Beschlussvorlage - B/16/1372-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Veränderung der bibliothekarischen Infrastruktur im Oberhausener Norden vor dem Hintergrund der Eröffnung der neuen Stadtbibliothek Sterkrade
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführung:
- Medien
- Bearbeitung:
- Andrea Hagedorn
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Sterkrade
|
Vorberatung
|
|
|
|
28.01.2016
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Kulturausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
16.02.2016
| |||
|
●
Geplant
|
|
Finanz- und Personalausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
29.02.2016
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt
|
Beschlussfassung
|
|
|
|
14.03.2016
|
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag
Die Öffnungszeiten der neuen Stadtbibliothek Sterkrade werden von derzeit 29 auf künftig 38 Stunden pro Woche erweitert.
Dafür wird die Schul- und Stadtteilbibliothek Schmachtendorf zum 15. März 2016 geschlossen. Die Zuständigkeit für die neu zu konzipierende Schulbibliothek in der Heinrich-Böll-Gesamtschule wird zur Schulbibliothekarische Arbeitsstelle verlagert. In Abstimmung mit der Schulleitung der Heinrich-Böll-Gesamtschule wird diese zu einem schulinternen Medienzentrum entwickelt. Die notwendigen personellen Verlagerungen werden umgesetzt.
Gleichzeitig wird die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob zur Kompensation der bisherigen Ausleihmöglichkeiten der öffentlichen Bibliothek eine automatisierte Medienausleihe an zentraler Stelle in Schmachtendorf mit einem Zugang von 24 Stunden am Tag umsetzbar ist.
Sachverhalt
Begründung
Nach nur zwei Jahren wird aus dem zukunftsweisenden Bibliothekskonzept für Sterkrade nun nach Abschluss des von der OGM GmbH vorgenommenen Umbaus auf gut 1.400 qm öffentlicher Fläche die neue Stadtbibliothek Sterkrade in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Oberhausen ihren Betrieb aufnehmen. Dank finanzieller Unterstützung des Landes und der Sparkasse wird damit an zentraler Stelle in der Innenstadt Sterkrade ein neues Zentrum für Kultur, Bildung und Information entstehen. Die neue Stadtbibliothek Sterkrade, die unter dem Motto „Bibliothek der Generationen“ konzeptionell neu ausgerichtet ist, wird ein zentraler Treffpunkt für Alt und Jung in Sterkrade sein. Mit den Medien-, den Informationsangeboten und einer besonders ansprechenden Aufenthaltsqualität entsteht ein neues kommunales Highlight. Die Bedürfnisse von Menschen mit den unterschiedlichen Handicaps wurden ebenso berücksichtigt, wie andere zahlreiche Neuerungen umgesetzt: eine E-Bike-Ladestation, eine 24-Stunden-Rückgabestation, eine Gaming Zone, Lern- und Arbeitsräume, ein regelmäßiges Repair-Café, einen Seminarraum, einen Veranstaltungsraum für bis zu 100 Personen und vieles mehr.
Am 04. März 2016 ist es dann soweit und die neu gestaltete und konzeptionell neu ausgerichtete Stadtbibliothek Sterkrade wird eröffnet. Bereits in dem am 07.04.2014 dem Rat vorgelegten Konzept für die neugestaltete Einrichtung (M/15/3412-01) wurde unter dem Punkt „Ressourcen“ darauf verwiesen, dass „grundsätzlich (…) für die Umsetzung eines so umfassenden Konzeptes eine angemessene Mindestausstattung, sowohl für die personelle, wie auch die sächliche Ausstattung gewährleistet sein (muss). Die inhaltliche Umsetzung soll im Rahmen der vorhandenen Personalausstattung des Bereiches Medien erfolgen.“ Bei den folgenden Planungen wurde immer deutlicher, dass eine so umfassend neu ausgerichtete Einrichtung als zentrale Bildungs- und Kultureinrichtung für den gesamten Stadtteil Sterkrade zwingend eine dem Bert-Brecht-Haus angeglichene Öffnungszeit ausweisen muss. Bis zur umzugsbedingten Schließung im alten Haus war die Stadtteilbibliothek Sterkrade an insgesamt 29 Stunden in der Woche geöffnet. Montags war sie komplett und an den übrigen Wochentagen jeweils mittags von 13.30 - 15.00 Uhr geschlossen. Notwendig für die Umsetzung des vorgelegten Konzeptes der Bibliothek der Generationen ist künftig der Wegfall des Schließtages und der Mittagsschließzeiten an den übrigen Wochentagen, so dass die Bibliothek dann künftig werktäglich durchgehend von 11.00 - 18.00 Uhr und samstags von 11.00 - 13.00 Uhr geöffnet ist. Die neue Stadtbibliothek Sterkrade wird dann eine Öffnungszeit von künftig 38 Wochenöffnungsstunden haben. Die Bibliothek im Bert-Brecht-Haus als Zentralbibliothek mit umfassenden zentralen Funktionen für das Gesamtsystem Bibliothek hat seit der Eröffnung des neuen Bert-Brecht-Hauses eine Wochenöffnungszeit von 44 Stunden.
Die aktuelle personelle Situation der Stadtteilbibliothek Sterkrade beträgt entsprechend aktuellem Stellenplan
1 Dipl.-Bibl. (VZ) - Leitung
2 Bibliotheks-Assistentinnen (VZ)
1 Bibliotheks-Assistentin (TZ)
Mit dieser personellen Ausstattung ist die notwendige Erweiterung der Öffnungszeiten nicht zu realisieren. Mindestens eine weitere Fachkraft in VZ ist zur Abdeckung der zusätzlichen Öffnung und zur Sicherung des deutlich erweiterten Aufgabenspektrums notwendig.
Aufgrund der bereits realisierten Stellenkürzungen im Rahmen des Haushaltssanierungsplans besteht nur die Möglichkeit, die notwendige fachliche Ergänzung durch die Schließung der Schul- und Stadtteilbibliothek Schmachtendorf zu erwirtschaften.
Die Schul- und Stadtteilbibliothek Schmachtendorf ist seit vielen Jahren die kleinste und am schlechtesten genutzte öffentliche Einrichtung der Stadtbibliothek Oberhausen mit einer Wochenöffnungszeit von derzeit 16 Stunden mit einer Personalausstattung von 1,5 Stellen.
Bei Urlaub oder Krankheit einer der beiden Mitarbeiterinnen muss zusätzliches Personal aus der Zentralbibliothek abgezogen und dort eingesetzt werden. Bei personellen Engpässen musste die Stadtteilbibliothek in den zurückliegenden Monaten wiederholt kurzfristig komplett geschlossen werden. Ein aktuelles Profil, entsprechend der Ausrichtung der anderen Einrichtungen der Bibliothek in Oberhausen ist dort sowohl aus räumlichen wie auch aus personellen Gründen nicht umsetzbar. Kooperationen mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule, mit anderen Schulen oder KTEs sind auf Grund der begrenzten Ressourcen immer stärker zurückgegangen. Zudem müsste bei einer Weiterführung in naher Zukunft in die technische Infrastruktur in erheblichem Umfang neu investiert werden, da die bibliothekarischen Standards nicht mehr einzuhalten sind. Dieses ist auf der Grundlage der aktuellen Haushaltssituation kaum darstellbar.
Die Verwaltung schlägt daher, um die Erweiterung der Öffnungszeiten der neuen Stadtbibliothek Sterkrade auf 38 Wochenstunden realisieren zu können, dem Rat der Stadt die Schließung der Schul- und Stadtteilbibliothek Schmachtendorf zum 15. März 2016 und die Verlagerung der Stelle der Bibliotheks-Assistentin zur neuen Stadtbibliothek Sterkrade vor.
Der Bereich 0 - 3 / Bert-Brecht-Bildungszentrum wird gleichzeitig beauftragt, in Abstimmung mit der Leitung der Heinrich-Böll-Gesamtschule unter Einbezug der Bibliothek als Schulbibliothek ein Konzept für ein schulisches Medienzentrum zu entwickeln. Die fachliche Betreuung der Schulbibliothek wird vor diesem Hintergrund in die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle verlagert, die bereits seit vielen Jahren für die Schulbibliothek in der Dependance der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Königshardt zuständig ist.
Für die bibliothekarische Nahversorgung mit einem Ausleihbestand von aktuellen Medien (etwa 800 - 1.000 Titel), insbesondere aus der Belletristik, soll an zentraler Stelle in Schmachtendorf ein automatischer Ausleih- und Rückgabeautomat angeschafft und durch die Stadtbibliothek Oberhausen betrieben werden. Dieser Medienautomat bietet mit Hilfe des gültigen Bibliotheksausweises die Möglichkeit, täglich an 24-Stunden die dort zur Verfügung gestellten Medien auszuleihen und wieder zurück zu geben. Insbesondere ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Kunden der Bibliothek erhielten damit im Ortsteil Schmachtendorf ein besonders attraktives Angebot, aktuelle Literatur unabhängig von Öffnungszeiten ortsnah auszuleihen. Ein vergleichbares Angebot der Bibliothek Köln machte als Krimiautomat im Kölner Hauptbahnhof bundesweite Schlagzeilen. Die Anschaffung eines solchen Automaten kostet ca. 224.000 €. Die Verwaltung hat deshalb im vergangenen Jahr fristgemäß einen entsprechenden Förderantrag beim zuständigen Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gestellt und bemüht sich um eine Förderung dieses Betrages in Höhe von 80 %. Die Entscheidung dazu wird voraussichtlich erst ab Mai dieses Jahres vorliegen.
Bezüglich eines möglichen Standortes werden derzeit unterschiedliche Optionen in zentraler Lage geprüft.
Die Beteiligungsgremien werden um Zustimmung gebeten.
