Berichtsvorlage - M/16/2415-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Gemessen an der Einwohnerzahl hat Oberhausen einen großen Rotlichtbezirk. Das Zentrum der Prostitution ist die Flaßhofstraße mit 16 Häusern, wo Prostituierte eines von ca. 230 Zimmern mieten können. Neben den Bordellen gibt es in Oberhausen auch noch ca. elf Clubs und Barbetriebe. Schätzungsweiße sind ca. 300 Frauen in der Sexarbeit tätigt. Dabei ist zu beachten, dass Prostituierte eine sehr mobile Gruppe sind und eine hohe Fluktuation herrscht, so dass immer neue Frauen in Oberhausen arbeiten. Mit ca. zehn Prozent sind deutsche Frauen in der Minderheit. Die meisten Sexarbeiterinnen kommen aus Rumänien und Bulgarien. Laut Zahlen der Beratungsstelle Madonna haben 53 bis 67% der Frauen keine Krankenversicherung.

 

Aufgrund dessen wurde zusammen mit dem Verein SOLWODI eine gynäkologische Sprechstunde für Prostituierte initiiert. SOLWODI verfügt über Spendengelder des Zonta Clubs Oberhausen, wodurch eine Gynäkologin als Honorarkraft eingestellt werden konnte.  Medizinische Geräte wie z.B. eine Untersuchungslampe konnten ebenfalls über diese Spendengelder finanziert werden. Weitere Gelder für Instrumente und Verbrauchsmaterialen wurden in Kooperation mit SOLWODI über die Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation beantragt.

 

Neben einer gynäkologischen Untersuchung werden die Frauen auch die Möglichkeit haben, sich auf HIV und andere sexuell übertragbare Erkrankungen testen zu lassen. Dieses Angebot soll besonders Frauen zu Gute kommen, die keine Krankenversicherung haben. Durch die aufsuchende Arbeit des Vereins SOLWODI wurde bereits deutlich, dass viele Frauen, die in der Sexarbeit tätig sind, nach einer gynäkologischen Untersuchung sowie einem Testangebot für HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen fragen. Aufgrund einer fehlenden Krankenversicherung und oftmals mangelnden Deutschkenntnissen ist es ihnen nicht möglich eine niedergelassene Frauenarztpraxis zu besuchen oder das Testangebot des Gesundheitsamts in Anspruch zu nehmen.

 

Die Untersuchungen werden im Gesundheitsamt der Stadt Oberhausen stattfinden. Zum einen gibt es dort einen Raum, der mit einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl ausgestattet ist. Zum anderen ist dort auch die Beratungsstelle für HIV und andere sexuell übertragbare Erkrankungen angesiedelt und kann den Frauen eine Beratung sowie einen kostenlosen HIV- und Syphilis-Test anbieten.

 

Inhalte der gynäkologischen Sprechstunde:

 

-          Beratung zu Verhütungsmitteln, Erkrankungen, usw.

-          Gynäkologische Untersuchung

-          Zervixabstrich

-          Gynäkologische Tastuntersuchung

-          Tastuntersuchung der Brüste

-          Schwangerschaftstest

-          Urinuntersuchung

-          Chlamydientest (Selbstkostenbeitrag)

-          Laboranalyse des Abstrichs (Selbskostenbeitrag)

-          HIV-Test (Bereich Gesundheitswesen der Stadt Oberhausen)

-          Syphilis-Test (Bereich Gesundheitswesen der Stadt Oberhausen)

-          Beratung zu allen sexuell übertragbaren Krankheiten (Bereich Gesundheitswesen der Stadt Oberhausen)

-          Informationsmaterial für viele Themen der Frauengesundheit und der Gesundheit von Prostituierten

 

Zum Start des Projektes werden wir zunächst einmal im Monat für ca. 2 Stunden eine gynäkologische Sprechstunde anbieten. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt kann der zeitliche Umfang dem Bedarf noch nachträglich angepasst werden.

 

Mit dem Projekt möchten wir die Gesundheit von Prostituierten in Oberhausen verbessern. Durch das Testangebot möchten wir HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen weiter eindämmen. Außerdem erhoffen wir uns, dass die Frauen bei uns durchweg positive Erfahrungen machen und unser Angebot durch Empfehlungen im entsprechenden Personenkreis bekannt wird und wir die Frauen besser erreichen können.

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