Berichtsvorlage - M/16/1434-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Jahresbericht 2015 der Gleichstellungsstelle
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Gleichstellungsbeauftragte
- Bearbeitung:
- Claudia Silber
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Gleichstellungsausschuss
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Kenntnisnahme
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24.02.2016
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Geplant
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Finanz- und Personalausschuss
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Kenntnisnahme
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29.02.2016
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Erledigt
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Hauptausschuss
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Kenntnisnahme
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07.03.2016
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Erledigt
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Planungsausschuss
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Kenntnisnahme
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08.03.2016
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Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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09.03.2016
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Erledigt
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Schulausschuss
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Kenntnisnahme
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10.03.2016
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Erledigt
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Rat der Stadt
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Kenntnisnahme
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14.03.2016
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Erledigt
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Sportausschuss
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Kenntnisnahme
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07.04.2016
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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12.04.2016
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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14.04.2016
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Erledigt
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Integrationsrat
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Kenntnisnahme
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19.04.2016
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Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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20.04.2016
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Sachverhalt
Die Aufgabenschwerpunkte der Gleichstellungsstelle werden in dem Jahresbericht 2015 dargestellt.
Grundlage für die Erstellung ist die entsprechende Forderung eines beschlossenen interfraktionellen Antrages zum Aufbau eines stetigen Berichtswesens der Gleichstellungsstelle aufgrund der Bedeutung der Gleichstellungsarbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die für alle politischen Gremien des Rates der Stadt relevant ist (Bezug: A/16/0960-01 Beschluss des Rates am 22.06.2015). Aufgrund dessen soll nunmehr eine jährliche Berichterstattung in allen Ratsgremien erfolgen, die zum Einen über die Arbeiten rückblickend berichtet, zum Anderen einen Ausblick auf die kommenden Tätigkeiten gibt.
Bezug
Siehe auch vorherige Jahresberichte
-2011, Drucksache Nr. M/15/1913-01, der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 12.03.2012
-2012, Drucksache Nr. M/15/2692-01, der Sitzung des Rates der Stadt Oberhausen am 29.04.2013
-2013, Drucksache Nr. M/15/3282-01, der Sitzung des Rates der Stadt Oberhausen am 10.03.2014
Interfraktioneller Antrag zur Wiederaufnahme des Berichtswesens A/16/0960-01 – Beschluss der Sitzung des Rates der Stadt Oberhausen am 22.06.2015
Jahresbericht der Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen 2015
Gliederung:
1.Allgemeine EinführungSeite
- Rechtsgrundlagen
- Personal der Gleichstellungsstelle
-Haushalt / Finanzen
-Gremien
-Gleichstellungsausschuss
2.Interne GleichstellungSeite
- Mitbestimmung und Beteiligung nach dem LGG
-30 Jahre Gleichstellungsarbeit in Oberhausen
- Frauenförderplan
- Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen in den Dezernaten
- Frauenversammlung 2015
- Fortbildungen für Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung
-Aktionstag „Heute geh‘ ich mit“
-Netzwerk Fachbereichsleiterinnen
-Netzwerk Bereichsleiterinnen
- Einführungsveranstaltung für Auszubildende
-Mentorinnenprojekt
- Frauen in der Feuerwehr
-Teleheimarbeit
- Arbeitskreis Gesundheit / Betriebliches Gesundheitsmanagement
-Arbeitskreis Arbeits- und Gesundheitsschutz
-Arbeitsschutzausschuss
-Betriebliche Mobilität
-Vierteljahresgespräche des Personalrates
-AG und Forum Chancengleichheit
-KGSt Innovationszirkel Chancengleichheit und Vielfalt
3.Gesellschaftliche Gleichstellung
a) NetzwerkarbeitSeite
Allgemein
- Vernetzungen auf Landes- und Bundesebene
Frauenerwerbstätigkeit
- MEO Facharbeitskreis Frauenerwerbstätigkeit
- Arbeitskreis Frauenerwerbstätigkeit Oberhausen
- Gremien des Jobcenters
- BIWAQ Begleitgremium
- Wettbewerb „Familienfreundlicher Betrieb“
- Netzwerk „Fairer Umgang im Arbeitsleben“ Oberhausen
Mädchen
- AG Mädchenförderung nach § 78 SGB VIII
Gesundheit
- Netzwerk Frauen und Gesundheit
- Kommunale Gesundheitskonferenz
Gewalt
- AK Gewalt
- Runder Tisch Prostitution
Integration
- Bündnis für Demokratie
- Runder Tisch Flüchtlingswesen
Stadtentwicklung
- Zukunftsstadt 2030 Oberhausen
b)ProjektarbeitSeite
- Flüchtlingsfrauen:
- Förderprojekt „Beratung und Unterstützung traumatisierter Flüchtlingsfrauen
- Veranstaltung „Begegnung vor Ort“
- Schutzraum für Frauen und Kinder
- Gesundheitliche Situation von Flüchtlingsfrauen
- Austausch Flüchtlingsbeauftragte
- Begleitung afrikanischer Frauen
- LSBT*
- nO.name / Kontaktstelle für Jugendliche
- SchLAu
- F.L.O.
- Arbeitskreis LSBT* im MGEPA
- Gegen Sexismus in der Werbung
- Anonyme Spurensicherung (ASS)
- Erwerbslosenberatung für Frauen
c)VeranstaltungenSeite
- 30 Jahre Gleichstellungsarbeit in Oberhausen
- Internationaler Frauentag
- Frauenlauf
- Oberhausener Frauenforum
- Equal Pay Day
- Tag gegen Gewalt an Frauen
- Ausstellung „Auf der Schwelle“
- Frauengesundheitstage
- Frauenpolitisch unterwegs – Frauenspuren in Köln
- Oberhausener Frauenfilmtage visuelle
- Medien-Präventionsprojekt „Ich bin dann mal WEB“ 2.0
- Spaß bei Saite
d) VeranstaltungsbegleitungSeite
- Internationales Frauenfrühstück zum Internationalen Frauentag
- Vorträge zur Gleichstellungsarbeit in Oberhausen
- Girls Day
- Programm „Mein Körper gehört mir“ – Gegen sexuellen Missbrauch
- Kabarettisten/Kabarettistinnen unterm Hakenkreuz
- Lesestadt Oberhausen
- VHS-Reihe „Glück“
- Super Sauber Oberhausen
4.BeratungsarbeitSeite
5. ÖffentlichkeitsarbeitSeite
-Veranstaltungsflyer für Frauen
-Mädchenmerker
-Medientipps – Wilde Hühner und rosa Räuber
-Vielfalt – Oberhausener Frauengeschichte(n)
-Internet / Intranet
-memO.
-Pressearbeit
6.Zusammenfassung und ResümeeSeite
Anlagen:
- Frauenpolitische Paternostergespräche
- Flyer Frauengesundheitstage
- Flyer visuelle
- Medienflyer Kinderbücher
- Auszug aus dem Pressespiegel der Gleichstellungsstelle
1. Allgemeine Einführung
Die Verwirklichung des Verfassungsgebots der Gleichberechtigung von Frau und Mann aus Artikel 3 des Grundgesetzes ist nach § 5 der Gemeindeordnung NW (GO NW) auch eine Aufgabe der Gemeinden. Die Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten sind in § 5 der Gemeindeordnung NW (GO NW), dem Landesgleichstellungsgesetz (LGG) und § 12 der Hauptsatzung der Stadt Oberhausen näher definiert.
Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt bei allen Vorhaben und Maßnahmen der Gemeinde mit, die die Belange von Frauen berühren oder Auswirkungen auf die Gleichberechtigung von Frau und Mann und die Anerkennung ihrer gleichberechtigten Stellung in der Gesellschaft haben. Sie arbeitet mit ihren Mitarbeiterinnen darauf hin, vorhandene Benachteiligungen von Frauen abzubauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer zu verbessern.
Die kommunale Gleichstellungsstelle nimmt damit eine vielfältige Querschnittsaufgabe zur Förderung der Mitarbeiterinnen innerhalb der Verwaltung und für Belange der Bürgerinnen und Bürger Oberhausens wahr.
Die Arbeit der Gleichstellungsstelle steht immer unter dem Fokus, für den Themenbereich „Gleichstellung von Frau und Mann“ Öffentlichkeit herzustellen, für Frauenförderung bei strukturellen Benachteiligungen zu sensibilisieren, auf Missverhältnisse aufmerksam zu machen und an nachhaltigen Strukturen zum Abbau dieser zu arbeiten. Die Gleichstellungsbeauftragte nimmt zudem repräsentative Aufgaben in diesem Themengebiet der Stadt wahr.
Mit den Jahresberichten soll in Kontinuität die Vielfältigkeit der Querschnittsarbeit der Gleichstellungsstelle, die seit 01.07.2011 Teil des Bereiches 0-4, Büro für Chancengleichheit, ist, dargestellt werden. In Kurzform werden die Aktivitäten beschrieben, die zum Einen auf die externe Gleichstellungsarbeit für Bürgerinnen und Bürger gerichtet sind und zum Anderen auf die internen Maßnahmen zur Frauenförderung und zur Vereinbarkeitsverbesserung innerhalb der Verwaltung. Bis 2013 liegen den politischen Gremien schriftliche Berichte in ähnlicher Art vor, für das Jahr 2014 sollte die Information durch die regelmäßige Berichterstattung im Gleichstellungsausschuss (GLA) ersetzt werden. Dieser Ersatz ist aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung jedoch nicht ausreichend, so dass die Politik in einem interfraktionellen Antrag (A/16/0960-01) mit Beschluss in der Sitzung des Rates am 22.06.2015 forderte, die schriftlichen Berichte der Gleichstellungsstelle wieder aufzunehmen und für alle Ausschüsse des Rates mit abschließender Kenntnisnahme im Rat der Stadt kenntlich zu machen.
Die Maßnahmen der Gleichstellung sollen in diesem Rückblick in ihrer Wirkung betrachtet und beständig an die Bedarfe angepasst werden. Dieser Evaluationsblick wurde von der Politik in der Debatte um den Jahresbericht 2013 gefordert und wird mit den Jahresberichten in der Form umgesetzt, dass den einzelnen – von der Gleichstellungsstelle zu verantwortenden – Maßnahmen ein Resümee angefügt wurde (eingerücktes „!“). Zur Vergleichbarkeit mit den Vorjahren bis 2013 erscheint der Jahresbericht in der gleichen Struktur.
Personal der Gleichstellungsstelle, Stand 01/2016:Vergleich 02/2014:
Gleichstellungsbeauftragte1,0 Stelle1,0 Stelle
stellv. Gleichstellungsbeauftragte1,0 Stelle1,0 Stelle
Gleichstellungsangelegenheiten0,8 Stelle0,5 Stelle
Geschäftsführung GLA/Gleichstellungsangelegenheiten0,6 Stelle0,0 Stelle
Verwaltung, anteilige Std. einer VZ-Kraft ca. 0,9 Stelle0,8 Stelle
Verwaltung, anteilige Std. einer TZ-Kraft ca. 0,5 Stelle 0,3 Stelle
6 (02/2014: 5) Mitarbeiterinnen 4,8 Stellen3,6 Stellen
Die Darstellung des Personalbestandes der Verwaltungskräfte wird aktuell im Vergleich zum Jahr 2014 aufgrund der gelebten Verwaltungsunterstützung innerhalb des Büros für Chancengleichheit angepasst. In der Verwaltung ist die Vollzeitkraft Claudia Silber neben den Haushaltsangelegenheiten des Büros für Chancengleichheit nach wie vor ausschließlich für die Assistenzarbeiten der Gleichstellungsstelle zuständig. Sie ist in der Auflistung aktuell mit einem Stellenanteil von 0,9 Stellen angegeben. Der fehlend berechnete 0,1-Faktor zur Vollzeitstelle beinhaltet weitergehende Arbeiten im Haushaltsbereich für das Gesamtbüro abseits der Gleichstellungsstelle. Der Anstieg der Verwaltungsarbeiten für die Gleichstellungsstelle wird auch durch die vermehrten Stellenanteile der Teilzeit-Verwaltungskraft Birgit Saemann sichtbar. Hier gab es einen Arbeitsanteilsanstieg durch Arbeiten für den Gleichstellungsausschuss, Verteilerpflege und Informationsverbreitung.
Es zeigt sich, dass die Gleichstellungsstelle nach wie vor mit dem unterstützenden Verwaltungseinsatz der beiden Kräfte arbeiten muss, um die Arbeit erledigen zu können. Vor Einfließen der Verwaltungsstellen in das Büro für Chancengleichheit hatte die Gleichstellungsstelle als eigener Bereich fest ebenso 1,5 Verwaltungsstellen; vor Ort tätig waren für einen langen Zeitraum in dem damaligen Gleichstellungsbereich mit einem weiteren außerplanmäßigen 0,5 Einsatz sogar 2 Stellen. Es zeigt sich, dass die Arbeit der Gleichstellung diese Unterstützung nach wie vor braucht.
Herausstellend in der Personalentwicklung der Gleichstellungsstelle ist die Neueinrichtung der Teilzeit-Stelle für die Geschäftsführung des Gleichstellungsausschusses und Besetzung mit Simone Johimski. Die Stelle konnte durch Zusammenführung von Stundenanteilen innerhalb des Büros für Chancengleichheit erwirtschaftet werden. Neben dem Gleichstellungsausschuss ist Frau Johimski extern im umfangreichen Themenfeld Frauenerwerbstätigkeit und intern für die Themen Gesundheitsmanagement und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Wahrnehmung der organisatorischen Mitwirkungsrechte der Gleichstellungsstelle bei der Ausbildung und in den Dezernaten 2 und 4 eingesetzt (Bearbeitung der weiteren Dezernate: Frau Costecki: Dezernat 0 und Führungsstellen, Frau Pietrasch: Dezernate 1 und 3, Frau Koal: Bereich 6-1).
Zudem hat Frau Johimski gemeinsam mit Frau Wiesel aus dem Themenfeld Ehrenamt des Büros für Chancengleichheit erstmals im Jahr 2015 die Aufgabe übernommen, einen Ausbildungsplatz für Inspektoranwärter/innen zu betreuen. Dies ist in der Laufbahn des gehobenen Dienstes möglich, da die Gleichstellungsstelle das Pflichtmodul Personal und Organisation abdecken kann. Für einen Zeitraum von drei Monaten (17.06.2015 – 21.09. 2015) konnte das Büro im Jahr 2015 somit ihre erste Auszubildende begrüßen. Der Ausbildungsplatz wird auch künftig weiterhin angeboten.
Seit Herbst 2014 ermöglicht es die Gleichstellungsstelle ebenfalls, auch studentische Praktika vor Ort zu absolvieren. Bisher haben drei Praktikantinnen – hauptsächlich aus dem Studienbereich Soziologie – ihr Praktikum erfolgreich bei der Gleichstellungsstelle abgeschlossen. Für 2016 sind bereits zwei weitere Praktikantinnen gefunden. Perspektivisch soll dieser positive Trend aktiv beibehalten werden.
Auf die Gesamtsituation des Büros für Chancengleichheit ist an dieser Stelle ebenso hinzuweisen. Die Gleichstellungsstelle ist seit 01.07.2011 Teil des Büros für Chancengleichheit und arbeitet in dieser Form entsprechend der gesetzlichen Möglichkeiten nach wie vor autonom. Die Gleichstellungsbeauftragte nimmt zudem die Funktion der stellvertretenden Bereichsleitung des Büros für Chancengleichheit wahr. Faktisch leitet Britta Costecki das Büro für Chancengleichheit jedoch seit Ende 2014 aufgrund der Vakanz der Bereichsleitung bis auf Weiteres.
Es zeigt sich, dass die Aufgabenwahrnehmung der Leitung für die weiteren Themenfelder Inklusion, Ehrenamt, Familie und Leben im Alter, die ebenso alle einen ausgiebigen Querschnittscharakter und eine hohe gesamtgesellschaftliche Bedeutung inne haben, sehr gut gelingt, da die Gleichstellungsbeauftragte breit aufgestellt und vernetzt ist und durch die Gremienteilnahme koordinierende und steuernde Aufgaben auch im Sinne der gemeinsamen Ausrichtung einer chancengleichen Gesellschaft gelingen.
Haushalt / Finanzen
Im Jahr 2015 standen der Gleichstellungsstelle in Haushaltsansätzen innerhalb des allgemeinen Budgets des Büros für Chancengleichheit haushaltswirksam Mittel wie folgt zur Verfügung:
8.000,00 EURÖffentlichkeitsarbeit
1.700,00 EURMädchenarbeit
1.800,00 EURFrauengesundheit
2.500,00 EURMädchenmerker / vollständig durch Sponsoreneinnahmen finanziert
14.000,00 EURGesamtetat Gleichstellung
Zudem sind die weiteren zweckgebundenen Haushaltsmittel im Gesamtetat der Gleichstellung hinzugekommen:
10.000,00 EURKompetenzzentrum Frau & Beruf MEO
11.640,00 EURUnterstützung Prostitutionsberatung Solwodi e. V.
Neben dem durch eingeworbene Sponsorengelder finanzierten Mädchenmerker, der einen festen Haushaltsansatz hat, wurden weitere Projekte durch Sponsorengelder bzw. Zuschussmittel finanziert:
4.549,00 EURSponsoring / Teilfinanzierung zur Ausrichtung der Frauenfilmtage visuelle
2.500,00 EUR Sponsoring Internationaler Frauentag
4.695,74 EURZuschussmittel Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege
und Alter für die Neuauflage von zwei Gewalt-Broschüren
11.744,74 EUR
Gremien
Zur Sicherstellung der Aufgaben ist die Gleichstellungsbeauftragte ständiges Mitglied des Verwaltungsvorstandes und nimmt an den Sitzungen des Rates der Stadt, des Hauptausschusses und Finanz- und Personalausschusses sowie themenbezogen an Fachausschüssen teil. Überregional sind die Gleichstellungsbeauftragte und ihre Mitarbeiterinnen vernetzt in Gremien für Gleichstellungsstellen in Bund und Land.
Gleichstellungsausschuss
Die Geschäftsführung des Gleichstellungsausschusses obliegt zudem der Gleichstellungsstelle.
Der Gleichstellungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 09.09.2014 für die Wahlperiode 2014/2020 konstituiert. Der Gleichstellungsausschuss wurde als politisches Gremium installiert, der das verfassungsrechtliche Gebot der Gleichstellung von Frauen und Männern im Sinne des Landesgleichstellungsgesetzes und der Gemeindeordnung umsetzt und Maßnahmen der Stadt auf Geschlechtergerechtigkeit überprüft (§ 1 der Zuständigkeitsordnung für die Ausschüsse des Rates und für die Oberbürgermeisterin/den Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen vom 23.03.2015, Anlage 5). Der Fachausschuss soll Steuerer, Begleiter und Impulsgeber der Gleichstellungspolitik sein. Zum Input für die Mandatsträgerinnen und Mandatsträger fand am 25.04.2015 eine Schulung zu gleichstellungspolitischen Ansätzen statt, die von der externen Moderatorin Dorothea Wolf und der Gleichstellungsbeauftragten geleitet wurde.
Die Themen der ersten Sitzungen des Gleichstellungsausschusses waren vielfältig und facettenreich. Sowohl gleichstellungs- und geschlechtsbezogene Konzepte als auch Maßnahmen und Vorhaben der Verwaltung, mit der Darstellung der jeweiligen Wirkung auf Männer und Frauen, wurden erläutert und visualisiert. Auch gesellschaftspolitische Forderungen zur Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern und Mädchen und Jungen waren Thema.
Als Impuls- und Ideengeber fungierten ebenfalls externe Referentinnen und Referenten.
Folgende Themen der letzten Gleichstellungsausschüsse sind beispielhaft genannt:
- Präventionsarbeit für Mädchen und Jungen
- Kontaktstelle für Jugendliche im Bereich der LSBT*, SchLAu Team (Aufklärung an Schulen)
- Arbeit der Frauenberatungsstelle
- Gegen Gewalt an Frauen
- Arbeitsbericht der Prostitutionsberatung Solwodi e. V.
- Genderspezifische Beschäftigungsentwicklung in Oberhausen
- Bildungspotenziale des Sports aus der Geschlechterperspektive
- Bedarfe Flüchtlingsfrauen in Oberhausen
- Vorstellung der Opferschutzbeauftragten der Polizei in Oberhausen
- Handlungsanforderungen zur Gewaltintervention- und -prävention für Frauen und Mädchen mit Behinderung
- Vorstellung von Rubicon e. V., gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der offenen Senioren- und Seniorinnenarbeit in NRW
- Umsetzung des Gender Mainstreamings in der Stadtentwicklung und Stadtplanung
Gestellte und beschlossene politische Anträge:
- Antrag der BOB-Fraktion: „Sachstandsbericht zur Namensgebung im öffentlichen Raum“
- Antrag Koalition SPD, Grüne, FDP: „Erstellung eines Leitfadens Gender Mainstreaming in der Stadtentwicklung“
- Antrag Koalition SPD, Grüne, FDP: „Sachstandsbericht zur Flüchtlingsunterkunft für Frauen in der Helmholtzstraße“
- Antrag Koalition SPD, Grüne, FDP: „Berichtswesen der Gleichstellungsstelle“
2. Interne Gleichstellung
Nach dem Landesgleichstellungsgesetz des Landes NRW (LGG) wirkt die Gleichstellungsbeauftragte durch ihre Beteiligungsrechte bei allen organisatorischen, sozialen und personellen Maßnahmen mit. Damit sind die Aufgaben – gerichtet auf die innere Verwaltung – umfangreich und werden anhand verschiedener Instrumente und Beteiligungen wahrgenommen.
Mitbestimmung und Beteiligung nach dem LGG
Mitbestimmung der Gleichstellungsstelle in allen personellen und organisatorischen Angelegenheiten entsprechend des LGG. Dazu gehören:
- 656 LGG-Vorlagen zu personellen bzw. organisatorischen Maßnahmen im Jahr 2015 zur Mitbestimmung,
- Teilnahme an 57 Auswahlgesprächen in 2015 bei Neueinstellungen und Stellenbesetzungen ab A 11 / EG 10,
- regelmäßige Abstimmungsgespräche und Jour Fixe mit dem Personaldezernenten, Bereich 4-1 Personal und Organisation, der Schwerbehindertenvertretung und dem Personalrat,
- Mitglied interner Unterarbeitsgruppen zum Beispiel zur Weiterentwicklung der Auswahlverfahren und Stellenvergaben,
- Mitglied der wieder eingerichteten Personalfindungskommission,
- Gremienteilnahme bei Organisationsuntersuchungen/-neuaufstellungen (2015: Medien / VHS, Bereiche 5-1 und 5-4),
- Mitwirkung in der Bewertungskommission,
- Mitwirkung bei Personalentwicklungs- und Organisationsmaßnahmen (2015 z. B. Teleheimarbeit, Zeitwirtschaft, Mitarbeiter/Vorgesetzten-Gespräche, Betriebliche Mobilität, BEM, Beförderungen, Raumplanung, IT-Neueinführungen, Stellenbesetzungsverfahren, Beurteilungswesen Feuerwehr),
- Mitwirkung und Beteiligung in der Arbeitsschutzkommission und in den Arbeitskreisen zum Arbeits-und Gesundheitsschutz.
!Die Wahrnehmung der Mitbestimmungsrechte der Gleichstellungsstelle ist in der Verwaltung durch verlässliche Strukturen gesichert. Durch den regelmäßigen Austausch sind die Mitwirkenden eingebunden und verfügen über den gleichen Informationsstand. Die personell zu begleitenden Auswahlverfahren nehmen einen hohen Zeitaufwand in Anspruch. Die direkte Mitentscheidung bei der Auswahl und die Kenntnis über den Personalbestand und das -potenzial sind jedoch unverzichtbar für eine erfolgreiche interne Gleichstellungsarbeit.
Im Rahmen dieser Tätigkeit werden von der Gleichstellungsstelle städtische Bedienstete zu unterschiedlichsten Themen und Problematiken beraten (z. B. Arbeitszeiten, Vereinbarkeit, Karriereplanung, Veränderungswünsche, Mobbing, Begleitung bei arbeitsrechtlichen Untersuchungen).
!Die meisten Kontakte erhalten die Mitarbeiterinnen der Gleichstellungsstelle im Rahmen der Auswahlverfahren und in den bestehenden Netzwerken, Arbeitskreisen und eigenen Veranstaltungen wie Seminaren und der Frauenversammlung. Bei ersten Kontakten verweist die Gleichstellung oftmals auf weitere Ansprechpersonen innerhalb der Verwaltung (z. B. Betriebliche Sozialberatung, Betriebsärztin, Bereich 4-1 Personal und Organisation, Personalrat) oder auch externe Stellen (z. B. Frauenberatungsstelle). Die Gleichstellungsstelle berät und begleitet darüber hinaus intensiver im Jahr rd. 57 Beschäftigte (fast ausschließlich Frauen) mit unterschiedlicher Intensität der Unterstützungsleistung. Dies ist eine anspruchsvolle Anzahl.
30 Jahre Gleichstellungsarbeit in Oberhausen
Seit mittlerweile 30 Jahren (Einrichtung 01.10.1985) setzt sich die Gleichstellungsstelle dafür ein, Bewusstsein für Ungleichgewichte innerhalb der Verwaltung zu schaffen und mit konkreten Maßnahmen diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken.
Nach dieser Zeitspanne der Gleichstellungsarbeit innerhalb der Stadtverwaltung Oberhausen ist es erforderlich, den resümierenden Blick zurück, aber auch den aktiven Blick nach vorn zu wagen. Dies gestaltete die Gleichstellungsstelle für die interne Arbeit in Kooperation mit einer Arbeitsgruppe der Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen über die Fotoausstellung „StadtPLAN – Weibliche Berufswege innerhalb der Stadtverwaltung“ und einer flankierenden Broschüre.
Bereits zum 10. Jubiläum im Jahr 1995 wurden eine ähnliche Ausstellung sowie Broschüre unter dem Titel „Vieles ist möglich… Vielfalt der Frauenarbeitsplätze der Stadtverwaltung“ herausgegeben. Hier wurden mit Vorstellungen von über 20 Frauenvitae bereits die Fülle der verschiedenen Verwaltungsstellen und die damit verbundene Vielfalt weiblicher Berufs- und Lebenswege aufgezeigt. Dies galt es nun nach weiteren 20 Jahren – zum 30. Jubiläum – mit der aktuellen Broschüre und Ausstellung erneut zu präsentieren.
Innerhalb der Broschüre finden sich sowohl 9 der immer noch bei der Stadt beschäftigten Frauen aus der alten Broschüre als auch neu porträtierte Frauen der Verwaltung wieder. Von der klassischen Verwaltungsangestellten über die Feuerwehrfrau bis hin zur Erzieherin oder Beigeordneten. Die Ausstellung war jeweils einen Monat im Rathaus Oberhausen, im Technischen Rathaus und im Foyer der VHS im Bert-Brecht-Haus zu sehen.
!Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Veränderungen des generellen Tätigkeitsprofils, persönliche, berufliche Wünsche, besondere Erwartungen und Ziele und/oder allgemeine Herausforderungen werden von den interviewten Frauen der Stadtverwaltung reflektiert und ganz offen in den einzelnen Interviews beleuchtet. Sie zeigen, wie unterschiedlich die Wege innerhalb der Verwaltung sein können. Dies gilt es in der Öffentlichkeitswirksamkeit weiter zu forcieren, um die Arbeitgeberin Stadt Oberhausen mit all ihren Facetten vorzustellen.
Frauenförderplan
Der Frauenförderplan mit der Laufzeit 2014 bis 2016 wurde in der Sitzung des Rates der Stadt Oberhausen am 15.09.2014 verabschiedet. Unter der Überschrift „Von JETZT auf GLEICH“ hat sich dieses Konzept zum Ziel gesetzt, ein Instrument einer zukunftsorientierten Personalentwicklung zu sein. Der Frauenförderplan soll aktiv die interne und externe Frauenförderung in den Blick nehmen und Maßnahmen benennen, um Defizite einzelner Handlungsfelder aufzuzeigen. Dabei ist die Mitwirkung aller Dezernate notwendig. Neben der inhaltlichen Bearbeitung durch den Bereich 4-1 Personal und Organisation und die Gleichstellungsstelle flossen die Erkenntnisse eines vorbereitenden Workshops (15 Mitarbeiterinnen unterschiedlicher Bereiche der Stadtverwaltung unter Leitung der Referentin Dorothea Wolf) ein. Die Maßnahmen wurden fünf Arbeitsfeldern zugeordnet:
- Frauenunterstützende Personalentwicklung
- Frauen in Führung
- Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Fairer Umgang
- Externe Frauenförderung
Bei der Erstellung des Frauenförderplanes wurde dem Vorhaben aus den politischen Diskussionen zum vorherigen Plan Rechnung getragen, die Einzelmaßnahmen visuell aufzubereiten, Grundlagenzahlen zu hinterlegen, Ziel-/Kennzahlen zu entwickeln und Zuständigkeiten zu benennen. Hierüber ist die Evaluation einzelner Maßnahmen in den Arbeitsfeldern möglich.
Ein erstes Abstimmungsgespräch zur Umsetzungsplanung des Frauenförderplans unter Beteiligung des Bereiches 4-1/Personal und Organisation und des Personalrates fand im Februar 2015 statt. Dabei wurde vereinbart, einzelne Maßnahmen der Arbeitsfelder „Frauen in Führung“ und „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ in den Blick zu nehmen.
Die Wegeplanung wurde in einer „Kick-off“-Veranstaltung im Mai 2015 konkretisiert und es bildeten sich unter Beteiligung der Fachbereiche 4-1-40 Aus- und Fortbildung, 4-1-10 Organisation, 4-1-20 Personalwirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter des Personalrates zwei Arbeitsgruppen mit den Titeln „Sensibilisierung von Führungskräften“ und „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“.
Hier wurden konkrete Handlungsempfehlungen zu bestehenden Maßnahmen vereinbart. Die Ergebnisse dieses Zwischenberichtes werden im Gleichstellungsausschuss am 24.02.2016 und am 29.02.2016 im Finanz- und Personalausschuss dargestellt.
!Die kontinuierliche Bearbeitung des Frauenförderplanes nach Beschluss ist erforderlich, um die Maßnahmenziele zu erreichen. Die Gleichstellungsstelle forciert diesen Prozess und fordert die Mitarbeit der Gesamtverwaltung ein, um die Zuständigkeit nicht nur in einem Plan zu benennen, sondern auch immer wieder nachzufassen bzw. eigene Aufgabenteile umzusetzen.
!Zur Vorbereitung des Frauenförderplans für die Laufzeit 2017 bis 2019 ist erneut geplant, geleitet durch die Referentin Dorothea Wolf (Juristin, Leiterin Personalentwicklung, Personaltrainerin), die Inhalte des aktuellen und vor allem auch des kommenden Frauenförderplans in einem Workshop mit interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu hinterfragen, um zukünftig weiterhin möglichst passgenau und an den Bedürfnissen der Beschäftigten orientiert agieren zu können. Außerdem werden im Laufe des Septembers und Oktobers 2016 drei sogenannte „Foyergespräche“ im Rathaus, im Technischen Rathaus und im Concordiahaus mit Beschäftigten der Stadtverwaltung Oberhausen geführt. Diese Kontakte werden so konzipiert, dass ein zwangloser Austausch themenspezifisch über die Bedürfnisse und Bedarfe für den kommenden Frauenförderplan ermöglicht wird.
Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen in den Dezernaten
Die Gleichstellungsstelle betreut organisatorisch den Kreis der Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen aus den Dezernaten (je zwei Ansprechpartnerinnen pro Dezernat) und der Frauenbeauftragten der städtischen Gesellschaften mit städtischem Personal mit regelmäßigen Arbeitstreffen (vier Arbeitstreffen im Jahr 2015), Unterarbeitsgruppen bei Bedarf (z. B. Frauenversammlung) und Seminaren zum Frauenförderplan sowie zu konkreten Projektplanungen und anlassbezogenen Aktionen (z. B. Aktionstag „Heute geh‘ ich mit“).
!Der Kreis der Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen ist ein wichtiger Indikator, um die praktische Anbindung an die jeweiligen Dezernate zu sichern. Hierbei können konkretere Informationen und Hinweise eingebracht werden, die für die Gleichstellungsstelle ein bedeutsamer Anknüpfungspunkt sind. Auch für das kommende Jahr sind bereits vier Sitzungstermine terminiert.
Frauenversammlung 2015
Die Frauenversammlung 2015 fand im Gemeindesaal der Ev. Christus Kirchengemeinde in Oberhausen statt. Der Einstieg erfolgte auf Basis des 30. Jubiläums der Gleichstellungsstelle durch ein Grußwort der Gleichstellungsbeauftragten. Ergänzt wurde die Frauenversammlung durch die Vorstellung der neuen Mitarbeiterin der Gleichstellungsstelle Simone Johimski, der neuen Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen des Dezernates 3 Familie, Bildung, Soziales Dörte Delberg-Ziepke sowie ein persönliches Grußwort durch Achim Kawicki, dem neuen Leiter des Bereiches 4-1 Personal und Organisation. Zudem erfolgte ein Interview mit einigen Kolleginnen, die an dem Mentoringprogramm für dienstjunge Frauen der Stadtverwaltung von Frühjahr 2014 bis Frühjahr 2015 entweder als Mentorin oder als Mentee teilgenommen haben. Der weitere Verlauf der Frauenversammlung stand unter dem Leitthema „Inneres Leuchten! - Seelische Gesundheit von Frauen in der Berufswelt“. Die Referentin Christel Sander verdeutlichte, dass vor allem Frauen von seelischen Beeinträchtigungen betroffen sind und beispielsweise bei rund 33 % aller Frauen eine psychische Störung diagnostiziert wird (Studie der TU Dortmund). Damit diese Themen auch innerhalb der Strukturen der Stadtverwaltung intensiver in den Fokus genommen werden, fand ein entsprechendes Frauenförderseminar unter der Begleitung von Christel Sander am 27. und 28.10.2015 statt. Abgerundet wurde die Frauenversammlung 2015 durch aktuelle Informationen durch den Personaldezernenten Jürgen Schmidt sowie verschiedene thematische Inputs des Personalratsvorsitzenden André auf der Heiden.
!Die Frauenversammlung hat in diesem Jahr wieder einen enorm hohen Zulauf der Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung erlebt. Mehr als 150 Frauen haben die Veranstaltung besucht. Sowohl diese hohe Frequenz als auch die durchweg positiven Stimmen zu Inhalt und Ablauf der Frauenversammlung begründen die Einschätzung, dieses Instrument auch in Zukunft als Netzwerkstruktur zu nutzen.
!Die inhaltliche Themenkoppelung mit im Anschluss angebotenen Frauenseminaren führt zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Interesse der Frauen. Die jeweils im Nachgang angebotenen Seminare sind stets zeitnah ausgebucht.
Fortbildungen für Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung
Speziell zur Frauenförderung werden Fortbildungen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 4-1-40 Aus- und Fortbildung, Personalentwicklung geplant. Die Gleichstellungsstelle stellt die Bedürfnisse der beschäftigten Frauen bei der Planung in den Vordergrund und ist am Planungsprozess dieser Fortbildungen beteiligt. Außerdem werden die frauenspezifischen Fortbildungen auch personell von der Gleichstellungsstelle begleitet und ausgewertet.
Im Jahr 2015 wurden folgende Frauenfortbildungen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 4-1-40 Aus- und Fortbildung, Personalentwicklung durchgeführt:
28./29.04.2015„Berufsperspektive Fachkarriere oder Führung für Frauen“
22.06.2015Follow-up
(Ganztagsform für alle weiblichen Beschäftigten)
27./28.10.2015„Seelische Gesundheit von Frauen in der Berufswelt“
(Ganztagsform für alle weiblichen Beschäftigten)
01./02.12.2015„Und dass es gar nicht erst passiert…ein weiblicher Blick auf schwierige Gesprächssituationen und deren positive Verarbeitung“
(Ganztagsform für alle weiblichen Beschäftigten)
01.06.2015„Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“
(Halbtagsform für alle Beschäftigten, abgeleitet aus dem Frauenförder-plan 2014-2016)
!Das Werkzeug der speziellen Förderseminare für Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung hat sich in den letzten Jahren als durchweg effizient und sinnvoll erweisen. Die hohen Besuchszahlen, die Rückmeldungen der Seminarteilnehmenden sowie die Nachfrage an weiteren Seminarmöglichkeiten bestätigen diese Einschätzung. Auch für 2016 ist ein entsprechendes Angebot geplant.
Aktionstag „Heute geh‘ ich mit“
Die Durchführung des Aktionstages „Heute geh’ ich mit“, bei dem städtische Beschäftigte ihren Kindern und Enkelkindern an einem Tag ihren Arbeitsplatz vorstellen, geht zurück auf einen beschlossenen Antrag durch die Frauenversammlung der Stadtverwaltung im Jahr 2008 und eine erste Durchführung im Jahr 2010.
Am Pfingstdienstag, 26.05.2015, wurde der Aktionstag in den städtischen Gebäuden mit Unterstützung der Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen wiederholt und von zahlreichen Aktionen wie z. B. Sprechstunde beim Oberbürgermeister, Bürgermeister/innensprechstunden, Rathausrallyes, Spielstationen des Kinderbüros, Rathausführungen, Bobbycar-Rennen, Umweltspiele begleitet. Außerdem wurden jeweils zwei Führungen der Feuerwehr Oberhausen durch die Feuerwache I und II angeboten.
!Der Aktionstag bei der Stadtverwaltung mit über 90 mitmachenden Kindern wurde mit großem Erfolg und Zuspruch durchgeführt, so dass diese Veranstaltung in einigen Jahren bei der Gleichstellungsstelle und den Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen erneut auf der Agenda steht. Die Wahrnehmung der Beschäftigten in ihrer Vereinbarkeitsverantwortung durch Kolleginnen und Kollegen und die vorgesetzten Personen sowie die Wahrnehmung der Kinder von der Berufswelt ihrer Elternteile und das sich damit entwickelnde Verständnis für Belange sind die Zielrichtungen dieses Aktionstages.
Netzwerk Fachbereichsleiterinnen
Frauen sind auf allen Ebenen der Führung innerhalb der Verwaltung unterrepräsentiert (Stand 11/2015: Bereichsleiterinnen 4 von 25 = 16,0%, stellv. Bereichsleiterinnen 8 von 27 = 29,6%, Fachbereichsleiterinnen 16 von 59 = 27,1%). Um die tätigen Frauen in Führungspositionen zu stärken, ihre Rollenwahrnehmung zu reflektieren und ihnen Führungsinstrumente zu vermitteln, wurde im Februar 2013 das Seminar „Frauen führen anders“ unter Moderation von Ruth Damerius angeboten. Es nahmen hauptsächlich Fachbereichsleiterinnen teil. Die Frauen arbeiteten an zwei Seminartagen zu unterschiedlichsten Aspekten der Führung und behandelten die Besonderheiten der weiblichen Führungsweise. Während des Seminars bearbeiteten die Teilnehmerinnen auch ihre Rolle innerhalb einer Haushaltskonsolidierungskommune, z. B. im Sinne der Motivationsmöglichkeiten für die Beschäftigten, die Arbeitsbelastung und die Personalentwicklung. Gemeinsam richteten Sie ein Schreiben mit ihrem Blick und der Darstellung der Problematiken aus ihrer Sicht an den Personaldezernenten. Zudem wurde der Wunsch der beteiligten Frauen herausgearbeitet, ein Netzwerk für Führungsfrauen anzubieten, um damit eine Plattform zur Erörterung und Bearbeitung der Herausforderungen zu erhalten.
Diesem Wunsch nach einem Netzwerk kam die Gleichstellungsstelle mit Unterstützung des Personaldezernenten und der Aus- und Fortbildung nach. Das Konzept sah vor, ein Netzwerk zu installieren, welches mit dem Instrument der „Kollegialen Beratung“ eine feste Struktur zur Bearbeitung von eingebrachten Problemfeldern etabliert. Dazu wurden die Teilnehmerinnen, die sich aus dem Kreis der Fachbereichsleiterinnen und stellvertretenden Bereichsleiterinnen zusammensetzen, in den ersten drei Sitzungen von der externen Moderatorin angeleitet, um die Form der „Kollegialen Beratung“ zu erlernen und die Strukturen der Treffen festzulegen. Seitdem tagt dieses Netzwerk eigenständig und wird von den Fachbereichsleiterinnen rege angenommen. Die Moderation aus dem Kreis heraus rotiert je Sitzung, so dass alle Fachbereichsleiterinnen aktiv eingebunden sind, die Geschäftsführung obliegt der Gleichstellungsstelle. Lediglich zwei der aktiven Fachbereichsleiterinnen nahmen bislang nicht an den Netzwerktreffen teil. Pro Jahr finden rund vier Treffen halbtägig statt, dabei sind auch reflektierende halbtägige Seminartage mit der Auftakt-Moderatorin, um die Struktur des Netzwerkes in der Tragfähigkeit und Attraktivität immer wieder zu prüfen. Themen in 2015 waren neben aktuellen organisatorischen und personellen Informationen u. a. geschlechtsspezifische Wahrnehmungen von Führung, Motivation von Beschäftigten, ein Input zur Betrieblichen Sozialberatung und die Frauenförderung innerhalb der Kommune.
!Die Netzwerktreffen wurden von vielen Führungsfrauen mit großem Engagement besucht. Die Frauen verdeutlichen bei jedem Termin, wie wichtig dieser Austausch für sie ist, welche anderen Blickweisen sie durch Kolleginnen und den Austausch kennenlernen und wie sie sich gegenseitig in schwierigen Situationen stärken. Die Gleichstellungsstelle wird an diesem Konzept festhalten und das Netzwerk der Fachbereichsleiterinnen in der Organisation fortführen. Zur Stabilisierung und Prüfung der Ausrichtung soll es in Absprache mit der Aus- und Fortbildung zum Ende des Jahres 2016 eine weitere halbtägige Seminareinheit mit der begleitenden Moderatorin zur Reflektion geben.
!Für 2016 ist eine weitere Seminareinheit in Abstimmung mit dem Fachbereich Aus- und Fortbildung zur Selbstpräsentation und Selbststärkung mit externen Coacherinnen für 1,5 Tage vorgesehen.
Netzwerk Bereichsleiterinnen
Bei der Seminarausschreibung „Frauen führen anders“ und der Installierung des Netzwerkes der Fachbereichsleiterinnen (siehe vorheriges Kapitel) hat es Diskussionen zur Beteiligung der unterschiedlichen Hierarchiestufen z. B. auch durch die Bereichsleiterinnen gegeben. Zur Vermeidung von Hierarchiekonflikten wurde auf eine Durchmischung verzichtet. Ein Angebot sollte es aber für alle Hierarchieebenen geben, angesichts der Anzahl der Führungsfrauen – in der Bereichsleitung im Jahr 2015 vier Frauen – mussten hier jedoch weitere Möglichkeiten durchdacht werden.
Dazu hat die Gleichstellungsbeauftragte mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Mülheim an der Ruhr Kontakt aufgenommen. Dort sind in der vergleichbaren Hierarchiestufe sechs Frauen aktiv. Gemeinsam ist man zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss der Bereichsleiterinnen Oberhausen und Mülheim an der Ruhr unterstützend für die Frauen wirken könnte und auch wirtschaftlich ausreichend sei für eine externe Begleitung zu Beginn. Zum Ausloten der Interessen hat zu Beginn des Jahres 2015 ein erstes Treffen der Bereichsleiterinnen Oberhausen und Mülheim an der Ruhr stattgefunden, während dem die Gleichstellungsbeauftragten allgemeine Frauenfördertools und ihre Idee zu einem Netzwerk vorstellten. Dies stieß bei dem Personenkreis auf erstes Interesse, so dass ein vertiefender Workshop mit externer Begleitung Ende 2015 stattgefunden hat, dem die vier eingeladenen Oberhausener Bereichsleiterinnen auch alle zugesagt haben.
!Resümierend ist nach einem Tag Brainstorming, Austausch und Coachingelementen der Oberhausenerinnen und Mülheimerinnen festgehalten, dass die Bereichsleiterinnen sehr daran interessiert sind, weiter miteinander zu arbeiten, da die Herausforderungen der Tätigkeit für die Frauen sehr vergleichbar sind und damit ein Austausch unterstützend wirken kann. Für 2016 wurden zwei Treffen vereinbart, die von den Gleichstellungsbeauftragten OB und MH organisiert werden.
Einführungsveranstaltung für Auszubildende
Für die Auszubildenden der Kernverwaltung sowie die Erzieher/innen der Kindertageseinrichtungen des Einstellungsjahrgangs 2015 wurde durch die Gleichstellungsstelle am 01.09.2015 sowie am 07.09.2015 ein Modul zum Thema Gleichstellung während der Einführungstage durchgeführt. Diese Einführung soll die Auszubildenden direkt zu Beginn des beruflichen Werdegangs für das Thema Gleichstellung und Gleichberechtigung im Beruf sensibilisieren.
!Die jährliche Einführungsveranstaltung zeigt, dass eine frühzeitige Kontaktaufnahme seitens der Gleichstellungsstelle ein gutes Instrument darstellt, um über Arbeitsinhalte und Methoden breit gefächert zu informieren und die Arbeit der Gleichstellungsstelle transparenter in den Fokus aller Mitarbeiter/innen zu bringen.
Mentorinnenprojekt
Die Maßnahme 1.04 des laufenden Frauenförderplans sieht Mentoring als Schritt zur gezielten Mitarbeiterinnenförderung und Personalentwicklung vor. Ziel dieses perspektivisch ausgerichteten Mentoringprojektes für Frauen ist die frühzeitige Karriereplanung in Verbindung mit den eigenen Lebenszielen. Das Mentoringprojekt kann für die weiblichen Beschäftigten der Stadtverwaltung ein Startpunkt für vielfältige Wege sein.
Die Gründe zur Umsetzung eines solchen Mentorinnenprogrammes finden sich in den derzeitigen Arbeitsrealitäten:
Insbesondere Frauen scheitern oftmals auf ihrem Karriereweg durch die Vereinbarkeitsaufgabe von Familie und Beruf. Sie unterbrechen ihren aktiven Dienst für die Familienarbeit und kehren häufig in alternativen Arbeitszeitmodellen zurück und bleiben hier meist unterhalb ihrer persönlichen Möglichkeiten in Tätigkeitsfeldern im geringeren Stundenumfang stecken.
Die klassische „Gläserne Decke“ ist aufgrund dessen auch innerhalb der Personalstrukturen der Stadtverwaltung Oberhausen deutlich erkennbar. Insbesondere die untere Führungsebene lässt hinsichtlich der derzeitigen Frauenführungsquote noch großen Bedarf erkennen. Mit diesem niedrigen Unterbau – zum Beispiel auf Fachbereichsleitungsebene (Stand 11/2015: 27,1% = 16 Frauen von 59 Fachbereichsleitungen) – ist die Umsetzung einer erhöhten Frauenquote in der nächsten Ebene der Bereichsleitungen in direkter Karrierelinie schwierig aufgrund des zahlenmäßig geringen Potentials. Folglich ist für die Gleichstellungsstelle in angestrengtem Maße an der Beteiligung und Motivation von Frauen für die Einstiegsführungsfunktionen zu arbeiten.
Die Gleichstellungsstelle hat daher in Kooperation mit dem Fachbereich 4-1-40 Aus- und Fortbildung, Personalentwicklung ein Mentoring für dienstjunge Mitarbeiterinnen über einen Zeitraum von zwölf Monaten konzipiert. Ziel war es, Mitarbeiterinnen, die am Anfang ihres Berufsweges (nach ca. dreijähriger Berufserfahrung) und vor oder in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen, auf ihrer Berufswegeplanung zu begleiten und ihnen Alternativen zu eröffnen. Mit dem aktiven Mentoringprozess, bei dem eine dienstjunge Kollegin einer erfahrenen Kollegin zugeordnet wurde, mit der sie intensiv im Austausch stehen sollte, wurde im Mai 2014 gestartet. Davor standen die Arbeiten zur Anwerbung der Mentorinnen und zur Auswahl der Teilnehmerinnen, den sogenannten Mentees. In Kooperation und unter enger Begleitung des „Zentrums für Frau in Beruf und Technik Castrop-Rauxel“ wurden dazu erste Interessenbekundungsworkshops für erfahrene Führungs- bzw. Verwaltungsfrauen sowie potenzielle Mentees im letzten Quartal 2013 sowie im ersten Quartal 2014 durchgeführt. Im Nachgang hierzu erhielten die Mentees die Möglichkeit, sich über persönliche Anschreiben für das Projekt zu bewerben und somit bewusst für die Teilnahme zu entscheiden. 14 Frauen aus unterschiedlichsten Diensteinheiten (Jugendamt, Regionalteams, Finanzen, Immobilien, etc.) und Professionen (Verwaltungsfrauen, Juristin, Sozialarbeiterinnen) haben sich erfolgreich zur Teilnahme an dem Mentoringprojekt beworben. Die dazu passenden 14 Pendants der Mentorinnen wurden persönlich durch die Gleichstellungsstelle sowie den Fachbereich 4-1-40 Aus- und Fortbildung in der Zusammensetzung von Fachbereichsleiterinnen und Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen akquiriert und gesetzt. Das Matching der jeweiligen Tandems (eine Mentee und eine Mentorin) erfolgte unter intensiver Unterstützung des Zentrums für Frau in Beruf und Technik und mit Beteiligung des Fachbereichs 4-1-40 Aus- und Fortbildung, Personalentwicklung sowie der Gleichstellungsstelle Anfang Mai 2014. Der offizielle Start der Tandemphase und somit des Mentoringjahres erfolgte zeitnah hierzu am 19.05.2014. Als Ziele für die Mentees erhoffte sich die Gleichstellungsstelle bereits an dieser Stelle:
- Aufzeigen alternativer Planungswege vor der Vereinbarkeitsfrage zwischen Beruf und Familie
- Wissen über individuelle Karrierechancen erwerben
- Hinterfragen ihrer beruflichen Wege, unter Einbeziehung verschiedener Lebenslaufmodelle
- Erweiterung des Blickes auf die breit gefächerten Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Verwaltung
- Netzwerke bilden
- Gegenseitige Unterstützung im Beruf erfahren
- Stärkung zur Selbsthilfe – Probleme selbst lösen
Grundsätzlich wurde aber auch ein Ausbau der bereits erreichten individuellen beruflichen sowie sozialen Entwicklungen der Mentorinnen kalkuliert:
- Weitergabe des individuellen Wissens, der Kenntnisse, der Erfahrungen und Strategien über die Organisation
- Unterstützung und Förderung junger Frauen der Stadtverwaltung
- Netzwerke bilden/ Austausch untereinander forcieren
- Erkennen und Nutzen persönlicher Kompetenzen
Die bis zum 07.05.2015 laufende Tandemphase beinhaltete neben den Treffen der einzelnen Tandems zudem auch einen Zwischenworkshop, klassische Angebote des allgemeinen Austauschs der Gruppen (individuell sowie gemischt) sowie einen Abschlussworkshop.
Im Laufe des Mentorings entwickelte sich zudem ein sehr positiver und dynamischer Entwicklungsprozess der Mentees. Darauf basierend wurde - nach Anregungen der Mentees - das bestehende Rahmenprogramm um ein Hospitationsangebot in anderen Bereichen der Stadtverwaltung, ein spezielles Seminar zur Weiterentwicklung individueller Lebens- und Karriereschritte sowie ein „Women after Work Treffen“ erweitert. Den offiziellen Ausklang fand das Mentoringprogramm am 07.05.2015 im Rahmen eines gemeinsamen Abschlussworkshops unter Beteiligung des Personaldezernenten Jürgen Schmidt, des Fachbereichs 4-1-40 Aus- und Fortbildung sowie der Gleichstellungsstelle.
!Das Mentoringprojekt zur Berufswegeplanung für dienstjunge Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Oberhausen von 2014 bis 2015 ist erfolgreich durchgeführt worden. Die Ziele des Aufzeigens alternativer Planungswege für die individuellen Karrieren der Frauen – in Verbindung mit den eigenen Vorstellungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – wurden erreicht. Mit der Durchführung dieses Pilotprojektes ist der Grundstein für den Einsatz von Mentoringmaßnahmen als Personalentwicklungsinstrument innerhalb der Verwaltung gelegt. Abschließend bleibt festzuhalten, dass eine kontinuierliche Durchführung des Mentoringprogramms als Personalentwicklungsmaßnahme angestrebt werden sollte.
Frauen in der Feuerwehr
Die Gleichstellungsstelle setzt sich seit Jahren für die Einstellung von Frauen bei der Feuerwehr ein. Da die Stadt Oberhausen im Jahr 2016 keine Ausbildungsplätze als Brandmeisteranwärterin und Brandmeisteranwärter bzw. Brandoberinspektoranwärterin und Brandoberinspektoranwärter anbietet, fanden dazu im Jahr 2015 keine Auswahl- und Entscheidungsgespräche statt, an denen die Gleichstellungsstelle ansonsten aktiv teilgenommen hätte.
Die Gleichstellungsstelle hält Kontakt zu den Feuerwehrfrauen, die dieses Angebot mit verschiedensten allgemeinen Fragestellungen und Erörterungsbedarf annehmen. Die Umbaumaßnahme der Feuerwache II in Sterkrade zur Einrichtung von neuen Schlafräumlichkeiten für Feuerwehrfrauen zum dortigen Einsatz im Feuerschutz sowie die sich daraus ergebenden Einsatzveränderungen stehen nach wie vor auf der Agenda der noch nicht gänzlich gelösten Themen. Als problematisch stellt sich nach wie vor der Einsatz von Frauen in der Feuerwache II im Rettungsdienst dar, da es keine Schlafmöglichkeiten für Feuerwehrfrauen im Gebäude des Rettungsdienstes gibt und sich die Ausrückzeiten durch die Unterbringung der Frauen im Hauptgebäude verzögern würden. Ob es zu einer erweiterten Umbaumaßnahme kommt, bleibt bei der aktuellen Haushaltssituation weiterhin offen.
Aufgrund der veralteten sprachlichen und insbesondere fachlichen Bewertung der Feuerwehrleute fand eine Neukonzeption des Beurteilungsverfahrens für die Beamtinnen und Beamten der Feuerwehr Oberhausen statt, bei der die Gleichstellungsstelle neben Personalverwaltung, Personalrat und Feuerwehr aktiv mitarbeitete.
!Die Anzahl der Feuerwehrfrauen bei der Feuerwehr ist noch unterrepräsentiert. Die Anerkennung der fünf aktiven Feuerwehrfrauen in der Dienstausübung ist jedoch deutlich erreicht. Durch den Kontakt zur Gleichstellungsstelle lassen sich mit den Frauen die Fragen klären, die sich geschlechtsspezifisch ergeben. Um einen Einsatz der Feuerwehrfrauen auch in der Feuerwache II uneingeschränkt möglich zu machen, müssen die Umbaumaßnahmen forciert werden.
Teleheimarbeit
In 2015 startete das Pilotprojekt zur Umsetzung der Alternierenden Teleheimarbeit bei der Verwaltung. Vorangegangen waren mehrere Sitzungen einer Projektgruppe, organisiert durch den Fachbereich 4-1-10 Organisation, zur Aufstellung des Projektrahmens, in der auch die Gleichstellungsbeauftragte mitarbeitete. Die Einführung dieses Arbeitszeitmodells, beispielsweise zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. zur Unterstützung bei gesundheitlichen Einschränkungen, ist ein Ziel, das schon seit geraumer Zeit im Frauenförderplan verankert ist.
Mit Start des Pilotprojektes wurden auch von Seiten der Gleichstellungsstelle mehrere Beratungen von Kolleginnen und Kollegen durchgeführt, um die Vor- und Nachteile des Arbeitszeitmodells individuell abzuwägen.
Das Pilotprojekt endete zum Jahresende 2015, so dass dahingehend vorab erste Gespräche zur Evaluation und Einschätzung stattfanden, um dann letztendlich eine Entscheidung über diese Arbeitszeitform treffen zu können. Für die Gleichstellungsstelle ist das Pilotprojekt geglückt und sollte nunmehr in die Fläche gehen.
!Nach erfolgreicher Erprobung der Alternierenden Teleheimarbeit in dem einjährigen Pilotprojekt soll die Alternierende Teleheimarbeit in 2016 nunmehr als neue Arbeitsform und Alternative zu den bestehenden Arbeitszeitmodellen eingeführt werden. Der Fachbereich 4-1-10 Organisation bereitet die Einführung und die Dienstvereinbarung mit dem Personalrat vor.
Arbeitskreis Gesundheit / Betriebliches Gesundheitsmanagement
Die Gleichstellungsstelle hat bis 2014 aktiv als Mitglied im Arbeitskreis Gesundheit zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement mitgewirkt. Mit der Arbeit verbunden war die Mitentwicklung an Dienstvereinbarungen und Konzepten, Beratung und Austausch der einzelnen Fachdienste zu Themen des allgemeinen Gesundheitsmanagement. Nach wie vor ist aufgrund des Wechsels des Beauftragten für betriebliches Gesundheitsmanagements in den Personalrat der Arbeitsprozess unterbrochen.
!Die Zusammenführung der gesundheitlichen Aspekte in einem funktionierenden und ausgestatteten betrieblichen Gesundheitsmanagement der Stadt Oberhausen ist auch aus Sicht der Gleichstellungsstelle im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich. Ein regelmäßiger Austausch zum Gesundheitsmanagement und zur Förderung der Gesunderhaltung der alternden Belegschaft ist nach wie vor auch aus Gleichstellungssicht zu begrüßen und die gemeinsame Arbeit und Vernetzung wären ein wichtiger Aspekt dieses ganzheitlichen Gesundheitsmanagements. Es ist daher dringend erforderlich, die grundsätzlichen Strukturen und die allgemeinen Rahmenbedingungen des Gesundheitsmanagements und dessen Fortführung abschließend zu beraten.
Arbeitskreis Arbeits- und Gesundheitsschutz
Die Gleichstellungsstelle nimmt an den Treffen des Arbeitskreises Arbeits- und Gesundheitsschutzes teil. Basierend auf der Klausurtagung des Personalrates mit der Verwaltung tagt die Arbeitsgruppe seit Ende 2012 in regelmäßigen Abständen.
Arbeitsschutzausschuss
Die Gleichstellungsstelle ist ständiges Mitglied im Arbeitsschutzausschuss. Die Aufgaben des Arbeitsschutzausschusses umfassen:
- die Beratung über Fragen der Sicherheitsarbeit und Gefährdungspotenzialen,
- die Erarbeitung von Sicherheitslösungen und Regelungen sowie
- die Koordinierung von Maßnahmen in Grundsatzfragen der Arbeitssicherheit.
Betriebliche Mobilität
Der Umweltbereich des Dezernates 4 Umwelt, Gesundheit, ökologische Stadtentwicklung und Stadtplanung initiiert ein Projekt zur Fortentwicklung der betrieblichen Mobilität innerhalb der Verwaltung. Die Gleichstellungsstelle war von Beginn an mit einbezogen und arbeitet durch die Gleichstellungsbeauftragte mit an der Umsetzung der Vorhaben. Ziel ist die Einführung eines ökologischen Fahrzeugpools und die verstärkte Nutzung des ÖPNV und alternativer Fortbewegungsmittel wie E-Bikes durch die Verwaltungsbeschäftigten bei deren Dienstfahrten. Von detaillierten Planungsvorstellungen der ersten Umsetzungsschritte ist im Jahr 2016 auszugehen.
!Die Gleichstellungsstelle stützt den Gedanken der Verbesserung der betrieblichen Mobilität der Beschäftigten der Stadtverwaltung im wirtschaftlichen und ökologischen Sinne und wird in dem Maße weiter mit an einer Umsetzung arbeiten.
Vierteljahresgespräche des Personalrates
Seit 2013 erfolgt die regelmäßige Teilnahme der Gleichstellungsstelle an den Vierteljahresgesprächen des Personalsrats mit der Verwaltungsführung und der Personalverwaltung.
!Die Teilnahme der Gleichstellungsstelle am Vierteljahresgespräch ist ein gutes Mittel zum regelmäßigen Austausch aller Akteure/Akteurinnen im Personal- und Organisationsbereich.
AG und Forum Chancengleichheit
Gleichzeitig mit der Einrichtung des Büros für Chancengleichheit wurde die Einrichtung des verwaltungsinternen Gremiums „Arbeitsgruppe Chancengleichheit“ mit allen zum Thema Chancengleichheit tätigen Bereichen beschlossen. Auch die Themen der Gleichstellungsstelle flossen in den Diskussionsprozess ein. Beispielsweise wurden der Frauenförderplan und Veranstaltungsformate wie „Heute geh‘ ich mit“ in dem Gremium vor- und zur Diskussion gestellt. Die Gleichstellungsbeauftragte hat die zwei Sitzungen im Jahr 2015 unter Vorsitz des Alt-Oberbürgermeisters aufgrund der Abwesenheit des Bereichsleiters organisiert.
Als externe Ergänzung zur internen AG Chancengleichheit hat sich zur Diskussion mit der Politik und gesellschaftlich relevanten Trägern und Institutionen zum Thema Chancengleichheit – unter Federführung des Alt-Oberbürgermeisters – das Forum Chancengleichheit gegründet. Auch hier ist die Gleichstellungsbeauftragte als Mitglied vertreten. In 2015 wurde die Sitzung aufgrund der krankheitsbedingten Abwesenheit des Bereichsleiters ebenso von ihr organisiert. Hauptthema waren hier die familienpolitischen Leitlinien, an deren Aufstellung die Gleichstellungsbeauftragte ebenso mitgearbeitet hat.
KGSt Innovationszirkel Chancengleichheit und Vielfalt
Zur Implementierung der Aufgabenwahrnehmung Chancengleichheit und Vielfalt innerhalb der Kommunalverwaltungen ist von der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) 2013 ein Innovationszirkel installiert worden. Die Gleichstellungsbeauftragte wurde aufgrund der Struktur innerhalb der Stadt Oberhausen mit dem Büro für Chancengleichheit in diesen Innovationszirkel gebeten. Während mehrerer Sitzungen wird der Inhalt für eine Empfehlung der KGSt erarbeitet, die den Kommunalverwaltungen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichsten Organisationsmodelle zur Umsetzung von Chancengleichheit und Vielfalt darlegen soll (z. B. die Alternativen: eine Organisationseinheit mit allen Themensträngen, eigenständige Einheiten für die Themen oder Mix aus den Varianten in Form von Lenkungsgremien, Beauftragten, Stabsstellenorganisationen, etc.). Die Arbeit wird im März 2016 in einer nächsten Sitzung fortgeführt.
3. Gesellschaftliche Gleichstellung
Die Gleichstellungsstelle hat die Aufgabe, auf kommunaler Ebene darauf hinzuwirken, dass das verfassungsrechtliche Gleichheitsgebot nach § 5 Gemeindeordnung NW erfüllt wird. Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt bei allen Vorhaben und Maßnahmen der Stadt Oberhausen mit, die die Belange von Frauen berühren oder die Auswirkungen auf die Gleichberechtigung haben. Als gesamtstädtische Interessenvertretung ist die Gleichstellungsstelle Anlaufstelle für Fragen, Anregungen und Beschwerden sowie für Projekte und Kooperationen in dieser Sache.
3. a) Netzwerkarbeit
Die verschiedenen Aufgaben der Gleichstellungsstelle können aufgrund der Fülle qualitativ, quantitativ und finanziell nur mit einer guten Vernetzung wahrgenommen werden. Durch eine breite Netzwerkarbeit der gegenseitigen Unterstützung der zahlreichen Fraueninteressen ist es möglich, dem Ziel Gleichstellung von Frau und Mann Stück für Stück näher zu kommen. Die gemeinsamen Aktivitäten und zahlreichen Initiativen sichern den frauenpolitischen Erfolg. Die Verankerung der Vernetzung findet in Form von Arbeitskreisen, Projekttreffen und regelmäßigen Kontaktgesprächen statt.
Vernetzungen auf Landes- und Bundesebene
Durch die Teilnahme an überörtlichen Gremien auf Landes- und Bundesebene wird der fachliche Austausch gesichert, die Netzwerkarbeit gefördert und das Befördern von frauenspezifischen Themen in die Landes- und Bundesebene forciert:
- Bundeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten „Gleichstellungspolitik 3.0“ vom 06. bis 09.09.2015 in Warnemünde u. a. mit den Beschlüssen Verbot von sexistischer Werbung und Gewaltschutz für Flüchtlingsfrauen und mit den Schwerpunktthemen:
- Cybermobbing,
- Situation von Flüchtlingsfrauen,
- Rahmenbedingungen für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten,
- gesellschaftliche Weiterentwicklung der Gleichstellungspolitik.
- Mitgliederversammlungen der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) kommunaler Frauenbüros / Gleichstellungsstellen NRW und Austausch mit den Landesministerien (ca. drei Sitzungen pro Jahr) u. a. zum Rechtsgutachten Zielquoten von Prof. Papier
- Projektgruppe von Gleichstellungsbeauftragten zum Thema Flüchtlingsfrauen
- Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen
- Austausch mit Gleichstellungsbeauftragten der Nachbarstädte Dinslaken, Mülheim an der Ruhr, Essen, Duisburg, Bottrop
- Konferenzen der Frauenbeauftragten des Städtetages NRW (ca. zwei Sitzungen pro Jahr)
- Entsandte Gleichstellungsbeauftragte des Städtetages NRW für den Umweltausschuss des Städtetages
- Tagungen zur Gleichstellungsarbeit (Familienbericht NRW, Altersarmut)
- Difu-Seminar in Berlin 16./17.03.2015 zum Thema „Gender in der Stadtplanung und im Klimaschutz“
MEO Facharbeitskreis Frauenerwerbstätigkeit / Competentia MEO
Auf MEO-Ebene finden regelmäßige Treffen des durch die Regionalagentur betreuten Facharbeitskreises Frauenerwerbstätigkeit statt. Die Teilnehmerinnen des interkommunal agierenden Facharbeitskreises setzen sich aus Akteurinnen u. a. aus den Agenturen für Arbeit, den Jobcentern, der Wirtschaftsförderung, der IHK, der Kreishandwerkerschaft, freien Trägern und den Gleichstellungsstellen der Städte Mülheim an der Ruhr, Essen und Oberhausen zusammen.
Schwerpunktthema des Jahres 2015 war die Begleitung und Fortführung des Kompetenzzentrums Frau & Beruf auf MEO-Ebene „Competentia MEO“. Ziel der landesweit eingerichteten Kompetenzzentren ist es, die berufliche Gleichstellung voranzutreiben, die vielfältigen Gleichstellungsdefizite abzubauen und die Frauenerwerbstätigkeit zu steigern und zu verbessern. Zielgruppe für die Kompetenzzentren sind insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Für die MEO-Ebene wurde ein gemeinsames Konstrukt der drei Städte, der Regionalagentur MEO und des Essener Vereines „Die Spinnen“ erarbeitet. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oberhausen ist auch im Steuerungskreis von Competentia, der sich aus Vertreterinnen der Antragstellerinnen und der Competentia-Mitarbeiterinnen zusammensetzt. Die Landesförderung wurde über den ersten Bewilligungstermin 30.06.2015 hinaus verlängert. Der Eigenanteil der Stadt Oberhausen zur Beteiligung beträgt 10.000,00 EUR pro Jahr. Sowohl die zwei Verwaltungsstellen als auch die vier Fachstellen sind seit 2013 mit Personal besetzt worden. Themenschwerpunkte sind u. a. Verbesserung der Informationen und Unternehmensangebote hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, Wiedereinstiegskonzepte, überbetrieblicher Verbund kleinerer Unternehmen zur Entwicklung einer frauenfördernden und familienorientierten Unternehmenskultur. Zum Thema Minijobs hat Competentia MEO beispielsweise 2015 in Mülheim an der Ruhr eine Dialogveranstaltung ausgerichtet, bei der die Oberhausener Gleichstellungsbeauftragte im Podium saß. Zur Begleitung der Arbeit von Competentia MEO wurde auf Oberhausener Ebene ein Arbeitskreis Frauenerwerbstätigkeit gegründet (siehe gesonderte Darstellung).
Weiterhin war die Förderung der Teilzeitberufsausbildung mit dem Projekt "Teilzeitausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen / TEP" weiterhin Thema für den MEO-Facharbeitskreis. In der MEO-Region begleiten die drei Bildungsträger Trivium gGmbH Oberhausen, Jugendhilfe Essen gGmbH und bbwe gGmbH Mülheim an der Ruhr 30 junge Elternteile bei ihrer Suche nach einem Teilzeit-Ausbildungsplatz, qualifizieren und unterstützen sie bei der Organisation von Ausbildung und Kinderbetreuung. Ergänzende Themenfelder waren zum Beispiel die Aktivierung der stillen Reserve durch die Agentur für Arbeit und das Erfordernis und Modelle zur Randzeitenbetreuung.
Zudem wurde die Ausstellung „Faire Arbeit“ durch Vermittlung der Regionalagentur MEO im Rathaus Oberhausen präsentiert. Die Gleichstellungsbeauftragte hat diese eröffnet.
Arbeitskreis Frauenerwerbstätigkeit Oberhausen
Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Competentia MEO ist aufgrund der Landesvorgaben regional gebündelt eingerichtet worden. Die Problematiken der Frauenerwerbstätigkeit sind teilweise jedoch stadtspezifisch unterschiedlich akzentuiert. Als Oberhausener Begleitgremium zu Competentia MEO wurde deshalb von der Gleichstellungsbeauftragten der Arbeitskreis Frauenerwerbstätigkeit OB installiert. Dieser soll die Belange Oberhausens mit Expertinnen aus dem Jobcenter, der Agentur für Arbeit, der Wirtschaftsförderung, dem Startercenter NRW, Trägern wie Kurbel, Trivium und Ruhrwerkstatt, Unternehmerinnennetzwerk Petek, Integrationszentrum, Aktiv im Stadtteil, NÜS (Neues Übergangsmanagement Schule / Beruf) etc. diskutieren, festlegen und als Votum für Competentia, deren Projektmitarbeiterinnen auch an den Sitzungen teilnehmen, formulieren.
Ein kleiner Kreis aus der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit und des Jobcenters und der Gleichstellungsbeauftragten bearbeitet die Themenfindung des Arbeitskreises fachlich begleitend.
!Mit dem Arbeitskreis Frauenerwerbstätigkeit OB gelingt die Anforderung, die spezifischen Oberhausener Belange zu der Thematik zu bündeln und dem regional tätigen Kompetenzzentrum Frau & Beruf Competentia darzulegen. Dieses Netzwerk dient außerdem dazu, sich über die aktuellen Maßnahmen, Projekte, Arbeitsschwerpunkte auszutauschen und damit Synergieeffekte zu erzielen.
Themen waren beispielsweise: Aktuelle Informationen der Regionalagentur MEO, Aktivitäten der Arbeitsagentur Oberhausen für die Aktivierung und Beratung der „Stillen Reserve“, Vorstellung der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“, ESF-Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“(BIWAQ).
Gremien des Jobcenters
Die Gleichstellungsbeauftragte ist Mitglied im AK Arbeitsgelegenheiten des Jobcenters Oberhausen zur Entscheidung über Arbeitsgelegenheiten für SGB II Empfänger/innen. Die Sitzungen beschränken sich seit Reduzierung der Arbeitsgelegenheiten auf ein Minimum von ein bis zwei Treffen pro Jahr.
Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt zudem im Örtlichen Beirat des Jobcenters mit, um den Oberhausener Arbeitsmarkt für Frauen, die Maßnahmensituation und die Betreuung durch das Jobcenter weiterhin im Blick zu haben.
BIWAQ Begleitgremium
Die Gleichstellungsbeauftragte ist Mitglied des Begleitgremiums der Oberhausener Maßnahme im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“(BIWAQ). In 2015 fand die Auftaktveranstaltung statt.
Wettbewerb „Familienfreundlicher Betrieb“
Die Gleichstellungsbeauftragte ist Jurymitglied des Wettbewerbs „Familienfreundlicher Betrieb“. Im Jahr 2013 wurden von den Jurymitgliedern erstmals die beteiligten Unternehmen besucht und bewertet. Damit erhielten die Mitglieder einen Blick in die Struktur der Unternehmen und konnten mit den Unternehmensvertretungen gemeinsam den ausführlicheren Fragebogen ausfüllen. Im Jahr 2015 hat die Gleichstellungsbeauftragte eine Werbeagentur bewertet.
Netzwerk „Fairer Umgang im Arbeitsleben“ Oberhausen
Im Netzwerk „Fairer Umgang im Arbeitsleben“ (vormals Arbeitskreis „Mobbing“) agieren Vertreter/innen aus Arbeit & Leben, Bildungs- und Beratungseinrichtungen, Stadt, Gewerkschaften, Agentur für Arbeit, Berufsförderungswerk, Polizei, Integrationsfachdienst und kirchliche Einrichtungen. Die Gleichstellungsstelle nimmt seit 2013 wieder an den rd. 4x im Jahr stattfindenden Sitzungen teil und wirkt beispielsweise bei der Formulierung von Kriterien für eine Dienstvereinbarung zum Thema „Fairer Umgang im Arbeitsleben“ mit.
Am 04.11.2014 hat das Netzwerk das Fortbildungsseminar „Konflikte am Arbeitsplatz/Mobbing vor dem Hintergrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) für 14 interessierte Multiplikatoren/innen ausgerichtet. Die Referentin Frau Bettina M. Hartmann hat anhand von Fallbeispielen anschaulich den Begriff „Mobbing“ dargestellt und die Konsequenzen für die Beratungsarbeit dargestellt. Die nächste Qualifizierungsmaßnahme wird sich mit dem Thema „Fairer Umgang im Arbeitsleben: Cybermobbing – eine neue Qualität oder nur neues Repertoire bei Mobbinghandlungen“ beschäftigen und diese Problematik für die Beratung in der betrieblichen Praxis aufarbeiten.
AG Mädchenförderung nach § 78 SGB VIII
Die Gleichstellungsstelle nimmt an den Sitzungen der AG Mädchenförderung nach § 78 SGB VIII mit regulär ca. sechs Treffen pro Jahr teil. Ziel dieser Arbeit ist die Institutionalisierung der Mädchenförderung, die Unterstützung und Stärkung vorhandener Angebote zur Mädchenarbeit vor Ort und die Verankerung der Mädchenförderung in der fachlichen und politischen Gremienarbeit.
Durch die langfristige Vakanz der Stelle der Jugendpflege/Mädchenarbeit fand im Jahr 2015 lediglich ein Treffen der AG Mädchenförderung vor Stellenwechsel der damaligen Stelleninhaberin statt. Eine temporäre Vertretung konnte nicht sichergestellt werden. Der Mädchenarbeitskreis konnte die Koordination des jährlichen Mädchenaktionstages kompensieren.
!Die Arbeitsgruppe ist ein unabdingbares Medium, um die Mädchenförderung mit allen Facetten in Oberhausen voranzutreiben, breitgefächerte Netzwerkstrukturen mit allen in Oberhausen vertretenen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe zu entwickeln und als Schnittstelle zwischen kommunal verwalteter Jugendhilfe und öffentlicher Jugendhilfe zu agieren. Es ist daher unabdingbar, zeitnah die Besetzung der auch weiterhin vakanten Stelle zu forcieren und damit eine Fortführung der Arbeitsgruppe zu sichern. Eine interne Stellenausschreibung Ende 2015 brachte zwei Bewerberinnen hervor. Die Koordinierung von entsprechenden Auswahlterminen wird für Anfang 2016 angestrebt.
Netzwerk Frauen und Gesundheit
Das Netzwerk Frauen und Gesundheit besteht aus kirchlichen Trägern, Beratungsstellen und kommunalen Einrichtungen. Das Netzwerk setzt sich mit Themen der Frauengesundheit auseinander. Die Gleichstellungsstelle nimmt an den Sitzungen, der Planung und Durchführung von Veranstaltungen, Erstellung von Broschüren und der weiteren Vernetzungsarbeit teil. Im Jahr 2015 beschäftigten sich die Frauengesundheitstage mit dem Thema Pflege (siehe Rubrik „Veranstaltungen“).
Kommunale Gesundheitskonferenz
Die Gleichstellungsbeauftragte ist Mitglied der Kommunalen Gesundheitskonferenz und kann geschlechtsspezifische Themen in das Gremium einbringen (z. B. Vorstellung Gewaltbroschüren, Frauengesundheitstage).
AK Gewalt
Ziel des Arbeitskreises Gewalt ist die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und die Weiterentwicklung der Vernetzung. Der Arbeitskreis Gewalt setzt sich zusammen aus Fachleuten, die sich in Organisationen bzw. Institutionen mit der Gewaltproblematik auseinandersetzen und durch ihren Arbeitsauftrag zur Umsetzung der Ziele des Arbeitskreises Gewalt beitragen (z. B. Jugendamt, Polizei, Staatsanwaltschaft Duisburg / Dezernat Häusliche Gewalt, Jugendgerichtshilfe, Kommunales Integrationszentrum, Frauenberatungsstelle und Frauenhaus). Die Treffen finden rd. 4x pro Jahr statt. Die Gleichstellungsstelle ist zudem in unterschiedlichen Unterarbeitskreisen mit rd. acht Treffen pro Jahr vertreten.
Die Koordination der Finanzakquise – beispielsweise für Veröffentlichungen – wird bei gemeinschaftlichen Projekten des AK Gewalt von der Gleichstellungsstelle wahrgenommen. Im Rahmen der Förderung örtlicher/regionaler Kooperationen gegen häusliche Gewalt wurden 2015 Mittel beantragt und bewilligt. Mit den bewilligten Mitteln wurden die Neuauflagen der Broschüren „Sexualisierte Gewalt – Schutz in Oberhausen“ und „Stalking – Schutz in Oberhausen“ finanziert.
Die Broschüren waren vergriffen und von Seiten der Institutionen, die sich mit der Gewaltproblematik in Oberhausen beschäftigen, bestand eine Nachfrage. Durch die Broschüren wird die örtliche Vernetzung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen dargestellt und ein einheitlicher Standard in der Beratungsarbeit gewährleistet. Darüber hinaus war eine inhaltliche Überarbeitung der Broschüre „Sexualisierte Gewalt – Schutz in Oberhausen“ mit dem Blick auf die Zunahme von sexualisierter Gewalt im Internet bzw. auf Smartphones notwendig. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt war aus diesem Grund im Jahr 2015 das Thema Cybercrime – Digitale Gewalt gegen Frauen (Fachvortrag).
Darüber hinaus setzte sich der Arbeitskreis mit dem Thema Täterarbeit auseinander. Die Referentin Frau Koch von MannoG – Mann ohne Gewalt – stellte dem Arbeitskreis die pädagogische und therapeutische Arbeit mit Männern als Gewaltprävention vor. Die Referentin machte deutlich, dass die Arbeit mit der Zielgruppe wichtig ist, um weitere Übergriffe gegenüber Frauen zu vermeiden und das Angebot somit einen präventiven Charakter zur Bekämpfung der Häuslichen Gewalt hat.
Die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung war auch im Jahr 2015 für den Arbeitskreis Gewalt ein wichtiges Thema. In der Sitzung vom 17.06.2015 stimmte der Arbeitskreis der Mitgliedschaft der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle KoKoBe zu. Die Vorsitzende, Frau Petra Franken, wird diese Aufgabe für die Belange von Menschen mit Behinderung wahrnehmen. Somit ist eine bessere Anbindung mit fachlicher Kompetenz an den Arbeitskreis Gewalt sichergestellt. Der Bedarf an Hilfen, der in den einzelnen Einrichtungen deutlich wurde, wo behinderte Frauen Schutz und Unterstützung suchen, kann somit in den Arbeitskreis Gewalt einfließen.
Darüber hinaus beschloss der Arbeitskreis Gewalt in der Sitzung vom 26.08.2015 die Aufnahme einer Vertretung der Ärztekammer Nordrhein, Kreisstelle Oberhausen, um auch hier eine bessere fachliche Anbindung der Ärzteschaft an den Arbeitskreis zu gewährleisten.
Der Arbeitskreis Gewalt setzt sich seit der Sitzung vom 11.11.2015 mit dem Themenbereich der Anonymen Spurensicherung nach Sexualstraftaten (ASS) auseinander (siehe Rubrik „Projektarbeit“).
Anlässlich des Internationalen Tages „NEIN zu Gewalt an Frauen“ veranstaltete der Arbeitskreis am 25.11.2015, einen Fachtag zum Thema „Weibliche Genitalbeschneidung“. Zielgruppe waren pädagogische, medizinische und juristische Fachkräfte (siehe Rubrik „Veranstaltungen“).
!Der Arbeitskreis Gewalt Oberhausen besteht seit über 20 Jahren und leistet mit seiner einrichtungs- und trägerübergreifenden Netzwerkstruktur und Öffentlichkeitsarbeit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Gewalt in Oberhausen. Für die Gleichstellungsstelle ist die Mitarbeit in diesem Gremium unabdingbar.
Runder Tisch Prostitution
Der Runde Tisch (RT) „Prostitution in Oberhausen“ hat im Jahr 2015 2x getagt. Ziel des RT „Prostitution in Oberhausen“ war auch 2015 die Zusammenführung der beteiligten Akteure/Akteurinnen, Erarbeitung von Unterstützungsangeboten und der gemeinsame zielgerichtete Austausch. Seit Januar 2015 nehmen ebenfalls Vertretungen der politischen Parteien in Oberhausen an den Sitzungen teil. Inhaltlich befasste sich der RT mit:
- Abschlussbericht des Runden Tisches Prostitution NRW,
- Novellierung des Gesetzes zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen (Prostituiertenschutzgesetz – ProstSchG),
- Gesundheitsprävention für Frauen in der Prostitution,
- Information zur Etablierung sowie möglichen Partizipation Oberhausener Institutionen an der Smartphone-App „Lola“,
- Ortsbegehung der Flaßhofstraße durch die Mitglieder des RT „Prostitution in Oberhausen“ im November 2015.
Als eines der essentiellsten Ergebnisse der inhaltlichen Arbeit der Gleichstellungsstelle im Themenfeld „Prostitution in Oberhausen“ kann die Sicherung der Finanzierung der Beratungsarbeit von SOLWODI e. V. Oberhausen gelistet werden. Die bisherige Refinanzierung des Minimalangebots aus Spendenmitteln war seit Anfang 2015 nicht mehr hinreichend gegeben, da die Zonta-Spendengelder um min. 50 % gekürzt wurden. Zudem hatte die bisherige Koordinatorin ihre Stelle zum 31.01.2015 gekündigt.
Unter dieser Entwicklung lud die Gleichstellungsstelle im Januar 2015 Frau Claudia Zimmermann-Schwartz – Leitung der Abteilung Emanzipation des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein Westfalens (MGEPA) – zur Betrachtung der Gemengelage zum Runden Tisch Prostitution auf kommunaler Ebene ein. Seitens Frau Zimmermann-Schwartz erfolgte die Einladung zu weiteren Gesprächen mit Fachkollegen/Fachkolleginnen des MGEPA zur Entwicklung möglicher Lösungsstrategien für Oberhausen. Dieses Gespräch folgte zeitnah im Februar 2015 durch die Gleichstellungsstelle mit der Option, eine bestehende Förderung der Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution von SOLWODI e. V. Duisburg zu erweitern, um auch das Stadtgebiet Oberhausen damit abdecken zu können.
Diese Bemühungen seitens der Gleichstellungsstelle in Kooperation mit SOLWODI e. V. sind allerdings gescheitert. Eine entsprechende Antragsskizze von SOLWODI e. V. wurde Anfang Mai 2015 abgelehnt, da nach abschließender Prüfung seitens des Ministeriums keine Ausweitung der Förderung der Beratungsstelle von SOLWODI e. V. für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution in Duisburg auf das Stadtgebiet Oberhausen ermöglicht werden kann.
Auf Basis dieses Hintergrundes war zum damaligen Zeitpunkt eine Aufrechterhaltung des Beratungsangebotes für Frauen in der Prostitution in Oberhausen nicht möglich. Aufsuchende Sozialarbeit, Unterstützungs- und Beratungsangebote wurden durch keine weitere Oberhausener Institution angeboten. Hier drohte ein massiver Verlust des durch die Streetworkarbeit von SOLWODI e. V. erreichten Zugangs zu den Betrieben sowie Frauen in der Prostitution in Oberhausen. Der Alt-Oberbürgermeister Klaus Wehling hat auf Basis einer durch die Gleichstellungsstelle gefertigten Verwaltungsvorstandsvorlage – und unter Berücksichtigung eines ausdrücklichen positiven Votums des Gleichstellungsausschusses – daher im Verwaltungsvorstand am 23.06.2015 der Mittelbereitstellung zur Sicherstellung der Finanzierung der Beratungsstelle SOLWODI e. V. in Oberhausen für die verbleibenden Monate des Jahres 2015 zugestimmt. Zusätzlich erfolgt ab 2016 eine konstante Einspeisung des vollständigen Jahresbudgets in den Haushalt der Stadt Oberhausen im Etat der Gleichstellungsstelle.
Seit September 2015 ist die koordinierende hälftige SOLWODI e. V. Oberhausen-Stelle wieder besetzt. Ein erster inhaltlicher Qualitätsdialog zur weiteren Ausrichtung der Arbeit von SOLWODI e. V. Oberhausen in 2016 fand mit der Gleichstellungsstelle bereits im Januar 2016 statt.
Die Gleichstellungsbeauftragte nahm im Mai 2015 neben Vertreterinnen und Vertretern von Madonna e. V., SOLWODI e. V. und der Polizei Oberhausen zudem an einer Podiumsdiskussion des Zonta-Clubs Oberhausen zur Novellierung des Prostituiertenschutzgesetzes teil.
!Die Möglichkeiten der Einflussnahme im Rotlichtmilieu sind für die Stadt und die Polizei angesichts der Legalisierung der Prostitution überschaubar. Gerade vor diesem Hintergrund ist der Austausch der jeweiligen Informationen und Sachstände der beteiligten Institutionen erforderlich, um die Entwicklungen im Rotlichtmilieu zu betrachten und um negativen Auswüchsen entgegenzusteuern. Des Weiteren sind damit Maßnahmen wie z. B. zur Verbesserung der Gesundheitssituation der Prostituierten über das vorhandene Netzwerk Runder Tisch „Prostitution in Oberhausen“ zeitnaher abzustimmen und effizienter umzusetzen.
Bündnis für Demokratie
Die Gleichstellungsbeauftragte ist Mitglied des Bündnisses für Demokratie.
!Neben der kontinuierlichen Kooperationsarbeit mit der Gedenkhalle will die Gleichstellungsstelle weiterhin aktiv bei der Arbeit gegen rechts mitwirken und kann sich dahingehend beispielsweise geschlechtsspezifische Sensibilisierungsarbeit vorstellen.
Runder Tisch Flüchtlingswesen
Die Gleichstellungsbeauftragte nimmt an dem von Dezernat 3 Familie, Bildung, Soziales initiierten Runden Tisch Flüchtlingswesen teil und ist auch Mitglied des erweiterten Kreises. Dort werden beispielsweise Belange von Flüchtlingsfrauen, Angebote der Frauenberatungsstelle, Zonta-Projekt für Flüchtlingsfrauen mit Terre des Hommes, Gewaltschutzkonzepte, Schutzraum für Frauen und Kinder durch die Gleichstellungsbeauftragte eingebracht. Die Oberhausener Gleichstellungsbeauftragte ist auch Mitglied einer Landesprojektgruppe aus NRW-Gleichstellungsbeauftragten zu dem Thema, die in den Austausch mit dem Landesministerium über Bedarfe und Problemlagen gehen sollen (siehe auch Kapitel „Flüchtlingsfrauen“ unter Projektarbeit).
Zukunftsstadt 2030 Oberhausen
In dem Team Zukunftsstadt Oberhausen ist die Gleichstellungsbeauftragte eingebunden. Der Wettbewerbsbeitrag der Stadt in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut UMSICHT soll thematisch auch Genderthemen beinhalten.
!Zur Sammlung von Visionen zu den Themen der Chancengleichheit als Beitrag für die Zukunftsstadt 2030 wurde am 21.01.2016 ein Workshop zu den Themen Gleichstellung, Inklusion, Integration, Ehrenamt, Familie, Leben im Alter und LSBT ausgerichtet.
3. b) Projektarbeit
Die Gleichstellungsstelle beschäftigt sich in der Projektarbeit mit Schwerpunktthemen. Die Themenauswahl orientiert sich an dem aktuellen Geschehen, den Erfordernissen, aber auch den Möglichkeiten.
Flüchtlingsfrauen
Die Gleichstellungsstelle unterstützt, begleitet und initiiert Maßnahmen in Oberhausen, um die Integration und die soziale Betreuung der zugewanderten Flüchtlingsfrauen und Kindern mit ihren besonderen Bedarfen zu verbessern. Die Situation von Flüchtlingsfrauen ist aus vielen Gründen belastend. Viele fliehen aus Krisenregionen, sind traumatisiert und wurden im Herkunftsland verfolgt und bedroht. Frauen sind zudem spezifischen Menschenrechtsverletzungen nicht nur in ihrem Heimatland, sondern auch auf der Flucht ausgesetzt. Dies schließt sexuelle und häusliche Gewalt sowie Folter ein. Massive psychische und physische Probleme bis hin zu Traumata sind die Folgen.
Nach Ankunft im Zufluchtsland kann die Situation von geflüchteten Frauen durch zum Teil unsichere Unterkunfts- und Hygienemöglichkeiten und durch Gewalterfahrungen in Gemeinschaftsunterkünften und in Erstaufnahmeeinrichtungen noch verschlimmert werden – dies gilt es zu vermeiden. Im Jahr 2015 konnten für die Flüchtlingsfrauen in Oberhausen folgende Maßnahmen von Seiten der Gleichstellungsstelle unterstützt werden:
Förderprojekt „Beratung und Unterstützung traumatisierter Flüchtlingsfrauen“
Im Frühjahr 2015 unterstützte die Gleichstellungsstelle die Beantragung des Förderprojektes „Beratung und Unterstützung traumatisierter Flüchtlingsfrauen“ der Frauenberatungsstelle beim Land NRW. Zum 01.06.2015 konnten die Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle diese zusätzliche Arbeit aufnehmen. Die Beratung richtet sich an geflüchtete Frauen, die von Belastungen, Traumatisierungen oder Gewalterlebnissen betroffen sind. Im Vordergrund des Angebotes steht eine Stabilisierung der Flüchtlingsfrauen, sodass diese ihren Alltag wieder besser bewältigen können. Die Beratung ist anonym, kostenfrei und wird durch geschulte Dolmetscherinnen unterstützt.
Veranstaltung „Begegnung vor Ort“
Unter dem Titel „Begegnung vor Ort: Die besondere Situation von Frauen als Flüchtlinge!“ fand am 16.09.2015 in Kooperation mit Terre des Hommes, Arbeit & Leben und der Gleichstellungsstelle eine Informationsveranstaltung in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlingsfrauen in Oberhausen statt. Auf der Veranstaltung, die in der Reihe „Nachbarn willkommen“ des Netzwerkes Interkulturelles Lernen angeboten wurde, informierten sich interessierte Bürgerinnen über die besondere Situation von Flüchtlingsfrauen.
!Das Ziel der Veranstaltung, die Teilnehmerinnen für die Situation der Flüchtlingsfrauen zu sensibilisieren und ihnen Einblick in das Leben zu geben, wurde erreicht. Die Teilnehmenden äußerten den Wunsch, solche Veranstaltungsformen häufiger zu wählen, bei denen nicht nur Zahlen, sondern Verständnis für die Situation von Flüchtlingsfrauen im Vordergrund stehen.
Schutzraum für Frauen und Kinder
Durch die Aufforderung der Gleichstellungsbeauftragten mit Unterstützung der Politik insbesondere durch Debatten im Integrationsrat und im Gleichstellungsausschuss und der Fachverwaltung konnte die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlingsfrauen in Oberhausen erhalten bleiben. Die Unterkunft bietet Platz für Frauen, zum Teil mit Kindern. Diese Form der Unterkunft ist sowohl für alleinstehende als auch für besonders schutzbedürftige Frauen wichtig, da sie einen Rückzugsraum ermöglicht.
Zonta-Projekt Flüchtlingsfrauen und Refugee Women
Die Gleichstellungsbeauftragte unterstützte das Projekt „Refugee Women – Flüchtlingsfrauen“ des Service-Clubs Zonta Oberhausen von Beginn an. Im Rahmen einer Benefiz-Veranstaltung durch Gerburg Jahnke im Ebertbad Oberhausen wurden für das Flüchtlingsfrauen-Projekt von Zonta Gelder eingespielt. Alle auftretenden Künstlerinnen und Künstler sowie die Beschäftigten des Ebertbads leisteten ihren unentgeltlichen Beitrag, so dass der Erlös dem Projekt zu Gute kommen konnte. Der Film „Refugee Women“, der berührend die Schicksale von Oberhausener Flüchtlingsfrauen auf der Flucht thematisierte und sichtbar machte, zeigte, welche Hilfestellungen Flüchtlingsfrauen benötigen. Beispielsweise wird auch das Thema Beschneidung im Film angesprochen. In Deutschland leben 30.000 Frauen, die von Verstümmelung betroffen oder bedroht sind. Durch Flüchtlinge, die vermehrt aus afrikanischen Ländern zu uns kommen, spielt das Thema in Deutschland und auch in Oberhausen eine immer wichtigere Rolle (siehe auch Veranstaltung: „Tag gegen Gewalt an Frauen“). Zielgruppe der finanziellen Unterstützung der Benefizveranstaltung sind Flüchtlingsfrauen, die nunmehr durch ein Sonderprojekt von Terre des Hommes die Möglichkeit erhalten, an Deutschkursen für Frauen teilzunehmen. Diese schließt auch die Kinderbetreuung mit ein.
Gesundheitliche Situation von Flüchtlingsfrauen
Die Gleichstellungsstelle begleitete zwei Sondersitzungen zur gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen im Dezernat 4 Umwelt, Gesundheit, ökologische Stadtentwicklung und
-planung und unterstützt den Einsatz von Gesundheitsmediatorinnen des Zentrums für Integration und Bildung (ZIP) der Kurbel. Ein wesentlicher Baustein in der Angebotspalette des ZIP ist die Durchführung möglichst niederschwelliger und kostenloser Beratungsangebote zur gesundheitlichen Situation von Flüchtlingsfrauen.
Darüber hinaus wurden von Seiten der Gleichstellungsstelle Anregungen zur Sensibilisierung von Männern zu dem Themen Gewaltprävention in Flüchtlingsunterkünften (mehrsprachige Informationen) in die Gesundheitskonferenzen eingebracht.
Austausch Flüchtlingsbeauftragte
Im Dezember 2015 fand mit der Flüchtlingsbeauftragten der Stadt Oberhausen, Annette Gleibs, zu dem Themenfeld der geschlechtsspezifischen Belangen von Flüchtlingen ein Austausch statt. Anfang des Jahres 2016 hat die Flüchtlingsbeauftragte einen ersten Erfahrungsbericht ihrer Tätigkeit im Gleichstellungsausschuss und im örtlichen Arbeitskreis Gewalt vorgestellt. Der Austausch wird fortgesetzt, um die gemeinsame Arbeit zu koordinieren. Dazu arbeitet die Gleichstellungsstelle auch mit am Runden Tisch Flüchtlingswesen des Dezernates 3 Familie, Bildung, Soziales (siehe Rubrik Netzwerkarbeit).
!Die Gleichstellungsstelle begleitet das Thema Flüchtlingsfrauen weiterhin durch Gremienarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und der Unterstützung von Vernetzungsstrukturen. Forderung nach Gewaltschutzkonzepten, die Teilnahme am angekündigten Bundesprogramm zum Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften sowie die Sensibilisierung von Männern zum Thema Gewaltprävention.
Begleitung afrikanischer Frauen
Eine Gruppe afrikanischer Frauen suchte den Kontakt zur Gleichstellungsstelle, um sich zu frauenspezifischen Belangen besser in Oberhausen einzufinden. Die Gleichstellungsstelle unterstützte bei der Raumsuche für einen regelmäßigen Frühstückstreff der Frauen. Zudem wurde am 03.11.2015 eine Tour zu Oberhausener Frauenberatungseinrichtungen für die afrikanischen Frauen in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum organisiert. Ziel war es, Schwellenängste abzubauen und Beratungsangebote für Frauen vor Ort aufzuzeigen. Die Frauen besuchten donum vitae, die Frauenberatungsstelle und pro familia, für die Kinder wurde begleitend eine Kinderbetreuung angeboten.
!Die Veranstaltung wurde sehr gut von den afrikanischen Frauen angenommen. Für das Jahr 2016 sind weitere niederschwellige Veranstaltungen beispielsweise zu den Themen Kinderbetreuung, Wiedereinstieg in den Beruf, Hilfe bei Schulfragen etc. geplant.
LSBT*
Die Gleichstellungsstelle stützt, begleitet und entwickelt seit 2013 Maßnahmen und Projekte zu LSBT (lesbisch, schwul, bi, trans*) für Oberhausen, um somit langfristig einen Status zu erreichen, der frei von rechtlichen und sozialen Benachteiligungen ist und sich klar gegen Diskriminierung, Benachteiligung und Diffamierung richtet. Die Gleichstellungsstelle füllt damit bislang die Lücke der Zuständigkeit innerhalb der Verwaltung. Bisher konnte für und in Oberhausen Folgendes initiiert werden:
nO.name / Kontaktstelle für Jugendliche
Im Februar 2014 konnte als Trägerin für die Kontaktstelle („nO.name“) die Evangelische Jugend Oberhausen gewonnen werden. Beim Landschaftsverband Rheinland wurde eine Anschubfinanzierung für die ersten beiden Jahre beantragt, deren Bewilligung im August vorlag.
Noch in den Sommerferien haben sich MitarbeiterInnen der unterschiedlichen KooperationspartnerInnen aus den Reihen der Stadtverwaltung, des Jugendparlamentes Oberhausen, der Evangelischen Jugend Oberhausen und weiteren Trägern zusammengefunden, um an der Feinkonzeptionierung der Kontaktstelle „nO.name“ zu arbeiten. Räumlichkeiten für die Kontaktstelle „nO.name“ wurden auf der Marktstraße 152 gefunden (zwei Zimmer, insgesamt rd. 40 m²) und so öffnete sie Mitte September 2014 und fand schnell großen Anklang. Bereits im März 2015 wurde der Bedarf eines zweiten Öffnungstages geäußert. Seit Mitte April ist das „nO.name“ neben montagsabends auch donnerstags abends geöffnet.
Nach der Sommerpause 2015 erweiterte sich der Kreis der Jugendlichen durch greifende Öffentlichkeitsarbeit und Teilnahme an Veranstaltungen wie dem Christopher Street Day in Essen, so dass die Räumlichkeiten auf der Marktstraße an ihre Grenzen stießen. Im Durchschnitt besuchten 10 bis 15 Jugendliche an Öffnungstagen das „nO.name“. Der angrenzende Büroraum wurde daher zu einem jugendgerechten Raum umgestaltet, damit mehr Platz und Sitzgelegenheiten für die Jugendlichen entstehen.
!Die Notwendigkeit einer Etablierung einer Kontaktstelle zeigt sich nicht zuletzt durch die intensive Nutzung und den Anstieg der TeilnehmerInnenquote sowie die positive Wahrnehmung des „nO.name“ in der Öffentlichkeit. Leider läuft die Finanzierung des Landschaftsverbandes Rheinland über den Kinder- und Jugendförderplan zum 30.06.2016 aus. Derzeit ist es möglich, eine fortführende Finanzierung zu beantragen. Eine verlässliche Zusage erfolgte bislang jedoch nicht. Auf die Antragsbewilligung ist demzufolge zu warten.
SchLAu
Auch SchLAu (Schwul, Lesbisch, Bi, Trans* Aufklärung) Oberhausen – ebenfalls unter Trägerschaft der Evangelischen Jugend Oberhausen – begann mit der Formierung des Teams im Sommer 2014. Zunächst wurde eine Koordinatorin im Rahmen von Auswahlgesprächen gefunden, im Nachgang wurde mittels öffentlicher Ausschreibungen sowie persönlicher Ansprache und gezielter Werbung das ehrenamtliche Team formiert.
Im Jahr 2015 wuchs das Team auf eine Stärke von insgesamt zehn TeamerInnen (inkl. Koordinatorin) im Alter von 17 bis 35 Jahren und mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen/sexuellen Identitäten an. Bislang sind fünf TeamerInnen komplett zertifiziert (zwei Tage Schulung sowie drei Hospitationen in Schulen), die weiteren Ehrenamtlichen befinden sich in der Zertifizierungsphase. Das SchLAu Team nutzt ebenfalls außerhalb der Öffnungszeiten die Räumlichkeiten des „nO.name“ für Meetings sowie zur Materiallagerung. In 2015 wurden bisher insgesamt neun Workshops an zwei Schulen in Oberhausen angeboten (Elsa-Brändström-Gymnasium, Anne Frank Realschule); auf der Agenda für 2016 stehen weitere Einsätze, beispielsweise an der Fasia-Jansen Gesamtschule.
!Durch die Doppelnutzung der Räumlichkeiten Marktstraße 152 durch „nO.name“ sowie SchLAu Oberhausen stoßen diese oftmals an ihre Grenzen. Hier ist perspektivisch zu überlegen, wie dies verbessert werden könnte.
F.L.O.
Nach Unterstützung der Gründung der Gruppe F.L.O. (Frauenliebe Oberhausen) durch die Katholische Familienbildungsstätte Oberhausen und die Gleichstellungsstelle Oberhausen konnte diese mittlerweile als feste Frauengruppe in Oberhausen etabliert werden. Durchschnittlich zehn Frauen im Alter von ca. Mitte Dreißig bis Sechzig treffen sich jeden letzten Donnerstag im Monat in der Gaststätte Kiepenkerl in Oberhausen. Zudem sind F.L.O. Teilnehmerinnen seit Ende 2015 erstmals öffentlich bei Oberhausener Veranstaltungen, Arbeitsgruppen sowie Projekten vertreten.
!Die Gleichstellungsstelle wird die F.L.O. Gruppe weiterhin aktiv unterstützen, um den Bestand sicherzustellen.
Arbeitskreis LSBT* im MGEPA
Die Gleichstellungsstelle nimmt seit März 2014 an einem regelmäßigen Arbeitskreis aller AnsprechpartnerInnen für LSBT* der Kommunen im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (Referat „Politik für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle) teil. Ziel ist der gemeinsame Austausch, der inhaltliche Diskurs sowie das Identifizieren spezifischer Handlungsbedarfe aller Facetten der LSBT*-Arbeitsfelder (z. B. LSBT*-Flüchtlinge, LSBT* im Alter etc.).
!Mit Blick auf die Vielschichtigkeit des Themas und weitere dazugehörige Themenfelder (LSBT*-Migranten/Migrantinnen, LSBT*-Flüchtlinge, LSBT* im Alter, LSBT* und Inklusion, LSBT* und Familie etc.), die derzeit nicht in Oberhausen behandelt werden können, ist es aktuell nur möglich die bestehenden Projekte weiter mitzubegleiten, nicht jedoch weiter thematisch auszubauen.
Wie bereits im Jahresbericht 2013 festgehalten, wäre es daher perspektivisch zielführend, das Feld LSBT* als eigenständiges Querschnittsthema – inklusive einer personellen Besetzung – im Büro für Chancengleichheit fest anzugliedern.
Gegen Sexismus in der Werbung
Werbung im öffentlichen Raum mit sexistischen Motiven und bordellartige Betriebe gilt es zu vermeiden. Die Gleichstellungsbeauftragte setzt sich bei Auftreten von sexistischer Werbung von Oberhausener Gewerbebetreibern mit diesen auseinander, um eine entsprechende Sensibilität zu erzeugen, dies künftig zu vermeiden. Der direkte Kontakt mit Oberhausener Werbeschaltern hat meist zu einem gütlichen Abkommen für weitere Werbeauftritte geführt.
Das Schalten von Werbung für bordellartige Betriebe auf Großflächen hat zugenommen. Hier hat die Gleichstellungsbeauftragte den Rechtsbereich der Stadt aufgefordert, die Möglichkeiten der Unterlassung im Rahmen der Verträge mit den Werbeanlagenbetreibern zu prüfen.
Die Wildplakatierung, beispielsweise an Autobahnab- und –auffahrten, wird durch Meldung ordnungsbehördlich verfolgt, so dass bei Erkennen dieser schnell für Abhilfe gesorgt wird.
!Werbung jeglicher sexistischer Art sollten im Oberhausener Stadtbild nicht vorkommen. Deshalb wird die Gleichstellungsstelle weiterhin dagegen einzeln angehen, auch wenn dies angesichts der Übermacht der medialen sexistischen Darstellung im TV und Internet nur einen Bruchteil der Thematik darstellt. Die Einflussnahme bei überörtlichen Werbeschaltern sind nicht gegeben, aber zumindest die Oberhausener Gewerbebetreibenden können erreicht werden.
Anonyme Spurensicherung (ASS)
Die Gleichstellungsstelle setzt sich im örtlichen Arbeitskreis Gewalt aktuell mit dem Themenbereich der Anonymen Spurensicherung nach Sexualstraftaten (ASS) auseinander.
Das Modell des ASS ist ein Verfahren zur gerichtsverwertbaren Spurensicherung und Dokumentation nach einer Sexualstraftat für die Opfer von Gewalttaten, die zunächst keine Anzeige erstatten möchten. Die Betroffenen können nach einer ärztlichen Untersuchung die Spuren der Straftat als Beweismittel sichern lassen. Die Opfer befinden sich nach einer Sexualstraftat in einer körperlich und seelisch schwierigen Situation und entscheiden sich oftmals erst viel später, das Verbrechen zur Anzeige zu bringen. Damit die Beweise nicht verloren gehen, gibt es diese anonyme Möglichkeit der Spurensicherung.
!Aktuell gibt es kein Angebot zur ASS in Oberhausen. Der Sachstand wird in Oberhausen diskutiert. In der Zeit von Mitte 2010 bis 2012 wurde die ASS in Oberhausen von Seiten der Polizei, Kommissariat Vorbeugung angeboten, musste aber aufgrund eines Erlasses aus dem Jahr 2012 eingestellt werden. Von Seiten der Polizei wird recherchiert ob sie an dieser Thematik aufgrund des Strafverfolgungszwangs aktiv mitarbeiten kann. Darüber hinaus müssen weitere beteiligte Institutionen (Gerichtsmedizin, örtliche Kliniken, Staatsanwaltschaft etc.) eingebunden werden. Die Gleichstellungsstelle forciert gemeinsam mit der Frauenberatungsstelle, dass ASS im Arbeitskreis Gewalt weiterhin behandelt wird, um eine tragfähige Struktur zu erarbeiten.
Erwerbslosenberatung für Frauen – Außensprechstunde der Spinnen in OB
Der Verein „Die Spinnen“ ist auf regionaler Ebene der Träger, der u. a. im Rahmen des Programms „Netzwerk W“ zur Erwerbslosenberatung für Frauen der MEO-Region beauftragt ist und langjährige Erfahrung in der Beratungstätigkeit und bei Qualifizierungsangeboten für Frauen hat. Die Beratungsleistung für Oberhausenerinnen war gering, da diese kaum den Weg in die Essener Beratungsstelle der Spinnen fanden. Dementsprechend haben die Spinnen in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle eine Außensprechstunde für Oberhausenerinnen einmal im Monat vor Ort in den Räumen der Starthilfe eingerichtet. Nachdem nunmehr durch die weitere Förderphase geklärt ist, dass die Spinnen weiterhin in Oberhausen tätig sein können, möchten diese ihr Angebot attraktiver gestalten. Dazu gehören u. a. neue Räumlichkeiten und eine bessere Vernetzungsarbeit.
!Die Gleichstellungsstelle begleitet das Angebot der Spinnen weiter durch Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzungsunterstützung. Die Beratungsleistung der Spinnen muss in Oberhausen jedoch noch richtig Fuß fassen und die Kontakte zu anderen Institutionen und Trägern vor Ort verstärken.
3. c) Veranstaltungen
Mit Veranstaltungen werden Bürgerinnen und Bürger angesprochen, sich mit gleichstellungsrelevanten Themen auseinander zu setzen. Die Veranstaltungen orientieren sich neben der Themenbezogenheit auch an jährlichen Gedenktagen wie dem Internationalen Frauentag am 8. März, dem Equal Pay Day oder dem Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November.
30 Jahre Gleichstellungsarbeit in Oberhausen
Erweitert wurde das bereits unter interne Gleichstellungsarbeit zu Beginn dieses Berichtes skizzierte interne Jubiläumsprogramm um zwei externe frauenbewegte Bustouren, bei denen es quer durchs Stadtgebiet mit frauenbewegten Geschichten ging. Zusammen mit Mädchen der GOT Sterkrade und mit Unterstützung der Evangelischen Jugend (Flotte Lotte) und der Gedenkhalle haben sich die Gleichstellungsstelle und alle Gäste auf eine generationenübergreifende Spurensuche vieler Oberhausener Frauen und deren Lebensgeschichten im knallroten Bus der Feuerwehr Oberhausen gemacht. Los ging es an der Luise-Albertz-Halle mit der Geschichte der Namensgeberin und einer szenischen Darstellung der Mädchen in Interviewform. Der Martha-Schneider-Bürger-Platz, die Ludwig Galerie, der Frauengarten am Kaisergarten und In Hostel Veritas sind nur einige Orte, die angefahren wurden, um an diesen Stellen über die bedeutenden Frauen zu berichten, die in Oberhausen aktiv waren oder sind.
!Frauengeschichte und darauf basierende Veranstaltungen und Aktionen in und für Oberhausen gilt es weiter zu initiieren, da auch dieser Aspekt eine Option zur intensiveren Vernetzung auf Oberhausener Ebene bietet.
Internationaler Frauentag
In Kooperation mit der Stadtsparkasse Oberhausen zu deren 150jährigem Jubiläum lud die Gleichstellungsstelle am 08.03.2015 zu einer Feierstunde zum Internationalen Frauentag in die Schlosserei des Zentrums Altenberg ein. Insgesamt folgten rd. 100 Frauen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Sozialem und Ehrenamt der Einladung. Nach Grußworten der Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz und dem Sparkassenvorstand Bernhard Uppenkamp und einer Ansprache der Gleichstellungsbeauftragten unterhielt die Kabarettistin Anny Hartmann die Anwesenden.
!Der jährliche Empfang zum Internationalen Frauentag ist ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Anerkennung von Leistungen von Frauen in Oberhausen. Gerade Frauen sind bei den weiteren stadtweiten Veranstaltungsplattformen oftmals in der Minderzahl. Bei dem Frauenempfang lernen sich die Akteurinnen der Stadtgesellschaft kennen und ihr Engagement wird angemessen gewürdigt. Die Gleichstellungsstelle ist weiterhin bemüht, diese Veranstaltungsform zu bieten. Dies gelingt nur durch Kooperationen, die auch finanzielle Unterstützung zur Ausrichtung möglich machen. Für 2016 ist der Internationale Frauentag mit dem LVR-Industriemuseum als Kooperationspartner geplant.
Frauenlauf
Anlässlich des Internationalen Frauentages veranstaltete die Gleichstellungstelle in Kooperation mit dem Stadtsportbund Oberhausen am 08.03.2015 einen karitativen Frauenlauf im Stadion Sterkrade. Ziel war es, gemeinsam unter dem Motto „FrauenBewegt“ für den Verein „Frauen helfen Frauen Oberhausen e. V.“ eine höchstmögliche Spendensumme zu erlaufen.
Als Auftakt eröffneten bekannte Oberhausener Frauen mit ihrem Start die Veranstaltung. Es folgten über jeweils eine Stunde der Lauf der Mädchen, der Lauf der Frauen und ein Lauf für gemischte Teams aus Frauen und Mädchen. Je 3,00 EUR pro 400-Meter-Runde durch das Sterkrader Stadion waren zuvor mit den insgesamt 18 Sponsoren vereinbart. Der Erlös von sodann 3.100,00 EUR ging an den Verein „Frauen helfen Frauen Oberhausen e. V.“ Über deren Arbeit in der Frauenberatungsstelle und im Frauenhaus informierten Mitarbeiterinnen des Vereins vor Ort.
!Mit dem Frauenlauf ist es gelungen, eine ansprechende Veranstaltung für Bürgerinnen zum Internationalen Frauentag zu kreieren. Über 180 Läuferinnen nahmen an diesem Event teil. Neben dem sportlichen Gedanken ist Hauptanliegen der Veranstaltung, zum Einen für eine Frauenorganisation aktiv Spendengelder zu akquirieren und zum Anderen über frauenspezifische Arbeit zu informieren. Die gleichstellungspolitischen Bedarfe von Frauen werden damit in einer attraktiven Veranstaltungsform thematisiert.
Für 2016 ist deshalb am Sonntag, 13.03.2016, der zweite karitative Frauenlauf geplant. Das Format wird sodann qualifiziert. Die Spendenakquise erfolgt über Startgelder der Frauen, die in Gänze an die Frauenberatungsstelle gehen. Die Kosten des Frauenlaufs werden durch Sponsoren gedeckt.
Oberhausener Frauenforum
Das Frauenforum ist der Titel für ein offenes Bürgerinnenforum, welches von der Gleichstellungsstelle inhaltlich und organisatorisch zu unterschiedlichen frauenspezifischen Themen geplant und umgesetzt wird. Im Frauenforum werden für Frauen aktuelle, informative und gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen.
21.05.2015„LokalRUNDE – Frauenpolitische Paternostergespräche“
- Veranstaltungsort: Paternoster sowie Ratssaal im Rathaus Alt-Oberhausen
- Bürgerinnen bekamen die Möglichkeit, ihre individuelle „LokalRUNDE“ mit den Oberbürgermeisterkandidaten/-kandidatinnen Daniel Schranz, Apostolos Tsalastras, Norbert Müller und Claudia Wädlich ihrer Wahl im Paternoster zu drehen und dabei spezifische Fragen aus der Frauen- und Gleichstellungspolitik im Zwiegespräch zu stellen
- Moderiertes Abschlussgespräch und gemeinsame Diskussion im Ratssaal
- Moderation: Anja Balzer
!Im Jahr 2015 beschränkte sich das Veranstaltungsangebot unter dem Format des Frauenforums auf die Frauenpolitischen Paternostergespräche. In den Vorjahren wurden durchschnittlich 3 bis max. 4 Veranstaltungen unter dem Label Frauenforum angeboten.
Die Gleichstellungsstelle will das Format des Frauenforums weiterhin nutzen, das Interesse der Bürgerinnen für solche Formate ist jedoch sehr unterschiedlich. „Schwierige“ Themen wie Gewalt an Frauen, Zwangsheirat, Prostitution oder vermeintlich „unzuändernde“ Themen wie Frauenerwerbstätigkeit, Bezahlung von Frauenberufen haben in der Vergangenheit vor kleineren Kulissen stattgefunden. Dennoch ist es inhaltlich und in der Wertigkeit bedeutend, auch diese Themen zu bedienen. Es soll weiter einen Mix der Themen unter dem Frauenforum geben, die aktuell zur Oberhausener Gemengelage passen. Will man Themen mit großer Zuhörerinnenschaft setzen, müssen die inhaltlichen Vorbereitungs- und Öffentlichkeitsarbeiten umfangreicher und ansprechender sein, um die Menschen zu den Terminen zu bringen. Dies möchte die Gleichstellungsstelle weiter umsetzen, aber den Aufwand- und Nutzenfaktor in Relation setzen.
Equal Pay Day
Der Equal Pay Day wird als bundesweiter Aktionstag an dem Tag begangen, an dem Frauen den Verdienst der Männer des Vorjahres erreicht haben. In 2015 war dies am 20.03. der Fall. Gemeinsam mit dem ver.di-Landesbezirk MH, und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Region Ruhrgebiet, hat die Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen vor der Luise-Albertz-Halle eine Aktion durchgeführt, um auf die immer noch bestehende Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau hinzuweisen.
Um die damals wie heute bestehende Lohnlücke von rund 22 % zwischen den Geschlechtern zu schließen, sind neben der partnerschaftlichen Vereinbarkeitsverantwortung auch transparente Bewertungsverfahren und Vergütungsstrukturen in Unternehmen eine zentrale Voraussetzung für den jeweiligen Lohnvergleich. Wenn jeder weiß, was Kolleginnen und Kollegen in vergleichbarer Position verdienen, müssen Arbeitgeber/innen die Gehaltsunterschiede begründen. Zudem können Frauen und Männer nur dann gleichermaßen die eigenen Gehaltsforderungen überzeugend vertreten und ihren Rechtsanspruch auf eine gerechte Entlohnung durchsetzen. Der Equal Pay Day 2015 sollte deshalb das große Tabu der Gehaltstransparenz aufbrechen.
Im Rahmen der Landesbezirkskonferenz von ver.di am 20.03.2015 wurden die Delegierten nach einem inhaltlichen Input der Gleichstellungsbeauftragten aufgefordert, die Aktion aktiv zu unterstützen und gebeten, auf dem Platz vor der Halle mit aufgespannten roten Regenschirmen um 12:22 Uhr eine „22“ zu bilden. Dieses Bild sollte eindrucksvoll auf die Lohnungerechtigkeit hinweisen.
!Die Aktion zum Equal Pay Day 2015 in Kooperation mit dem ver.di-Landesbezirk und Oberhausen sowie der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Region Ruhrgebiet, fand großen Anklang. 180 Delegierte beteiligten sich an der Aktion. Gleichzeitig bekam die Gleichstellungsbeauftragte im Rahmen der Landesbezirkskonferenz die Gelegenheit, über ungerechte Bezahlung, Frauen in unterbezahlten Berufen und die damit verbundene Gefahr der „Altersarmut“ zu informieren. Flankiert wurde dies mit der Austeilung eines Informationsflyers und roten Aktionstaschen. Das anschließende Oberhausener Fotomotiv fand auch landesweit großen Anklang, so dass dieses mittlerweile Landesinfos zum Equal Pay Day schmückt.
Die Teilnahme der Gleichstellungsstelle am Equal Pay Day durch unterschiedlichste Aktionen wird weiterhin jährlich erfolgen, um der Forderung nach Entgeltgleichheit von Männern und Frauen beständig Gehör zu verschaffen.
Tag gegen Gewalt an Frauen
Der Tag gegen Gewalt an Frauen findet seit 2001 als jährlicher Gedenktag am 25. November mit Fahnenhissen an verschiedenen Gebäuden in Oberhausen und Rahmenaktion mit jährlich wechselnden Kooperationspartnern/innen, organisiert durch die Gleichstellungsstelle in Kooperation mit dem Arbeitskreis Gewalt, statt.
Um auch im Jahr 2015 gezielt Gewalt gegen Frauen in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, lud die Gleichstellungsstelle am 25.11.2015 zu dem Fachtag „Kein Schnitt ins Leben! - Oberhausen sagt NEIN zur weiblichen Genitalbeschneidung“ in die Räumlichkeiten des Kommunalen Integrationszentrums ein. Ziel des Fachtages war es, grundlegende Informationen zum Thema Weibliche Genitalbeschneidung (Female Genital Mutilation, kurz: FGM) zu vermitteln. Dazu gehörten Informationen im Umgang mit betroffenen Frauen und Mädchen sowie Auswirkungen und Folgen von weiblicher Genitalbeschneidung auf die Gesundheit und Geburt.
Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Dan m. O`Dey, der die ärztliche Leitung im Zentrum für Rekonstruktive Chirurgie weiblicher Geschlechtsmerkmale am Luisenhospital in Aachen hat, konnte als medizinischer Experte für das Themenfeld gewonnen werden. Herr Dr. O`Dey, ist in seinem Fachvortrag auch auf die medizinischen Möglichkeiten der Rekonstruktiven Chirurgie als Hilfestellung für die betroffenen Frauen und Mädchen eingegangen. Somit waren Hebammen und Geburtskliniken in Oberhausen als Zielgruppe angesprochen. Von Seiten des Gesundheitsamtes wurde der Fachtag für Hebammen und Entbindungspfleger zertifiziert.
Als weitere Zielgruppe waren pädagogische und juristische Fachkräfte angesprochen. Die Rechtsanwältin Frau Henriette Lyndian vom Verein TABU e. V. referierte zur rechtlichen Seite von FGM. Der Verein gründete sich aus dem 1997 gegründeten Arbeitskreis "Wir brechen ein Tabu", der sich gegen die ritualisierte Gewalt der weiblichen Genitalverstümmelung richtete, entstand 2001 der gemeinnützige Verein TABU e. V. mit Sitz in Dortmund. Frau Lyndian beleuchtete in ihrem Fachvortrag die rechtliche Situation der betroffenen Frauen und Mädchen. Ein wichtiger Aspekt waren auch die rechtlichen Veränderungen, die der seit dem 28.09.2013 in Kraft getretene § 226a StGB für die betroffenen Frauen und Mädchen mit sich bringt. Mädchen, die von Genitalverstümmelung bedroht sind, können wirksam geschützt werden. Auch im Asylverfahren kann dieser Aspekt bedeutend für die Entscheidung gegen eine Rückführung sein. Rechtslage und Vorgehen bei Kindeswohlgefährdung waren insbesondere für die anwesenden pädagogischen Fachkräfte von Bedeutung.
!Der Fachtag hat für rd. 40 Teilnehmende grundlegende Informationen zum Thema Weibliche Genitalbeschneidung vermittelt. Die Teilnehmenden wurden für das Thema sensibilisiert und Wege zur Unterstützung für die jeweiligen Fachkräfte wurden aufgezeigt. Dazu gehörten Informationen im Umgang mit betroffenen Frauen und Mädchen sowie Auswirkungen und Folgen von weiblicher Genitalbeschneidung auf die Gesundheit von Mädchen und Frauen und auf die Geburtsauswirkungen. Um zukünftig die medizinische, soziale und rechtliche Situation betroffener Frauen und Mädchen in Oberhausen zu verbessern und Mädchen besser vor Beschneidungen zu schützen, wird das Thema auch zukünftig von Seiten der Gleichstellungsstelle verfolgt.
Ausstellung „Auf der Schwelle“
In Kooperation mit der Volkshochschule und dem Oberhausener Frauenhaus hat die Gleichstellungsstelle in der Zeit vom 01.06.2015 bis zum 18.06.2015 im Foyer des Bert-Brecht-Bildungszentrums die Fotoausstellung „Auf der Schwelle – Leben im Frauenhaus“ gezeigt. Die Wanderausstellung wurde durch die Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW e. V. in Zusammenarbeit mit der Fotografin Brigitte Kraemer realisiert, um das Thema „Gewalt gegen Frauen und Kinder“ vielen Menschen zugänglich zu machen. Die Fotografin Brigitte Kraemer hat am Beispiel der Fotografien die Lebenssituation der Frauen und die Funktion des Frauenhauses als Ort der Unterstützung und Veränderung sichtbar gemacht. Eröffnet wurde die Ausstellung durch die Beigeordnete Elke Münich, Dezernat 3 Familie, Bildung, Soziales. Der künstlerische Blick auf die Ausstellung erfolgt durch Frau Dr. Christine Vogt, Leiterin der Ludwig Galerie. Im Anschluss berichtete Frau Dorothee Schenke von der Arbeit im Oberhausener Frauenhaus.
!Die Ausstellung umfasst Bilder, die einen authentischen Einblick in die Lebensbereiche des Frauenhauses und in die Lebensgeschichten der betroffenen Frauen eröffnete. Ein Bereich, der sonst zum Schutz der Frauen der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.
Frauengesundheitstage
Unter dem Themenschwerpunkt „Pflege – ist weiblich und intim!? – Berührungen zwischen Versorgung und Zärtlichkeit“ fanden im März 2015 die Frauengesundheitstage statt. Mit der Themenreihe wollte das Netzwerk Impulse setzen und Anregungen geben sowie das Thema Pflege aus weiblicher Perspektive betrachten. Pflege wird oft plötzlich und dringend benötigt und es sind zum Großteil Frauen, die sich dieser Herausforderung stellen. Bei den Veranstaltungen ging es darum, sich mit dem Thema körperliche Nähe und Intimität in der Pflege auseinanderzusetzen.
Die Frauengesundheitstage starteten am 22.03.2015 mit einem französischen Frühstück im Foyer des Lichtburg Filmpalastes. Im Anschluss wurde der Film „Song for Marion“ vom Regisseur und Autor Paul Andrew Williams gezeigt. Am 26.03.2015 fand die diesjährige Vortragsveranstaltung „Sexualität, Zärtlichkeit und Körperbildveränderungen – Ein Thema in der Pflege“ mit der Leiterin des Zentrums für Palliativmedizin, Marion Kern, in den Räumlichkeiten des Evangelischen Gemeindehauses, statt. In ihrem Vortrag vermittelte sie die Grundbedürfnisse nach Intimität und wie Pflegende damit umgehen können.
Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Markt der Möglichkeiten von verschiedenen Einrichtungen rund um das Thema Pflege in Oberhausen.
!Das Netzwerk Frauen und Gesundheit setzt sich seit dem Jahr 2000 mit der Fragestellung „Was macht Frauen krank?“ auseinander. Widmeten sich die ersten Frauengesundheitstage konkreten Krankheitsbildern wie Brustkrebs oder Depressionen, ging es später zunehmend um Lebensumstände von Frauen. Die Frauengesundheitstage im Frühjahr jeden Jahres haben sich durch die beständigen Angebote in den letzten Jahren einen großen Kreis von interessierten Frauen erarbeitet. Die Auftaktfilmveranstaltung 2015 wurde mit 90 Besucherinnen ein voller Erfolg. Die diesjährige Vortragsveranstaltung mit dem Markt der Möglichkeiten war mit 45 Teilnehmerinnen gut besucht.
Frauenpolitisch unterwegs – Frauenspuren in Köln
Die Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen bietet seit einigen Jahren in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Mülheim an der Ruhr und den Katholischen Familienbildungsstätten Mülheim an der Ruhr und Oberhausen die Veranstaltungsreihe „Frauenpolitisch unterwegs“ mit Exkursionen zu unterschiedlichen Orten an.
Am 17.04.2015 führte die frauenpolitische Exkursion nach Köln. Auf den Spuren von Frauen in Köln wurden sie entweder zurückversetzt in die Zeit der Hexenverfolgung oder erkundeten die Stadt als Touristin der Neuzeit. Die Führungen wurden durch den Kölner Frauengeschichtsverein angeboten. Die Gründerinnen gehören zu den Initiatorinnen frauengeschichtlicher Stadtrundgänge und haben Pionierarbeit geleistet. Sie setzten sich dafür ein, dass Frauen mit ihrer Geschichte im Stadtbild sichtbar werden und zeigen somit auf, wie vielfältig, aktuell und lebendig Frauengeschichte ist.
!Die Fahrt nach Köln war eine sehr inhaltsreiche und gut gelungene Exkursions- und Bildungsfahrt und wurde von 36 Frauen wahrgenommen.
Die frauenpolitischen Exkursionen haben sich etabliert. Für das Jahr 2016 ist eine frauenpolitische Exkursion nach Münster geplant.
Oberhausener Frauenfilmtage visuelle
Die Oberhausener Frauenfilmtage mit dem Titel „visuelle“ hatten ihr Debüt im Januar 2013. Im Januar 2015 konnte damit schon die 3. Auflage präsentiert werden. In einer aktiven Kooperation mit dem Lichtburg Filmpalast, dem Zonta-Club Oberhausen, Jugendamt, Kulturbüro und Gleichstellungsstelle wird jeweils an vier Kinotagen eine Filmreihe kreiert, in der Filme die verschiedenen Rollen der Frauen aufnehmen und damit unterschiedlich geprägte Gesellschaftsbilder in breiter Form thematisieren. Im Jahr 2015 konnten der Integrationsrat und die KFD Oberhausen als weitere/r Präsentationspartner/in für Filme gewonnen werden. Fester Bestandteil der Darbietung ist auch ein begleitendes Kinder-/ Jugendprogramm.
Neben den Filmen sind die Filmgespräche zum Einstieg in die Thematik das qualitative Element von visuelle. Karrieremöglichkeiten von Frauen in der Filmindustrie, die Herausforderungen für Filmemacherinnen, die Finanzakquise für Filme zu Frauenthemen – all dies sind Inhalte, die bereits vor Ort mit Filmfrauen diskutiert wurden. Ein Blick hinter die Kulissen wird damit lebendig.
!Mit den Oberhausener Frauenfilmtagen visuelle ist eine attraktive Veranstaltungsplattform geschaffen worden, über gesellschaftliche Rollenbilder von Frauen ins Gespräch zu kommen. Alljährlich wurde ein inhaltlich hochwertig qualitatives Programm geboten, welches von dem Publikum teils jedoch noch zurückhaltend angenommen wurde. Die Zuschauer/innen-Zahlen steigen zwar von Jahr zu Jahr (2013: 200 Besucher/innen, 2014: 640 Besucher/innen, 2015: 800 Besucher/innen), sind aber im Erwachsenenangebot noch ausbaufähig. Zudem ist die Sponsorengrundlage immer noch nicht gesichert. Ein großer Sponsor ist für die Filmreihe 2016 ausgestiegen, eine Alternative konnte bislang nicht gefunden werden, die Suche muss aber auch noch intensiviert werden. Die Vorbereitungscrew ist sich sicher, ein attraktives Format anzubieten und geht weiter mit viel Elan an die Vorbereitung der nächsten Frauenfilmtage. Mit dem Programm 2016 für den Zeitraum 25. bis 28. Februar werden erneut tolle Filme geboten.
Medien-Präventionsprojekt „Ich bin dann mal WEB“ 2.0
Bereits 2014 hat die Gleichstellungsstelle im Verbund mit zahlreichen Kooperationspartner/innen wie der Polizei Oberhausen, der Psychologischen Beratungsstelle Oberhausen, der Verbraucherzentrale Oberhausen sowie dem Medienzentrum Oberhausen Workshops für Schülerinnen des 9. und 10. Jahrgangs der Gesamtschule Osterfeld zum Erwerb allgemeiner Medienkompetenz entwickelt und angeboten – so auch erneut in 2015. Weitere Aspekte, wie das Erlernen eines sensiblen Umgangs mit zeitbezogenen Medien, rechtliche Beratung und Informationen über Hilfsangebote sowie gezielte Präventionsarbeit zum kritischen Umgang mit digitalen Medien ergänzten das Angebot.
Unter der Betrachtung, dass Studien ganz aktuell belegen, dass Jungen und Mädchen einen unterschiedlichen Zugang sowie ein sehr differenziertes Nutzungsverhalten bei Medien aller Art aufzeigen, ist es sinnvoll, sowohl Jungen als auch Mädchen gleichberechtigt einzubinden. Neu in 2015 war daher, dass die Projekttage auch um spezifische Workshops für Jungen erweitert sowie die bisherigen Workshops auch um eine Teilnahme durch Jungen ergänzt wurden. Auch der Bereich der Jugendpflege der Stadt Oberhausen war 2015 neu in der Planung mit dabei. Die Projekttage für die 9. Jahrgänge der Gesamtschule Osterfeld konnten zudem um konkrete Workshops von pro familia sowie spezifische Kreativangebote der Gesamtschule Osterfeld ergänzt werden.
An insgesamt zwei ganzen Schultagen im Oktober 2015 erlebten die Jungen und Mädchen das Angebot der verschiedenen Institutionen und hatten die Möglichkeit, im Rahmen ihrer individuellen „Workshopstundenpläne“ mehrere Veranstaltungen zu besuchen und aktiv teilzunehmen. Inhalte waren beispielsweise: Information und Aufklärung zu Abofallen und Premium SMS, sexuell grenzverletzendes Verhalten durch zeitbezogene Medien, Cybermobbing, Umgang mit persönlichen Daten im Netz, Bildbearbeitung, Sensibilisierung in Richtung Computerkriminalität, Jugendschutz, Onlinesucht, allgemeine Hilfsangebote und vieles mehr.
!Medienkompetenzförderung ist unabdingbar, um auf alle individuellen Faktoren konkret reagieren zu können und spezifische Unterstützung sicherstellen zu können. Es ist enorm wichtig, frühzeitig über die positiven aber auch negativen Aspekte zu informieren und den Jugendlichen konkrete Handlungsrahmen wie auch Hilfestellungen aufzuzeigen, um Täter- und Opferwerdung zu vermeiden. Diese Intention konnte über die beiden Projekttage an der Gesamtschule Osterfeld klar abgedeckt werden, so dass sie Vorbild sind für weitere Angebote.
Spaß bei Saite
Als Rahmenprogramm rund um die Frauengruppe F.L.O. – Frauenliebe Oberhausen (siehe Rubrik „Projektarbeit LSBT*“) wurde in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle das Programm „Spaß bei Saite“ im Zentrum Altenberg am 18.01.2015 aufgeführt. Anne Bax las hier aus ihren Büchern und wurde dabei begleitet und unterstützt von den Songs der Sängerin Anika sowie ihrer Loopstation.
3. d) Veranstaltungsbegleitung
Die Gleichstellungsbeauftragte und ihre Mitarbeiterinnen nehmen an verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen anderer Ausrichter teil, um das Thema Gleichstellung zu verankern, dafür zu sensibilisieren und voranzutreiben. Die daraus erworbenen Kontakte und Erkenntnisse dienen der Netzwerk- und Projektarbeit.
Beispiele:
Internationales Frauenfrühstück zum Internationalen Frauentag
Das Kommunale Integrationszentrum richtet alljährlich zum Internationalen Frauentag ein internationales Frauenfrühstück aus. Die Gleichstellungsstelle begleitet und unterstützt diese Aktion von Beginn an. Es bietet die Möglichkeit des Austausches und des Knüpfens von Kontakten.
Vorträge zur Gleichstellungsarbeit in Oberhausen
Über die gleichstellungspolitischen Ansätze und die Arbeit der Gleichstellungsstelle hat die Gleichstellungsbeauftragte Vorträge beim Heimatverein Oberhausen-Schmachtendorf am 02.06.2015 und beim Zonta-Club Oberhausen am 11.11.2015 gehalten.
Girls Day
Der Girls Day findet in Oberhausen in vielen Institutionen und in vielen Unternehmen statt. Zudem werden auch im Rahmen des Boys Days Angebote geschaffen. Die Gleichstellungsbeauftragte hat in 2015 die Mädchen begleitet, die im Rahmen des Girls Days die Feuerwehr besucht haben. Ferner nahm sie auch an einem gemeinsamen Boys/Girls Day teil, der durch den Mädchenarbeitskreis sowie Jungenarbeitskreis als Alternativangebot entwickelt wurde.
!Der Girls Day bietet in jedem Jahr Mädchen die Möglichkeit, geschlechtsuntypische Berufsbilder kennenzulernen und sich hiermit intensiver vertraut zu machen. Eine Öffnung unterschiedlicher Berufsbilder – unabhängig des Geschlechtes – wird hiermit forciert und somit aus Sicht der Gleichstellungsstelle als förderlicher Aspekt betrachtet. Erhebungen haben ergeben, dass der Girls Day nicht die entscheidende Wirkung zur alternativen Berufswahl auslöst. Dies wäre für einen Aktionstag auch ein zu großes Ziel. Dennoch ist durch die jährliche Durchführung des Aktionstages eine Kontinuität in der Aufmerksamkeit der Unternehmen, der Schulen und der Schülerinnen und Schüler sichergestellt. Folglich ist dieser Girls Day gekoppelt mit dem Boys Day nach wie vor unterstützenswert.
!Aus Sicht der Gleichstellungsstelle sollte der Girls/Boys Day in Oberhausen stärker forciert werden. Dies könnte bei Besetzung der Mädchenarbeitsstelle innerhalb des Jugendamtes gelingen. Eine verstärkte Ansprache von Unternehmen und Schulen zur Teilnahme an der Aktion wäre wünschenswert. Auch Bereiche der Verwaltung und städtische Gesellschaften könnten stärker in die Aktion mit einbezogen werden (z. B. Kindertageseinrichtungen, bauliche und planerische Bereiche).
Programm „Mein Körper gehört mir“– Gegen sexuellen Missbrauch
Die Gleichstellungsstelle hat die Kooperationsveranstaltung mit der Grundschule Schwarze-Heide zum Thema „Sexueller Missbrauch“ unterstützt, durchgeführt von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück. Zur Vorbereitung erfolgte eine vorgeschaltete Elternveranstaltung, damit die Eltern einen Überblick über die Inhalte der Arbeit der Theaterpädagogischen Werkstatt bekommen und gleichzeitig für diese Arbeit sensibilisiert werden, um ihre Kinder nachhaltiger bei der Vor- bzw. Nachbereitung dieser Thematik begleiten zu können.
Zwei Theaterpädagogen/Theaterpädagoginnen gestalteten dann die praktische Arbeit mit den Schülern/Schülerinnen in der Schule über das Programm „Mein Körper gehört mir“. Hier wurde das Thema sexueller Missbrauch kindgerecht mit den Schülerinnen und Schülern aufgearbeitet. Ziel war es unter anderem, die Kinder darin zu stärken, ihre eigenen Grenzen zu benennen und klar und deutlich „nein“ zu sagen, wenn jemand anderes ihre persönlichen Grenzen überschreitet.
!Spezielle Sensibilisierungsangebote zur präventiven Arbeit gegen sexuellen Missbrauch – wie z. B. „Mein Körper gehört mir“ – gilt es aktiv zu fördern und in die Breite zu tragen. Nicht zuletzt Mädchen und junge Frauen werden verstärkt Opfer von sexualisierten Übergriffen/sexualisierter Gewalt/sexuellem Missbrauch. Der Fokus aktiver Präventionsarbeit muss allerdings zwangsläufig bei beiden Geschlechtern ansetzen, um frühzeitig alle zu sensibilisieren und breit gefächert aufzuklären.
Kabarettisten/Kabarettistinnen unterm Hakenkreuz - die Macht des Wortes gegen die Herrschaft der Macht
Anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren entstand die jährliche Kooperation der Gleichstellungsstelle mit der Gedenkhalle im Mai 2015. Der durch Herrn Dr. Jürgen Nelles gehaltene Bildvortrag erinnerte an bekannte und vergessene Kabarettisten/Kabarettistinnen, die in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte von 1933-1945 mit der Waffe des Wortes Widerstand gegen die Nationalsozialisten geleistet haben. Ergänzt wurde der Bildvortrag durch Kabarettexte von u. a. Heinz Erhardt, Erich Kästner, Erika Mann, Brigitte Mira, Karl Valentin & Liesl Karlstadt.
Lesestadt Oberhausen
Die Gleichstellungsbeauftragte hat sich an der Aktion Lesestadt Oberhausen mit einer Lesung in der Ruhrschule beteiligt.
VHS-Reihe Glück
Unter der VHS-Reihe „Glück“ wurde eine Kinofilmreihe alter Klassiker präsentiert. Die Gleichstellungsbeauftragte präsentierte im Rahmen der Reihe „Vom Winde verweht“ und startete mit einem Filmgespräch zu der Rolle der Frauen im Film in den Kinoabend.
Super Sauber Oberhausen
Die Beiträge der Aktion „Super Sauber Oberhausen“ des Bereiches 2-2 Umweltschutz kamen im Jahr 2015 u. a. dem Verein „Rose e. V.“ zu Gute, der den interkulturellen Frauengarten Oberhausen betreibt. Der Kontakt ist mit Vermittlung der Gleichstellungsbeauftragten entstanden, da gemeinsam im Vorfeld verschiedene bauliche Leistungen für den Frauengarten unterstützt wurden (Wasserleitung, Torzugang).
4. Beratungsarbeit
Beratungsangebote auf Anfrage bietet die Gleichstellungsstelle sowohl Beschäftigten der Stadt Oberhausen als auch Bürgerinnen zu vielfältiger Thematik (z. B. Mobbing, Karriereplanung, Wiedereinstieg, Kinderbetreuung, sexuelle Belästigung, Unterstützung bei der Selbstständigkeit, Lebenskrisen). Im Jahr 2015 fanden 66 Beratungen statt. (57 interne, 9 externe).
!Die Gleichstellungsstelle vermeidet eine aktive externe Werbung für diese Beratungsarbeit, da diese personell nicht bzw. nur bedingt leistbar ist. Meist nimmt die Gleichstellungsstelle eher die Rolle der Vermittlung in Form der Weiterleitung an andere Institutionen und Beratungsstellen wahr. Dies gelingt gut, da die Gleichstellungsstelle mit den entsprechenden Kontakten in Oberhausen sehr gut vernetzt ist.
5. Öffentlichkeitsarbeit
Mit der Öffentlichkeitsarbeit sollen Angebote für einen großen Personenkreis geschaffen werden. Neben allgemeinen Themen zur Gleichstellung können damit auch Einzelthemen ausführlich bearbeitet werden. Die Publikationen werden den Verteilerstellen zur öffentlichen Auslage in regelmäßigen Abständen zugeleitet (z. B. Veranstaltungsflyer, Flyer Frauenforum, Flyer Gleichstellungsarbeit, Infobroschüre „Wissen wohin“ mit Infos und Adressen für Oberhausenerinnen, Broschüren des AK Gewalt).
Veranstaltungsflyer für Frauen
Halbjährliche Herausgabe des Flyers der Gleichstellungsstelle mit Veranstaltungshinweisen für Frauen unterschiedlichster Kooperationspartner/innen.
Auflage: 1.500.
Verteiler: rd. 300 Adressen - zur öffentlichen Auslage, für Kooperationspartner/innen, Netzwerke und Interessierte.
Mädchenmerker
Der jährlich erscheinende Oberhausener Mädchenmerker wurde 2015 zum 16. Mal für Mädchen in Oberhausen aufgelegt. Im Verbund mit mehreren Gleichstellungsstellen aus NRW hat die Gleichstellungsstelle diesen Taschenkalender mit Informationen zur Berufs- und Studienwahl erstellt. Der Mädchenmerker wurde an alle Oberhausener Schülerinnen der 9. Klassen und 11. Klassen des Schuljahres 2015/2016 kostenlos verteilt, folglich an Mädchen, die sich in der Planung zu ihrer Berufswahl befinden. Die Finanzierung des Mädchenmerkers erfolgt vollständig kostendeckend durch Anzeigenschaltungen Dritter (Agentur für Arbeit Oberhausen, EVO, StOAG, Stadtsparkasse Oberhausen, MAN Turbo, NRW Regionalagentur MEO, WBO GmbH).
In diesem Jahr schlossen sich die Gleichstellungsstelle und die Stadtbibliothek Oberhausen zusammen, um eine gemeinsame Lesung für Schülerinnen zur offiziellen Übergabe des Mädchenmerkers in den Räumlichkeiten der Jugendbibliothek im Bert-Brecht-Bildungszentrum anzubieten. Ziel der Veranstaltung war es, Mädchen der 9. Klassen über die Intention des Mädchenmerkers zu informieren. Der Kalender bietet einen Überblick über kommunale und regionale Beratungsangebote, Bewerbungstrainings, berichtet über attraktive Berufe durch Interviews mit jungen Frauen in mädchenuntypischen Berufsfeldern bis hin zu Buchtipps. Und genau hier setzte die Autorin Stefanie Gerstenberger mit ihrer Lesung aus dem Jugendroman „Zwei wie Zucker und Zimt“ an. Die Autorin ging während der Lesung auf Zukunftsträume und Lebensplanungen der beiden Protagonistinnen ein und ließ eigene Erfahrungen zur Berufswahl einfließen. Im Anschluss setzten sich die Schülerinnen des Elsa-Brändström-Gymnasiums mit Fragen zur Berufswahlorientierung in Kleingruppen auseinander und jede Schülerin erhielt einen druckfrischen Mädchenmerker.
Auflage:3.000.
Verteiler:Mädchen der 9. und 11. Klassen, Interessierte.
!Die Nachfrage und das rege Interesse an der jährlichen Auflage des Mädchenmerkers verdeutlichen, dass auch in den kommenden Jahren der Mädchenmerker fest in die aktive Mädchenförderung bzw. Berufswahlorientierung mit einzubinden ist.
Medientipps - Wilde Hühner und rosa Räuber
In Kooperation mit der Kinderbibliothek und der Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen wurde eine Auswahl interessanter, empfehlenswerter und geschlechtsneutraler Kinderbücher im Flyer „Wilde Hühner und rosa Räuber“ zusammengestellt. Anlässlich der Vorstellung des neuen Flyers fand am 30.10.2015 in der Kinderbibliothek eine Lesung mit der Autorin Antonia Michaelis für Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Weierheide sowie des Elsa-Brändström-Gymnasiums statt. Darüber hinaus gab es am gleichen Tag eine öffentliche Lesung in der Stadtteilbibliothek Sterkrade für alle interessierten Kinder und Eltern.
!Für die Kolleginnen der Stadtbibliothek und der Gleichstellungsstelle ist eine frühe Beschäftigung mit gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen ein wertvoller Beitrag in der Bildungsarbeit. Angesichts der Übermacht geschlechtsrolleneinteilender Kinderbücher, Kinderspielzeuge und Kinderkleidung sollen die Medientipps mit den pfiffig, gegen den Strich gebürsteten Kinderbüchern das bunte Leben jenseits der „typischen“ Schubladen aufzeigen. Die Flyer liegen für Eltern in allen Stadtteilbibliotheken, Kindertageseinrichtungen, Schulen und Rathäusern aus.
Vielfalt – Oberhausener Frauengeschichte(n)
Über das Projekt „Vielfalt – Oberhausener Frauengeschichte(n)“ stellt die Gleichstellungstelle in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt seit 2012 starke Frauen aus der Oberhausener Geschichte vor. Über den Schichtwechsel, das Magazin der Geschichtswerkstatt, erscheint Vielfalt als Flyer-Beilage für Abonnentinnen und Abonnenten im halbjährlichen Rhythmus mit jeweils einer spannenden Biographie einer Frau. Die beiden Beilagen Nr. 7 im Mai und Nr. 8 im November des Jahres 2015 erzählen die Lebenswege von Renate Weckwerth zu ihrem großen Einsatz für die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und von Helene Amalie Krupp, die durch ihre Tätigkeit den Grundstein mitlegte für die spätere Oberhausener Gutehoffnungshütte GHH und den Weltkonzern Krupp.
!Mit den Vielfaltsausgaben werden Oberhausener Frauengeschichten dokumentiert und veröffentlicht – ein wichtiger Beitrag zur Darstellung der für die Stadthistorie wesentlichen Akteurinnen ihrer Zeit. Für 2016 ist die Herausgabe von zwei weiteren Vielfaltsbroschüren geplant. Im Gegensatz zu den ersten Ausgaben konnten die aktuellen Beiträge nicht gegenfinanziert werden. Zur Sicherstellung der künftigen Herausgaben müssen noch Sponsoren akquiriert werden.
Internet / Intranet
Der Beitrag der Gleichstellungsstelle unter www.oberhausen.de und im Intranet wird ständig gepflegt. Zudem erfolgen Veranstaltungsmeldungen und Projektvorstellungen auch in überregionalen Medien, wie z. B. www.frauennrw.de, www.meo-navi.de.
memO.
Zur Arbeit und zu Veranstaltungen der Gleichstellungsstelle werden regelmäßig Beiträge in den vier Ausgaben der Mitarbeiter/innen-Information „memO.“ der Stadtverwaltung erstellt.
Pressearbeit
Pressemitteilungen zu Veranstaltungen, Projekten, Aktionen und Veröffentlichungen sind unerlässlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Gleichstellungsstelle.
6. Zusammenfassung und Resümee
Mit dem Jahresbericht 2015 legt die Gleichstellungsstelle aufgrund der politischen Anforderung wieder einen schriftlichen Bericht über ihre Tätigkeit vor. Laufend wird über die Arbeit der Gleichstellungsstelle darüber hinaus im Gleichstellungsausschuss berichtet. Dennoch stellt diese mündliche Berichterstattung keine Alternative dar zu einer schriftlichen Gesamtfassung des Jahresrückblickes, der darüber hinaus an einigen Stellen einen Ausblick wagt und Herausforderungen der weiteren Arbeit aufzeigt.
Das Jahr 2015 war für die Gleichstellungsstelle erneut ein arbeitsintensives, aber auch ein sehr spannendes und kreatives Jahr. Die Geschäftsführung des Gleichstellungsausschusses erfordert einen hohen Arbeitsanteil, ist in der Sache aber sehr vorteilhaft für die gleichstellungspolitische Ausrichtung. Die engere Begleitung der Arbeit durch die Politik und die Sensibilisierung für Themen auch außerhalb der Tätigkeit der Gleichstellungsstelle in diesem Bereich sind für die Gleichstellungsarbeit sehr unterstützend. Nur in dieser Konstellation ist es gelungen, beispielsweise eine finanzielle Förderung für die Prostitutionsberatung von SOLWODI e. V. sicherzustellen und die politische Forderung nach dem Erhalt der Flüchtlingsunterkunft Helmholtzstraße ausschließlich für Frauen und Kinder umgehend zu realisieren. Die Gleichstellungsarbeit erhält durch die engere politische Begleitung mehr Gewicht und mehr Möglichkeiten, deshalb ist der Gleichstellungsausschuss für die Gleichstellungsstelle ein großer Gewinn.
Das 30. Jubiläum der Gleichstellungsstelle wurde sowohl mit einer internen (Ausstellung und Broschüre StadtPlan) als auch externen Aktion (Frauenbustouren) gefeiert. Das Team entschied sich gegen eine „klassische“ Jubiläumsveranstaltung mit Grußworten, um mehr Interessierte mit einzubinden und die Gleichstellungsarbeit in anderer Form darzustellen.
Die interne Gleichstellungsarbeit lebt insbesondere durch die funktionierenden Strukturen der Mitbestimmungsmöglichkeiten innerhalb der Verwaltung und durch die große Unterstützung des Personaldezernates. Mit der Verabschiedung des Frauenförderplanes 2014 bis 2016 begann direkt die Umsetzungsarbeit, über die Anfang 2016 in einem Zwischenbericht zum FFP informiert wird. Es ist in 2015 gelungen, von vornherein an der Umsetzung mit verschiedenen Projekten wie Abschluss Mentorinnenprojekt, Netzwerke Führungsfrauen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit neuen Ansätzen und Prävention psychischer Belastungen „dranzubleiben“. Der Bericht bietet folglich eine gute Grundlage, ausgefüllt wird er jedoch nur durch die konkrete Arbeit daran.
Auch die externe Gleichstellungsarbeit hat viele neue Schwerpunktthemen wie Flüchtlingsfrauen, Genitalbeschneidung und LSBT*, übte sich in neuen Veranstaltungsformaten (frauenpolitische Paternostergespräche, Frauenlauf) und gab neue Informationen heraus (geschlechtsneutrale Kinderbücher, Gewaltbroschüren). Auch die „Klassiker“ der Gleichstellungsarbeit wie Internationaler Frauentag, Frauengesundheitstage, Frauenfilmtage visuelle, Tag gegen Gewalt an Frauen, Mädchenmerker und Equal Pay Day konnten im Jahr 2015 wieder gut und mit neuen Facetten bespielt werden. Die strukturell zu lösenden Themen wie Sexismus in der Werbung, Prostitution und Frauenerwerbstätigkeit wurden durch die beständige Bearbeitung beispielsweise auch in Arbeitskreisen und Gremien vorangetrieben. Für neue Themen wie Gender in der Stadtplanung und Klimaschutz wurden erste Bausteine gelegt.
Insgesamt ist die sich immer wieder neu erfindende Gleichstellungsarbeit dem überaus kreativen und engagierten Team zuzuschreiben. Nur mit deren Engagement gelingt der Gleichstellungsbeauftragten diese Wirkung der Gleichstellungsarbeit. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Gleichstellungsbeauftragte zudem im gesamten Jahr die vertretungsweise Leitung des Büros für Chancengleichheit übernommen hat. Die Effekte der gemeinsamen Leitungsarbeit für die Themenfelder Inklusion, Alter, Ehrenamt und Familie neben der Gleichstellung sind äußerst fruchtbar und ergänzen sich gegenseitig sehr gut. Durch die klare Funktion der Gleichstellungsbeauftragten mit deren Rechten und die präsente Gremienteilnahme und umfassende Netzwerkarbeit unterschiedlichster Art gelingt das Zusammenspiel der Themenfelder unter dem Titel der Chancengleichheit. Mit der stellvertretenden Leitungsübernahme durch die Gleichstellungsbeauftragte wurden ihre Informations- und Beteiligungsvorteile von dem Gesamtteam beispielsweise zu Fördermöglichkeiten und Netzwerkverbindungen auch für die anderen Themenfelder genutzt. Dies entspricht der Intention der Gründung des Büros für Chancengleichheit und wurde in den vergangenen 13 Monaten neu gelebt.
Anlagen:
Anlage 1: Flyer Frauenpolitische Paternostergespräche
Anlage 2: Flyer Frauengesundheitstage
Anlage 3: Flyer visuelle
Anlage 4: Medienflyer Kinderbücher
Anlage 5: Auszug aus dem Pressespiegel der Gleichstellungsstelle
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