Berichtsvorlage - M/16/2612-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht der Volkshochschule zur Integration von Migrantinnen und Migranten für das Arbeitsjahr 2016/17 und Ausblick auf das Arbeitsjahr 2017/18.
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Bert-Brecht-Bildungszentrum
- Bearbeitung:
- Sabine Tißen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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20.06.2017
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Geplant
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Integrationsrat
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Kenntnisnahme
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04.07.2017
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Sachverhalt
Begründung / Sachdarstellung
Bericht über Maßnahmen für Migrantinnen und Migranten im Fachbereich „Zweiter Bildungsweg“ an der Volkshochschule Oberhausen im Arbeitsjahr 2016/2017 und weitere Planungen für das Arbeitsjahr 2017/2018
Im Arbeitsjahr 2016/2017 haben in den 11 Kursen zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen insgesamt 180 Teilnehmer/innen, davon 27 % Teilnehmer/innen mit Migrationshintergrund verschiedener Nationalitäten an den Tages- und Abendkursen teilgenommen.
Auf der Grundlage des § 6 des Weiterbildungsgesetzes von NRW bietet die VHS ein differenziertes, aufeinander aufbauendes System verschiedener Abschlüsse vom Vorkurs und Hauptschulabschluss nach Klasse 9, dem Sekundarabschluss I – 10 A, über den Mittleren Bildungsabschluss bis zum Vorkurs zum Abitur an.
Im Fachbereich „Nachholen von Schulabschlüssen“ werden zwei Parallelangebote zum Nachholen des Hauptschulabschlusses in Tages- und Abendform durchgeführt, die von Teilnehmer/innen mit wechselnden Arbeitszeiten auch im Schichtsystem besucht werden können. Für beide Kursangebote findet ein Vorkurs in Deutsch, Mathematik und Englisch ebenfalls in Abend- und Tagesform statt, der im Arbeitsjahr 2016/2017 von 30 in der Regel arbeitslosen Jugendlichen und Erwachsenen ohne Schulabschluss besucht wurde. Der Vorkurs dient zum Abbau von Defiziten, zur Sprachförderung und als Einstieg in regelmäßiges Lernen.
Die Nachfrage nach dem Erwerb des Hauptschulabschlusses ist unverändert hoch, dies ist aufgrund der konstanten Zahl von Abgänger/innen ohne Schulabschluss – in NRW und in Oberhausen ein solider Sockel von 5,4% (Studie der Caritas von 2012) - und der „Altbewerber“ nicht verwunderlich.
Der überwiegende Teil der Teilnehmer/innen hat bereits Monate bzw. Jahre in verschiedenen Maßnahmen zur Berufsvorbereitung/Werkstattjahr, Praktika oder 1-Euro-Jobs ohne erfolgreichen Einstieg in Ausbildung oder Arbeit verbracht. Etwa 1/3 der Teilnehmer/innen der Vorkurse sind Abgänger/innen der Förderschulen mit einem erhöhten Bedarf an Fördermaßnahmen. Im Vorkurs nehmen bereits die ersten geflüchteten Teilnehmer/innen mit Sprachkenntnissen auf dem Niveau A2/B1 teil.
Obwohl sich durch die demografisch bedingte Verringerung der Schulabgänger aus allgemeinbildenden Schulen und der seit 2010 zu verzeichnenden Stabilisierung auf dem Ausbildungsmarkt die Marktsituation für Berufseinsteiger allmählich verbessert, kann aufgrund der verbleibenden Zahl unversorgter Bewerber und „Altbewerber“ noch nicht von einem entspannten Ausbildungsstellenmarkt gesprochen werden. Die Biografien der Teilnehmer/innen in den Kursen des Zweiten Bildungswegs bei der Volkshochschule belegen schon seit langen Jahren, dass die fehlende schulische Qualifikation den Übergang in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt nachhaltig beeinträchtigt.
Der Bedarf an Kursen zum Mittleren Schulabschluss in Tages- und Abendform ist aufgrund der gewachsenen Anforderungen in den Ausbildungs- und Arbeitsstellen und der Notwendigkeit sich auch während der beruflichen Tätigkeit fortzubilden stetig gewachsen. Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer/innen der Tages- und Abendkurse verfügt über keine abgeschlossene Ausbildung. Vollzeitbeschäftigte Teilnehmer/innen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen sind mittlerweile die Ausnahme.
Aufgrund der fehlenden sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse ist für die Tageskurse die Förderung mit BaFög nicht mehr möglich. Die geänderten Förderbedingungen verlangen, dass alle Teilnehmer/innen eines Tageskurses die Förderbedingungen - nämlich mindestens 6 Monate Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachweisen zu können - erfüllen.
Der seit einigen Jahren mögliche Übergang in die Tageskollegs und Abendgymnasien – auch ohne berufliche Tätigkeit oder Ausbildung – hat die Möglichkeiten für die Absolventen des Zweiten Bildungsweges um das Fachabitur und damit die Chancen auf ein Studium oder höherwertige Ausbildungsgänge erweitert. Bisher machten ca. 130 Absolventinnen und Absolventen der Mittleren Schulabschluss-Kurse hiervon Gebrauch. Darüber hinaus ist die Möglichkeit ein Abitur im Zweiten Bildungsweg nachzuholen erleichtert worden, da nur noch eine zweijährige Ausbildung oder Berufstätigkeit verlangt wird und das Einstiegsalter auf 18 Jahre gesenkt wurde.
Die VHS Oberhausen bietet derzeit vor allem erwachsenen, berufstätigen Teilnehmer/innen, Auszubildenden, an Berufskollegs aus Altersgründen abgelehnten Bewerber/innen, Alleinerziehenden, Schul- und Ausbildungsabbrechern, Teilnehmern/innen aus betreutem Wohnen oder nicht ganztags belastbaren Teilnehmer/innen eine sinnvolle schulische Weiterbildung an.
Im Sommer 2016 begannen aufgrund der großen Nachfrage nach Tages- und Abendkursen im Bereich des Mittleren Schulabschlusses - Fachoberschulreife neben einem Abendkurs zwei Kurse in der Tagesform mit unterschiedlicher Laufzeit. Ein Kurs findet als einjähriger Tageskurs statt, dem zweiten Kurs ist ein halbjähriger Vorkurs vorgeschaltet, um Defizite in den schulischen Voraussetzungen der Teilnehmer/innen abzubauen.
In den Tageskursen finden sich vor allem Teilnehmer/innen mit brüchigen Schulbiografien, oft langjährigen Erfahrungen in den Maßnahmen des Übergangssystems Schule – Beruf ohne erfolgreiche Einmündung in den Arbeitsmarkt, geringem Selbstwertgefühl und fehlenden schulischen und persönlichen Qualifikationen und häufig starkem sozialpädagogischem Betreuungsbedarf.
Die für diese Teilnehmer/innenschaft dringend erforderliche sozialpädagogische Betreuung wird seit Jahren von den Volkshochschulen eingefordert, derzeit aber weder über das WBG noch die Jobcenter oder andere Träger / Organisationen finanziert.
Im Arbeitsjahr 2017/2018 werden insgesamt 11 Kurse im Bereich Hauptschulabschluss, Sekundarabschluss I – 10 A, Mittlerer Schulabschluss und Vorkurs zum Niederrhein-Kolleg mit insgesamt 6.900 Unterrichtsstunden angeboten; davon 1.472 Unterrichtsstunden, die über Mittel aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) gefördert werden.
Für das Arbeitsjahr 2017/2018 bleibt das Angebot im Bereich des Hauptschulabschlusses unverändert. Aufgrund der zu erwartenden unverändert großen Nachfrage, den Mittleren Schulabschluss - Fachoberschulreife innerhalb nur eines Jahres nachzuholen ist, ein weiterer einjähriger Kurs geplant. Da zu erwarten ist, dass die Nachfrage so hoch wie im Vorjahr sein wird, ist analog zum letzten Arbeitsjahr noch ein weiterer Tageskurs mit einem vorgeschalteten Vorkurs geplant.
Seit dem Arbeitsjahr 2013/2014 hat die Volkshochschule Anträge auf zusätzliche Förderung im Rahmen der ESF Mittel gestellt, um das Angebot um einen Sekundarabschluss I 10 A nachzuholen, zu erweitern.
Die Verbindung einer zielgerichteten, qualifizierten Berufsorientierung mit einem höherwertigen Schulabschluss soll neben der Möglichkeit in den Ausbildungsbereich einzusteigen auch neue Bildungsoptionen für die Teilnehmer/innen eröffnen.
Beim Übergang von der Schule in die berufliche Bildung wird es darum gehen, Jugendliche mit besonderen Einstiegsproblemen zu qualifizieren und zu fördern. Im Arbeitsjahr 2017/2018 wird zunächst ein Kurs zum Sekundarabschluss I – 10 A angeboten sollen werden.
Zz. fördert das Land NRW die Schulabschlüsse an den Volkshochschulen über einen begrenzten Landestopf. Bereits im Gutachten des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) zur Novellierung des WBG des Landes von 2013 wurde eine auskömmliche Finanzierung des Zweiten Bildungsweges an Volkshochschulen gefordert. Dies schließt festangestellte Lehrkräfte, wie sie in den anderen Schulen des Zweiten Bildungsweges von Anfang an eingerichtet waren, mit ein.
Die neu hinzukommende Gruppe der jungen Erwachsenen unter den Flüchtlingen, die berufliche und schulische Qualifikationen aus der Heimat ergänzen oder um schulische Abschlüsse erweitern müssen wird nach dem Absolvieren von Deutschkursen im Zweiten Bildungsweg schulische Weiterbildung und Qualifizierung wahrnehmen wollen.
Entsprechende Kursangebote, vergleichbar etwa den Internationalen Vorbereitungsklassen an den Regelschulen (IVK) und Berufskollegs für die über 18jährigen müssen zusätzlich durch das Land NRW finanziert und personell ausgestattet werden.
Bericht über Angebote zur Integration von Migrantinnen und Migranten im Arbeitsjahr 2016/2017 und Ausblick auf das Arbeitsjahr 2017/2018
Auch im Arbeitsjahr 2016/2017 wurden alle Deutschkurse bis zum Europäischen Sprachenzertifikat B 1 als Integrationskurse angeboten, d. h. sie werden nach den Vorgaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mit 100 Unterrichtsstunden pro Kursstufe durchgeführt.
Integrationskurse der VHS Oberhausen bestehen aus folgenden Kurstypen:
Alphabetisierungs-Integrationskurse
Die Teilnehmer/innen haben Anspruch auf insg. bis zu 1200 Unterrichtsstunden.
Geplante Kurse im kommenden Arbeitsjahr: 36
Frauen-Integrationskurse
Die Teilnehmer/innen haben Anspruch auf insg. 900 Unterrichtsstunden.
Geplante Kurse im kommenden Arbeitsjahr: 8
Intensiv-Integrationskurse
Die Teilnehmer/innen haben Anspruch auf 600 Unterrichtsstunden
Geplante Kurse im kommenden Arbeitsjahr: 12
Allgemeine Integrationskurse
Die Teilnehmer/innen haben Anspruch auf 600 Unterrichtsstunden
Geplante Kurse im kommenden Arbeitsjahr: 31
Alle Teilnehmer/innen können unter bestimmten Umständen weitere 300 Unterrichtsstunden beantragen.
Orientierungskurse
Zusätzlich müssen alle Teilnehmer/innen der Integrationskurse einen Orientierungskurs, der über deutsche Geschichte, Kultur und Rechtsordnung informiert, mit 100 Unterrichtsstunden absolvieren. Der Orientierungskurs-Abschlusstest „Leben in Deutschland“ kann auch als Nachweis der notwendigen Kenntnisse für die Einbürgerung genutzt werden. Damit entfällt das Absolvieren des obligatorischen Einbürgerungstests.
Für die Integrationskursteilnehmenden besteht eine Einzelplatzförderung, so dass alle Kursstufen sowohl von Integrationskursteilnehmern als auch von Teilnehmern besucht werden können, die nicht durch das Bundesamt gefördert werden (Asylbewerber, Teilnehmer, die nicht mehr gefördert werden, Aupairs usw.). Der Anteil der Integrationskursteilnehmer liegt bei ca. 95 %. Für Integrationskursteilnehmer/innen, die Leistungen nach SGB II oder nach SGB XII beziehen, sind die Kurse kostenfrei, die anderen Teilnehmer entrichten 170 EUR pro Kurs (für 100 Unterrichtsstunden) gemäß den Durchführungsbestimmungen des Bundesamtes. Berechtigt oder verpflichtet werden die Neuzuwanderer von der Ausländerbehörde; dieser Teilnehmerkreis wird auf Antrag vom Bundesamt von den Kosten befreit. Altzuwanderer werden vom Bundesamt berechtigt und von den Kosten befreit. Auch die Träger der Grundsicherung können zum Kursbesuch verpflichten und von der Zahlung befreien.
Mehr als in den Vorjahren muss die gestiegene Zahl der Flüchtlinge als Integrationskursteilnehmer berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass schnell und flexibel auf Nachfragen reagiert werden muss. Die Zahl der zu alphabetisierenden Teilnehmenden ist gestiegen, dafür die Nachfrage nach reinen Frauenkursen gesunken. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass seit ca. einem Jahr die Nachfrage durch die Träger in Oberhausen für Alphabetisierungskurse nicht immer gedeckt ist, da Personal- und Raumkapazitäten nicht in ausreichendem Maß vorhanden sind.
Die Teilnehmenden können im Arbeitsjahr 2016/2017 an 5 Prüfungsterminen teilnehmen. Die Zahl der Teilnehmenden an Prüfungen steigt kontinuierlich in jedem Jahr. Prüfungsformate sind weiterhin das Europäische Sprachenzertifikat B 1 (insbesondere für Einbürgerungsbewerber und für Personen, die sich nur vorübergehend in Deutschland befinden) und verbindlich für alle Integrationskursteilnehmer/innen der Deutschtest für Zuwanderer (DTZ).
Einbürgerungstests
Die Volkshochschulen sind weiterhin exklusiv damit beauftragt, Einbürgerungstests für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durchzuführen. Das Bestehen des Einbürgerungstests ist eine der Voraussetzungen für die Einbürgerung. Einbürgerungstests werden wie bisher einmal im Monat bei der VHS angeboten.
Teilnehmende an Prüfungen im Arbeitsjahr 2016/2017 (Hochrechnung) :
Europäisches Sprachenzertifikat B 1ca. 20 Teilnehmende
Deutschtest für Zuwanderer B 1 / A2ca. 270 Teilnehmende
Orientierungskurs „Leben in Deutschland“ca. 120 Teilnehmende
Einbürgerungstest ca. 100 Teilnehmende
Angebote oberhalb B 1 - Niveau
Das Angebot oberhalb des B 1-Niveaus – B 2 und C 1 - richtet sich an Integrationskursteilnehmer, die gerne weiterlernen wollen und insbesondere auch an Berufstätige und an Menschen, die ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen, um die Chancen für einen Berufseinstieg zu verbessern. Ergänzt wird das Programm durch Kurse, die speziell auf Prüfungen vorbereiten. Im laufenden Arbeitsjahr wurden insbesondere die B 2 –Kurse stark nachgefragt, so dass insgesamt 2 Kurse mit insgesamt 4 Kursmodulen eingerichtet werden konnten.
Kurse für Flüchtlinge
Seit 2016 wurde die Zulassung von Flüchtlingen aus den Ländern Iran, Irak, Syrien, Eritrea und Somalia zu Integrationskursen ermöglicht. Geflüchtete aus diesen Ländern können jetzt einen Antrag beim BAMF auf Zulassung zum Integrationskurs stellen.
Für alle Geflüchteten unabhängig ihrer Herkunft wurden im laufenden Arbeitsjahr 3 Sprachförderkurse für neu zugewanderte Erwachsene und 3 Basissprachkurse zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen durchgeführt.
Seit Oktober 2016 führt die VHS Oberhausen in Zusammenarbeit mit mehreren Trägern in einer Bietergemeinschaft und der BA und dem Jobcenter 3 Lehrgänge der Maßnahme KompAS durch. Die Lehrgänge bestehen jeweils aus einem Integrationskursteil mit 700 Stunden und einem Praxisteil. Zugewiesen werden Flüchtlinge, die im Leistungsempfang nach SGB II/III sind und nicht mehr Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.
Der interkulturelle Themenbereich wird unter der Überschrift „Zusammen leben“ konzipiert. Das „Interkulturelle“ meint, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in gemeinsame Veranstaltungen zu kulturellen und politischen Themen einzuladen. Im Fokus politischer Bildung sind bei interkulturellen Veranstaltungen Diskriminierung und Gleichberechtigung, Rechte und Emanzipation, positive Differenzerfahrungen, Abbau von Stereotypen und Vorurteilen, Entwicklung von Solidarität und Freundschaft.
Café Unterwegs
Das interkulturelle Frauencafé der VHS existiert seit nunmehr fast zehn Jahren und greift Themen aus Alltag, Kultur und Politik auf. In gemütlicher Atmosphäre wird ein Thema (Situation von Frauen, Rollenbilder, Mütter und Töchter, Frauen in politischen Bewegungen, Kultur um Sterben und das Jenseits, Bräuche und Traditionen etc.) anmoderiert und in großer wie in kleiner Tischrunde ausgetauscht. Kulturelle Besonderheiten und Gemeinsamkeiten werden so positiv besetzt und erlebt. Das Angebot des interkulturellen Frauencafés findet in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) statt.
Zusammen leben – zusammen arbeiten – zusammen feiern
Der internationale Tag der Migranten, später der Tag der Menschenrechte bot in den letzten Jahren stets die Gelegenheit ein Kulturfest zu organisieren und unabhängig von vielen religiösen Festen einen gemeinsamen Anlass zum Feiern zu finden. Mittlerweile hat es sich als Fest des „Netzwerks Interkulturelles Lernen“ (NIL) etabliert. Das Fest findet unter Beteiligung der Volkshochschule traditionell im Dezember im Bert-Brecht-Haus statt. Neben einem kleinen Kulturprogramm gibt es vor allem Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken bei Tee und Gebäck. Im vergangenen Jahr wurde das Fest von über 300 Menschen unterschiedlichster Herkunft besucht, darunter auch viele Familien und Kinder, für die es immer auch ein eigenes Programm gibt.
Dialogtisch der VHS am Oberhausener Tag des Dialoges
Initiiert und organisiert durch das „Netzwerks Interkulturelles Lernen“ (NIL) soll es am 10. November 2017 wieder einen „Tag des Dialogs“ in Oberhausen geben. Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr, ist eine Beteiligung der VHS Oberhausen auch in diesem Jahr wieder fest eingeplant.
Eine Welt, Länderkunde
Auch im nächsten Kursjahr bietet die VHS wieder aufklärende und problemorientierte Veranstaltungen über Länder dieser Erde an. Im kommenden Kursjahr wird es u.a. einen Vortragsabend über das Land Mexiko geben.
Stadtrundgang zur Geschichte der Migration
Bei einem zweistündigen Stadtspaziergang lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand verschiedener Stationen die Geschichte der Zuwanderung Oberhausens kennen und sehen. Von der Synagoge über Kulinarisches, vom Migrationsrat, türkischer und polnischer Zuwanderung, von Flucht und Zwangsarbeit zu einem vielkulturellen Oberhausen, spannend für einen touristischen Blick und immer wieder neu als Zuhause, als Heimatstadt.
André Wilger und das Team von der Geschichtswerkstatt Oberhausen begleiten die Gruppe und erzählen von Oberhausen und seinen Menschen.
Gegen Fremdenfeindlichkeit und Alltagsrassismus
In einer gemeinsamen Veranstaltung von Volkshochschule und Integrationsrat ist der Autor und Schauspieler Mathias Kopetzki mit seinem Buch „Bombenstimmung - wenn alle denken, Du bist der Terrorist“ für eine Lesung und Diskussion zu Gast in Oberhausen. Mit viel Humor, Sensibilität und Offenheit erzählt Mathias Kopetzki seine berührende und spannende Geschichte, erzählt von Fremdsein und Selbstbehauptung, von Kampf und vom Loslassen - in einem Land, in dem ethnische Herkunft immer noch eine große Rolle spielt. Dabei hält er ganz nebenbei der bundesdeutschen Gesellschaft der letzten vierzig Jahre mit all ihren Ängsten und Neurosen einen Spiegel vor Augen.
Eine kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Alltagsrassismus wird es auch im Rahmen einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung von VHS und Jugendparlament zum Thema: „Gefährliche Bürger - Argumentieren gegen Rechts. Ein Workshop wider die Neue Rechte“ für Jugendliche und junge Erwachsene geben, welche in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit durchgeführt wird.
Besuch beim Integration Point Oberhausen
Im Rahmen des diesjährigen gemeinsamen Themenschwerpunkts in der politischen Bildung mit Arbeit und Leben wird es zu Beginn des Jahres 2018 für interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geben den Integration Point im TZU in Oberhausen zu besuchen und sich vor Ort über dessen Arbeit zu informieren
