Berichtsvorlage - M/16/2642-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Klimawandel und Starkregenereignisse
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umweltschutz
- Bearbeitung:
- Barbara Neu
- Verantwortung:
- Werntgen-Orman
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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30.05.2017
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Geplant
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Bezirksvertretung Osterfeld
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Kenntnisnahme
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20.06.2017
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Erledigt
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Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
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Kenntnisnahme
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21.06.2017
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Erledigt
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Bezirksvertretung Sterkrade
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Kenntnisnahme
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22.06.2017
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Erledigt
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Planungsausschuss
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Kenntnisnahme
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27.06.2017
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Einführung
Das weltweite Klima verändert sich. Dies wird durch das Auftreten von Extremwetterereignissen deutlich sicht- und spürbar. Als Gegenmaßnahme werden fast in allen Ländern dieser Welt Anstrengungen unternommen, den Ausstoß von Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Doch all diese Maßnahmen werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten, sondern im günstigsten Fall begrenzen und dessen Folgen abmildern. Deshalb ist es gerade für die Kommunen wichtig, sich mit dem Thema Anpassung an den Klimawandel zu beschäftigen, sich auf die Folgen einzustellen und Präventionsmaßnahmen zur Schadenvermeidung bzw. Begrenzung zu erarbeiten. Denn Starkregenereignisse sind gerade auf lokaler Ebene besonders gefährlich und risikoreich.
Weltweite Entwicklung
In den letzten 30 Jahren haben die mittleren Jahrestemperaturen weltweit signifikant zugenommen und – damit einhergehend – auch das Auftreten von Extremwetterereignissen. 2015 war laut Aussagen der Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO) und der meteorologischen Dienste weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Der Bericht des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) aus dem Jahre 2013/2014 weist aus, dass die Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche von 1880 bis 2012 um 0,85°C gestiegen ist und der Strahlungsantrieb des Klimasystems im Vergleich zum Jahr 1750 um 2,29 Watt/m² zugenommen hat. Somit ist durch diese vermehrte Energie im weltweiten Klimasystem eine maßgebende Voraussetzung dafür gegeben, dass extreme Wettererlagen wie Starkregenereignisse häufiger auftreten können.
Abbildung 1:Entwicklung der Starkregenereignisse in NRW. Erfasst ist pro Jahr die mittlere Anzahl von Starkregenereignissen mit einer Dauer von 60 min

(Bildquelle: Klimafolgenmonitoring LANUV, www.kfm.nrw.de )
Starkregen in Oberhausen
Bei mehreren Regenereignissen im vergangenen Jahr (30.05.2016, 02.06.2016 und 23.06.2016) wurden auch in Oberhausen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet die Problemlagen deutlich. In Abhängigkeit von Intensität und Dauer des Regens ist es zu Überstauereignissen in der städtischen Kanalisation gekommen, bzw. das Wasser konnte erst gar nicht in die Kanalisation gelangen. In Bereichen mit einem hohen Versiegelungsgrad konnte das Wasser nicht vom Boden aufgenommen werden und suchte sich oberflächennah seinen Weg auf Grund der topografischen Gegebenheiten in niedrig gelegene Gebiete. Dadurch entstand Sachschaden an privaten wie öffentlichen Gebäuden. Und an der städtischen Infrastruktur.
Sich als Kommune auf Starkregenereignisse, aber auch auf andere Folgen des Klimawandels – wie zum Beispiel Hitze, Hagel und Sturm – einzustellen und Präventionsmaßnahmen zur Schadenvermeidung, bzw. -minderung zu entwickeln, muss daher schon heute als essentielle, verpflichtende Zukunftsaufgabe verstanden werden. Dieser Ausgabe muss sich auch die Stadt Oberhausen stellen.
Siedlungsentwässerung – Auftrag der WBO
Bei Starkregenereignissen ist die Funktionalität und die Dimensionierung der kommunalen Entwässerung ein immer wieder diskutiertes Thema. Für die Bemessung und Auslegung gibt es rechtliche und technische Vorschriften. Dabei wird ein Überflutungsschutz bis zu einem Bemessungsregen sichergestellt, der aus volkswirtschaftlicher Sicht (Häufigkeit der Ereignisse, verursachter Schaden) finanzierbar und vertretbar ist. Die darüber hinausgehenden – zu planenden und umzusetzenden – Vorsorgemaßnahmen sind eine interdisziplinäre Gemeinschaftsaufgabe. Hier sind Akteure der Kommune, einschließlich ihrer Bürgerinnen und Bürger gefordert.
Mit der beigefügten Anlage Starkregenvorsorge stellen die WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH ihre Aufgabenstellung und Aufgabenwahrnehmung mit Blick auf Starkregenereignisse dar. Im Rahmen ihres Auftrages muss die WBO GmbH sicherstellen, dass die städtischen Entwässerungsanlagen den gesetzlichen Anforderungen, die durch technische Regelwerke näher beschrieben sind, entsprechen und laufend angepasst werden. Das gilt für Kanäle und Sonderbauwerke, aber auch für Straßensinkkästen und Regenrinnen, die in der Regel nicht auf Starkregenereignisse ausgelegt sind.
Vorsorge als Gemeinschaftsaufgabe – Auftrag der Kommune
Bei den Starkregenereignissen in Oberhausen sind im Wesentlichen zwei Erscheinungsformen von „zu viel“ Wasser deutlich geworden:
- Überlastung des Kanalnetzes/der Entwässerung
(Erläuterung siehe oben - WBO)
- Unkontrollierter Oberflächenabfluss
Mit unkontrolliertem Oberflächenabfluss beschreibt man die Situation, wenn auf Grund der großen Wassermengen Entwässerungsanlagen überströmt werden, sodass das Regenwasser nur zum Teil in die Kanalisation gelangen kann. Außerdem beschreibt es die Tatsache, dass der Niederschlag die Infiltrationsrate derart übersteigt, dass das Wasser weder vom Boden noch von kleineren Gewässern aufgenommen werden kann. Es bilden sich Notwasserwege und das Wasser sammelt sich in Tiefpunkten, bestenfalls in Gräben, Bachläufen oder Flüssen, schlimmstenfalls in Kellern, Gärten oder anderen Anlagen.
Mit Blick auf die Tatsache, dass also auch ein gut funktionierendes und modernes Kanalsystem für die immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse nicht ausreichen wird um die Wassermengen abzuführen, müssen in der „oberirdischen“ Stadtlandschaft Flächen zur Erhöhung der Regenwasserretention geschaffen werden. Neben der klassischen Gewässerrenaturierung, die mit Blick auf die Starkregenereignisse in Oberhausen (bisher) eine eher geringere Bedeutung hat, müssen zwingend Aufnahmekapazitäten für Regenwasser auf unterschiedlichsten Flächen unserer Stadt geschaffen werden, um eine Rückhaltewirkungen durch die Mehrfachnutzung von Flächen zu erzielen.
Der Umgang mit Überflutungen durch Starkregenereignisse ist daher als ein Projekt der kommunalen Daseinsvorsorge und der Gefahrenabwehr zu sehen. Zur Erreichung eines wirksamen Überflutungsmanagements bedarf es einer querschnittsorientierten Zusammenarbeit von:
- Stadtentwässerung inklusive WBO GmbH
- Umweltschutz, insbesondere Freiraum und Grünflächenplanung, Untere Wasserbehörde
- Verkehrsplanung
- Tiefbau, insbesondere Kanalbau
- Stadtplanung,
- Bauordnung,
- Hochbau und Gebäudemanagement, inklusive OGM GmbH
Aber auch private Akteure müssen, wie schon oben angesprochen, bei der Überflutungsvorsorge berücksichtigt und mit eingebunden werden. So sind auch unsere Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen sowie Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, aber auch Mieter und Mieterinnen aufgerufen, Vorsorge zu treffen und die kommunale Entwässerung im Rahmen ihrer Handlungsmöglichkeiten zu unterstützten. Dies betrifft insbesondere den Gebäudeschutz, durch beispielsweise Erhöhung von Schachtöffnungen für Kellerfenster oder den Einbau von Rückstauklappen zum Schutz vor dem Rückstau aus der Kanalisation.
Weiteres Vorgehen
Der vorgelegte Bericht inklusive der Anlage der WBO GmbH macht deutlich, welchen Herausforderungen sich die Stadt stellen muss. Denn neben den geplanten und möglichen Maßnahmen der Stadtentwässerung besteht ein dringender Handlungsbedarf der Stadt Oberhausen sich des Themas Anpassung an den Klimawandel interdisziplinär anzunehmen, vorhandene Grundlagen zusammenzutragen sowie fehlende Grundlagen/Erkenntnisse zu ermitteln, um daraus eine Gesamtstrategie zu erarbeiten und letztendlich Maßnahmen zur Abmilderung dieser Extremwetterereignisse umzusetzen.
Daraus folgt, dass die Stadt Oberhausen die Anpassung an die Folgen des Klimawandels resp. dem Auftreten von Starkregenereignissen als strategisches Ziel für eine kommunale Entwicklung implementieren sollte. Ziel ist es, die Stadt resilienter – sprich widerstandsfähiger zu machen. Kommunen müssen sich schnell an Veränderungen anpassen bzw. sich schnell von unerwarteten negativen Ereignissen erholen und weiterentwickeln können. Mit dem Klimaschutzkonzept der Stadt Oberhausen aus dem Jahr 2012 wurden Möglichkeiten und Maßnahmen aufgezeigt, dem Klimawandel insbesondere durch CO2-Einsparung entgegenzuwirken und damit abzumildern.
Für den Umgang mit und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels, wie mit den in diesem Bericht angesprochenen Starkregenereignissen, bedarf eines aus Sicht der Verwaltung dringend eines weiteren Bausteines, nämlich die Erarbeitung eines „Klimaschutzteilkonzept – Anpassung an den Klimawandel“. In diesem Prozess wird sich die Stadt Oberhausen mit den Folgen des Klimawandels strategisch und ganzheitlich betrachtet auseinandersetzen. Dazu wird eine gesonderte Beschlussvorlage nach der Sommerpausen in die Gremien eingebracht.
Sowohl die Erstellung eines solchen Konzeptes als auch die Umsetzung (personelle Ressourcen und Maßnahmen) werden mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.
Maßnahmen, die ein solches Konzept aus derzeitiger Sicht u. a. enthalten sollte, sind nachfolgend stichpunktartig aufgeführt:
- Erstellen/Vervollständigung einer Fließwegeanalyse auf der Grundlage topographischer Daten (liegt für das Stadtgebiet in 2017 flächendeckend vor)
- Koppelung mit hydraulischen Berechnungen (Überflutungsbetrachtung des Kanalnetzes), um eine detaillierte urbane Gefahrenkarte erstellen zu können.
- Auswertung der Fließwegeanalyse mit dem Ziel; Gefahrenpunkte, die über die Aufgaben des Stadtentwässerungsbetriebes hinausgehen, zu ermitteln
- Erarbeitung eines „Risikomanagements Urbane Sturzfluten“, das organisatorische, planerische und technische Maßnahmen im öffentlichen Raum zur Gefahrenvorsorge beschreibt
- Umsetzung von Maßnahmen zur Regenrückhaltung/-steuerung, wie Entwicklung einer Gründachstrategie, Förderung der Versickerung von Niederschlagswasser etc.
- Information der Betreiber entsprechend gefährdeter Einrichtungen
- Information der Öffentlichkeit zu den gewonnenen Erkenntnissen
- Entwicklung von Standards, die im Rahmen städtischer Planungen (Stadtentwässerung; Bauleitplanung Verkehrsplanung; Grünflächenplanung) zwingend Berücksichtigung finden.
Kurzfassung
Der Klimawandel ist ein weltweites Phänomen. Mit dem Klimaschutzkonzept und der Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen trägt auch Oberhausen dazu bei, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Die Folgen des Klimawandels, wie Extremwettersituationen und insbesondere Starkregenereignisse führen in den letzten Jahren aber vermehrt zu erheblichen Schäden an Sachobjekten, teilweise sind auch schon Personenschäden zu bedauern. Der vorgelegte Bericht inklusive der Anlage der WBO GmbH macht deutlich, welchen Herausforderungen sich die Stadt stellen muss. Denn neben den geplanten und möglichen Maßnahmen der Stadtentwässerung besteht ein dringender Handlungsbedarf der Stadt Oberhausen sich des Themas Anpassung an den Klimawandel interdisziplinär anzunehmen. Es bedarf aus Sicht der Verwaltung dringend eines weiteren Bausteines, nämlich die Erarbeitung eines „Klimaschutzteilkonzept – Anpassung an den Klimawandel“. In diesem Prozess wird sich die Stadt Oberhausen mit den Folgen des Klimawandels strategisch und ganzheitlich betrachtet auseinandersetzen. Dazu wird eine gesonderte Beschlussvorlage nach der Sommerpausen in die Gremien eingebracht.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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4,6 MB
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