Beschlussvorlage - B/16/1995-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz NRW (SchulG) ab dem Schuljahr 2017/2018 die Errichtung des Bildungsgangs „Berufliches Gymnasium für Gesundheit“ am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg.

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Konsequenzen

Konsequenzen

 

a) Finanzielle

 

    keine[ X ]

 

    ja[ ]

 

b) Sonstige

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Sachverhalt

Begründung

 

Der Rat der Stadt Oberhausen hat in seiner Sitzung am 04.07.2016 im Rahmen der Beschlussfassung zum Bildungsplan 2016 – 2020 folgenden Einzelbeschluss gefasst:

 

„Der Rat der Stadt stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, in Zusammenarbeit mit den Oberhausener Berufskollegs und der oberen Schulaufsicht die Einrichtung eines beruflichen Gymnasiums zu prüfen.“

 

Die weitere Vorgehensweise sieht vor, dass zum Schuljahr 2017/2018 am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg der Bildungsgang „Berufliches Gymnasium für Gesundheit“ eingerichtet werden soll. Das Hans-Sachs-Berufskolleg hat sein Interesse bekundet zum Schuljahr 2018/2019 den Bildungsgang „Berufliches Gymnasium für technische Berufe“ einzurichten. Die Planungen für das Hans-Böckler-Berufskolleg sehen eine Errichtung eins beruflich-gymnasialen Bildungsgangs zurzeit noch nicht vor.

 

Das Genehmigungsverfahren zur Errichtung oder Änderung von Bildungsgängen an Berufskollegs gemäß § 81 Abs. 3 Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (SchulG) schreibt einen entsprechenden Genehmigungsantrag bis zum 01.12. des Vorjahres vor Einrichtung eines beruflichen Gymnasiums vor.

 

Der Bildungsgang am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg im beruflichen Gymnasium führt innerhalb von drei Jahren zur Allgemeinen Hochschulreife und vermittelt gleichzeitig berufliche Kenntnisse im Berufsfeld Gesundheit.

 

Ausbildungsziel und Qualifikation

Durch den demographischen Wandel, den medizinischen Fortschritt und die stetig wachsende Lebenserwartung besteht auch in Zukunft ein erhöhter Bedarf an hoch qualifiziertem Fachpersonal im Berufsfeld Gesundheit. Allein bis 2030 werden nach den Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums etwa 3,4 Mio Menschen pflegebedürftig sein. (Augurzky, Boris u. a., Pflegeheim Rating Report 2015, Executive Summary, S. 15f)

Außerdem ist im medizinischen und pflegerischen Bereich eine zunehmende Akademisierung zu verzeichnen. Dies ist auch als Resultat einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt mit den entsprechenden Anforderungen anzusehen.

Der Abschluss des beruflichen Gymnasiums Gesundheit bietet für diesen Bereich daher ein gutes Angebot, da er neben dem Erlangen der Allgemeinen Hochschulreife auch den Erwerb beruflichen Fachwissens im Bereich Gesundheit vermittelt. Dieses ermöglicht den Schülern zahlreiche Berufschancen und Perspektiven.

Für ein Studium verfügen die Schülerinnen und Schüler darüber hinaus bereits über fundierte Vorkenntnisse im gesundheitlichen Rahmen und sind somit in besonderer Weise vorbereitet auf „ein Studium im medizinischen, pharmakologischen, gesundheitsökonomischen oder psychologischen Bereich (Broschüre MSW: Das Berufliche Gymnasium Gesundheit).“

 

Die sehr fundierte Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld Gesundheit bereits vor dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife wirkt zudem Fehlentscheidungen in der Studium- und Berufswahl entgegen; bei den in den letzten Jahren zu beobachtenden Anstieg der Studienabbrecher kein unerhebliches Argument in der Begleitung junger Menschen auf ihrem Berufs- und Lebensweg. Diesen Gesichtspunkt unterstützt auch das Gutachten von Herrn Dr. Rösner zum Bildungsplan 2016 – 2020 der Stadt Oberhausen.

 

Die Einführung eines beruflichen Gymnasiums für Gesundheit in Oberhausen erweitert das Angebot an qualifizierten und differenzierten Schulabschlüssen in Oberhausen und erhöht damit die Attraktivität der Schullandschaft und die Chancen und Möglichkeiten Oberhausener Jugendlicher. Oberhausen ist die einzige Stadt im Umfeld, die über kein berufliches Gymnasium in den verschiedenen Berufsfeldern Wirtschaft und Verwaltung, Technik, Soziales und Gesundheit verfügt. Dies ist eine deutliche Benachteiligung Oberhausener Schülerinnen und Schüler gegenüber den umliegenden Städten. So bewertet auch der im Oktober 2015 veröffentlichte Bildungsplan der Stadt Oberhausen die Eröffnung eines beruflichen Gymnasiums „…fraglos als Gewinn, wenn kurzfristig mindestens eines der drei Berufskollegs auch den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife ermöglichen würde“ und benennt unter den kurzfristigen schulorganisatorischen Maßnahmen, die für Oberhausen umzusetzen wichtig wären, unter Punkt 8: „Das Spektrum der Übergangsmöglichkeiten in eine Oberhausener Oberstufe kann durch den Aufbau eines beruflichen Gymnasium mit Abituroption deutlich erweitert werden“. Dies liefe auf die Einrichtung entsprechenden Angebotes an mindestens einem der drei örtlichen Berufskollegs hinaus.

 

Das Hans-Sachs-Berufskolleg und auch das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg haben hierzu sofort Interesse bekundet. Am Hans-Böckler-Berufskolleg ist zurzeit noch nicht beabsichtigt ein berufliches Gymnasium einzurichten. Zwischen den drei Oberhausener Berufskollegs besteht Einvernehmen darüber, mit dem „Beruflichen Gymnasium Gesundheit“ am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg zu starten. Die Schulleitungen der weiterführenden Schulen in Oberhausen sind in regelmäßigen Gesprächen. Dabei wurde es durch die Schulleitungen mit einer Sekundarstufe II begrüßt in Oberhausen ein berufliches Gymnasiums zu errichten.

Auch dem Elternwillen vieler Schülerinnen und Schüler kommt die Einführung eines beruflichen Gymnasiums entgegen; insbesondere für die Schülerinnen und Schüler, die erst am Ende der Sekundarstufe entscheiden, die Allgemeine Hochschulreife anzustreben, stellt das berufliche Gymnasium eine sehr gute Alternative dar. Neben den o. a. Argumenten grundsätzlicher Art für diesen Bildungsgang gibt es für diese Gruppe weitere pädagogische Argumente:

Sie werden 3 Jahre zur Allgemeinen Hochschulreife begleitet, sie werden in einem Klassenverband unterrichtet und sie fangen als neue Gruppe gemeinsam in einem Schulsystem an.

Insbesondere die Schulleiter der Oberhausener Realschulen fordern daher seit mehreren Jahren ein berufliches Gymnasium. So zeigen die dem Käthe-Kollwitz-Berufskolleg vorliegenden Übergangszahlen, dass im letzten Schuljahr 154 Realschulabsolventen in eine gymnasiale Oberstufe gewechselt haben. Bei einer aktuellen Befragung der Oberhausener Realschulleiter gaben 65 (das entspricht ca. 30 % der diesjährigen Schüler) Schüler/innen bzw. Eltern an, ein hohes Interesse am Aufbau eines beruflichen Gymnasiums zu haben und sich einen Wechsel in diese Schulform vorstellen zu können. Der Bildungsgang soll einzügig am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg eingerichtet werden. Es ist zu erwarten, dass die Mindestklassenstärke von 22 Schüler/innen erreicht wird.

 

 

 

 

 

Unterrichtsorganisation

Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg beabsichtigt den Bildungsgang vollzeitschulisch und im Klassenverband zu organisieren. Ein Klassenlehrerteam betreut und organisiert die Klassen; enge Absprachen, Austausch und Kooperation werden dadurch möglich. Durch die Ausbildung der Fachlehrer z. T. mit medizinischer Vorausbildung (Krankenschwester, Physiotherapeuten) ist eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis in besonderem Maße möglich. Die räumliche Ausstattung, wie z. B. Fachräume in Gesundheit unterstützen den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler und sorgen für einen hohen Standard. Das berufliche Gymnasium für Gesundheit ist in den Bereich „Gesunde Schule“ eingebunden. Projekte im Gesundheitsbereich sind Bestandteil des Bildungsgangs.

 

Im Rahmen der individuellen Förderung werden Einführungstage durchgeführt, Maßnahmen zum selbstständigen Lernen eingeleitet, Lernpatenschaften gebildet, das Selbstlernzentrum und die Schulbibliothek sind darin eingebunden und das Mentorenprogramm geplant.

 

Kooperationspartner unterstützen und ergänzen das schulische Angebot (z.B.: Krankenpflegeschulen; Referenten aus dem Gesundheitsbereich).

 

Außerschulische Praktika haben einen Umfang von 2 Wochen, die in Blockform organisiert werden. Die Praxisfelder dieses Bildungsgangs erstrecken sich auf den Bereich Gesundheit und ermöglichen somit einen Einblick in verschiedene Einsatzbereiche des Gesundheitswesens. Berufliche Handlungskompetenzen können erworben und erweitert werden. Die Praktika werden in den Fächern des fachlichen Schwerpunktes intensiv vor- und nachbereitet. Die Praktikumsdurchführung wird von Lehrkräften des Bildungsgangs begleitet. Durch andere Bildungsgänge im Bereich Gesundheit existieren bereits tragfähige Kooperationen zum Lernort Praxis, die auch für diese Zusammenarbeit genutzt werden können (Praxisanleitertreffen der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales, der Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales, der Berufsfachschule für Sozialassistenten).Im Differenzierungsbereich können Förder- und Stützangebote eingerichtet werden.

 

Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg verfügt über die für den Bildungsgang notwenigen Ressourcen (Personal, sächliche und räumliche Ausstattung, Fachkompetenz).

 

Der Bildungsgang „Berufliches Gymnasium für Gesundheit“ soll im Schuljahr 2017/2018 einzügig eingeführt werden.

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Anlagen

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