 Uhr

-

 

In regelmäßigen Abständen treffen sich die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Sozialraum.

 

7.9 Ziele Oberhausen Sterkrade-Nord 2020 laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

1. Die Abstimmungen der Einrichtungen im Sozialraum werden vom „Jugendhaus Schmachtendorf“ koordiniert.

2. Die Angebotsstruktur berücksichtigt die Bevölkerungsentwicklung.

 

7.10 Zielerreichung Sterkrade-Nord:

 

In Sterkrade-Nord sind drei stationäre Einrichtungen. 

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

2

2

3

3

2

2

Teilweise Sonder-veranstaltungen

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

15:00 bis 20:30 Uhr

15:00 bis 20:30 Uhr

15:18 bis 20:42 Uhr

15:18 bis 21:18 Uhr

15:00 bis 21:30 Uhr

19:00 bis 0:00 Uhr

-

 

In Sterkrade-Nord hat das Jugendhaus Schmachtendorf das Gremium für die Abstimmungen im Sozialraum koordiniert.

 

7.11 Ziele Oberhausen Osterfeld 2020 laut Abschlussbericht der Evaluation:

 

1. Die Abstimmungen der Einrichtungen im Sozialraum werden vom geplanten „Jugendzentrum Osterfeld“ (Übergang durch den Falkentreff) koordiniert.

2. Neue bedarfsgerechte Angebote sind geschaffen worden.

3. Randlagen bzw. „Insellagen“ (z. B. Vondern) werden von der mobilen Jugendarbeit bedient.

 

7.12 Zielerreichung Osterfeld:

 

In Osterfeld sind vier stationäre Einrichtungen. 

 

Wochentag

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Anzahl der geöffneten Einrichtungen (reguläre Öffnung)

3

4

1

3

2

1

Teilweise Sonder-veranstaltungen

durchschnittliche reguläre Öffnungszeiten der Einrichtungen

15:00 bis 19:00 Uhr

15:24 bis 20:24 Uhr

14:00 bis 19:30 Uhr

15:48 bis 20:18 Uhr

14:30 bis 19:18 Uhr

11:00 bis 15:00 Uhr

-

 

Das Jugendzentrum Osterfeld ist weiterhin in Planung.

 

Streetwork Oberhausen ist regelmäßig in Osterfeld oder in Vondern vor Ort, um den Bedarf zu prüfen.

 

8. Ziele in den Einrichtungen:

 

Die mobilen Angebote und Streetwork sowie die stationären Einrichtungen haben Ziele formuliert. Diese sind sehr individuell für die jeweilige Einrichtung gemeinsam mit der Jugendpflege des Fachbereichs Jugendförderung entwickelt und beraten worden. Beispiele für Ziele sind die Mitwirkung zu stärken, geflüchtete Jugendliche zu integrieren, mehr niederschwellige Angebote zu etablieren oder Jugendliche politisch zu bilden.

 

9. Weiteres Vorgehen:

 

Mit den Einrichtungen ist ein früherer Durchführungszeitraum des Wirksamkeitsdialoges abgestimmt. Demnach wird der Wirksamkeitsdialog zukünftig turnusmäßig zwischen dem Fachbereich Jugendförderung des Bereiches Kinder, Jugend, Bildung und den Einrichtungen, nach Einreichung des Verwendungsnachweises bis spätestens 28. Februar, im März und April eines jeden Jahres durchgeführt und ist für jede Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit verpflichtend.

 

Zukünftig ist geplant, dass die Einrichtungen den Erfassungsbogen online ausfüllen. Dies vereinfacht die Auswertung und Zeitreihen sind nach mehrmaligen Auswertungen einfacher darzustellen. Die Erfassung und Auswertung erfolgt durch das Informationsmanagementsystem DUVA, das durch den Bereich Statistik zur Verfügung gestellt wird. Dieses System wurde bei dem aktuellen Wirksamkeitsdialog getestet und wird für den kommenden Dialog im Februar 2018 weiterentwickelt.

 

Der nächste Wirksamkeitsbericht wird dem Jugendhilfeausschuss voraussichtlich Mitte 2018 vorgelegt. Hierbei wird voraussichtlich ein Vergleich zwischen den beiden Berichtsjahren möglich sein.

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Anlagen

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