Berichtsvorlage - M/16/1855-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Bezug

 

Drucksache Nr. B/15/2004-01 Rat 07.05.2012

Drucksache Nr. M/15/2929-01Jugendhilfeausschuss 17.07.2013

Drucksache Nr. B/16/0509-01 Jugendhilfeausschuss 10.12.2014

Drucksache Nr. B/16/0735-01Schulausschuss 23.04.2015

 

 

Sachdarstellung

 

Das gemeinsam von Land und Bertelsmann Stiftung getragene Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen – Kommunen in NRW beugen vor“ wurde seit 2012 in 18 Kommunen/Kreisen umgesetzt. Oberhausen ist von Beginn an dabei. Ziel des Vorhabens war und ist, Kindern und Jugendlichen ein gelingendes Aufwachsen, gesellschaftliche Teilhabe und gute Bildung unabhängig von ihrer Herkunft zu ermöglichen. Dabei galt und gilt die Maxime „Vom Kind aus denken!“, um Präventionsketten zu schließen, Bedarfe aufzudecken und Dopplungen zu vermeiden. In den beteiligten Kommunen und Kreisen wurden in dieser Zeit spezifische Ziele ermittelt und an ihrer Erreichung gearbeitet.

Gleichzeitig wurde ein durch die Bertelsmann Stiftung koordinierter Evaluationsprozess angestoßen, der aus unterschiedlichen Modulen bestand. Einige Module wurden in allen, andere nur in ausgewählten Kommunen durchgeführt. Nach Auswertung der Ergebnisse wurde ein Evaluationsbericht von der Bertelsmannstiftung veröffentlicht, der ebenso wie der Praxisbericht der Landeskoordinierungsstelle beim Institut für soziale Arbeit e.V. auf der Homepage www.kein-kind-zuruecklassen.de heruntergeladen werden kann.

Nachdem Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Anfang Juni 2016 Bilanz zur Modellphase gezogen hat, soll das Vorhaben ab Herbst auf weitere Kommunen ausgeweitet werden. Die bisherigen Kommunen wie Oberhausen können und sollen weiter teilnehmen, um zukünftig als erfahrene Kommunen den Neuen Unterstützung zu bieten.

Oberhausen erhielt als Modellkommune auf die drei Jahre von 2012 bis 2015 verteilt einen Zuschuss von 64.000 Euro. Die Geschäftsführung lag im Büro für Chancengleichheit und wurde von Fachexpertinnen und –experten aus Verwaltung (Bereiche Kinder, Jugend, Bildung, Kommunales Integrationszentrum, Gesundheit, Bildungsbüro) und von freien Trägern (AG Wohlfahrt, AK Weiterbildung, Familienhebamme) in einer Projektgruppe unterstützt. Die Mittel wurden in der Modellphase u.a. dazu genutzt, die personelle Koordination des Verfahrens sicherzustellen, den Selbstcheck der Präventionsgremien in der Kinder- und Jugendhilfe anzustoßen und eine Organisationsberatung zu finanzieren, die die Projektgruppe bei der Entwicklung der Umsetzungsschritte zur Zielerreichung wie dem bereits verabschiedeten Präventionsverständnis beraten hat.

Zur weiteren Verstetigung des präventiven Ansatzes in den Kommunen/Kreisen stellt das Land aus ESF-Mitteln für den Zeitraum 01.01.2016 bis 30.06.2017 einen 50 prozentigen Personalkostenzuschuss für die Fortführung der Koordination des Programms vor Ort zur Verfügung. In Oberhausen beläuft sich der Zuschuss entsprechend der Bescheide vom 29.01.2016 und 30.06.2016 insgesamt auf 49.072 Euro. Erwartet wird von den Kommunen in dieser Zeit, dass die im Prozess gesteckten Ziele – soweit noch nicht geschehen – umgesetzt werden. Dies soll ebenso wie Überlegungen zur Sicherung der Nachhaltigkeit und nächster Schritte gemeinsam mit der beim Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA) angesiedelten Landeskoordinierungsstelle erfolgen. Des Weiteren ist die lokale, situationsgerechte Anpassung und Umsetzung des KEKIZ-Qualitätsrahmens und die Fokussierung präventionsrelevanter Handlungsbedarfe vorgesehen. Neben den individuellen Prozessen in den Kommunen/Kreisen fand während der Modellphase im Rahmen von Lernnetzwerktreffen ein Austausch zwischen den teilnehmenden Kommunen statt. Dort wurden außerdem verschiedene Themen wie z.B. die gemeinsame Entwicklung eines Verfahrens zur Gewinnung der wichtigsten Fakten und Gelingensbedingungen zur Übertragung einer Maßnahme in einen anderen Sozialraum oder eine andere Stadt (kommunales Wissensmanagement) bearbeitet. Wenn sich nun neue Kommunen beteiligen, wird es gemeinsam für erfahrene und neue Kommunen Formate des Austauschs und der Weiterentwicklung geben, an denen eine aktive Mitwirkung gewünscht wird. Außerdem wird von den Kommunen die Etablierung eines kommunalen Controlling-/Beobachtungssystems der Präventionskettengestaltung im Sinne einer wirkungsorientierten Steuerung erwartet.

 

In der Stadt Oberhausen arbeiten bereits die verschiedensten Bereiche, Professionen, Träger und Netzwerke daran, allen Kindern gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen.

Das im Rahmen der Modellphase entwickelte  Präventionsverständnis wird in der Umsetzung der Maßnahme zur Beantragung von Präventionsmitteln zur Anwendung gebracht. Beides wurde im Dezember 2014 vom Jugendhilfeausschuss beschlossen (Drucksache Nr. B/16/0509-01). Da das Verfahren zur Beantragung von Präventionsmitteln für das Haushaltsjahr 2016 erstmalig zur Anwendung gebracht wurde, kann über die Ergebnisse der darin vorgesehenen Selbstevaluation noch keine Aussage getroffen werden. Das gesteckte Ziel „Eltern werden als Erziehungsverantwortliche verstanden und partnerschaftlich beteiligt“ wird in der Umsetzung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaften mit Eltern des Bildungsbüros verfolgt. Hier wird auf die Berichterstattung des Bildungsbüros verwiesen (Drucksache Nr. B/16/0735-01). Zwischenzeitlich wurden die Rückmeldungen der Präventionsgremien zum durchgeführten Selbstcheck ausgewertet und den Gremien in Informationsveranstaltungen zurückgespiegelt. Mit dieser Maßnahme, die ebenfalls durch JHA-Beschluss im Dezember 2014 Unterstützung fand,  wurde dem Ziel „Es gibt ein effektives und effizientes Netzwerkmanagement Prävention in Oberhausen“ Rechnung getragen.

Der nächste Schritt für die Weiterentwicklung einer handlungsfähigen kommunalen Präventionskette der Kommune kann über eine Kommunale Entwicklungskonferenz gegangen werden. Mit dem Ziel einer integrierten kommunalen Gesamtstrategie bedeutet das eine strategische Steuerung der Präventionskette für Kinder und Jugendliche, die die Bereiche Betreuung, Bildung, Erziehung, Gesundheit, Kultur, Wirtschaft, Stadtentwicklung, Soziales, Sport, Mobilität (…) umfassen (kann). Dies kann bei der Konferenz durch Konsensbildung sowie Gremien- und Strategieentwicklung erreicht werden. Bei der kommunalen Entwicklungskonferenz handelt es sich um ein open Space-Format, das von der Landeskoordinierungsstelle entwickelt wurde und den Kommunen zur Verfügung gestellt wird.

Die Umsetzung einer kommunalen Entwicklungskonferenz in Oberhausen befindet sich derzeit in Planung. Über das weitere Vorgehen wird zu gegebener Zeit berichtet.

 

 

Kurzfassung

 

 

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