Beschlussvorlage - B/16/2580-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt, die überplanmäßige Mittelbereitstellung für investive Leistungen wie folgt zur Verfügung zu stellen:

 

 

Investitionsmaßnahme

Bezeichnung

Finanzposition

Bezeichnung

Betrag in EUR

310003010002000

Inklusion

785110

Anlage im Bau

Hochbau OGM

315.000,00

310003010002000

Inklusion

785120

Anlage im Bau
Hochbau
Ing.-Leist. OGM

185.000,00

 

Deckungsvorschlag:

 

Erhöhung des negativen Saldos aus laufender Investitionstätigkeit. Die verbindliche Kreditvorgabe 2017 der Bezirksregierung Düsseldorf wird eingehalten.

 

 

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Konsequenzen

Bezug

 

Drucksache-Nr.: B/16/1329-01: Umbau eines Personenaufzuges in einen Evakuierungsaufzug am Hans-Böckler-Berufskolleg

 

 

 

Konsequenzen

 

a) Finanzielle

 

    keine[ ]

 

    ja[X]

 

b) Sonstige

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Sachverhalt

Begründung

 

Um das Evakuierungsproblem am Hans-Böckler-Berufskolleg zur Rettung von gehandicapten Schülerinnen und Schülern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, zu beheben, wurde in der Ratssitzung vom 14.12.2015 beschlossen, einen der drei vorhandenen Aufzüge in einen Evakuierungsaufzug umzuwandeln.

 

Zum damaligen Zeitpunkt wurde bereits dargestellt, dass im Rahmen der Baumaßnahme noch spezielle baufachliche Gutachten erstellt werden müssen und vor diesem Hintergrund die im Beschlussvorschlag angeführte Kostenschätzung nur überschlägig erfolgen konnte.

 

Aufgrund des Baufortschrittes musste nun festgestellt werden, dass die Baukosten die bisherige Schätzung um rund 615.000,00 EUR und die Baunebenkosten die bisherige Schätzung um rund 225.000,00 EUR überschreiten.

 

 

Die Mehrkosten begründen sich wie folgt:

 

Baukosten Kellerbereich

 

Die vorgefundenen Räumlichkeiten im Keller waren für die Installation einer Lüftungszentrale lage- und größenmäßig nicht geeignet. Die vorhandenen Wände wurden abgetragen und ein Raum in Brandschutzqualität „F90“ (90 Minuten feuerbeständig) mit 17,5 cm dickem Mauerwerk und mit neuen T30/RS-Türen (T = Feuerwiderstand bei Feuerschutzabschlüssen) erstellt. Ebenso wurde die Elektrounterverteilung in einem eigenen Raum brandschutzsicher abgeschottet, da dies nicht anders zu lösen war.

Der Aufzugsschacht musste eine neue Wartungstür erhalten, da die vorhandene Öffnung als Einströmöffnung für die Belüftung der Vorräume dienen soll.

 

Durch die Einschaltung eines vereidigten Gutachters für Lüftungsanlagen – wie in der Baugenehmigung gefordert – wurde die OGM GmbH darauf hingewiesen, dass sämtliche Wasser-, Abwasser-, Heizungs- und Elektroleitungen in statisch nachgewiesener Qualität alle 1,20 m abgefangen werden müssen, um den Betrieb des darunter angebrachten Notlüftungskanals zu gewährleisten.

 

Im Kellerbereich entstanden durch Abbruch-, Maurer- und Schlosserarbeiten (6 T30-RS Türen und Abfangungen mit Spezialdübeln) Mehrkosten.

 

Baukosten Etagen

 

Die vorhandene Deckenkonstruktion konnte erst während der Abbrucharbeiten in den Sommerferien begutachtet werden, da im laufenden Schulbetrieb aus sicherheitstechnischen Gründen keine Arbeiten durchgeführt werden können. Dabei wurde festgestellt, dass unterhalb der Rippendecke der Etagen eine „verlorene Schalung“ aus Heraklith besteht. Diese konnte ohne Zerstörung der Betonrippen nicht entfernt werden.

Da für einen Anschluss der Vorräume in F90-Qualität alle brennbaren Materialien entfernt und ein bauaufsichtlich zugelassenes System im Wandbereich eingesetzt werden musste, wurden ca. 220 laufende Meter Heraklith von Hand abgestemmt und mit Fireboardplatten normgerecht aufgearbeitet.

 

Die Betonschneidearbeiten für die Überströmöffnungen in den Aufzugsschachtwänden konnten nicht standardmäßig erfolgen, da hinsichtlich der statischen Gegebenheiten unter den Rippen kein Flaschenzug angebracht werden konnte, der die 50 x 110 cm großen Ausbrüche herausziehen konnte. Es mussten pro Durchbruch ca. 18 Bohrkerne durchgeführt werden, die dann einzeln herausgebrochen wurden (Gesamt 33 Öffnungen mit knapp 600 Bohrkernen).

Die Öffnungen konnten nur zeitversetzt freigelegt werden, da durch das Knacken und Schneiden Mörtel in die Aufzugsmechanik fällt. Die Entsorgung musste durch einen Servicetechniker begleitet werden.

 

Nach dem Sägen der 22 Bodenöffnungen für die Abluftkanäle (2,00 m x 0,40 m) wurden diese durch das Betonschneideunternehmen geschlossen. Um die Abdeckung sicher und stolperfrei während des Schulbetriebs begehbar zu machen, wurden sämtliche Schlitze und Höhenunterschiede mit einem Edelstahlriffelblech überbrückt.

 

Der Bodenaufbau ist erst bei den Schneidearbeiten offengelegt worden. Die Öffnungen mussten F90-tauglich für den Trockenbau hergerichtet und die Kanalverankerung eingebaut werden. Dazu wird der umlaufende Zwischenraum der Bodenöffnungen vermörtelt und Werkstein im Bereich der Verankerungen ausgesägt.  

Der gesamte Vorraum erhält in allen 11 Etagen innen und außen einen zerstörungsfreien Werksteinsockel.

 

Die gesamte Brandmeldezentrale wird in Abstimmung mit der Feuerwehr erneuert, um erweiterbar zu sein und um die gesamte Schule mit aufgeschalteten Raummeldern in den Klassen und Fluren auszustatten. Diese Variante sah das ursprüngliche Konzept nicht vor. Hierzu werden im Bereich Metallbau sämtliche Obertürschließer ausgewechselt (240 V Betrieb) und neue Rauchmelder für die Türen angebracht.

 

Für den Trockenbauer bedeutet dies, in Teilen Decken zu öffnen, um die geforderten Zwischendeckenmelder anzubringen. 

 

Die Brandmeldezentrale wird aus dem 1. Obergeschoss in den „sicheren“ Kellerbereich verlagert. Auch hier entstehen Umbaukosten, wie der Einbau einer T30-RS Tür und das Einziehen einer abgehängten F90 Decke.

 

Das Bedientableau mit Laufkarten der Brandmeldezentrale und der Notbelüftung wurde in Abstimmung mit der Feuerwehr in den von außen begehbaren Salzlagerraum verlegt, so dass zur Störfallerkennung das Gebäude nicht betreten werden muss. Hier wurden eine neue Wand, eine T30-Tür und Stufen eingebracht. 

 

Die Vorräume werden in F90-Trockenbauqualität ausgebaut. Die Verkleidungswände der Abluftkanäle werden gesondert gestellt (ca. 110 lfd. Meter Wandfläche Mehraufwand). Die kalkulierten gemauerten Wände können aus statischen Gründen nicht auf die Rippendecke gesetzt werden, daher ist das Konzept als Trockenbaukonstruktion überarbeitet worden.

Die Trockenbauplatten mussten per Autokran in die 6. Etage gehoben und von dort aus weiter bis zur 11. Etage getragen werden, da Profile und Platten größtenteils nicht in den Aufzug passen. 

 

 

Weiterhin tragen zu den Mehrkosten Bauzeitenverzögerungen bei, da die lärm-, raum- und staubintensiven Arbeiten nur in den Ferien ausgeführt werden können. Umfangreiche Abklebungsarbeiten, Setzen von geräumigen Staubwänden und Einsatz von Reinigungskolonnen am letzten Ferientag in allen Etagen lassen Mehrkosten von ca. 4.000,00 EUR/ netto pro Reinigungslauf entstehen.

 

Mehrkosten Kostengruppe 300 „Baumaßnahmen“ insgesamt: rund 290.000,00 EUR (brutto)

 

 

Die Mehrkosten im Bereich der „Technischen Gebäudeausrüstung“ betrifft vor allem die neu eingerichtete Brandmeldezentrale mit Rauchmeldern in allen Klassen und brandgeschützter Verlegung in den Treppenhäusern. Des Weiteren sind die Ausschreibungsergebnisse der Lüftungsarbeiten und der Aufzugstechnik entscheidend.

 

Mehrkosten Kostengruppe 400 „Technische Anlagen“ insgesamt: rund 325.000,00 EUR (brutto) 

 

 

Die Mehrkosten im Bereich der Planungskosten errechnen sich durch das Hinzuziehen von Gutachtern gemäß Baugenehmigung im Bereich Lüftung, Elektro, Aufzüge und erhöhtem Planungsaufwand der technischen Gebäudeausrüstung während der Bauphase.

 

Es wurde die Statik für Durchbrüche und Abfangungen neu berechnet - einschließlich Prüfung etc.

 

Das Brandschutzgutachten musste fortgeschrieben werden, da sich im fortlaufenden Bau- und Planungsprozess Türen, Wandqualitäten, Raumgeometrien und das Konzept der Brandmeldeanlage geändert haben. Das Konzept wird in Abstimmung mit der Bauordnung in einer zweiten Fassung erscheinen.

 

Während der Ferien ist der Haustechnische Dienst nicht besetzt. Aus Sicherheitsgründen für die Bedienung der Aufzuganlage und für die Beobachtung des Eingangsbereiches sowie der Schlüsselverwaltung ist über einen Sicherheitsdienst an sämtlichen Ferientagen in 2017 eine Kraft einzusetzen.

 

Mehrkosten Kostengruppe 700 „Baunebenkosten“ insgesamt: rund 225.000,00 EUR (brutto) 

 

 

 

Die Baumaßnahme wurde/wird im Rahmen der Inklusion umgesetzt. Im städtischen Haushalt 2017 stehen noch 300.000,00 EUR für die Baukosten und 40.000,00 EUR für Planungskosten zur Verfügung, so dass sich eine zusätzliche Mittelbereitstellung zum ordnungsgemäßen Gesamtabschluss der Maßnahme auf 500.000,00 EUR entsprechend reduziert.

 

Insgesamt sind somit 1.372.899,10 EUR an Baukosten und 467.099,55 EUR an Planungskosten für die Maßnahme aufzubringen.

 

Die umfänglich dargestellten Einzelmaßnahmen wurden durch die OGM GmbH erstellt und der Stadt Oberhausen als Begründung der Mehrkosten übermittelt.

 

 

 

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