Beschlussvorlage - B/16/2693-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

Die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen befürwortet die Einrichtung der Jugendfreizeitfläche Innenstadt an den Standorten der bestehenden Spielfläche an der Grenzstraße (offizielle Bezeichnung: Spielplatz Grenzstraße) sowie zum Teil auf dem Südmarkt.

 

Der Jugendhilfeausschuss beschließt, nach positiver Vorberatung durch die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen hinsichtlich des Standortes, die vorgeschlagene Entwurfsplanung für die Jugendfreizeitfläche Innenstadt. Diese sieht vor, dass die bestehende Spielfläche an der Grenzstraße grundlegend erneuert wird. Der Südmarkt bleibt in seiner Grundform bestehen und wird lediglich landschaftlich und hinsichtlich der allgemeinen Aufenthaltsqualität aufgewertet.

 

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Konsequenzen

Bezug

 

 

 

Konsequenzen

 

a) Finanzielle

 

    keine[X]

 

    ja[ ]

 

b) Sonstige

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Sachverhalt

Begründung / Sachdarstellung

 

Laut Hauptsatzung der Stadt Oberhausen trifft die zuständige Bezirksvertretung Entscheidungen im Rahmen eines Projektes „Soziale Stadt“ nach vorheriger Beteiligung der zuständigen Fachausschüsse. Daher wird der Standort der Jugendfreizeitfläche hauptverantwortlich durch die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen beraten. Die Ausgestaltung und die Entwurfsplanung der Jugendhilfeeinrichtung „Jugendfreizeitfläche Innenstadt“ wird dagegen durch den zuständigen Fachausschuss, den Jugendhilfeausschuss, beraten und beschlossen.

 

1. Projektkulisse und Förderung:

Im Rahmen des Städtebauförderprojektes „Soziale Stadt – Innenstadt Alt-Oberhausen“ hat die Stadt Oberhausen die Möglichkeit, eine Jugendfreizeitfläche in der Innenstadt zu errichten und vorgeschaltet ein breites Beteiligungsverfahren durchzuführen. Ein entsprechender Zuwendungsbescheid liegt vor.

 

2. Beteiligungsverfahren

Um möglichst viele tangierte Akteure (z. B: Jugendliche, Jugendparlament, AnwohnerInnen) einzubinden, wurde bei der Projektierung des Förderantrages bereits ein Beteiligungsverfahren eingeplant. Dieses wurde ab November 2016 durchgeführt.

 

Über die Ergebnisse wurde bereits in den politischen Gremien berichtet (siehe auch Drucksachen-Nr.: M/16/2041-01 und M/16/2434-01).

 

In der ersten Stufe dieses Beteiligungsverfahrens für die Jugendfreizeitfläche ging es darum, die Standortfrage und die Funktionsweise der Fläche zu klären, was in den letzten Monaten geschehen ist.

 

Zu diesem Zweck fand im November 2016 eine Begehung der Innenstadt mit Besichtigung von verschiedenen Flächen unter Beteiligung des Jugendparlaments, des Beirates Innenstadt von Alt-Oberhausen und Vertretern der verschiedenen Fachbereiche der Stadt Oberhausen statt. Die Flächen wurden systematisch erfasst, dann anhand eines Kriterienkataloges überprüft und über eine Webseite dokumentiert, mit der Möglichkeit der Kommentierung durch Jugendliche und/oder Anwohner.

 

Als Fazit empfahl das beauftragte Planungsbüro den Südmarkt als potentielle, neu zu gestaltende Jugendfreizeitfläche.

 

Angesichts der Tatsache, dass mehreren Beteiligten der Fachverwaltung bereits zum Zeitpunkt der Begehung der Flächen bekannt war, dass der Südmarkt von einer dichten Bebauung umsäumt ist und in der Vergangenheit bereits Anwohnerbeschwerden über Lärmbelästigungen durch Anwohner/innen vorgetragen wurden, schlug das Planungsbüro als Alternativfläche das Umfeld des Hallenbades Oberhausen inkl. Spielflächen an der Grenzstraße und im Styrumer Park vor.

 

Mit diesem Hintergrundwissen wurde in einem zweiten Schritt im Januar 2017 ein interaktiver Workshop (Planungswerkstatt) mit den Jugendlichen im Café stay des Jugendhauses (place2be) durchgeführt.

 

In diesem Workshop wurden Wünsche, Vorstellungen und Bedarfe der Jugendlichen abgefragt und dann entwickelten die Jugendlichen erste Visionen nach ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen auf den beiden favorisierten Flächen.

 

Anhand der Ergebnisse des Jugendworkshops erarbeitete danach das beauftragte Planungsbüro drei Entwurfsvarianten für die beiden Flächen.

 

Diese Entwürfe wurden im Rahmen einer öffentlichen Anwohnerversammlung Anfang April mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Jugendlichen, Politikern und Mitarbeitern der verschiedenen Fachbereiche der Stadt Oberhausen diskutiert (siehe Anlage 1).

 

Mit Hilfe der projektbegleitenden Homepage (http://openspace-ob.de/) als Basis für die Aktivierung der Oberhausener Jugendlichen und die Einbeziehung von Anwohnern und Politik wird seit diesem Zeitpunkt Transparenz sowie der Planungsfortschritt in Wort und Bild dargestellt.

 

So konnte die Öffentlichkeit jederzeit Fragen stellen oder kritische Anmerkungen machen, was auch mehrfach an verschiedenen Stellen (Internet, Stadtverwaltung und örtliche Presse) geschehen ist.

 

3. Ausgestaltung und Entwurfsplanung der Jugendfreizeitfläche Innenstadt

Nun hat das Planungsbüro einen Kompromissvorschlag erarbeitet, der sowohl die Belange der Bewohnerinnen und Bewohner des Südmarktes als auch derjenigen im Umfeld des Styrumer Parkes (Conti-Park) sowie auch die Interessen und Wünsche der Jugendlichen / des Jugendparlamentes berücksichtigt (siehe Anlage 2): Zwei Flächen mit zwei verschiedenen Spielschwerpunkten („two places – two faces“).

 

Dieser Entwurf weist nur noch dem Areal nördlich der Grenzstraße bzw. südlich der Willy-Jürissen-Halle (Fläche A) eine deutlich verbesserte Funktion zu (vorrangig Sport und Bewegung) und sieht für den nördlichen Teil des Südmarktes (Fläche B) Aufenthalts- und Chillbereiche vor.

 

3.1 Planung der Fläche an der Willy-Jürissen-Halle:

Hier steht der sportliche, intensive Aspekt der Freizeitfläche im Vordergrund. Durch den Abbruch der bestehenden, überholungsbedürftigen Basketball- und Hockeyfläche sowie eine komplette Neupflasterung wird eine großzügige Platzfläche geschaffen, die vielfältig nutzbar ist. Hier ist Skaten/Rollen sowie die Benutzung der Spielgeräte aus einem neuen Spielcontainer möglich. Dieser Container kann als weiteres Angebot an die Jugendlichen im gemeinsamen Prozess gestaltet werden. Durch Streetprint bekommt die Fläche Identität – sie dient in Kombination mit Betonelementen sowohl dem Aufenthalt als auch dem Training der Traceure, beispielsweise für Präzisionssprünge. Der bestehende Fußballplatz erhält einen neuen Kunstrasen. Zusätzlich erweitert ein interaktives Multisportfeld (YALP TORO) das Angebot. Auf ihm können beispielsweise Hockey und Fußball gespielt werden, über interaktive Tore sind verschiedene Modi möglich. Da das System durch den Hersteller ständig technisch ausgebaut wird, sind in Kürze neue Varianten zu erwarten. Außerdem ist eine Verbindung per App in Planung, um Punktestände festzuhalten und sich mit anderen Spielern (sogar weltweit) zu vergleichen. Ein neuer Beleuchtungsmast mit integriertem WLAN-Router sorgt für mehr Licht und Netz. Blühende Gehölze dienen als Schattenspender und beleben die Fläche.

 

3.2 Planung des Südmarktes

Durch eine landschaftliche Gestaltung mit kleinen Spielanlässen soll der Südmarkt künftig seiner Funktion als öffentlichem Park gerecht werden. Geplant sind keine intensiven Spielelemente, das „Durchspielen“ der Fläche steht hier im Vordergrund. Kleine, gestreute Spiel-/Sportanlässe halten die hohe Lärmbelastung einzelner Bereiche gering.

Der Südmarkt gliedert sich durch eine etwa mittig eingeschobene versiegelte Platzfläche - für unter anderem den Life Line Truck - in einen nördlichen und einen südlichen Teilbereich.

 

Die Umgestaltung der Flächen konzentriert sich auf den nördlichen Teilbereich und den südlich zur Platzfläche grenzenden Abschnitt des nördlichen Teilbereichs. Der bandartige Parkcharakter bleibt erhalten und wird gestärkt durch den Rückbau einer versiegelten Teilfläche und Vergrößerung der Rasenfläche, die südlich zur Platzfläche grenzt.

 

Die topografische Gestaltung der Rasenfläche im nördlichen Teilbereich oberhalb der Platzfläche schafft neue Aufenthalts- und Spielqualitäten. Auf den Rasenhügeln sorgen mehrstämmige Kupferfelsenbirnen für lichten Schatten, durch ihre Blüte und Herbstfärbung entsteht ein wechselndes Jahresbild. In die Hügel eingestreute Elemente wie beispielsweise Robinienstämme bieten Kletteranlass und dienen als Sitzgelegenheit. Entlang der viel befahrenen Hermann-Albertz-Straße definieren kleine Hügel ein Fußballfeld und schaffen gleichzeitig den nötigen Abstand zum Straßenraum. Weitere Hügel randlagig ermöglichen freies Spiel im Inneren. Da die Hundebesitzer ihre Tiere so schwerer verfolgen können, ist gleichzeitig von weniger Verschmutzung auszugehen. Durch diese Hügellandschaft läuft ein Asphaltband, das die Topographie aufnimmt und so als bewegtes Spielband zum Rollen und Skaten einlädt. Ein Streetprint als Gestaltungselement verbindet die Asphaltbänder mit der Platzfläche und gliedert sie in Teilbereiche.

Der südliche Teilbereich erhält ebenfalls ein Asphaltband, dieses ist jedoch nur an der westlichen Seite topografisch bewegt. An der östlichen Seite ermöglicht es die fußläufige und barrierefreie Erschließung des Parks. Um eine gewisse Offenheit sicher zu stellen, werden einzelne Gehölze zur Platzfläche entfernt.

Besonderes Highlight: Ein topografisch bewegtes Holzdeck mit einer Felsenbirne wird hier Dank integriertem Licht und WLAN zum neuen Aufenthaltsort auf der versiegelten Platzfläche. Ergänzend erfolgt eine Aufarbeitung und Neuplatzierung der bestehenden Bänke.

 

Die Aufstellfläche des LifeLine-Trucks ist von den Planungen unberührt, so dass das Angebot weiter bestehen bleiben kann.

 

Darüber hinaus ist in der Arbeitsgruppe der mobilen Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit abzustimmen, ob die beiden Flächen nach Fertigstellung ab Ende 2018/Anfang 2019 dauerhaft durch ein mobiles Angebot angefahren werden können.

 

3.3 Präsentation der Ergebnisse

Das Ergebnis des bisherigen Beteiligungsverfahrens wurde den Jugendlichen und den Anwohner/innen sowie sonstigen interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen eines Spiel- und Info-Festes am 10. Juni 2017 auf dem Südmarkt vorgestellt.

 

4. Weiteres Vorgehen

Nach Vorberatung und Beschluss der politischen Gremien hinsichtlich des Standortes und der Ausgestaltung der Fläche wird für die Beauftragung der Leistungsstufe 2 (Realisierung der Baumaßnahme) eine Beschlussvorlage für die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen im September vorbereitet.

 

Der Bau der Fläche ist ab Frühjahr 2018 vorgesehen. Für die Planung und den Bau stehen ca. 670.000 EUR Gesamtmittel zur Verfügung. Die Förderquote durch das Soziale-Stadt-Programm beträgt 80%.

 

 

 

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Anlagen

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