Beschlussvorlage - B/16/1834-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt:

 

  1. Das Mehrgenerationenhaus Bürgerzentrum Alte Heid wird in die Koordinierung der vorhandenen und geplanten Angebote zur Gestaltung des demografischen Wandels und zur Sozialraumentwicklung im Wirkungsgebiet des Mehrgenerationenhauses eingebunden.

 

  1. Die Stadt Oberhausen kofinanziert das Mehrgenerationenhaus in der Zeit vom 01.01.2017 bis 31.12.2020 mit jährlich 10.000 EUR.

 

 

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Konsequenzen

 

 

 

 

Konsequenzen

 

a) Finanzielle

 

    keine[ ]

 

    ja[x]  10.000 EUR jährlich

 

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Sachverhalt

Begründung

 

Der demografische Wandel verändert die Lebensverhältnisse der Menschen in Deutschland nachhaltig. Auch und gerade im alltäglichen Miteinander werden diese Veränderungen spürbar sein.

 

Noch nie gab es so viele ältere Menschen, die aktiv und fit sind und die viel zu geben haben. Wer heute 65 Jahre alt ist, hat im Schnitt noch 15 bis 20 Lebensjahre vor sich. Das ist eine persönliche Bereicherung für jeden Einzelnen und eine wertvolle Ressource für die Gesellschaft.

 

Eltern und Kinder verbringen heute so viel Zeit miteinander wie nie zuvor. Zugleich hat sich die Lebenssituation von Familien verändert: Kinder, Eltern und Großeltern leben oftmals nicht mehr in leicht erreichbarer Nähe, die Zahl der „multilokalen Mehrgenerationenfamilien“ steigt. Zudem steigen die Anforderungen an Berufstätige stetig: Sie müssen flexibel und mobil sein – aber sie wollen auch ihre Kinder oder in einer zunehmenden Zahl von Fällen ihre pflegebedürftigen Angehörigen gut versorgt wissen.

 

Das Bundesfamilienministerium hat diese Herausforderungen aufgegriffen und im Jahr 2006 das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser ins Leben gerufen.

 

Das selbstverständliche Geben und Nehmen zwischen Menschen verschiedenen Alters wird in den Mehrgenerationenhäusern aktiviert. Jung und Alt begegnen sich in einem öffentlichen Raum in ihrer Nachbarschaft, die Menschen profitieren voneinander, von ihren unterschiedlichen Kompetenzen, Erfahrungen und Interessen. Mehrgenerationenhäuser haben sich damit vielfach zu Plattformen für Freiwilliges Engagement entwickelt, in denen Interessierte passende Möglichkeiten finden, sich für andere zu engagieren.

 

Im Jahre 2001 wurde das Projekt „Umnutzung eines Hochbunkers zu einem Bürgerzentrum“ im Zuge der IBA (Internationale Bauausstellung Emscherpark) abgeschlossen. Seitdem hat sich das Bürgerzentrum zu einem zentralen Anlaufpunkt im Stadtteil entwickelt. Das Haus konnte 2008 einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung verzeichnen: es wuchs zu einem Mehrgenerationenhaus zusammen.

Mit dem Projekt „Mehrgenerationenhaus“ wird auf einen gesellschaftlichen Mix gesetzt, bei dem nicht nur private und freiwillige Initiativen ihren Platz haben. Mit den individuellen Bedürfnissen der Menschen im Mittelpunkt ist eine Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe für bezahlbare, moderne Dienstleistungen sowie ein lokaler Markt für familienunterstützende und generationenübergreifende Angebote entstanden.

 

Inzwischen werden vielfältige Veranstaltungen und Kurse durchgeführt. Heute besuchen das Mehrgenerationenhaus „Bürgerzentrum Alte Heid“ täglich rund 200 Menschen mit den unterschiedlichsten Anliegen.

 

Über die aktuellen Angebote des Mehrgenerationenhauses „Bürgerzentrum Alte Heid“ informiert quartalsweise der gedruckte und online zur Verfügung stehende Veranstaltungskalender. Hierzu gehören zum Beispiel:

 

–        Generationengarten (täglich nach Absprache)

–        jahreszeitliche Feste und Feiern

–        Kurse für pflegende Angehörige

–        Gesundheitsmarkt

–        Beteiligung an der Aktion „Lesestadt Oberhausen“

–        Führungen / Veranstaltungen im Bunkermuseum

–        Beteiligung am Stadtteilfest

–        Veranstaltungen „Kultur in kulinarischer Begleitung“

–        Kunstausstellungen

–        Eltern-Kind-Kurse

–        Offener Treff (Bistro)

–        Dienstleistungstauschbörse / Taschengeldbörse

–        „KulturPott Ruhr“

–        Kursangebote zu verschiedenen Themen

 

Die Liste der Kooperationspartner des Mehrgenerationenhauses „Bürgerzentrum Alte Heid“ ist lang. Zu finden sind beispielsweise Vereine und Initiativen wie der Caritasverband und das Diakonische Werk, das Deutsche Rote Kreuz und die Ruhrwerkstatt, das Zentrum für Ausbildung und berufliche Qualifikation Oberhausen (ZAQ), der Allgemeine Bürgerschützenverein 1921, die Anonymen Alkoholiker, das Bunkermuseum Oberhausen; weiterhin auch Betriebe der freien Wirtschaft, insbesondere die Knappeninitiative sowie weitere Organisationen und Einrichtungen wie der Marina-Shanty-Chor, die Lokalen Akteure im Knappenviertel, „Leben im Alter“ und das Jugendamt Oberhausen, Abteilung Jugendarbeit / Jugendpflege. Sie und viele andere bilden zusammen das Mehrgenerationenhaus.

 

Der Mehrgenerationenansatz ist erfolgreich. Er hat entscheidend zur positiven Sozialraumentwicklung im Quartier beigetragen. Dies gilt es, nachhaltig zu sichern. Dazu soll das Mehrgenerationenhaus in die gesamtstädtische Gestaltung des demografischen Wandels miteinbezogen werden.

 

Die Rolle, die das Mehrgenerationenhaus in seinem lokalen Umfeld übernimmt, soll durch ein Folgeprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend weiterentwickelt werden. Der neue Förderzeitraum umfasst die Jahre 2017 bis 2020. Unverändert ist eine jährliche Förderung aus Mitteln des Bundes in Höhe von 30.000 EUR sowie eine zwingend erforderliche Kofinanzierung in Höhe von 10.000 EUR jährlich durch die Kommune vorgesehen. Die Kofinanzierung ist auch als Sachleistung zulässig. Die Beteiligung der Stadt Oberhausen erfolgt dergestalt, dass Räumlichkeiten im „Bürgerzentrum Alte Heid“ dem Mehrgenerationenhaus-Träger mietfrei zur Verfügung gestellt werden.

 

Bei der zukünftigen Ausrichtung neuer Mehrgenerationenhaus-Projekte geht es insbesondere um niedrigschwellige Angebote, die beispielsweise pflegende Angehörige unterstützen und zumindest zeit- und phasenweise entlasten und den Betroffenen die Möglichkeit geben, möglichst lange eigenständig zu leben. Zukünftig kommt in diesem Zusammenhang Kooperationen, z.B. mit Pflegediensten und -Einrichtungen eine wichtige Rolle zu.

 

Ein bedeutender Baustein der Weiterentwicklung des Mehrgenerationenhauses ist die „Taschengeldbörse“, die in Kooperation von AWO und Jugendparlament aufgebaut wurde und seit diesem Jahr vom Mehrgenerationenhaus betrieben wird. Das Projekt wird als Servicebrücke zwischen Jugend und Alter verstanden. Vordergründig leistet die Taschengeldbörse eine „einfache" Vermittlungstätigkeit, indem sie Jugendliche, die haushaltsbezogene Unterstützungsleistungen gegen ein kleines Taschengeld anbieten und Haushalte älterer oder mobilitätseingeschränkter Menschen zusammenbringen. Darüber hinaus vermitteln sie aber auch Interaktionen zwischen Jung und Alt und leisten somit einen Beitrag zur intergenerativen Begegnung.

 

Das Mehrgenerationenhaus ist in seinem lokalen Umfeld sehr anerkannt und aus der örtlichen sozialen Infrastruktur nicht mehr wegzudenken. Es hat sich regelrecht unentbehrlich gemacht. Daher besteht Konsens darüber, das Mehrgenerationenhaus weiterzuentwickeln und die positiven inhaltlichen und strukturellen Prozesse zu verstetigen.

 

 

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