Berichtsvorlage - M/16/2506-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

  1. Ausgangslage

Der Rat der Stadt Oberhausen hat in seiner Sitzung am 14.09.2015 das Handlungskonzept Flüchtlinge in Oberhausen beschlossen.

Aktuell leben 4.614 Menschen mit Fluchterfahrung in Oberhausen:

      2.313 Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen (Stand 21.02.2017)

      2.301 Menschen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen (Stand März 2017)

 

Geflüchtete Menschen können als integriert bezeichnet werden, wenn eine  gleichberechtigte Teilhabe in allen sozialen, wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Bereichen gewährleistet ist.

Integration ist ein langwieriger, wechselseitiger Prozess, an dem alle Teile der Gesellschaft aktiv mitwirken müssen.

Um verlässliche Aussagen über den Stand des Integrationsprozesses (IST-Situation) treffen zu können, bedarf es einer datengestützten Analyse. Im nächsten Schritt ist es erforderlich, mittelfristige strategische Zielsetzungen (SOLL-Zustand) zu definieren. Die Federführung für diesen strategischen Planungsprozess, der nicht nur die Integration der geflüchteten Menschen, sondern aller sogenannter „Personen mit Migrationshintergrund“ in den Blick nimmt, liegt beim  Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Oberhausen (Beschluss des Rates vom 19.12.2016 zum Kommunalen Integrationskonzept Oberhausen (KIKO);  Strategischer Steuerungsansatz & Arbeits- und Beteiligungsstruktur; siehe Drucksache Nr. B16/2072-02).

Aussagen  zum Stand des  Integrationsprozesses der 4.614 geflüchteten Menschen können zum gegenwärtigen  Zeitpunkt noch nicht getroffen werden. Die Struktur des Handlungskonzeptes für Flüchtlinge in Oberhausen bietet jedoch die Möglichkeit, Aktivitäten der handelnden Akteure zur Förderung der Integration der geflüchteten Menschen zu beschreiben.

 

  1. Strukturelle Rahmenbedingungen

Oberhausen verfügt über gute  Strukturen in Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft mit viel Erfahrung im Steuern und Begleiten von Integrationsprozessen von Neuzugewanderten.

Das Kommunale Integrationszentrum, der Bereich Soziales, der Bereich Kinder, Jugend, Bildung, die Volkshochschule , das Gesundheitsamt, das Büro für Interkultur, das Büro für Chancengleichheit und auch die Wohlfahrtsverbände, hier insbesondere die Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen waren somit inhaltlich gut vorbereitet.

Die hohe Anzahl der Neuzugewanderten hat alle Beteiligten vor große Herausforderungen gestellt, so dass Stadtverwaltung, Wohlfahrtsverbände und engagierte Bürgerinnen und Bürger ihre  Strukturen angepasst und einige Strukturen neu  geschaffen haben, um den Integrationsprozess der Neuzugewanderten zu fördern:

      Bestehende Ehrenamtsinitiativen warben um neue Mitglieder und Spenden und stellten eine ehrenamtliche Unterstützung für die Neuzugewanderten sicher

      Gründung neuer Ehrenamtsinitiativen  sowie Gründung des Netzwerkes Oberhausener Geflüchteten-Initiativen (NOGI)

      Aufstockung der Personalstellen im Team Sozialarbeit von 1,5 auf 14

      Einrichtung des Integration Point beim Jobcenter

      Einrichtung einer Stelle „Gesamtkoordination Flüchtlingswesen“ beim Bereich Soziales

      Einrichtung einer Stelle  „Flüchtlingsbeauftragte“  beim Dezernat 3, Familie, Bildung, Soziales

      Einrichtung einer Stelle  „Koordination des Ehrenamtes und der Fördermittel des ‚Komm-AN-Projektes‘“ beim Kommunalen Integrationszentrum

      Einrichtung von Koordinationsstellen der Flüchtlingsarbeit beim Deutschen Roten Kreuz und der Diakonie

      Einrichtung von zwei Stellen zur Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte bei der Volkshochschule und der Flüchtlingsbeauftragten

      Einrichtung einer Stabsstelle Gesundheitskoordination mit Schwerpunkt Flüchtlinge beim Bereich Gesundheitswesen

      Einrichtung einer Stelle Fachkraft "Integration durch Sport" beim Stadtsportbund

      Einrichtung einer Stelle „Sprachpädagogin“ bei der VHS

 

  1. Handlungskonzept Flüchtlinge in Oberhausen

Das Handlungskonzeptes Flüchtlinge in Oberhausen ist in der nachfolgenden Struktur gegliedert und beschreibt die einzelnen Handlungsfelder.

In jedem Handlungsfeld sind in den vergangenen Monaten zahlreiche Aktivitäten erfolgt, die den Integrationsprozess der Neuzugewanderten fördern und unterstützen.

 

Kapitel 4; Unterbringung der Flüchtlinge

Im Jahr 2016 konnten alle Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften, Notunterkünften und privatem Wohnraum untergebracht werden.

Die letzte Notunterkunft konnte am 30.09.2016 geschlossen werden.

Die Stadt Oberhausen unterhält in der Gabelstraße, Bahnstraße und Weierstraße Gemeinschaftsunterkünfte, die schon viele Jahre in Betrieb sind.

Neu gebaute Unterkünfte befinden sich in der Erlenstraße, Kapellenstraße, Ruhrorter Straße, Duisburger Straße, und Elsässer Straße. In diesen Unterkünften gibt es ebenfalls Sozialräume und Spielräume für Kinder.

Die Gemeinschaftsunterkünfte sind in abschließbare Appartements unterteilt und bieten dadurch hinreichenden Schutz und Privatsphäre.

Weitere Appartements befinden sich in einem Haus in der Düppelstraße.

In den Appartements der Gemeinschaftsunterkünfte sind in der Regel Familien untergebracht, aber auch Wohngemeinschaften, bestehend aus alleinstehenden Frauen oder Männern, kommen hier unter.

Mit der Unterkunft in der Helmholtzstraße wurde eine Wohngelegenheit für  ca. 20 alleinreisende Frauen mit Kindern geschaffen.

 

Ein großer Erfolg ist die Vermittlung in privatem Wohnraum.

Mit Stand Februar 2017 leben 2.313 Asylbewerber/innen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, in Oberhausen. Davon leben 1.434 in privatem Wohnraum und 879 in den Gemeinschaftsunterkünften.

2.301 Geflüchtete beziehen Leistungen nach dem SGB II und leben im privaten Wohnraum.

 

Kapitel 5.1; Betreuung und Versorgung in Gemeinschaftsunterkünften und privaten Wohnungen

Die pädagogische Arbeit zur Unterstützung des Integrationsprozesses durch das Team Sozialarbeit wurde ausführlich im Tätigkeitsbericht des Teams Sozialarbeit im Sozialausschuss am 14.12.2016 erörtert (Drucksache Nr.: M/16/2209-01). Das Deutsche Rote Kreuz  hat einen Tätigkeitsbericht im Sozialausschuss am 03.02.2016 vorgelegt (Drucksache Nr.: M16/1412-01).

 

Die Beratung und Betreuung der Geflüchteten obliegt dem Team Sozialarbeit des Bereichs Soziales. Aktuell werden folgende kommunalen Standorte von der städtischen Sozialarbeit betreut:

 

      Bahnstraße

      Düppelstraße

      Elsässer Straße

      Erlenstraße

      Gabelstraße

      Weierstraße

 

Bei den Standorten Duisburger Straße und Ruhrorter Straße wurde die Standortleitung auf das Deutsche Rote Kreuz übertragen, an den Standorten Kapellenstraße und Helmholtzstraße wurde das Diakonische Werk mit der Betreuung beauftragt.

Unter anderem werden nachfolgende  Beratungs- und Betreuungsangebote vorgehalten:

      Hilfestellung bei Behördengängen / Hilfestellung beim Ausfüllen erforderlicher Formulare

      Hilfen bei der Deeskalation von Konfliktsituationen

      Unterstützung der Flüchtlinge in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens

      Begegnungscafé in der Erlenstraße und Bahnstraße

 

Die Integration in ein reguläres Wohnumfeld ist für den Integrationsprozess von hoher Bedeutung, daher ist die intensive Begleitung bei der Bezugnahme von privatem Wohnraum hervorzuheben. Hierfür gibt es für die Flüchtlinge ein intensives Coaching, Gespräche mit den Vermietern werden geführt sowie Unterstützung bei den Umzugsmodalitäten geleistet.

Eine Mitarbeiterin ist mit der Begleitung und Koordination von ehrenamtlichen Patenschaften befasst.

 

Kapitel 5.2; Deutschkurse, Integrationskurse und Alphabetisierung für Flüchtlinge in Oberhausen

Ein ausführlicher Sachstandsbericht  zu den Sprachkursen in Oberhausen erfolgte im Sozialausschuss am 20.04.2016 (Drucksache  Nr. M/16/1612-01), zuletzt ergänzt durch den Sachstandsbericht Sprachkurse für Flüchtlinge an der Volkshochschule, Berichtsgegenstand im Kulturausschuss am 15.12.2016  (Drucksache M/16/2195-01).

 

Oberhausen verfügt über ein vielfältiges und umfangreiches Angebot an Sprachkursen:

 

      Integrationskurse (Sprachkurs und Orientierungskurs) des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

      Integrationskurse mit Alphabetisierung

      Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb

      Deutsch für Flüchtlinge –Anfänger und Fortgeschrittene

      Basissprachkurse zur Arbeitsmarktintegration (in 2015/2016)

 

Das Ehrenamt bietet im gesamten Stadtgebiet weitere Sprachkurse an (Stand März 2017):

 

      4 Alphabetisierungskurse

      19 Sprachkurse für Anfänger/innen und Fortgeschrittene

      Offenes Sprachcafe´

      Konversation für Frauen mit Begleitung der Kinder

 

Kapitel 5.3.1; Angebote zur Kinderbetreuung im Rahmen der Frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung

Die Regelangebote der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung bis zur Einschulung stehen grundsätzlich auch für Kinder aus Flüchtlingsfamilien zur Verfügung. Regelangebote in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege können jedoch dem besonderen Bedarf der Kinder aus Flüchtlingsfamilien nicht immer gerecht werden.

Die Flüchtlingsfamilien in Oberhausen kommen nicht nur aus anderen Kulturkreisen und sind daher häufig eine Fremdbetreuung von Kleinkindern aus ihren Herkunftsländern nicht gewöhnt. Viele Flüchtlingsfamilien, besonders jene aus Kriegsgebieten, waren außerdem vor und während der Flucht traumatischen Erlebnissen ausgesetzt. Im Bereich frühkindliche Bildung werden daher besondere Angebote für die Zielgruppe entwickelt.

Um Kinder aus Flüchtlingsfamilien angemessen zu fördern und zu integrieren, sind differenzierte Betreuungsangebote für die Kinder und zur Unterstützung ihrer Eltern notwendig. Die Angebote verfolgen das Ziel, das „Ankommen“ und die allmähliche Eingewöhnung in eine Fremdbetreuung der Kinder aus Flüchtlingsfamilien zu erleichtern.

 

Der Bereich 3-1 / Kinder, Jugend, Bildung und der Bereich 3-2 / Soziales haben gemeinsam ein Konzept zur zukünftigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien nach den oben beschrieben Gesichtspunkten entwickelt. Ziel des gemeinsamen Konzepts ist es, in verschiedenen Formen sogenannter „Brückenprojekte“ die betreffenden Familien an die institutionalisierte Kindertagesbetreuung heranzuführen.

Das Konzept entspricht pädagogisch inhaltlich dem Landesprogramm „Kinderbetreuung in besonderen Fällen“, das das Ministerium für Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) Anfang Mai 2015 an die Landschaftsverbände und diese dann an die Kommunen weitergeleitet haben. Verschiedene Träger bieten sowohl an Gemeinschaftsunterkünften als auch im Stadtgebiet, angeschlossen an Familienzentren oder Kirchengemeinden diese „Brückenkindergärten“ an. Dabei ist es  wichtig, zunächst in Eltern-Kind-Gruppen, sowohl die jungen Kinder als auch deren Eltern sensibel mit den für sie unbekannten Betreuungsangeboten der frühkindlichen Bildung vertraut zu machen. Im Stadtgebiet verteilt gibt es 35 Brückenprojekte, die jeweils rd. 10 Kinder betreuen.

Darüber hinaus gibt es seit November 2016 das Projekt „Fit für den Schulstart“. Dieses Projekt richtet sich an Kinder die kurz vor der Einschulung stehen. Die Finanzierung läuft über den Lions Club Oberhausen mit dem Bunten Oberhausener Norden als Träger. Die pädagogische Begleitung für das Projekt hat das Kommunale Integrationszentrum übernommen. Dieses Angebot wird perspektivisch als Brückenprojekt fortgesetzt.

Ziel aller Brückenprojekte ist es, die Kinder  in Angebote der Regelbetreuung überzuführen.

 

Beratung und Unterstützung für Eltern

Die Vermittlungsstelle Kindertageseinrichtungen/ Kindertagespflege/ Little Bird bieten Beratungsangebote für alle Eltern an, unabhängig von Ihrem Aufenthaltsstatus. Die offenen Sprechzeiten sind immer dienstags von 08:30 – 12:00 Uhr und donnerstags von 13:30 – 18:00 Uhr im Technischen Rathaus Oberhausen, Bahnhofstr. 66, 46145 Oberhausen. Für Fragen rund um das Onlinegestütztes Vermittlungsverfahren Little Bird, gibt es eine telefonische Hotline die immer von montags bis freitags von 08:30 – 12:00 Uhr besetzt ist.

Die Eltern erhalten in der Beratung Informationen zu allen Regelangeboten, d. h. Kindertagespflege und Kindertageseinrichtungen und über das Anmelde- und Aufnahmeverfahren. Auch wird über die Brückenprojekte in den jeweiligen Standorten informiert.

Es gibt keine Erfassung der Gründe für einen Betreuungswunsch wegen des Rechtsanspruchs nach SGB VIII § 24 (1). Somit wird auch nicht nach einem Flüchtlingshintergrund gefragt.

 

Im aktuellen Kindertageseinrichtungsjahr 2016/17 gibt es folgende  Bedarfsdeckung:

Für Kinder unter drei Jahren: 35,95%

Für Kinder von 3-6 Jahren: 93,97%

Im kommenden Kindertageseinrichtungsjahr 2017/18 liegt die Bedarfsdeckung bei:

Für Kinder unter drei Jahren:  37,42%

Für Kinder von 3-6 Jahren: 92,03%

Bei der Bedarfsermittlung von Plätzen in Kindertageseinrichtungen werden alle, in Oberhausen wohnende, Kinder als Berechnung zugrunde gelegt. Auch hier wird nicht zwischen Flüchtlingsgeschichte o. a unterschieden. Die Flüchtlingskinder sind darin enthalten.

Die o. g. Brückenprojekte sind ein zusätzliches Angebot.

 

Kapitel 5.3.2; Integration in das Schulsystem

Internationale Vorbereitungsklassen (IVK)

Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen (KI) hat die Federführung für die systematische Erfassung aller zugewanderten schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen. Das KI berät die Seiteneinsteiger/innen und weist sie den Internationalen Vorbereitungsklassen in den Schulen zu. Die Vermittlung in eine IVK erfolgt in Absprache mit der Unteren Schulaufsicht.

Trotz steigender Zahlen in 2016 konnten alle Schüler/innen mit Migrationshintergrund zeitnah in Internationale Vorbereitungsklassen eingeschult werden.

Die Entwicklung der Internationalen Vorbereitungsklassen:

2015: 26 Klassen, 511 Seiteneinsteiger, davon   200 Geflüchtete (rd 40%)

2017:62 Klassen, 943 Seiteneinsteiger, davon 722 Geflüchtete (rd. 80%)

Primarbereich:

22 Klassen, 322 Seiteneinsteiger, davon 246 Geflüchtete (76,4%).

Um eine gleichmäßige Verteilung im Stadtgebiet zu gewährleisten, haben alle Schulen in Oberhausen Internationale Vorbereitungsklassen.

Die maximale Verweildauer in einer Internationalen Vorbereitungsklasse beträgt 2 Jahre, spätestens dann vollzieht sich der Übergang in das Regelsystem.

Darüber hinaus  leitet das KI einen Lehrerarbeitskreis und organisiert Fortbildungen für den Personenkreis unter anderem zu folgenden Themen:

 

      Trauma und Traumafolgestörungen

      Interkulturelle Kompetenz

      Alphabetisierung

      Grammatik/Deutsch als Fremdsprache

      Praxis: Fragen und Perspektiven von A bis Z

 

Sommerschule

Kinder und Jugendliche, die erst kurz in Deutschland sind, haben die Möglichkeit, die Sommerschule des KI zu besuchen.  Die Sommerschule findet während der Sommerferien statt und bietet eine erste Vorbereitung auf die Schulzeit. Im Anschluss erfolgt dann die Aufnahme in einer Internationalen Vorbereitungsklasse. In der Sommerschule 2016 wurden 114 Kinder unterrichtet, davon 107 Geflüchtete.

 

Kapitel 5.3.3; Angebote für Flüchtlingsfamilien im Offenen Ganztag

Das Angebot des Offenen Ganztages in Oberhausen an Oberhausener Grundschulen steht allen Schulkindern aus Flüchtlingsfamilien zur Verfügung und ist interkulturell ausgerichtet. Im Rahmen des Offenen Ganztags werden Kinder bei den Hausaufgaben betreut, Bewegungsangebote werden unterbreitet und Schlüsselkompetenzen vermittelt. Dieses Angebot ist für Kinder, deren Eltern aufgrund von Sprachbarrieren den Lernprozess nicht unterstützen können, von hoher Relevanz.

Im Schuljahr 2015 / 2016 gab es 177 geförderte geflüchtete Kinder, die den Offenen Ganztag besucht haben.

Im Schuljahr 2016 / 2017 besuchen 196 geflüchtete Kinder mit erhöhter Förderung den Offenen Ganztag.

 

 

Kapitel 5.3.4; Schulsozialarbeit mit Schülerinnen und Schülern aus Flüchtlingsfamilien

An Oberhausener Schulen sind 11,5 Stellen für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unbefristet, finanziert durch die Kommune, eingerichtet.

8,5 Stellen werden über Bildung und Teilhabe bis 31.12.2017 gefördert. Weitere 14,5 Stellen werden zunächst bis 31.12.2017 über das Land NRW gefördert, eine Programmverlängerung ist in Aussicht gestellt.

Die Sozialarbeiter/innen beraten die Schüler/innen in Problemlagen und kooperieren dabei eng mit den Eltern, Lehrer/innen und dem Bereich Erzieherische Hilfen. Im Schwerpunkt vermitteln sie den jungen Neuzugewanderten die gesellschaftlichen und schulischen Regeln und bieten Unterstützung bei der Einhaltung dieser Regeln an.

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratung ist die Beantragung von Mitteln zur Bildung und Teilhabe.

 

Darüber hinaus initiieren die Schulsozialarbeiter/innen Schulprojekte mit den Schüler/innen der Internationalen Vorbereitungsklassen, zum Beispiel:

 

      Sexuelle Gesundheit

      Soziales Kompetenztraining

      Theaterprojekte

      Rap-und HipHop-Workshops um Erlebtes in Texten und Musik zu beschreiben und zu verarbeiten

      Lesepatenschaften

      Ausflüge

 

Kapitel 5.4; Jugendarbeit und Jugendhilfe

Die Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer/innen (UMA) wurde im Jugendhilfeausschuss am 30.11.2016 erörtert (Drucksache Nr.: M/16/2169-01).

Da die Unterbringung, Versorgung und Betreuung von UMA spezielles Fachwissen erfordert, wurde zum 01.11.2016 eine Fachstelle UMA mit 5 Sozialarbeiter/innen und einer Verwaltungsfachkraft eingerichtet. Die Fachstelle ist unter anderem vernetzt mit den Jugendhilfeanbietern, der Amtsvormundschaft, dem Familiengericht, der Wirtschaftlichen Jugendhilfe und dem Bereich Soziales.

Der Integrationsprozess wird durch ein Clearingverfahren und bei Bedarf durch ambulante und stationäre Jugendhilfemaßnahmen gefördert.

Ein Großteil der Jugendlichen befindet sich in einer stationären Maßnahme. Die stationären Träger halten sozialpädagogische Projekte vor, die auf die Bedürfnisse der jungen Geflüchteten ausgerichtete sind. Das kann ein zusätzlicher Deutschunterricht sein, Kochkurse, Fotoprojekte oder die Vermittlung von IT-Kenntnissen.

 

Kapitel 5.5; Arbeit und Ausbildung

Seit Anfang 2016 gibt es den Integration Point (IP) an der Essener Straße als erste Anlaufstation für geflüchtete Menschen, die Arbeit oder Ausbildung suchen. Arbeitsagentur (AA) und Jobcenter (JC) arbeiten im IP eng zusammen, dazu kommt eine kurze Verbindung zum Ausländeramt über eine Hotline. Geflüchtete Menschen im Asylverfahren werden über die AA betreut (ca. 400 Menschen), anerkannte Geflüchtete (aktuell ca. 850 Menschen) über das JC. Im IP stehen dafür aktuell 15 Beschäftigte zur Verfügung. Die Regelangebote stehen Geflüchteten offen, die länger hier leben.

Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) anerkannte Geflüchtete haben unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Geflüchtete im Anerkennungsverfahren haben in der Regel nach drei Monaten Arbeitsmarktzugang, ggf. nach einer Vorrangprüfung. Die Ausbildungsaufnahme in einem anerkannten Ausbildungsberuf ist ohne Erlaubnis möglich.

Im Erstgespräch erfolgt die Abklärung aller schulischen und beruflichen Kenntnisse. Gemeinsam mit dem Geflüchteten wird eine Integrationsstrategie erarbeitet. Evtl. sprachliche Hürden bei der persönlichen Beratung können durch den Einsatz einer Dolmetscher-Telefonhotline überwunden werden. Derzeit wird die Sprachunterstützung für 16 Sprachen angeboten u.a. Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Dari. Insgesamt wurden 650 Menschen im SGB III und 1400 in SGB II beraten (Doppelzählungen möglich). 

 

Eine zentrale Bedingung für die Arbeitsmarkt- oder Ausbildungsintegration sind im Regelfall ausreichende Deutschkenntnisse, daher werden Geflüchtete je nach persönlichen Voraussetzungen in Integrationskurse und andere Sprachförderungen vermittelt. Parallel dazu wird durch das IQ-Netzwerk („Integration durch Qualifizierung“, Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales) im IP die Anerkennung von im Ausland erworbener Qualifikationen unterstützt.

Schon im laufenden Asylverfahren stehen Geflüchteten aus Ländern mit einer hohen Bleibeperspektive (Syrien, Iran, Irak, Eritrea, Somalia) berufliche Fortbildungsmaßnahmen offen. Anerkannten Geflüchteten mit Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II steht das gesamte Förderungsinstrumentarium uneingeschränkt zur Verfügung.

So gibt es verschiedene Angebote zur beruflichen Orientierung  und/oder Qualifikation sowie zur Vorbereitung und Begleitung von beruflicher Ausbildung (Förderzentrum für Flüchtlinge, Einstiegsqualifizierung, Berufsorientierung für Flüchtlinge, Fortbildungen und Umschulungen, Praktikumsvermittlung, Einstiegsgeld, Lohnkostenzuschüsse usw.).

Ein wesentliches Instrument um Begegnungen zwischen geflüchteten Menschen und den örtlichen Arbeitgebern zu organisieren ist die Einrichtung von sog. Branchenmarktplätzen. Zwei Kolleginnen des Arbeitsgeberservices stellen dabei Arbeitgebern, die einstellen wollen, geeignete und interessierte Geflüchtete im Betrieb vor. Hier lernen sich alle Beteiligten kennen und können dann im Anschluss in der Regel im Rahmen eines Praktikums ausprobieren, ob gemeinsam eine weitere Zusammenarbeit möglich ist.

Bis Anfang Februar haben 32 Marktplätze stattgefunden; daraus resultierten 61 Praktika, 19 versicherungspflichtige Einstellungen in Arbeit,  1 Erprobung bei der  Einstiegsqualifizierung und 4 Minijobs. Da der Fokus vor allem auf sehr kurz hier lebende Menschen gelegt wird, sind die Erfolge positiv zu bewerten. Darüber hinaus konnten 2016 noch rd. 140 Geflüchtete vermittelt werden.

Erwähnenswert ist noch die wichtige Rolle der ehrenamtlich engagierten Menschen, die Geflüchtete begleiten, auch in Bezug auf die Integration in Arbeit und Ausbildung. Diese helfen wesentlich dabei, geflüchteten Menschen sowohl das Ausbildungssystem wie das Arbeitsmarktsystem in Deutschland näher zu bringen und kulturelle Hürden zu überwinden.  Dieses Anliegen verfolgen auch Arbeitgeberverbände und viele andere Einrichtungen. Arbeitsagentur, Jobcenter und IP suchen daher die Kooperation mit allen Akteuren. Diese Zusammenarbeit  noch produktiver zu machen, ist sicher eine Aufgabe der nächsten Zeit.

 

Kapitel 5.6; Gesundheit für Flüchtlinge

 

Gynäkologische Versorgung und Geburtshilfe von geflüchteten Frauen

Gynäkologische Sprechstunden für geflüchtete Frauen

Das St. Clemens Hospital sowie die Gemeinschaftspraxis Dr. Schmeling bieten gynäkologische Sprechstunden für geflüchtete Frauen an. Im Rahmen dieser Sprechstunden sind viele Sprachen verfügbar (Englisch, Polnisch, Türkisch, Russisch, Arabisch).

 

Hebammensprechstunde

Seit Februar 2016 findet in Oberhausen an jedem ersten und dritten Mittwoch eines Monats eine Hebammensprechstunde statt. Durchgeführt wird dieses Angebot von insgesamt sieben Hebammen, die abwechselnd schwangere geflüchtete Frauen im Zentrum für Integration (ZIB) betreuen. Dolmetscher unterstützen das Angebot, welches über Mittel der Bundesinitiative Frühe Hilfen finanziert wird.

 

Beratungen für geflüchtete Frauen

Die Pro Familia in Oberhausen bietet zusätzliche Beratungsstunden für geflüchtete Frauen an. Eine Gynäkologin betreut dort schwangere geflüchtete Frauen und berät zu Themen wie Verhütung, Familienplanung, Kinderwunsch, usw. Darüber hinaus werden gynäkologische Sprechstunden in einer Flüchtlingseinrichtung in Oberhausen angeboten.

 

Psychiatrische, psychotherapeutische und psychosoziale Versorgung von Geflüchteten

Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche am LVR-Klinikum Essen

Durch eine Kooperation zwischen dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst der Stadt Oberhausen und der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des LVR-Klinikums Essen kann gewährleistet werden, dass bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung eine grundlegende Diagnostik und Beratung zu erforderlichen Hilfen innerhalb weniger Tage angeboten wird und ggfs. eine sofortige stationäre Aufnahme erfolgen kann. Das Personal des LVR-Klinikum halt diverse Sprachen wie Syrisch, Syrisch, Türkisch, Englisch, Griechisch und Französisch vor.

 

Frau Prof. Dr. Bosshard

Frau Prof. Dr. Bosshard, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie bietet eine Therapiestunde pro Woche für Geflüchtete, auch in englischer Sprache, an.

 

Beratung für geflüchtete Frauen mit Gewalterlebnissen und Traumatisierungen

Die Frauenberatungsstelle bietet eine Beratung für geflüchtete Frauen mit Gewalterlebnissen und Traumatisierungen an. Dolmetscherinnen sind verfügbar. Das Angebot wird aus Mitteln des Landes NRW finanziert.

 

Ressourcengruppen für Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchtgeschichte

In Oberhausen wurden insgesamt zehn Mediatorinnen und Mediatoren für die Durchführung solcher Ressourcengruppen ausgebildet und führen diese Gruppen seit April 2016 durch. Koordiniert wird dieses Angebot durch „die kurbel“ - Katholisches Jugendwerk Oberhausen gGmbH. Ein Element der Gesprächsgruppe für Migranten verschiedener Herkunft ist u.a. die ressourcenaktivierende und fördernde Arbeit. Die Teilnehmer sollen dabei ermutigt werden, Belastungen in ihrem Alltag in der bzw. durch die Fremde zu entdecken und zu benennen sowie diese mit Ressourcen aus ihrer Herkunftsregion besser zu bewältigen. Die Ressourcengruppe hat die Zielsetzung, dass Teilnehmer sich ihren Belastungen im Alltag (Migrationsstress und anderer sozialer Stress) und ihrer Auswirkungen bewusst werden.

 

Die Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche, Junge Erwachsene und Eltern

Die Psychologische Beratungsstelle der Stadt Oberhausen öffnet seit Ende 2016 ihr Angebot auch für geflüchtete Kinder, Jugendliche und ihre Eltern. Das Portfolio der Beratungsstelle reicht von Beratungsgesprächen, Familienberatungen, Familientherapien, Ehe- bzw. Partnerschaftsberatung bis hin  zu Einzel-, Gruppen- und Spieltherapien, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und psychologischer Diagnostik. Darüber hinaus sollen auch Seminare für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durchgeführt werden, um diese zu schulen, wie man Traumatisierungen oder andere psychische Erkrankungen erkennt und damit umgeht.

 

Psychodiagnostische Sprechstunde für Geflüchtete

Durch eine Initiative des PsychotherapeutInnen-Netzwerk Oberhausen e.V. finde seit Juli 2016 eine psychodiagnostische Sprechstunde für Geflüchtete zur Erhebung des psychischen Status, zur Diagnostik und Indikationsstellung für die Notwendigkeit und Angemessenheit von weiteren Versorgungsmaßnahmen wie Psychotherapie, psychosoziale und sozialtherapeutische Maßnahmen, statt. SozialarbeiterInnen, KinderbetreuerInnen, HausmeisterInnen und DeutschlehrerInnen wurden dazu angehalten, Kinder oder Erwachsene, die verhaltensauffällig sind oder wo der Eindruck entsteht, eine oben erwähnte Versorgungsmaßnahme wäre angebracht, an das Gesundheitsamt zu melden. Von dort werden die PsychotherapeutInnen informiert und evtl. ein erstes Gespräch initiiert. Da für die Durchführung dieser Gespräche Dolmetscher zwingend erforderlich sind, konnte eine Finanzierungsmöglichkeit für Dolmetscher über den Bereich Soziales der Stadt Oberhausen ermöglicht werden.

 

Sexuelle Gesundheit

Teilnahme am interkulturellen Wanderparcours Liebes Welten

Insbesondere Jugendliche, aber auch junge Erwachsene haben häufig Fragen, die sich nicht immer in der Familie oder im Freundeskreis leicht ansprechen lassen. Dazu gehören Fragen zur Verhütung, zur Familienplanung, Sexualität, HIV-Prävention, Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten, aber auch zu Wertevorstellungen in der Gesellschaft. Gerade für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gibt es wenige Möglichkeiten, sich über diese Themen kultursensibel und in ihrer Muttersprache auszutauschen und ihr Wissen in diesen Bereichen zu vertiefen. Das Beratungszentrum Lore-Agnes-Haus der AWO in Essen bietet für diesen Themenbereich den interkulturellen Wanderparcours Liebes Welten an. Der Parcours wird von sogenannten Teamern und Teamerinnen begleitet, Männer und Frauen, die speziell für Liebes-Welten ausgebildet wurden. Sie haben selbst einen Migrationshintergrund und sprechen insgesamt über 40 Sprachen, von Albanisch bis Urdu. Durch Spendengelder der Bürgerstiftung der Sparkasse Oberhausen können wir diese Maßnahmen allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die eine internationale Förderklasse oder einen Sprachkurs in Oberhausen besuchen, anbieten.

 

Spezielle Sprechstunden für Geflüchtete der Oberhausener Kliniken und niedergelassenen Ärzten

Mehrere Krankenhäuser bieten spezielle Sprechstunden für Geflüchtete in den Fachbereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe (siehe unter Gynäkologische Versorgung und Geburtshilfe von geflüchteten Frauen), Innere Medizin, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie sowie Neurologie an. Dolmetscher oder fremdsprachige ÄrztInnen stehen zur Verfügung.

 

Zahnmedizinische Versorgung von Geflüchteten

Zahnprophylaxe für geflüchtete Kinder

Durch einen Kooperation von Terre des Hommes mit dem „Arbeitskreis Zahnmedizinische Prophylaxe Oberhausen“ wurde ein Zahnpflegeprojekt ins Leben gerufen, da die Zahngesundheit vieler Flüchtlingskinder hohe Defizite aufweist. So wurden in einem ersten Schritt, zunächst die ehrenamtlichen Kinderbetreuerinnen und Betreuer von Terre des Hommes in der Durchführung von Gruppenzahnprophylaxe durch die Prophylaxehelferinnen der Stadt Oberhausen geschult. Ziel der Veranstaltung war es, dass die Betreuerinnen und Betreuer zukünftig selbständig in der Lage sind diese Zahnprophylaxeveranstaltungen in den Flüchtlingseinrichtungen durchzuführen. Um den Ablauf einer solchen Veranstaltung einmal live mitzuerleben, wurden darüber hinaus geflüchtete Kinder ins Gesundheitsamt der Stadt Oberhausen eingeladen. Insgesamt nahmen 15 Jungen und Mädchen an den zwei Zahnprophylaxeveranstaltungen teil. Gemeinsam mit den Prophylaxehelferinnen und ihren Betreuern entdeckten sie die bunte Welt rund um die Zahnpflege und Ernährung.

 

Kapitel 5.7; Kultur

In der Stadt Oberhausen hat es 2016 viele kulturelle Angebote für Geflüchtete gegeben, die von den städtischen Kulturinstituten, freien Trägern und Kirchen oft in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen angeboten wurden. Um einen Überblick über die Angebote zu gewinnen, diese zu strukturieren und zu vernetzen hat das Büro für Interkultur in Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsbeauftragten zwei Konferenzen „Kultur mit Flüchtlingen im März und im Juni 2016 ausgerichtet.

In diesem Zusammenhang wurden auch Grundsätze für die Kulturarbeit mit geflüchteten Menschen diskutiert, um die Qualität der Angebote zu sichern.

Schon während der Konferenzen wurde deutlich, dass alle städtischen Kultureinrichtungen sich in der Arbeit mit Geflüchteten engagieren. Hierzu einige  Beispiele:

 

      Die Stadtbibliothek bietet in der Bibliothek der Kulturen ein Sprachencafé an, das sehr gut angenommen wird, um Neuankömmlingen auf spielerische Art und Weise die deutsche Sprache näher zu bringen

      Die Volkshochschule bietet neben Sprachkursen auch zahlreiche Projekte und Kulturveranstaltungen an

      Malschule und LUDWIG GALERIE  haben in Zusammenarbeit mit der Ruhrwerkstatt, der Concordiaschule, dem Verein  zur Betreuung von Schulkindern e.V. im Offenen Ganztag die Projekte SPACE WIDE OPEN I + II durchgeführt

      Die Musikschule bietet in den Osterferien in Kooperation mit der VHS ein Programm Musik und Sprache im Place2Be an

      Das Theater lädt in Kooperation mit Flüchtlingsunterkünften regelmäßig Geflüchtete zu Theaterbesuchen ein

      „Medea“ wurde mit geflüchteten Künstlern inszeniert (Regie und Bühnenbild)

      In Zusammenarbeit mit dem DRK ist die Theatergruppe „Bretterstürmer“ finanziert aus dem Kulturrucksackprogramm entstanden

      Mitarbeiterinnen des Theaters  machen regelmäßig Kulturangebote in den Flüchtlingsunterkünften Ruhrstraße und Duisburger Straße (Frauengruppe, Hausaufgabenbetreuung, Feste und Brauchtum)

      IVK-Klassen werden zu Kinder- und Jugendstücken eingeladen

      Das Büro für Interkultur/MULTI hat am 4. Dezember 2016 ein Benefizkonzert mit der israelischen Künstlerin NOA veranstaltet und Gelder akquiriert, um geflüchteten Jugendlichen die Teilnahme an der MULTI 2017 zu ermöglichen

      Teilnahme von 10 geflüchtete Jugendliche an der Multi 2016

      Kostenfreies Angebote der Städtischen Musikschule für Geflüchtete

      Unterstützung der Musikschule durch kostenlose Zurverfügungstellung von Instrumenten für ehrenamtliche Angebote

 

Über die städtischen Kulturinstitute hinaus sind freie Träger wie Kunst im Turm e.V., Terre des Hommes  und die Ruhrwerkstatt aktiv und machen Kulturangebote für Geflüchtete. Dies ist auch in Kirchengemeinden und Flüchtlingsunterkünften mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern der Fall.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Interesse der geflüchteten Menschen an Kulturangeboten sich im Laufe des Jahres 2016 verändert hat: Geflüchtete haben als Neuankömmlingen in Oberhausen die Kulturangebote oft zur ersten Orientierung und zur Kontaktaufnahme genutzt. Nach nunmehr  längerem Aufenthalt in Oberhausen sind die Geflüchteten verstärkt an einer Arbeitsaufnahme oder an einer Fortsetzung ihres Studiums/ihrer Ausbildung interessiert.  Zudem existieren inzwischen auch selbstorganisierte Strukturen, wie z.B. der Chor an der Ruhrwerkstatt, wo syrische Männer zusammenkommen und gemeinsam ihre Kultur pflegen.

Gleichzeitig konnten im Laufe des Jahres 2016 durch die Verfügbarkeit  zahlreicher Fördermöglichketen Professionalisierungsprozesse stattfinden, wie z. B. die Einstellung von Bildungskoordinatorinnen.

Die Kultur- und Bildungsarbeit mit geflüchteten Menschen wird nun verstetigt, qualitativ verbessert  und nachhaltig angelegt. Dies ist insbesondere in der Zusammenarbeit mit Sprachkursen und Schulen der Fall.

 

 

Kapitel 5.7; Sport

Das Kommunale Integrationszentrum initiiert zur Förderung des Integrationsprozesses Maßnahmen im Sportbereich. Dies geschieht unter anderem mit dem Stadtsportbund, der durch die Einstellung einer Fachkraft „Integration durch Sport“  diesen Aufgabenschwerpunkt ebenfalls forciert.

Folgende Projekte wurden umgesetzt:

 

      Sport und Sprache; Offener Sporttreff für jugendliche Geflüchtete mit einer Kombination von Ballsport und Sprachförderung

      Schwimmen und Sprache; Sprach- und Schwimmunterricht für Grundschulkinder während der Herbstferien 2016 (Fortsetzung in 2017 geplant)

      Maßnahmen zur Aus- und Fortbildung; Übungsleiter C-Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund

      Sommerfest eines Turnvereins für Flüchtlingskinder mit dem Ziel der Mitgliedergewinnung

 

Der Stadtsportbund hat sich das Ziel gesetzt, ihre Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für die örtlichen Sportvereine zu erhöhen, um viele Vereine zur Integrationsarbeit zu bewegen. Bislang führen offiziell 10 der 220 Oberhausener Sportvereine auf Migranten zugeschnittene Angebote durch. Diesen Anteil gilt es zu erhöhen, da die Teilhabe an Sportprojekten im hohen Maße integrationsfördernd ist.

Kapitel 6; Geflüchteten – Arbeit als Gemeinschaftsaufgabe

Akteure in der Arbeit mit geflüchteten Menschen sind neben der Verwaltung die Wohlfahrtsverbände, Kirchen, gemeinnützige Träger, Bürgerinitiativen, Migrantenselbstorganisationen und die Politik.  Die Aktivitäten sind vielfältig und umfassen unter anderem die Flüchtlingsberatung, Sprachkurse, Soziale Betreuung, Beschäftigungsfördernde Maßnahmen, Freizeitangebote  und Patenschaften.

Mit Stand Februar 2017 unterstützen rund 380 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger die geflüchteten Menschen. Hinzu kommen weitere Unterstützer/innen, die sich keiner Kirche, Wohlfahrtsorganisation oder Geflüchteten-Initiative angeschlossen haben.

Dieses Engagement wird durch nachhaltige Kommunikationsstrukturen und durch finanzielle Mittel aus dem vom Land NRW geförderten „Komm-AN-Projekt“ unterstützt.

Folgende Kommunikationsstrukturen sind für die Koordination und Vernetzung der Akteure in der Flüchtlingsarbeit implementiert:

 

      Arbeitskreis Geflüchtete; der Arbeitskreis Geflüchtete ist eine Informations- und Diskussionsplattform und findet 1-mal im Monat unter Leitung der Flüchtlingsbeauftragten statt

      Verwaltungsinterner Runder Tisch Geflüchtete unter Leitung der Beigeordneten

      Erweiterter Runder Tisch Geflüchtete unter der Leitung der Beigeordneten mit den Akteuren der Geflüchtetenhilfe

      Monatliches Treffen zwischen dem Bereichsleiter des Bereich Soziales, Vertretern der Geflüchteten-Initiative und der Flüchtlingsbeauftragten zum Zwecke des Informationsaustausches und Klärung etwaiger Konflikte oder Sachfragen

      Arbeitskreis Geflüchtete Frauen

 

In den Arbeitskreisen wird regelmäßig oder anlassbezogen fachlich informiert und diskutiert, Bedarfe der Geflüchteten geklärt, Strategien und Maßnahmen entwickelt und die Zusammenarbeit optimiert.

 

Geflüchtete Frauen

Die Beratung und Betreuung geflüchteter Frauen ist  im Handlungskonzept Flüchtlinge in Oberhausen bislang nicht gesondert beschrieben. Da Frauen  spezifische Fluchtgründe haben können und aufgrund von struktureller Gewalt anders als Männer von der Fluchtsituation betroffen sein können, haben die Gleichstellungsstelle und die Flüchtlingsbeauftragte  zu diesem Themenfeld eine  Arbeitsgruppe mit Akteurinnen in der Oberhausener Frauenarbeit initiiert. Nachfolgende Angebote unterstützen den Integrationsprozess von geflüchteten Frauen (Auszug):

 

      Gruppenangebot für afrikanische Frauen

      Traumaberatung der Frauenberatungsstelle

      „Mütter und Talente“, Coaching für Frauen mit Migrationshintergrund zur beruflichen Integration der Kurbel

      Theaterprojekt

      Workshop zur Selbstbehauptung im Rahmen der Fahnenaktion „NEIN heißt NEIN!“ am 25.11.2016

      Informationsbroschüren zu Hilfsangeboten bei Gewalterfahrungen in verschiedenen und in leichter Sprache

      Nähaktion des Zonta-Club Oberhausen für und mit geflüchteten Frauen

 

In Oberhausen bleibt die Unterbringung Helmholtzstraße als separater Schutzraum für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder bestehen. Der AK Gewalt wird die Zielgruppe geflüchtete Frauen weiterhin in den Fokus nehmen und beispielsweise weitere Selbstbehauptungstrainings initiieren.
Die Anforderung von spezifischen Deutschkursen für Frauen mit Kinderbetreuung besteht aus Sicht der Gleichstellungsstelle weiterhin. Deutschkenntnisse sind auch Grundlage für die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt. Wie bei der Beteiligungsquote bei Deutschkursen sind Frauen bislang unterrepräsentiert in der Wahrnehmung der unterstützenden Leistungen des Integrationspoints. Die weitere Aufgabe ist es, die Ansprache- und Motivationsmöglichkeiten gezielt für Frauen zu optimieren.

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