Berichtsvorlage - M/16/1359-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

  1. Zielsetzung und Inhalte der Förderphase I: 2011 - 2015

 

Kunst und Kultur im Schulalltag dauerhaft verankern: Darauf war das Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ in fünf Bundesländern angelegt.

 

Das Ziel des Modellprogramms war es, bei Kindern und Jugendlichen Neugier für die Künste zu wecken, mehr Kenntnisse über Kunst und Kultur zu vermitteln und die selbstverständliche und aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur zu ermöglichen.

 

Initiiert und gefördert wurde das Modellprogramm durch das gemeinnützige Forum K&B GmbH, durch die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung und den Kooperationspartnern in NRW sowie der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit.

 

Das Programm in Zahlen:

 

- der Gesamtetat für das Modellprogramm belief sich auf 22,8 Mio EUR

- Netzwerke mit mindestens drei weiterführenden Schulen konnten sich bewerben

- ein/e Kulturagent/in wurde pro schulisches Netzwerk eingesetzt

- die Gehälter der Kulturagenten/innen wurden kofinanziert (Land und Stiftung)

- zwei Freistellungsstunden für die Kulturbeauftragten Lehrer der beteiligten Schulen wurden durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW  zur Verfügung gestellt

- pro teilnehmende Schule pro Jahr gab es 13.250 EURO „Kunstgeld“.

 

In der Phase I nahm Oberhausen mit dem Netzwerk Hauptschule Alstaden, Fasia-Jansen-Gesamtschule und Gesamtschule Weierheide an diesem Programm teil.

 

Mit Unterstützung der Kulturagentin wurden kulturelle Bildungsangebote nachhaltig gestaltet und langfristige Kooperationen mit Kultureinrichtungen aufgebaut. In schuleigenen „Kulturfahrplänen“, die als Steuerungs- und Planungsinstrument dienen, wurden Ziele und Maßnahmen für die einzelnen Schulen beschrieben, um kulturelle Aktivitäten systematisch im Schulprogramm zu verankern.

 

 

  1. Zielsetzung und Inhalte der Förderphase II: 2015 – 2019

 

Zur Verstetigung der erzielten positiven Ergebnisse wurde das Folgeprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen NRW“ aufgelegt.

 

Das Folgeprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen Nordrhein-Westfalen“ wird gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen, die Forum K&B GmbH sowie die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator. In Nordrhein-Westfalen ist zudem die Bundesvereinigung für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) als Fachpartner beteiligt. Das Programm wird neben Nordrhein-Westfalen in vier weiteren Bundesländern umgesetzt.

 

Das Folgeprogramm in Zahlen:

 

-          Netzwerke mit mindestens drei weiterführenden Schulen konnten sich bewerben

-          ein/e Kulturagent/in wird weiterhin pro schulisches Netzwerk eingesetzt

-          es wurde eine kommunale Anstellungsträgerschaft – Dezernat 3 Familie, Bildung, Soziales im Bildungsbüro - für die Kulturagentin vorgenommen

-          die Personalkosten der Kulturagentinnen werden zu 100% durch Fördergelder finanziert. 50% werden durch die vier Schulen aus dem Landesprogramm „Geld oder Stelle“ finanziert, 50 % fließen durch die Stiftungen in die Finanzierung ein, wobei dieser Anteil degressiv angelegt ist. So wird im Schuljahr 2018/19 die Stelle zu 100% von den vier Schulen des Netzwerks finanziert.

-          zwei Freistellungsstunden werden für die Kulturbeauftragten Lehrer der beteiligten Schulen durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW  zur Verfügung gestellt

-          pro teilnehmende Schule gibt es 6.200 EURO „Kunstgeld“ pro Jahr

 

In der Phase II nimmt Oberhausen mit dem Netzwerk  Hauptschule Alstaden, Fasia-Jansen-Gesamtschule und Gesamtschule Weierheide sowie der LVR-Christoph-Schlingensief-Schule, die sich neu beworben hat, an diesem Programm teil.

 

Ziel der Phase II soll in Oberhausen sowohl die verlässliche Einbindung des Programms in das kommunale „Gesamtkonzept Kultur“ – inhaltliche Verknüpfung mit Aktivitäten der Kommune zum Auf-/ Ausbau eines kommunalen Gesamtkonzeptes sein.

 

Das kommunale Gesamtkonzept „Kultur ist Chance“, kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche in Oberhausen, wird vom Kulturbüro kontinuierlich fortgeschrieben und wurde bereits mehrfach beim Landeswettbewerb „Auf dem Weg zum Kinder- und Jugendkulturland NRW“ mit Preisen ausgezeichnet.

 

Das Oberhausen Gesamtkonzept für kulturelle Bildung basiert auf drei Säulen:

 

  • Kultur und Schule
    - Die Zusammenarbeit mit den Schulen garantiert, dass die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen mit Angeboten der kulturellen Bildung weitestgehend erreicht werden kann.

- Außerdem wird die schulische Bildung durch kulturelle Elemente verstärkt, die Attraktivität des Unterrichts für die Kinder erhöht, die individuellen sozialen Kompetenzen verbessert und das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler gesteigert.

- Die durch den offenen Ganztag erschwerten Bedingungen für die kulturellen Angebote können in der Zusammenarbeit mit den Schulen ihre Zielgruppe dennoch finden.

 

  • Kultureinrichtungen der Stadt und stadtnaher Institutionen
    - Die Kultureinrichtungen der Stadt bieten ein umfangreiches kulturpädagogisches Angebot an, welches sich an die Familien, Schulen, Vereine und Verbände richtet

- Es gibt eine enge Zusammenarbeit der städtischen Kultureinrichtungen untereinander, um spannende Angebote für Kinder und Jugendlich zu entwickeln.

- Die Kultureinrichtungen arbeiten eng mit der freien Kulturszene, der Bürgergesellschaft und den Schulen zusammen.

 

  • Partner in der kulturellen Bildung

- Viele Projekte werden gemeinsam mit Partnern der unterschiedlichen Akteure der Zivilgesellschaft, den soziokulturellen Zentren und der Kreativwirtschaft erstellt und angeboten.

- Die Partner selbst sind oder werden Träger kultureller Bildung. Die Zusammenarbeit mit diesen ist zentral für ein umfassendes und zukunftsweisendes Angebot.

 

Die Ziele sollen wie folgt umgesetzt werden:

 

  1. Beratung und Betreuung der Netzwerkschulen

 

Die Betreuung der vier Netzwerkschulen bezieht sich auf eine weitere Schärfung eines kulturellen Schulprofils: Leitung von Steuergruppensitzungen sowie eine intensive Prozessbegleitung. Die Kulturagentin initiiert künstlerische Projekte an den Schulen, ist im engen Dialog mit Schulleitungen, Kulturbeauftragten, dem gesamten Kollegium sowie den Vertretern der Kulturinstitutionen und der freien kreativen Szene in Oberhausen. Gemeinsam werden Ideen und Anträge formuliert und geeignete Sponsoren und Förderer gefunden. Nach Beendigung der Projekte bzw. begleitend zum Gesamtprozess leitet die Kulturagentin Feedbackgespräche, erstellt Verwendungsnachweise sowie Sachberichte und führt gemeinsam mit den begleitenden wissenschaftlichen Institutionen eine Evaluation durch.  Darüber hinaus zählt die  Beantragung des sogenannten „Kunstgeldes“, die gesamte inhaltliche und formelle Abwicklung  zum Aufgabenbereich der Kulturagentin.
 

  1. Einbindung in das kommunale „Gesamtkonzept Kultur“
     

1.1 Kultur und Schule

1.1.1 KulturSchulen

 

Oberhausener Gütesiegel „KulturSchulen“

Seit 2010 wurden in Oberhausen 10 Schulen mit dem Oberhausener Gütesiegel „KulturSchule“ ausgezeichnet. (Wunderschule, Jacobischule, Brüder-Grimm-Schule, Osterfelder- Heide-Schule, St. Martin Schule, Bertha-von-Suttner-Gymnasium, Hauptschule Alstaden, Gesamtschule Weierheide, Fasia-Jansen-Gesamtschule, LVR Christoph-Schlingensief-Schule) 

Das auf Nachhaltigkeit angelegte Projekt „KulturSchulen“, Kooperationen  zwischen Kultureinrichtungen und Schulen anzubahnen, auszubauen, zu erweitern, zu verstetigen und in systematische Strukturen und Prozesse zu überführen, wurde kontinuierlich konzeptionell unterstützend durch das Bildungsbüro begleitet.

Durch den Abschluss einer Rahmenvereinbarung erhielten die oben aufgeführten Schulen das Oberhausener Gütesiegel „KulturSchule“, eine gemeinsame Initiative von Dezernat 1, Kultur und Dezernat 3, Bildungsbüro.

Zwischenzeitlich entstand das Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen in NRW“.

Daher soll in dem Zeitrahmen von 2016 – 2019 zur Verstetigung der Transfer der positiven Erfahrungen sowie die Erkenntnisse über gelingende Kooperationen im Bereich kultureller Aktivitäten in das Gesamtkonzept „KulturSchulen“ fließen.

Im Sinne eines breiten Transfers sollen die Erfahrungen des  Kulturagentenprogrammes auch für weitere Schulen der Kommune nutzbar gemacht werden. Eine Begleitung der KulturSchulen, die ebenso wie die Kulturagentenschulen kulturelle Bildung als wichtiges Ziel der Schulentwicklung definiert haben, bietet sich hierbei an.

 

Fachtage und Qualifizierungsangebote für die KulturSchulen und die Kulturbeauftragten der Oberhausener Schulen sind wichtige Bausteine in der Begleitung der Schulen. Diese mit zu initiieren und zu organisieren ist eine Aufgabe der Kulturagentin als Mitarbeiterin des Bildungsbüros.

 

Darüber hinaus sind die Kenntnisse und Erfahrungen der Kulturagentin durch die vergangenen vier Jahre im Modellprogramm sowie die erarbeiteten Arbeitshilfen sicher auch ein Mehrwert für die KulturSchulen. Fragen zu geeigneten Kooperationspartner bzw. KünstlerInnen können durch ein vorhandenes gut funktionierendes Netzwerk beantwortet werden. Auch eine Beratung im Hinblick auf eine Drittmittelakquise  ist eine unterstützende Tätigkeit der Kulturagentin bei der Betreuung der KulturSchulen.

 


1.2 Kultureinrichtungen
 

Die Kultureinrichtungen der Stadt Oberhausen sind ein wichtiger Partner für die Schulen: sie bieten professionelle und hohe künstlerische Qualität und sind ein Garant für eine nachhaltige Entwicklung. Die Kulturagentin hat schon in den vergangenen vier Jahren enge Kontakte zu den Kulturinstitutionen der Stadt geknüpft und fungiert als sogenannter „intermediärer Akteur“, indem sie nicht nur die Bedarfe der Schulen im Blick hat, sondern zudem die der Kooperationspartner. Eine Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule und dem Kulturbüro der Stadt Oberhausen bietet viele Möglichkeiten, Energien zu bündeln und Synergieeffekte zu erzeugen. So konnten derzeit z.B. schon einige Drittmittelanträge sehr erfolgreich durch Bündnisse von Kultureinrichtungen, der Jugendkunstschule und den vier Netzwerkschulen beim Bund  gestellt werden.

 


1.3 Kultur und Partner

 

Die dritte Säule des kommunalen Gesamtkonzepts „Kultur ist Chance“ wird durch die freie kreative Szene in Oberhausen, unterschiedliche Akteure der Zivilgesellschaft sowie den Soziokulturellen Zentren gebildet. Gemeinsamer Fokus ist nicht nur die kulturelle Bildung sondern zunehmend auch die interkulturelle Öffnung. Vor diesem Hintergrund erarbeitet die Kulturagentin gemeinsam mit den Partnern Ziele und Maßnahmen und gestaltet künstlerisch-kulturelle Projekte mit den Schulen. Denn ein gemeinsames Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen durch Kunst und Kultur  individuell zu fördern und in ihrer Persönlichkeitsbildung zu unterstützen.

Eine Zusammenarbeit mit den freien Trägern der Jugendarbeit ist hier sehr unterstützend wirksam.
Zudem ist die Möglichkeit, ein sogenanntes Jugendbarcamp zu veranstalten, sicher vielversprechend.  Ein Jugendbarcamp ist im eigentlichen Sinne eine „Nicht-Konferenz“ für Jugendliche und bietet ihnen eine Plattform, ihre eigenen Wünsche, Ideen und Ziele zu formulieren.

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