Berichtsvorlage - M/16/1705-01
Grunddaten
- Betreff:
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Pflege- und Entwicklungskonzept für die Rotbachaue im Naturschutzgebiet 1.1.1 „Hiesfelder Wald“Maßnahmen zur Besucherlenkung
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umweltschutz
- Bearbeitung:
- Barbara Neu
- Verantwortung:
- Werntgen-Orman
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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02.06.2016
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Erledigt
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Bezirksvertretung Sterkrade
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Kenntnisnahme
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23.06.2016
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Der Rotbach ist, dort wo er die Grenze zwischen Oberhausen und Bottrop bildet, naturnah wie kaum ein anderer Bachlauf am Niederrhein. Bachlauf und Uferzone sind ein wesentlicher Bestandteil des Naturschutzgebietes Hiesfelder Wald und des durch EU-Verordnung (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) geschützten FFH-Gebietes Hiesfelder Wald und Kirchheller Heide. Aufgrund seiner Naturnähe ist der Rotbach ein landesweites Referenzgewässer für die Renaturierung anderer Sandbäche. Gleichzeitig ist der Hiesfelder Wald und der Bereich des Rotbaches ein wichtiges Naherholungsgebiet.
Schon bei Erarbeitung des Landschaftsplanes, der am 02.05.1996 rechtskräftig wurde deutlich, dass in der Rotbachaue ein Ausgleich zwischen den ökologischen Belangen und der naturnahen Erholungsnutzung gefunden werden muss.
Die bisherigen Maßnahmen zur Besucherlenkung, wie zum Beispiel die Absperrung von Uferabschnitten durch Holzgeländer, die durch den zuständigen Revierförster in enger Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde durchgeführt wurden, führten nicht zum gewünschten Erfolg. Zwar konnte hierdurch ein Teil der Erholungssuchenden aus der Bachaue herausgehalten werden, es gab aber immer wieder Erholungsverkehr in Bereichen, die eigentlich von Besuchern freigehalten werden sollten. Da diese Maßnahmen bei der Besucherlenkung angesichts des enorm hohen ökologischen Wertes der Rotbachaue nicht ausreichen, um die Ziele des Naturschutzes zu erreichen, wurde der Vorschlag der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR), ein umfassendes Konzept zu erarbeiten, dankbar aufgegriffen.
Im Rahmen einer Ortsbegehung am 15.12.2014 wurde die Aufgabe von den beteiligten Landschaftsbehörden Bottrop und Oberhausen, der Forstbehörde, dem Regionalverband Ruhr (RVR) und der BSWR gemeinsam definiert. Anschließend führte die BSWR umfangreiche Bestandsaufnahmen durch und erarbeitete Empfehlungen zu Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, insbesondere zur Besucherlenkung. Nach Abschluss der Kartierungen fand am 21.12.2015 eine Begehung statt auf der die Grundzüge der Planung vorgestellt wurden. Die von der BSWR vorgeschlagenen Maßnahmen fanden bei der Begehung allgemein Anklang.
Die Planung umfasst die gesamte Rotbachaue mit den Teilbereichen Hiesfelder Wald, Kirchheller Heide und Grafenmühle. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf Oberhausener Stadtgebiet.
Ziel ist es, den Bach zu schützen und gleichzeitig die Erholungsnutzung in Teilbereichen weiter zu ermöglichen.
Das Pflege- und Entwicklungskonzept der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) beruht auf einer umfangreichen Untersuchung von Flora und Fauna. Auf Grundlage dieser Untersuchung sollen die weniger empfindlichen Bereiche für die naturnahe Erholungsnutzung attraktiver gestaltet und die ökologisch besonders empfindlichen Zonen der Rotbachaue weitgehend vom Besucherstrom freigehalten werden.
Dabei sollen zwei Wegeabschnitte in direkter Nähe zum Rotbach (am Unterlauf und im Bereich des Buchenbaches) verbessert und attraktiver gestaltet werden. So wird der Bachlauf in diesem Abschnitt erlebbar bleiben, während etwas mehr als die Hälfte der Rotbachaue als Lebensraum für die besonders schützenswerte Fauna und Flora weitgehend von Besuchern freigehalten wird. Die hier vorgesehenen besucherlenkenden Maßnahmen sollen einerseits durch behutsame Befestigung des vorhandenen Erdweges, andererseits durch Sperrung mit Baumstämmen und Schnittgut erfolgen. Durch den Neubau einer Brücke über den Rotbach und den Neubau eines kurzen Zuweges zu dieser Brücke wird ein neuer attraktiver Rundweg hergestellt.
Weil auf Zäune in der Natur verzichtet wird, werden die besonders schützenswerten Auebereiche nicht vollständig beruhigt werden können. Durch die sehr starke Reduzierung der Besucherfrequenzen wird aber wieder eine gute naturnahe Entwicklung erwartet.
Außer durch diese besucherlenkenden Maßnahmen soll die Entwicklung besonders naturnaher Waldgesellschaften auch anderweitig gefördert werden. Insbesondere sollen nicht bodenständige Gehölze entfernt werden, damit sich die Waldgesellschaften durch natürliche Sukzession optimal naturnah entwickeln können.
Neben der Vorstellung in den Gremien findet – voraussichtlich vor der Sommerpause – eine Bürgerbeteiligung in Form einer Informationsveranstaltung statt.
Die Einzelheiten der bisherigen Planung werden in der Sitzung durch die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet vorgestellt. Die endgültige Planung wird den Gremien voraussichtlich nach der Sommerpause vorgestellt, bevor ein Förderantrag zur Umsetzung der Maßnahmen durch die BSWR gestellt wird.
