Berichtsvorlage - M/16/1357-01

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Hintergrund und Ausgangslage

 

Einige der bedeutsameren Grünanlagen Oberhausens wurden vor etwa 100 Jahren erbaut. Im Verlauf der Jahrzehnte verbrauchten sich die originären Baustoffe, Pflanzen und Ausstattungsgegenstände. Darüber hinaus veränderten sich die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung und somit auch die Anforderungen an die städtischen Grünflächen. Zudem ist der Haushaltskonsolidierung die Reduzierung der Pflegedurchgänge geschuldet, was zu einer zunehmenden Verschlechterung des Erscheinungsbildes beitrug.

 

Diese Gründe waren ausschlaggebend, die Beauftragung von Parkpflegewerken für insgesamt zunächst sieben Anlagen in Oberhausen zu veranlassen, um den Ansprüchen von Gegenwart und näherer Zukunft gerecht werden zu können. Als weiterer wichtiger Aspekt kam die Senkung der Unterhaltungskosten hinzu. Die Beauftragung der Parkpflegewerke war an die Vorgabe gekoppelt, eine dauerhafte Reduzierung der Pflegekosten sicherzustellen ohne das Erscheinungsbild der einzelnen Anlagen zu verschlechtern.

 

 

Bedeutung von Parkpflegewerken und Sachstand

 

In der Gartendenkmalpflege ist ein Parkpflegewerk ein wichtiges Instrument, welches sich mit dem Erhalt, der Pflege und der Regeneration historischer Garten-, Park- und Grünanlagen befasst. Hierbei steht im Allgemeinen die Analyse, Dokumentation, Pflege, Wiederherstellung, Ertüchtigung und Erhaltung dieser Flächen nach historischem Vorbild im Vordergrund. In Oberhausen wird der Begriff etwas weiter gefasst. Bei der Gegenüberstellung des ursprünglichen Planungsgedankens und dem vorgefundenen Zustand werden alle notwendigen Maßnahmen aufgezeichnet und monetär erfasst; womit auch die Grundlage für die Budgetplanung vorhanden ist. Weil es Fehlentwicklungen vorbeugen kann, ist seine Aufstellung auch dann sinnvoll, wenn aktuell keine Umsetzung geplant ist.

 

Das Landschaftsarchitekturbüro Schwarz aus Hünxe wurde durch die OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH mit der Erstellung der Parkpflegewerke für den Berliner Park, den Friedensplatz, den Grillopark, den Königshütter Park, den Rathauspark, den Volkspark Sterkrade und den Wilhelm-Meinicke-Park (Park an der Luise-Albertz-Halle) beauftragt. Die Ergebnisse beinhalten die Geschichte des jeweiligen Parks, das Parkpflegewerk bestehend aus Mängelfeststellung, Aufstellung eines Maßnahmenkataloges und Vorschlägen für die Umsetzung sowie einem Quellenverzeichnis und entsprechenden Plänen. Sie liegen der OGM GmbH seit dem Herbst 2013 vor. Für den Kaisergarten, erfolgte die Vergabe eines Parkpflegewerkes durch die Emschergenossenschaft, die auch zuvor die Umgestaltung durchgeführt hat.

 


Volkspark Sterkrade

 

Das Parkpflegewerk für den Volkspark Sterkrade wurde im Dezember 2013 in der Bezirksvertretung Sterkrade vorgestellt und nach ausführlicher Diskussion beschlossen.

Im Frühjahr 2014 wurde mit der Umsetzung durch die Ausbildungskolonne der OGM GmbH begonnen und Ende 2014 abgeschlossen. Dabei wurde ein neuer Zugang geschaffen und die Wegebeläge samt Einfassungen wurden überarbeitet und ausgebessert. Nicht notwendige Stützmauern, Beeteinfassungen, Absperrungen, Stufenanlagen und ungenutzte Wege wurden zurückgebaut um Pflegekosten zu reduzieren. Die Anzahl der Sitzbänke wurde ebenfalls reduziert und die Ausrichtung der verbleibenden Bänke sinnvoll umgesetzt. Weiterhin wurde die Böschungskante am Teich befestigt. In Bezug auf die Vegetation wurde das Baumraster aufgelöst, unattraktive angrenzende Bereiche abgepflanzt sowie eingegangene Ersatzpflanzungen ergänzt und Lücken geschlossen.

 

Königshütter Park

 

Das Parkpflegewerk wurde zunächst ebenfalls im Dezember 2013 in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen vorgestellt und nach erfolgreicher Bürgerbeteiligung unter Berücksichtigung vieler Anregungen aus der Bevölkerung überarbeitet. Der Beschluss zur Umsetzung des überarbeiteten Parkpflegewerkes wurde im März 2014 gefasst. Im Januar 2015 wurde mit der Ausführung der landschaftsgärtnerischen Arbeiten im Königshütter Park gemäß dem erstellten Parkpflegewerk begonnen. Dabei wurde die vorhandene Stufenanlage in eine Rampe umgebaut, Trampelpfade als Wege hergestellt und ungenutzte Wegebereiche zurückgebaut. Vorhandene Stützmauern wurden in Teilbereichen instandgesetzt und partiell zurückgebaut, da nicht durchgehend eine Stützfunktion erforderlich war und das Gelände angeböscht werden konnte, um Unterhaltungskosten zu reduzieren. Die Anzahl der Sitzbänke wurde ebenfalls reduziert und die verbleibenden Bänke gereinigt. Weiterhin wurden Pflanzinseln samt Beeteinfassungen zurückgebaut um Pflegekosten zu reduzieren. Auch wurden Rodungsarbeiten für Blickbeziehungen und Öffnungen des Parks durchgeführt um die soziale Kontrolle zu erhöhen, den Park einladender wirken zu lassen und die Verschattung des Spielplatzes zu reduzieren. Der vorhandene Spielplatz wurde durch neuen Fallschutz aufgewertet und der Park mit Outdoor-Fitnessgeräte ergänzt. Somit sind mit Ausnahme der vegetationstechnischen Arbeiten alle geplanten Leistungen ausgeführt worden. Die noch ausstehende Anpflanzung wird im Jahr 2016 erfolgen und dient der Kaschierung des Containers und der Ergänzung des Gehölzbestandes in Teilbereichen.

 

Berliner Park

 

Die vorgesehenen Arbeiten gemäß Parkpflegewerk für den Berliner Park wurden im Mai 2015 aufgenommen. Durchgeführt wurden Rodungsarbeiten zur Schaffung von  Blickbeziehungen und Öffnungen des Parks, Freistellungen des Berliner Bären, Erneuerung der Fußwege, Rückbau von Stufenanlagen, Herstellung barrierefreier Zugänge durch Rampen, Umwandlung von pflegeintensiven Beeten in Rasenflächen, Beseitigung von Trampelpfaden. Die noch ausstehende Anpflanzung als Lückenschluss der vorhandenen Pflanzung und als Abschirmungen zum Straßenverkehr soll im Jahr 2016 erfolgen. In dem Zuge soll auch die Ausstattung wie Bänke und Abfallbehälter wieder vervollständigt werden.

 


Kaisergarten

 

Der Kaisergarten ist aktuell in Bezug auf die Naherholung die bedeutendste Parkanlage in Oberhausen und Umgebung. Gleichzeitig weist der Park einen sehr großen historischen Wert auf, da er zu Ehren des 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I als erster bürgerlicher Stadtpark Oberhausens angelegt wurde. Sein Wandel vom Bürgerpark zu einem Volksgarten mit Freizeitangeboten für alle Bevölkerungsschichten macht ihn zu einem beliebten Ausflugsziel. Sein Schutzstatus als Landschaftsschutzgebiet und Gartendenkmal stellt hohe Anforderungen an die ökologischen Aspekte und die Beachtung historisch wertvoller Strukturen. Seit 2014 ist er als Gartendenkmal in der Denkmalliste des Landes Nordrhein-Westfalen geführt.

 

Das zentrale Gewässer der Parkanlage ist zugleich das letzte erhaltene Teilstück eines Altarms der Emscher. Gerade vor dem Hintergrund des vergangenen und aktuellen Gewässerwandels des Emschersystems war es Ziel der letzten Umgestaltungsmaßnahmen im Kaisergarten, das wohl letzte Zeugnis eines annähernd ursprünglichen Zustandes zu bewahren und im angemessenen Rahmen zu inszenieren. Die durch die Emschergenossenschaft im Rahmen des „Emscher Erlebnis Oberhausen“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Oberhausen, der OGM GmbH, der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Oberhausen und des LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland bereits erfolgten Umbaumaßnahmen berücksichtigten das laufende Unterschutzstellungsverfahren und die Bedeutung des Kaisergartens als Kulturdenkmal. Somit gelang es neben städtebaulich funktionalen auch gartendenkmalpflegerischen Ansprüchen gerecht zu werden.

 

Bei dem noch zu erstellenden Pflegeplan liegt der Fokus auf der Sicherung der erhaltenen historischen und in den letzten Jahren neu geschaffenen Strukturen des Kaisergartens unter Berücksichtigung der Reduzierung der Unterhaltungsaufwendungen. Um das hohe Qualitätsniveau der umgestalteten Grünanlage (2010 bis 2013) dauerhaft gewährleisten zu können, bedarf es eines besonderen Pflege- und Entwicklungskonzeptes, welches durch die Emschergenossenschaft Ende 2015 an eine Landschaftsarchitektin vergeben wurde. Die Ergebnisse werden Ende 2016 erwartet. Anschließend werden die politischen Gremien und interessierte Bürger über das erarbeitete Konzept informiert.

 

Finanzierung der Parkpflegewerke und der sich daraus ergebenden landschaftsgärtnerischen Arbeiten

 

Die durch die OGM GmbH beauftragten Parkpflegewerke und die Vergütung der bisher umgesetzten Maßnahmen wurden bisher über die Position 10.1.1.11.8 – Instandsetzungsarbeiten in Parks und Grünanlagen des Leistungsverzeichnis 10/Grün abgearbeitet und sind im Pauschalentgelt des Leistungsverzeichnisses enthalten. Für die Stadt Oberhausen entstehen keine zusätzlichen Aufwendungen. Die Finanzierung der noch ausstehenden Umsetzungen der Parkpflegewerke ist seitens der Fachverwaltung ebenfalls über diese Position angedacht. Die Ausführung der Umgestaltungen dient zu Schulungszwecken der Ausbildungskolonne der OGM GmbH.

 

 

Ausblick

 

Eine konkrete Aussage über die Höhe der eingesparten Pflegeaufwendungen kann auf Grund des kurzen Zeitraumes nach der Umsetzung noch nicht getroffen werden. Eine Ertüchtigung der Parkanlagen ist aber in jedem Fall zu verzeichnen und Einsparungen in Bezug auf die Unterhaltung sind auf Grund der Maßnahmen zu erwarten.

 

Daher ist es angedacht, im Jahr 2016 nach entsprechendem Beschluss durch die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen auch die Parkpflegewerke für den Grillopark, den Park am Rathaus und den Wilhelm-Meinicke-Park (Park an Luise-Albertz-Halle) umzusetzen.

 

 

Kurzfassung

 

Im Jahr 2013 wurde das Büro Schwarz durch die OGM GmbH für die Erstellung von sieben Parkpflegewerken beauftragt. Ziel ist es, das optische Erscheinungsbild zu ertüchtigen und durch gezielte gestalterische Maßnahmen die Aufwendungen für die Unterhaltungspflege zu reduzieren. Die Ausbildungskolonne der OGM GmbH hat in den Jahren 2014 und 2015 die vorgeschlagenen Maßnahmen von drei Parkpflegewerken ausgeführt (Berliner Park, Königshütter Park und Volkspark Sterkrade). Für das Jahr 2016 ist die Umsetzung von drei weiteren Parkpflegewerken angedacht (Grillopark, Park am Rathaus und Wilhelm-Meinicke-Park Park (Park Luise-Albertz-Halle)). Das letzte, aufwendigere Parkpflegewerk für den Friedensplatz soll im Jahr 2017 umgesetzt werden. Finanziert wurden die Maßnahmen bisher aus dem Leistungsverzeichnis. Die zukünftige Finanzierung der Umsetzung noch ausstehender Parkpflegewerke soll nach Auffassung der Fachverwaltung  ebenfalls aus dem Leistungsverzeichnis erfolgen. Die Emschergenossenschaft hat das Parkpflegewerk für den Kaisergarten beauftragt. Die Ergebnisse werden vermutlich Ende 2016 vorliegen.

 

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