Berichtsvorlage - M/16/2537-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Sachdarstellung

 

  1. Einbindung in das kommunale  Gesamtkonzept „Kultur“ innerhalb der Förderphase II: 2015 – 2019

 

 

1.1.  Kulturagenten für kreative Schulen

 

Ziel des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ war und ist es seit 2011 Kunst und Kultur dauerhaft im Schulalttag zu verankern. Initiiert und gefördert wurde das Programm durch die gemeinnützige Forum K&B GmbH (seit Februar 2017 Mutik GmbH), die Kulturstiftung des Bundes, die Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit als Kooperationspartner in NRW. Unterstützt werden die teilnehmenden Schulen durch ein/e Kulturagent/in, die gemeinsam mit den Schüler*innen, dem Lehrerkollegium, der Schulleitung, den Künstler*innen und den Kulturinstitutionen ein vielfältiges Angebot der kulturellen Bildung entwickelt und nachhaltige Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen aufbaut. Die Kulturagentin fungiert dabei als Impulsgeberin, Netzwerkerin, Moderatorin und Beraterin und baut im Kontext der regionalen Bildungslandschaft Brücken zwischen den einzelnen Akteuren.  

 

 

1.2.  Kultur und Schulen

 

Im Sinne eines breiten Transfers sollten die Erfahrungen des Kulturagentenprogrammes der ersten Phase von 2011-2015 ab dem Sommer 2015 in die kommunalen Strukturen einfließen. (Vgl.: Drucksache M/16/1359-01) Seit September 2015 ist die Kulturagentin im Bildungsbüro angestellt und verknüpft hier die Inhalte des Programmes „Kulturagenten für kreative Schulen“  mit den Aufgaben des Bildungsbüros und dem kommunalen Gesamtkonzept der kulturellen Bildung des Dezernats 1. (Vgl.: Drucksache M/16/1402-01 )  Die erste Säule des kommunalen Gesamtkonzepts wird durch den Bereich „Kultur und Schule“ gebildet. Das Angebot zur Beratung durch die Kulturagentin wird von den Schulen und den KulturSchulen zunehmend wahrgenommen: Es gehen vermehrt Anfragen zu Drittmittelakquise, Künstlerkontakten und nach geeigneten Kooperationspartnern von Seiten der Schulen bei der Kulturagentin ein. Dies mündet u. U. auch in eine weiterführende Beratung und Begleitung, wie z.B. bei den drei Berufskollegschulen, die ein gemeinsames Projekt beim Träger „Demokratie Leben“ planen. Hier stellte die Kulturagentin den Künstlerkontakt her, berät in der Antragsstellung und der Konzeption des Projektes.

 

Kenntnisse der aktuellen Ausschreibungen und Förderprogramme, grundlegende Informationsweitergabe und eine gezielte Kontaktaufnahme mit den Schulen mündete z.B. darin, dass die  Förderschule an der Hagedornstraße  in Kooperation mit der Malschule Oberhausen an den zweijährigen Kooperationswerkstätten des Programmes „Kreativpotentiale und Lebenskunst NRW“ teilnimmt. Auch die Gesamtschule Osterfeld wird an diesem kostenlosen Programm teilnehmen. Beide Schulen wurden vor Ort beraten.

 

Eine Fortbildung für die kulturbeauftragten Lehrer*innen sowie für die Schülerinnen und Schüler aus Oberhausen in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro am 23.11.2017 mit  dem Titel „schools@culture“ wird von der Kulturagentin mit vorbereitet und konzipiert.

 

 

1.3.  Kultureinrichtungen

 

Die Kultureinrichtungen der Stadt Oberhausen sind ein wichtiger Partner für die Schulen: sie bieten professionelle und hohe künstlerische Qualität und sind ein Garant für eine nachhaltige Entwicklung.

Genuin gehört es zu den Aufgaben der Kulturagentin, Brücken zwischen den formalen und nonformalen Bildungspartnern zu bauen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kulturagenten Schaltstellen sind, die Kommunikation kanalisieren und zwischen den Systemen "übersetzen": Sie sind intermediäre Akteure. Die Anbahnung von nachhaltigen Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen sowie freien Künstler*innen ist eine der wesentlichsten Aufgaben einer Kulturagentin. So waren am 20. März 2017 in der Gesamtschule Osterfeld bei einem World Café zum Thema „Kulturelles Schulprofil“ nicht nur achtzig Teilnehmer*innen (Lehre*innen, Schüler*innen, Künstler*innen und Eltern), sondern vor allem  sechs Vertreter*innen der Oberhausener Kulturinstitutionen vertreten, die jeweils einen Thementisch moderiert haben.

 

Die Kulturagentin hat in den vergangenen sechs Jahren ein sehr gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut. Dies bietet viele Möglichkeiten, Energien zu bündeln, Synergieeffekte zu erzeugen und sog. „Win-Win-Situationen“ zu schaffen. So werden Informationen der Kultureinrichtungen von der Kulturagentin direkt an die Schulen und die kulturbeauftragten Lehrer*innen weitergeleitet. Was zum Beispiel konkret dazu führt, dass innerhalb kürzester Zeit neu angesetzte Aufführungen des Theaters Oberhausen ausgebucht waren oder aber Schüler*innen für Projektangebote gefunden werden (wie beispielsweise für die Internationalen Kurzfilmtage).  Zudem berät die Kulturagentin auch die Kulturinstitutionen über Möglichkeiten der Drittmittelakquise. So konnten derzeit z.B. schon einige Drittmittelanträge sehr erfolgreich durch Bündnisse von Kultureinrichtungen wie Theater und Stadtbibliothek sowie der  Jugendkunstschule und Arbeit und Leben e.V.  gemeinsam mit den Schulen beim Programm „Kultur macht stark“ gestellt werden.

 

 

1.4.  Kultur und Partner

 

Neben den KulturSchulen und den Kultureinrichtungen wird die dritte Säule des kommunalen Gesamtkonzepts durch die freie kreative Szene in Oberhausen und unterschiedliche Akteure der Zivilgesellschaft sowie den Soziokulturellen Zentren gebildet. Gemeinsamer Fokus ist nicht nur die kulturelle Bildung, sondern zunehmend auch die interkulturelle Öffnung. Ziel ist es, als Kulturagentin gemeinsam mit den Partnern Ziele und Maßnahmen zu erarbeiten und in künstlerisch-kulturellen Projekten mit den Schulen zu gestalten. Der gemeinsame Fokus liegt darauf, die Kinder und Jugendlichen durch Kunst und Kultur und Kultur individuell zu fördern und in ihrer Persönlichkeitsbildung zu unterstützen. Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit mit den freien Trägern der Jugendarbeit ist sicherlich der am 14.September 2016 durchgeführte Fachtag „Tür auf für Kultur!“ der mit Unterstützung der Arbeitsstelle für kulturelle Bildung NRW und der Kulturagentin durchgeführt wurde mit dem Ziel die Träger der freien Jugendarbeit mit freien Künstler*innen sowie kreativen künstlerischen Formaten vertraut zu machen. Derzeit arbeitet die Kulturagentin gemeinsam mit der Arbeitsstelle  daran eine Projektgruppe mit den Trägern der freien Jugendarbeit und der Arbeitsstelle für Kulturelle Bildung  auf kommunaler Ebene zu verankern. Die freien Träger könnten in einer ein- oder zweijährigen Arbeitsphase von der Beratung durch die Arbeitsstelle für kulturelle Bildung in Bezug auf Drittmittelakquise, Vernetzung, Kooperationspartner, Methoden etc. profitieren.  Unterstützt durch die Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“ soll es in einem mehrmonatigen Arbeitsprozess darum gehen,

 

-          die Arbeit interessierter Einrichtungen der (offenen) Jugendarbeit hin zu einem kulturellen Schwerpunkt zu profilieren;

 

-die Einrichtungen noch enger mit den kulturellen Einrichtungen/Akteuren im Umfeld zu vernetzen;

 

-          und – falls gewünscht - die Kooperation mit Schulen zu intensivieren und auf Dauer konzeptionell zu verankern.

 

Die Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“ übernimmt hierbei die Rolle des „Impulsgebers“ und der „Prozessmoderation“.

 

Anfallende Kosten für die  Referenten und einen zweitägigen Workshop in der Akademie Remscheid übernimmt die Arbeitsstelle.

Parallel werden ähnliche Prozesse in anderen Regionen initiiert (drei AKs treffen sich bereits regelmäßig) Der Austausch der Standorte untereinander soll Anregungen und Unterstützung bieten.

Derzeit interessieren sich zwölf Institutionen aus der AG Jugend an der Projektgruppe, so dass wir davon ausgehen, dass die Projektgruppe zustande kommt. Die Arbeitsergebnisse werden durch die Kulturagentin den jeweiligen Gremien transparent gemacht.

 

 

1.5.  Beratung und Betreuung der Netzwerkschulen
 

Der Arbeitsschwerpunkt der Kulturagentin liegt nach wie vor auf der Betreuung der „Kulturagentenschulen“: Im innerschulischen Kontext wurden durch die Unterstützung der Kulturagentin kulturelle Bildungsangebote nachhaltig gestaltet und langfristige Kooperationen mit Kultureinrichtungen aufgebaut. In schuleigenen „Kulturfahrplänen“, die als Steuerungs- und Planungsinstrument dienen, wurden Ziele und Maßnahmen für die einzelnen Schulen beschrieben, um kulturelle Aktivitäten systematisch im Schulprogramm zu verankern. Ab dem Schuljahr 2017/18 wird eine weitere Schule in das Netzwerk der derzeit vier Kulturagentenschulen (Fasia Jansen Gesamtschule, Gesamtschule Weierheide, Hauptschule Alstaden, LVR-Förderschule Christoph Schlingensief)  aufgenommen: die Gesamtschule Osterfeld. Die Betreuung der  fünf Netzwerkschulen bezieht sich auf die Ausbildung und Versteigung eines kulturellen Schulprofils: Hierzu zählen u.a. die Leitung von Steuergruppensitzungen sowie eine  intensive Prozessbegleitung der Schulentwicklung. Es werden Kooperationsgespräche mit Künstler*innen, Kulturinstitutionen, Schulleitungen und den beteiligten Lehrpersonen geführt. Projekte und Anträge werden initiiert und bearbeitet.

 

Sicherlich können und sollen im Sinne eines breiten Transfers die Erfahrungen des  Kulturagentenprogrammes auch für weitere Schulen der Kommune nutzbar gemacht werden. Der  Wunsch Kulturagenten- bzw. Kulturschule zu werden, zeichnet sich derzeit bei weiteren Schulen ab. Daraus ergibt sich eine besondere Zielsetzung der verbleibenden zwei Jahre:

 

-das Netzwerk der KulturSchulen zu erweitern

 

-den Gedanken der kulturellen Bildung als besondere Form der individuellen Förderung der Kinder und Jugendlichen in Oberhausen auf weitere Schulen zu übertragen

 

-noch stärker als Schnittstelle zwischen den Kulturinstitutionen und den Schulen zu agieren

 

In der verbleibenden Projektzeit bis Sommer 2019 verändert sich zudem die Finanzierung der Personalkosten der Kulturagentin: diese werden zu 100% durch Fördergelder finanziert. 50% werden derzeit durch die vier Schulen aus dem Landesprogramm „Geld oder Stelle“ finanziert, 50 % fließen durch die Stiftungen in die Finanzierung ein, wobei dieser Anteil degressiv angelegt ist. Im Schuljahr 2017/18 steigt die Beteiligung der Schulen auf 75% an und  im Schuljahr 2018/19 wird die Stelle zu 100% von den  Schulen des Netzwerks finanziert.

 

Dadurch dass sich das Netzwerk vergrößert hat, verringert sich allerdings auch das bereitgestellte Kunstgeld für alle beteiligten Schulen von derzeit 6200 Euro auf knapp 5000 Euro (gerundet)  Die Gesamtfördersumme beläuft sich auf exakt 24827,58 für das Netzwerk Oberhausen.

 

Da das sog. Kunstgeld welches den Kulturagentenschulen zur Verfügung steht, schon seit dem Schuljahr 2015/16 maßgebliche Kürzungen erfahren hat,  nimmt die Drittmittelakquise einen immer größeren Teil des Aufgabenprofils der Kulturagentin ein. 2016/17 konnten durch Anträge, die die Kulturagentin für die Schulen und die Kulturinstitutionen bei unterschiedlichen Förderern gestellt hat, insgesamt 82.572,80 Euro eingeworben werden. Hierzu zählen Projekte wie „Wunderland“ Theater Oberhausen, „open art lab“ Arbeit und Leben e.V., „Anders- nicht artig“ Stadtbibliothek, „Feuer, Wasser, Erde, Luft“ LVR-Industriemuseum St. Antony Hütte etc. Zwar obliegt die Administration der Gelder dem jeweiligen Antragssteller, das Projektmanagement wird jedoch von der Kulturagentin übernommen. 

Hinzu kommt das Projektmanagement und die Administration des sog. Kunstgeldes. 2016 sind insgesamt von den vier Schulen rund 20.000 Euro beantragt worden. Dieses Geld floss u.a. in ein Netzwerksprojekt mit dem Titel „Grüße aus Oberhausen“ deren Ergebnisse bis Juli 2016 im LVR-Industriemuseum Altenberg ausgestellt wurden.

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