Berichtsvorlage - M/16/2008-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Holzeinschlag im Stadtwald OberhausenGeplante Maßnahmen in 2016/2017
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umweltschutz
- Bearbeitung:
- Barbara Neu
- Verantwortung:
- Rolf
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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24.10.2016
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Erledigt
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Bezirksvertretung Sterkrade
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Kenntnisnahme
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27.10.2016
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Erledigt
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Bezirksvertretung Osterfeld
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Kenntnisnahme
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02.11.2016
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Erledigt
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Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
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Kenntnisnahme
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03.11.2016
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Geplant
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Landschaftsbeirat
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Kenntnisnahme
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17.11.2016
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Sachverhalt
Sachdarstellung
A. Grundsätze der Waldpflege
In Oberhausen gibt es insgesamt ca. 1.000 ha Wald, der unverzichtbare ökologische und Erholungsfunktionen erfüllt und der forstlich gepflegt und bewirtschaftet wird. Der größte Waldbesitzer ist die Stadt, deren Waldbesitz von 466 ha von unserem Stadtförster Jürgen Halm (OGM GmbH) gepflegt und bewirtschaftet wird. Der übrige Wald ist im Landesbesitz (Hiesfelder Wald ca. 411 ha), gehört dem RVR (Grafenbusch, Klosterhardt) oder verteilt sich auf kleinflächigen Privatbesitz.
Die in der anliegenden Karte dargestellten städtischen Wälder (Hühnerheide, Stadtwald Osterfeld, Sterkrader Wald und viele kleinere Flächen) werden auf der Grundlage einer mittelfristigen Betriebsplanung, der sogenannten Forsteinrichtung, bewirtschaftet. Diese Forsteinrichtung wird im Auftrag des Landesbetriebes Wald und Holz, Regionalforstamt Ruhrgebiet erarbeitet. Sie legt jeweils für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren die Grundzüge der Maßnahmen für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und Pflege des Waldes fest. Der derzeitigen Forsteinrichtung hat der Umweltausschuss am 08.03.2012 zugestimmt (Vorlage B/15/1839-01).
Auf Grundlage dieser Forsteinrichtung werden von der OGM GmbH alljährlich die Maßnahmen des Holzeinschlages geplant und mit der Unteren Landschaftsbehörde sowie dem Regionalforstamt Ruhrgebiet in Gelsenkirchen abgestimmt. Diese Planung erfolgt als laufendes Geschäft der Verwaltung.
Bei der Auswahl und Durchführung der Durchforstungen werden seit jeher die Belange der Ökologie und die Interessen der naturnahen Erholungsnutzung und Waldbewirtschaftung berücksichtigt.
Wie bereits im Herbst 2014 und 2015 erfolgt auch in der kommenden Fällperiode eine intensive Bürgerbeteiligung vor Umsetzung der Maßnahmen.
In der kommenden Fällperiode 2016/2017 werden insgesamt 13 Bestände auf einer Fläche von ca. 39 ha planmäßig durchforstet. Ein Kahlschlag findet natürlich auch in diesem Jahr nicht statt. Insgesamt ist der Einschlag von 1.555 Festmetern geplant. Die zu Beginn erwähnte Forsteinrichtung sieht eine objektive jährliche Nutzungsmöglichkeit von 1.588 Festmetern pro Jahr vor. Diese 1.555 Festmeter würden einer durchschnittlichen Nutzung von 3,8 Festmetern pro Jahr und Hektar forstlicher Nutzfläche entsprechen. Der durchschnittliche Zuwachs im Stadtwald liegt bei etwa 5,2 Festmeter pro Jahr und Hektar. Es wächst also – wie seit langem – mehr Holz zu als geerntet wird.
Grundsätzlich haben die systematischen Durchforstungen unserer Waldbestände die folgenden wesentlichen Vorteile:
-Bildung stabiler, gut wüchsiger Waldbestände
-Stärkere, gesündere und ökologisch wertvollere Bäume
-Förderung der Artenvielfalt durch wesentlich bessere Entwicklung der Strauch- und Krautschicht
-Gewährleistung der Verkehrssicherheit
-bessere Eignung für die intensive Erholungsnutzung
-Klimaschutz, denn die Nutzung des nachwachsenden Holzes aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nahezu CO2-neutral
Unser vorrangiges Ziel ist es, einen vitalen strukturreichen und möglichst stabilen Waldbestand zu erhalten. Da unsere Wälder zunehmend zahlreichen Belastungen durch den Klimawandel ausgesetzt sind, ist die regelmäßige forstliche Waldpflege eine wichtige und unabdingbare Maßnahme zur Stabilisierung des Einzelbaumes und damit auch des gesamten Ökosystems.
B. Konkrete Fällmaßnahmen im Winter 2016/2017
Die Lage der 13 Durchforstungsflächen ist der anliegenden Karte zu entnehmen. Wie in fast jedem Jahr gibt es einige Besonderheiten bei der Pflege der Waldbestände, die im Folgenden kurz erläutert werden.
- In Osterfeld
Im nördlichen Teil des Revierparks wird die Durchforstung aus dem letzten Jahr in dem 135-jährigen Buchenbestand fortgeführt. Die zu bearbeitende Fläche beträgt 4,0 ha, das zu entnehmende Holzvolumen ist mit 140 Festmetern angesetzt.
Im Volksgarten wird ein Teilbestand südlich der Sportanlage mit einer Größe von 1,2 ha durchforstet. Vorwiegend fällt hier die auch als invasiv geltende Holzart Robinie mit einer Gesamtmenge von 50 Festmetern an.
- In Sterkrade
Ein Schwerpunkt liegt hier in der Auflichtung der ca. 60-jährigen Roteichenbestände. Diese nicht bodenständige Baumart soll langfristig und allmählich durch ökologisch wertvollere Mischbestände aus einheimischen Laubbaumarten ersetzt werden. Dazu sollen diese mittelalten Bestände bereits jetzt behutsam aufgelichtet werden.
Im Waldgebiet Hühnerheide werden 60-80 jährige Buchenbestände durchforstet. Hier ist das Ziel, den Zuwachs auf die qualitativ besten Einzelbäume zu lenken. Geplant ist, auf einer Fläche von 8,0 ha 320 Festmeter Holz zu entnehmen.
- In Alt-Oberhausen
In der anstehenden Fällperiode wird in Alt-Oberhausen lediglich eine 2,2 ha große Waldfläche im Grafenbusch durchforstet. Ziel der Maßnahme ist den ebenfalls ca. 60-jährigen Roteichenbestand in einen ökologisch hochwertigeren und klimaresistenteren Laubmischwald mit heimischen Baumarten zu überführen.
Um die Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern beispielhaft zu erläutern, bietet die Verwaltung wie im letzten Jahr exemplarisch zwei Ortsbegehungen an. Am 08.12.2016 um 15:00 Uhr soll eine Ortsbegehung in der Hühnerheide, am Waldeingang bei der Straßensperre (gegenüber dem Wohnhaus „Zum Ravenhorst 91“) durchgeführt werden. Am 15.12.2016 um 14:30 Uhr wird eine Begehung im Bereich des Volksgartenweges (zwischen den Sportplätzen im Volksgarten) angeboten.
Insgesamt dienen alle Pflege- und Fällmaßnahmen im Stadtwald dazu, die vorhandenen Wälder allmählich so zu verjüngen, dass eine Dauerbestockung gewährleistet ist. Würden wir auf die Durchforstungen verzichten, käme es langfristig zu einer Vergreisung und letztendlich zum plötzlichen Zusammenbruch ganzer Wälder, sodass die Erholungsfunktion dann für längere Zeit erheblich eingeschränkt wäre, ohne dass der ökologische Zustand verbessert würde.
C. Arbeitsausführung und Kostenrechnung
Der Verkauf des Holzes aus städtischen Wäldern wird nach dem Verfahren „auf dem Stock Verkauf“ veräußert. Hierbei erwirbt ein Forstunternehmen das noch „stehende Holz“ im Wald zu einem festgelegten „Marktpreis“ und übernimmt zu seinen eigenen Kosten die Holzernte. Die Holzernte beinhaltet die Fällung, Aufbereitung und das Rücken der Stämme zum Waldweg. Die Kosten für die Holzernte werden als Werbungskosten bezeichnet. Aus der Differenz zwischen Marktpreis und Werbungskosten lässt sich der Gesamtholzerlös berechnen.
Beispiel:Marktpreis:43,00 €/ FM
Werbungskosten:25,00 €/ FM
Erlös:18,00 €/ FM
Die Werbungskosten differieren je nach Waldart und Geländebedingung. Sie werden deshalb individuell für jeden Einsatzort ausgehandelt.
Der Holzverkaufserlös aus der Holzernte im Winterhalbjahr 2016/2017 wird bei diesem Verfahren voraussichtlich 22.935,00 € betragen. Dieses Geld wird im Rahmen der naturnahen forstlichen Waldbewirtschaftung zur Anlage von Forstkulturen, Pflege von Jungbaumbeständen und für die allgemeine naturnahe Waldpflege verwendet.
Kurzfassung
In der Fällperiode 2016/2017 werden im Stadtwald 13 Waldbestände ganz oder teilweise durchforstet. Insgesamt werden auf einer Fläche von 39 ha ca. 1.555 Festmeter Holz geerntet. Es wird deutlich weniger Holz geerntet als im gleichen Zeitraum zuwächst. Alljährlich werden gemäß Forstbetriebsplan durchschnittlich etwa 3,8 Festmeter pro ha forstlicher Nutzfläche geerntet, während ca. 5,2 Festmeter pro ha zuwachsen. Wir vermehren also den Holzvorrat in unseren Wäldern, sichern gleichzeitig die ökologischen Funktionen und gewährleisten dauerhaft die Erholungsnutzung.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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7 MB
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