Berichtsvorlage - M/16/2223-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Ausgangslage

 

Die Stadt Oberhausen beabsichtigt, im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes Oberhausen-Sterkrade (IHK) eine umfassende Aufwertung des öffentlichen Raums. Um die Erlebbarkeit der Innenstadt zu verbessern, sollen die Plätze in der Innenstadt und die Fußgängerzone aufgewertet werden. Dabei soll ein Relaunch der gesamten Innenstadtgestaltung erfolgen und ein moderner Charakter erwirkt werden. Aufbauend auf der heutigen Gestaltung werden die zentralen Plätze und wichtigsten Aufenthaltsbereiche weiterentwickelt bzw. freundlicher und grüner gestaltet. Aktionsbereiche sind beispielsweise der Kleine und Große Markt, der Bahnhofsvorplatz, die Fußgängerzone sowie die Randlangen abseits dieser zentralen und wichtigen Bereiche.

 

Öffentliche Frei- und Grünflächen jenseits dieser Plätze sind im Stadterneuerungsgebiet Oberhausen Sterkrade kaum vorhanden. Lediglich der Volkspark bietet eine innenstadtnahe Erholungsmöglichkeit. Dementsprechend ist der Versieglungsgrad im Innenstadtbereich relativ hoch. Aufenthaltsmöglichkeiten für die Anwohnerinnen und Anwohner in der Innenstadt sowie Spiel- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche gibt es kaum. Derzeit gibt es mit den Spielplätzen an der Gartenstraße und an der Tirpitzstraße zwei Bewegungsflächen für Kinder. Beide sind jedoch mehr oder weniger erneuerungsbedürftig. Vor diesem Hintergrund wurde die Aufwertung dieser beiden Spielplätze als Maßnahmenbaustein in das IHK integriert.

 

Verfahrensablauf

 

Im Rahmen der Umsetzung des IHK wurde ein Wettbewerblicher Dialog für die Erneuerung und Qualifizierung der beiden Spielplätze an der Gartenstraße und Tirpitzstraße in Oberhausen Sterkrade durchgeführt. Im Zuge der Erneuerung sollen der Spielplatz an der Gartenstraße zu einem generationenübergreifenden Quartiersplatz umgestaltet und der Spielplatz an der Tirpitzstraße gestalterisch aufgewertet werden.

 

Nach erfolgter Bekanntmachung haben insgesamt neun Büros eine Interessensbekundung für das Verfahren des Wettbewerblichen Dialogs bei der Stadt Oberhausen eingereicht. Zur Eingrenzung der Bewerber wurde um die Zusendung von drei vergleichbaren Referenzen (LP 2-8) im Bereich der geforderten Leistungen im urbanen Raum aus den letzten fünf Jahren gebeten. Im Rahmen der Vorauswahl wurden die eingereichten Referenzen nach den folgenden Eignungskriterien bewertet:

 

  • Umgestaltung eines vorhandenen Spielplatzes
  • Planung eines Quartiersplatzes im Bestand
  • Lage im urbanen Raum

 

Drei Landschaftsarchitekturbüros wurden nach erfolgter Eignungsprüfung schließlich damit beauftragt, für die beiden genannten Spielplätze Ideen zu entwickeln und Lösungsvorschläge inklusive einer entsprechenden Kostenschätzung zu erarbeiten. Jedes Büro erhielt pauschal eine Aufwandsentschädigung von 5.000 € brutto (inkl. 19 % MwSt und Nebenkosten).

 

Folgende Landschaftsarchitekturbüros wurden dabei durch das Losverfahren ausgewählt:

 

  • Planungsbüro STADTKINDER
  • ST-FREIRAUM
  • Reinders LandschaftsArchitekten

 

Bevor die Büros ihre Arbeit aufgenommen haben, wurden die Wünsche und Ideen der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer im Rahmen einer Beteiligungsaktion abgefragt, um diese Ansätze mit in den Prozess einfließen lassen zu können. Diese Aktion wurde am 28. September 2016 auf dem Spielplatz an der Gartenstraße durchgeführt.

 

Für die Umgestaltung des Spielplatzes an der Gartenstraße wurden Kinder der nahegelegenen Offenen Ganztagsschule (OGS) Steinbrinkschule, des Familienberatungszentrums Knotenpunkt, des Jugendzentrums GOT Sterkrade sowie Anwohnerkinder intensiv durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Kinderbüros gemeinsam mit dem Citymanagement Sterkrade befragt. Die Ergebnisse dieser Beteiligungsaktion wurden den drei Büros mittels einer Ergebnisdokumentation zur Verfügung gestellt und waren bei der Erarbeitung der Lösungsvorschläge einzuarbeiten.

 

Das Dialoggespräch mit anschließender Ortsbegehung fand am 4. Oktober 2016 im Technischen Rathaus in Oberhausen Sterkrade statt. Nach einer einmonatigen Erarbeitungszeit wurden von den Büros am 3. November 2016 die entwickelten Lösungsvorschläge und Entwurfsideen bei der Stadt Oberhausen eingereicht. Im Anschluss erfolgte die Vorprüfung der eingegangenen Unterlagen durch die Fachverwaltung anhand der nachfolgenden Bewertungskriterien.

 

  • Aufwertung Spielplatz Tirpitzstraße
    • Zielgruppenspezifische Ausrichtung
    • Vielfalt der Spiel- und Bewegungsangebote
    • Qualität von Material und Mobiliar
    • Spielwert und Aufenthaltsqualität
    • Qualität der Grünflächengestaltung

 

  • Umgestaltung Spielplatz Gartenstraße zum Quartiersplatz
    • Generationenübergreifendes Gesamtkonzept
    • Nutzbarkeit als Treffpunkt und Quartiersplatz
    • Vielfalt der Spiel- und Bewegungsangebote für Jung und Alt
    • Qualität von Material und Mobiliar
    • Aufenthaltsqualität und Platzgestaltung
    • Qualität der Grünflächengestaltung

 

Die Durchführung des Verfahrens endete mit einer Präsentation der drei Büros im Rahmen der Jury Sitzung am 7. November 2016. Es wird angestrebt, den Sieger des Verfahrens im Rahmen einer freihändigen Vergabe mit den Leistungsphasen 3 bis maximal 4 gemäß HOAI, zuzüglich 3 % Nebenkosten zu beauftragen.

 

 

Ausgewählter Lösungsvorschlag für den Spielplatz an der Gartenstraße

 

Die Präsentation der Lösungsidee vom Büro Reinders LandschaftsArchitekten für die Umgestaltung des Spielplatzes an der Gartenstraße überzeugt die Jurymitglieder. Positiv bewertet wird vor allem die Vielzahl attraktiver Angebote für alle Generationen und unterschiedliche Zielgruppen. Ansprechende Bilder unterstützen diese Wirkung. Auch ein Treffpunktcharakter wird klar gesehen. Die ruhigere Aufenthaltszone bietet eine gute Abschirmung zum vorhandenen Parkplatz.

 

Der neu geschaffene Zugang als Verlängerung des bestehenden Fußweges wird sehr begrüßt, da ein großes Gefährdungspotenzial von schnell fahrenden Autos gesehen wird. Besonders begrüßt wird auch der Mut, die großkronige Platane in der Platzmitte zu entfernen. Hierdurch werden eine einladende Gestaltung geschaffen, eine gute Belichtung sichergestellt sowie die Folgekosten reduziert. In den Randbereichen bieten bestehende und ergänzte Bäume genug Schatten und Abkühlung an heißen Tagen.

 

Insgesamt gefällt das Grundkonzept den Jurymitgliedern sehr gut. Die Möblierung wird von einigen Jurymitgliedern als sehr viel wahrgenommen, hier ist gegebenenfalls im Rahmen der Entwurfskonkretisierung eine Rücknahme notwendig. Die Sitzgelegenheiten werden als sehr attraktiv wahrgenommen, allerdings werden von den Jurymitgliedern verschiedene Angebote auch für mobilitätseingeschränkte Personen gewünscht. Auch die Wahl der Fitnessgeräte soll in der weiteren Planung noch einmal überdacht werden.

 

 

Ausgewählter Lösungsvorschlag für den Spielplatz an der Tirpitzstraße

 

Die Lösungsidee von Reinders LandschaftsArchitekten zum Spielplatz an der Tirpitzstraße wird als „ein Gewinn für Sterkrade“ und das gewählte Drachenmotto als herausragend bezeichnet. Die Gestaltungsidee ist passgenau auf die vorgegebene Zielgruppe von Kleinkindern unter 6 Jahren ausgerichtet und hat daher die Jury besonders überzeugt.

 

Im Innern erwarten die Kinder eine kleine Themenwelt, die an einen Drachenhort erinnert. Eine Abenteuerkombination mit Drachenkopf bietet den Kleinkindern dabei vielfältige Reize zum Ausprobieren, Rutschen, Klettern und Balancieren. Die Jury schätzt ein, dass die Gestaltung geringe Folgekosten nach sich zieht. Es wird ein Treffpunkt von Kindern und ihren Begleitern geschaffen. Auch die Öffnung zum Straßenbereich und die Gestaltung der Zugangssituation mit Balancierstangen werden positiv gewertet.

 

Die aktuell eher private Wirkung weist nach Einschätzung der Jury durch die Gestaltung einen stärkeren öffentlichen Charakter auf. Die Spielgeräteauswahl soll im Rahmen der weiteren Planung weiter detailliert werden. Aus Sicht der Jury werden sehr viele Angebote für einen geringen Kostenrahmen geschaffen

 

 

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Anlagen

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