Berichtsvorlage - M/16/2215-01

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Die Stadt Oberhausen engagiert sich für eine nachhaltige Radverkehrsförderung im Rahmen der Nahmobilität und ist seit 2001 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW. Zur weiteren Förderung des Radverkehrs hat die Stadt Oberhausen mit dem Beitrag „Radverkehrsbeschleunigung mit Hilfe einer automatischen Detektion von Fahrrädern an Lichtsignalanlagen (RadDetekt)“ am Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit teilgenommen. Der eingereichte Wettbewerbsbeitrag wurde von einer Jury aus einer Vielzahl von Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt, sodass die Stadt Oberhausen einen formellen Förderantrag einreichen konnte, welcher voraussichtlich im Dezember 2016 bewilligt wird. Der Förderantrag wurde mit dem Radverkehrsbeauftragten der Stadt Oberhausen abgestimmt.

 

Mit Hilfe einer automatischen Detektion soll der Radfahrer zukünftig an Lichtsignalanlagen (LSA) in Oberhausen beschleunigt werden. Es ist mit einer Steigerung des Radverkehrsanteils, einer nachhaltigen Verringerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und mit Einsparungen von Treibhausemissionen zu rechnen. Der Radfahrer wird hierzu beim Anfahren auf die LSA frühzeitig erkannt und ein entsprechendes Signalprogramm zur schnellen Grünschaltung initialisiert. Hierdurch kann die Wartezeit erheblich reduziert und der Komfort für den Radfahrer gesteigert werden, da eine frühzeitige Erkennung des Radfahrers möglich ist und kein Taster an der LSA mehr betätigt werden muss. Im besten Fall kann der Radfahrer die Signalanlage beim Eintreffen sogar ohne Wartezeit sofort passieren. Durch die Reduzierung der Wartezeiten wird auch die Anzahl der Rotlichtverstöße reduziert und ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geleistet. Eine derartige automatische Detektion wird bereits seit dem Jahr 2015 an der Königstraße im Bereich der Autobahn Auf- und Abfahrt mit guten Ergebnissen getestet.

 

Standorte

 

Im ersten Schritt des Modellprojektes werden alle in Abbildung 1 dargestellten Strecken, welche über eine LSA verfügen, mit einen Fahrrad und einem mitgeführten GPS-Logger befahren. Die Befahrung mit einem GPS -Logger ermöglicht die Ermittlung der Wartezeiten vor den einzelnen LSA. Anhand der ermittelten GPS-Daten bzw. Wartezeiten und den örtlichen Bedingungen wird eine Prioritätenliste erarbeitet. Anhand der Prioritätenliste werden insgesamt 30 Stellen für eine Umrüstung mit automatischer Detektion ausgewählt.

 

Abbildung 1: Strecken für GPS Befahrung

 

 

Öffentlichkeitsarbeit

 

Für die Maßnahme wird eine intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um eine möglichst hohe Akzeptanz und Steigerung des Radverkehrsanteils zu erzielen. Zur Informationen über das Projekt werden projektbegleitend regelmäßige Pressemitteilungen veröffentlicht und Informationen zum Projekt auf der Website der Stadt Oberhausen bereitgestellt. Zudem ist eine Veröffentlichung nach Fertigstellung in der ADFC Zeitschrift „Rad im Pott“ geplant. Im Rahmen der Projektumsetzung sind Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit in Form von Infoveranstaltungen und -aktionen vorgesehen.

 

Bei Fertigstellung der Anlagen wird eine öffentlichkeitswirksame Einweihungsveranstaltung zur Bekanntmachung durchgeführt. Hierzu ist eine Veranstaltung mit Vertretern der Verwaltungsspitze, lokalen Akteuren wie dem ADFC, der Politik und der Polizei an einer der umgebauten Strecke/LSA vorgesehen. Im Rahmen der Infoveranstaltung können interessierte Bürger sich über das Projekt informieren, eine Teststrecke befahren und die Eindrücke vor Ort diskutieren.

 

Es werden Informationsmaterialien (Banner, Flyer, Plakate, etc.) erstellt, welche an verschiedenen Orten insbesondere in der Nähe der Teststrecken (Verwaltungsgebäude, Radstation, Bibliothek, Schwimmbad, Geschäfte, Firmen, Bahnhof, etc.) ausgehängt bzw. ausgelegt werden. Zusätzlich können die Materialien auf den Informationsveranstaltungen verteilt werden.

 

Neben diesen Maßnahmen ist es vorgesehen ein Informationsschild zu erstellen, welches dem Radfahrer signalisiert, dass er auf eine LSA mit automatischer Erkennung zufährt. Das Informationsschild soll möglichst einfach gestaltet sein und einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. In Abbildung 2 ist exemplarisch ein Schild dargestellt um die Grundidee zu visualisieren. Informationen zu diesem Schild bzw. zum Modellprojekt können dann im Internet abgerufen werden. Hierdurch ist eine große öffentlichkeitswirksame Werbung für das Modellprojekt und für die Nutzung der betroffenen Strecken zu erwarten. Zur Gestaltung der Informationsmaterialien und des Informationsschildes wird ein externer Dienstleister beauftragt.

 

 

Abbildung 2: Exemplarisches Infoschild

 

 

Monitoring

 

Ein wichtiger Bestandteil des Modellprojektes wird die Beobachtung bzw. Evaluation der Maßnahme sein. Der gesamte Projektverlauf wird dokumentiert und alle Erkenntnisse in einem Schlussbericht festgehalten. Nach Abschluss der Maßnahme wird eine erneute Befahrung aller Strecken durchgeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse werden genutzt um die Wirkungen der Maßnahmen, insbesondere die Verbesserung der Reise- und Wartezeiten für die einzelnen Standorte beurteilen zu können.

 

Projektzeitplan

 

Das gesamte Modellprojekt soll innerhalb von 2 Jahren umgesetzt werden. Im ersten Jahr erfolgen die Auswahl der Standorte und die Umrüstung der betroffenen LSA. Im zweiten Jahr wird die Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt.

 

Der Förderbescheid wird noch im Jahr 2016 erwartet. Mit dem Projekt kann daher voraussichtlich im Januar 2017 begonnen werden.

 

 

Kosten

 

Es wurden die nachfolgend aufgeführten Fördermittel beantragt:

 

Zuwendungsfähige Gesamtausgaben:264.035,00 € (Brutto)

Beantragte Förderquote:90 %

Beantragte Bundesmittel:237.631,00 €

Aufzubringende Eigenmittel:26.404,00 €

 

In der Finanzplanung der Stadt Oberhausen – Teilfinanzplan Produktbereich 12 – Verkehrsflächen und -anlagen ÖPNV - wurde die Maßnahme unter der Finanzstelle 560012010104700 – Radfahrerkennung an LSA - berücksichtigt.

 

Loading...