Berichtsvorlage - M/18/0949
Grunddaten
- Betreff:
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Bericht über Maßnahmen der Volkshochschule Oberhausen für Migrant*innen im Arbeitsjahr 2025/2026 und Planungen für das Arbeitsjahr 2026/2027
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Bert-Brecht-Bildungszentrum
- Bearbeitung:
- Stefanie Stehling
- Verantwortung:
- Dr. Gesa Reisz, Apostolos Tsalastras
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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18.06.2026
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Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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25.06.2026
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Geplant
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Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration
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Kenntnisnahme
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07.07.2026
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Sachverhalt
Bericht über Maßnahmen der Volkshochschule Oberhausen für Migrant*innen im Arbeitsjahr 2025/2026 und Planungen für das Arbeitsjahr 2026/2027
Deutsch und Integrationskurse
Jeder vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanzierte Integrationskurs besteht aus einem modular aufgebauten Sprachkurs und einem Orientierungskurs (Leben in Deutschland) mit je 100 Unterrichtseinheiten pro Modul.
Zwei Alphabetisierungskurse, 18 allgemeine Integrationskurse und ein Förderkurs konnten im Arbeitsjahr 2025/2026 zur Prüfung Deutschtest für Zuwanderer geführt werden. Den Orientierungskurs im Anschluss an den Sprachkurs mit 100 Stunden konnten ebenfalls 18 Integrationskurse mit dem Test „Leben in Deutschland“ (LiD) beenden. Eine Vielzahl der Teilnehmenden bevorzugt es aber, sich auf den finalen Multiple-Choice-Test „Leben in Deutschland“ alleine per App vorzubereiten.
Die Prognose für 2025/2026 hat sich bestätigt: Die Zahl der Teilnehmenden hat sich reduziert, von durchschnittlich 17,5 Teilnehmenden pro Kurs auf durchschnittlich 13 Teilnehmenden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das BAMF Wiederholungsstunden und Prüfungswiederholung für allgemeine Integrationskurse gestrichen hat, aber auch darauf, dass die Fluchtmigration aus der Ukraine zurückgegangen ist. Dazu kommt die Entscheidung des Bundesinnenministeriums Anfang 2026, die Anträge auf Zulassung zum Integrationskurs für Menschen mit eingeschränkter Bleibeperspektive aufgrund finanzieller Herausforderungen der vergangenen Jahre abzulehnen (Aufenthaltsgesetz § 24 (4), siehe Vorlage Einschränkung von Sprachkursteilnahmen von Zugewanderten und Konsequenzen vor Ort, M/18/0692). Eine Kostenerstattung der Integrationskurse an die vhs erfolgt auch nur zu den tatsächlich besuchten Stunden pro Teilnehmenden, was bei Fehlzeiten aufgrund von Krankheit und Familie etc. die Refinanzierung des Bundesamts mindert, anders als bei beruflichen Bildungsmaßnahmen mit Bildungsgutschein oder Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Für die Teilnehmenden ist wichtig, höchstens 15% Fehlzeiten zu haben, da sonst unabhängig vom bestandenen Test keine Bescheinigung über den vollständigen Integrationskurs ausgestellt wird. Diese ist z. B. wichtig für die Einbürgerung.
Aktuell findet täglich Unterricht in 2 Schichten statt (vormittags und abends). Der Nachmittag ist aufgrund sinkender Teilnehmendenzahlen nicht mehr nachgefragt. Teilnehmende, die nachmittags lernen wollen, besuchen in der Regel einen Abendkurs.
Für die (für Integrationskurse verpflichtenden) Sprachenberatung werden zwei offene Sprechstunden (Di: 09:00 - 11:30 Uhr & Do: 13:30 -15:30 Uhr) angeboten sowie die Möglichkeit, individuelle Termine mit den Pädagoginnen, Frau Malamutmann und Frau Püschel, zu vereinbaren.
Folgende Integrationskurstypen werden an der vhs Oberhausen angeboten:
Integrationskurse mit Alphabetisierung
Die Teilnehmenden haben Anspruch auf insgesamt 900 Unterrichtseinheiten (UE) Deutsch und 100 Unterrichtseinheiten Orientierungskurs. Nach 900 Unterrichtseinheiten Deutsch besteht die Möglichkeit nach pädagogischer Abwägung, 300 zusätzliche Unterrichtseinheiten Deutsch ohne Ablegen des Deutschtests für Zuwanderer zu beantragen. Diese Integrationskurse finden meistens in Teilzeit, d. h. 15 UE (3 Tage á 5 UE) oder 16 UE (4 Tage á 4UE) pro Woche, statt.
Allgemeine Integrationskurse in Vollzeit
Die Teilnehmenden lernen pro Woche mindestens 20 Unterrichtseinheiten bei der vhs und haben Anspruch auf 600 Unterrichtseinheiten Deutsch und 100 Unterrichtseinheiten Orientierungskurs. Diese Kurse werden seitens des BAMF und des Jobcenter bevorzugt.
Allgemeine Integrationskurse in Teilzeit am Vormittag/in Teilzeit am Abend für Berufstätige
Die Teilnehmenden lernen pro Woche 15 Unterrichtseinheiten bei der vhs und haben Anspruch auf 600 Unterrichtseinheiten Deutsch und 100 Unterrichtseinheiten Orientierungskurs.
Orientierungskurse
Alle Teilnehmenden der Integrationskurse sollen einen Orientierungskurs, der über deutsche Geschichte, Kultur und Rechtsordnung informiert, mit 100 Unterrichtsstunden absolvieren. Der Orientierungskurs-Abschlusstest „Leben in Deutschland“ (LiD) kann auch als Nachweis der notwendigen Kenntnisse für die Einbürgerung genutzt werden. Damit entfällt das Absolvieren des obligatorischen Einbürgerungstests.
Förderkurs (nur in den Jahren 2024 – 2026)
Die Teilnehmenden dieser sogenannten Spezialkurskursart im Integrationsbereich haben Anspruch auf insgesamt 900 Unterrichtseinheiten Deutsch und 100 Unterrichtseinheiten Orientierungskurs. Diese Kursart richtete sich an lernschwache oder ältere Teilnehmenden, die motiviert waren, aber in einem allgemeinen Integrationskurs und auch in einem Integrationskurs mit Alphabetisierung falsch untergebracht waren. Die Kursart wurde zum 30.04.2025 vom BAMF abgeschafft und die in der vhs angebotenen Kurse durften noch zu Ende geführt werden. Der erste Förderkurs konnte im März mit der Prüfung abschließen, der zweite Kurs musste leider aufgrund eines zu starken Teilnehmenden-Rückgangs (am Ende verblieben nur 5 Teilnehmende) abgebrochen worden. Den verbleibenden Teilnehmenden hat die Volkhochschule Alternativkurse angeboten, nachdem diese neu eingestuft wurden.
Geringliteralisiertenkurs (NEU!)
Die Teilnehmenden dieser sogenannten Spezialkurskursart im Integrationsbereich haben Anspruch auf insgesamt 900 Unterrichtseinheiten Deutsch und 100 Unterrichtseinheiten Orientierungskurs. Nach 900 Unterrichtseinheiten Deutsch besteht die Möglichkeit nach pädagogischer Abwägung, 300 zusätzliche Unterrichtseinheiten Deutsch ohne Ablegen des Deutschtests für Zuwanderer zu beantragen. Teilnehmenden dieser Kursart sind nicht lerngewohnt oder haben lange nicht mehr gelernt, sodass das Lerntempo aufgrund des erhöhten Unterrichtsanspruchs verlangsamt und an die Bedürfnisse der Teilnehmenden angepasst werden kann. Dieser Kurs gilt quasi als Ersatz für die abgeschafften Spezialkurse für Eltern, Frauen sowie Teilnehmenden des Förderkurses.
Weitere Informationen und Entwicklungen im Integrationskursbereich
Für die Integrationskursteilnehmenden besteht eine Einzelplatzförderung, so dass alle Kursstufen sowohl von Integrationskursteilnehmenden als auch von nicht durch das BAMF geförderten Teilnehmenden (Asylbewerbenden, Teilnehmenden, die nicht mehr gefördert werden, Aupairs usw.) besucht werden können.
Der Anteil der durch das BAMF geförderten Integrationskursteilnehmenden liegt bei ca. 95%.
Neuzuwandernde werden berechtigt oder verpflichtet von der Ausländerbehörde. Dieser Teilnehmendenkreis kann auf Antrag vom Bundesamt von den Kosten befreit werden. Zum Kursbesuch verpflichten und von der Zahlung befreien können auch die Träger der Grundsicherung.
Der Kostenbeitrag für die Teilnehmenden, die nicht von den Kosten befreit sind, ist aufgrund einer Vorgabe durch das BAMF für die, die sich seit dem 01. August 2022 neu für einen Integrationskurs anmelden, von 2,20 € pro Unterrichtseinheit auf 2,29 € pro Unterrichtseinheit gestiegen.
Die Zahl der zu alphabetisierenden Teilnehmenden ist derzeit etwas rückläufig. Dies wird im gesamten Integrationsbereich auch durch das BAMF beobachtet.
Prüfungen im Bereich Deutsch als Zweitsprache
Die Teilnehmenden konnten im Arbeitsjahr 2025/2026 an 42 Prüfungsterminen teilnehmen. Weiterhin werden Prüfungen Niveau A1, A2 sowie B2 durchgeführt. Auf Anfrage finden auch C1/C2-Prüfungen statt.
Regelmäßig stattfindende Prüfungsformate sind:
- telc Start Deutsch 1 (A1) - insbesondere für Personen, die die Einwanderung nach Deutschland planen oder Grundkenntnisse nachweisen müssen,
- telc Start Deutsch 2 (A2),
- der für alle Integrationskursteilnehmenden verbindliche Deutschtest für Zuwanderer (DTZ),
- Zertifikat Deutsch (B1) - insbesondere für Einbürgerungsbewerbende und für Personen, die sich nur vorübergehend in Deutschland befinden,
- telc Deutsch B2 – insbesondere interessant für Berufstätige und Menschen, die ihre Sprachkenntnisse erweitern wollen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern,
- Als neues Prüfungsformat wurde der Deutschtest für den Beruf (DTB) für die Niveaustufen B2 – C1 eingeführt.
Mit Terre des Hommes wurde vereinbart, dass die Teilnehmenden der ehrenamtlich geführten Kurse bei der vhs zu einem ermäßigten Preis die Prüfungen A1, A2 und DTZ ablegen können.
Für die Ruhrwerkstatt führt die vhs die Prüfung „Deutschtest für den Beruf“ (DTB) als zugelassene Prüfstelle durch.
Einbürgerungstests
Die Volkshochschulen sind weiterhin exklusiv damit beauftragt, Einbürgerungstests für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durchzuführen. Das Bestehen des Einbürgerungstests ist eine der Voraussetzungen für die Einbürgerung.
Es wurden 12 Einbürgerungstests bei der vhs angeboten. Die Termine wurden von samstags auf freitags 17.00 Uhr verschoben. Damit findet eine Raum- sowie Personalentlastung statt und der Termin ist auch für berufstätige Teilnehmende passend. Die Nachfrage nach Einbürgerungstests hat seit November 2020 sehr stark zugenommen, sodass jeder Termin mit mindestens 20 Teilnehmenden belegt ist. Außerdem hat auch die Nachfrage nach dem Test „Leben in Deutschland“ seit Beginn des Arbeitsjahres zugenommen.
Teilnehmende an Prüfungen im Arbeitsjahr 2025/2026:
Deutschtest für Zuwanderer A2/B1 ca. 500 Teilnehmende
Einbürgerungstest ca. 325 Teilnehmende
Leben in Deutschland ca. 275 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat A1 – B2 ca. 170 Teilnehmende
DTB C1 7 Teilnehmende
DTB B2 ca. 150 Teilnehmende
Offene DaF/DaZ-Angebote
Das Angebot oberhalb des B1-Niveaus (B2-Kurse) richtet sich an Integrationskursteilnehmende, die gerne weiterlernen möchten und insbesondere auch an Berufstätige und an diejenigen, die die DTZ-Prüfung erfolgreich auf dem Niveau B1 bestanden haben und ihre Sprachkenntnisse erweitern möchten, um ihre Chancen für einen Berufseinstieg zu verbessern. Wie schon in den Vorjahren sind Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfung B2 angeboten worden. Der Kurs des Arbeitsjahres 2025/2026 hat Mitte Mai die Prüfung abgelegt und für September 2026 ist ein neuer Kurs geplant.
Zudem werden wir im neuen Kursprogramm neue offene Angebote im Bereich Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache anbieten, einen B2-Kurs am Vormittag, Vorbereitungskurse für die Prüfungen A1 und B1 und auch ein C1-Kurs soll angeboten werden.
Erstorientierungskurse für Asylbewerbende mit unklarer Bleibeperspektive (EOK)
Im aktuellen Bildungsjahr wurde erneut ein EOK angeboten. Er endete im Dezember 2025.
Weiterhin wurde erfolgreich ein Sprachcafé eingerichtet, in dem einmal wöchentlich für 2 Stunden Sprachpraxis angeboten wird.
Kooperationen auf kommunaler Ebene
- Netzwerk Interkulturelles Lernen (NIL)
- Arbeits- sowie Lenkungskreis zum Projekt Kommunales Integrationsmanagement (KIM)
- Arbeitskreise Migration und Flucht & Frauen und Integration
- Integrationskursnetzwerk, Regionalkoordinationstreffen
- ehrenamtliche Lehrer*innen von terre des hommes
- AK Soziales
- evangelischer Kirchenkreis
Interkultur und Zusammenleben
Bei interkulturellen Veranstaltungen im weitesten Sinn geht es um das Zusammenleben, den Austausch und das Lernen aller Kulturen voneinander. Im Fokus politischer Bildung sind bei interkulturellen Veranstaltungen: Diskriminierung und Gleichberechtigung, Rechte und Emanzipation, positive Differenzerfahrungen, Abbau von Stereotypen und Vorurteilen sowie Entwicklung von Solidarität und Freundschaft.
Café Unterwegs
Das interkulturelle Frauencafé der vhs existiert mittlerweile seit 18 Jahren und greift Themen aus Alltag, Kultur und Politik auf. In gemütlicher Atmosphäre wird ein Thema (Situation von Frauen, Rollenbilder, Mütter und Töchter, Frauen in politischen Bewegungen, Kultur um Sterben und das Jenseits, Bräuche und Traditionen etc.) anmoderiert und in großer wie in kleiner Tischrunde ausgetauscht. Kulturelle Besonderheiten und Gemeinsamkeiten werden so positiv besetzt und erlebt. Das monatliche Angebot des interkulturellen Frauencafés findet in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) statt.
Eine Welt, Länderkunde
Auch im nächsten Kursjahr bietet die vhs wieder aufklärende und problemorientierte Veranstaltungen über Länder und Städte dieser Erde an. Zudem wird wieder eine gemeinsame Aktion mit der Ortsgruppe von Amnesty International anlässlich des Tages der Menschenrechte rund um den 10. Dezember geplant.
Stadtrundgang zur Geschichte der Migration
Bei einem zweistündigen Stadtspaziergang lernen die Teilnehmenden anhand verschiedener Stationen die Geschichte der Zuwanderung Oberhausens kennen und sehen. Von der Synagoge über Kulinarisches, vom Migrationsrat, türkischer und polnischer Zuwanderung, von Flucht und Zwangsarbeit zu einem vielkulturellen Oberhausen, spannend für einen touristischen Blick und immer wieder neu als Zuhause, als Heimatstadt. André Wilger und das Team von der Geschichtswerkstatt Oberhausen begleiten die Gruppe und erzählen von Oberhausen und seinen Menschen. Das Angebot besteht weiterhin auf Nachfrage.
Dritte Oberhausener Woche der Demokratie vom 13. bis 24. September 2026
(Siehe Vorlage Programm vhs: „Kommunale Bildung als Haltung“ (M/18/0947)) Einige Angebote im Rahmen der Demokratiewoche beschäftigen sich auch explizit mit dem friedlichen Zusammenleben in einer vielfältigen und bunten (Stadt-)Gesellschaft.
Im Rahmen der Demokratiewoche wird es auch wieder Angebote geben, die einen (direkten) Austausch für Bürger*innen mit (Kommunal-) Politik und Verwaltung ermöglichen. Unter anderem ist der begleitete Besuch von ausgewählten Ausschusssitzungen geplant. Nähere Informationen sowie das aktuelle Programm werden zu einem späteren Zeitpunkt über die Seiten des Demokratiebüros Oberhausen: https://demokratiebuero.de/; abrufbar sein. Die Demokratiewoche ist eine gemeinsame Initiative von Volkshochschule Oberhausen, Arbeit und Leben DGB/vhs Oberhausen, Bürgerbeteiligung Oberhausen (Stadt Oberhausen) und dem Demokratiebüro Oberhausen in Zusammenarbeit mit vielen Oberhausener Vereinen, Initiativen, Verbänden und Institutionen.
Mitarbeit im Netzwerk interkulturelles Lernen
Die vhs arbeitet auch weiterhin intensiv im Rahmen des Netzwerkes Interkulturelles Lernen (NIL) mit, in dem sich viele verschiedene Bildungs- und Beratungsorganisationen der Stadt zusammengeschlossen haben. Durch die Zusammenarbeit ergeben sich auch immer wieder neue gemeinsame Veranstaltungen, Aktionen und Projekte. So wird wieder eine gemeinsame Aktion rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember geplant.
Arbeitskreis Antisemitismuskritische Arbeit in Bildung und Kultur
Die vhs ist Mitglied im Arbeitskreis Antisemitismuskritische Arbeit in Bildung und Kultur in Oberhausen und beteiligt sich immer wieder an Aktionen und mit Bildungsangeboten zum Thema, so wie jüngst bei den jüdischen Kulturtagen in Oberhausen. Für das Frühjahr 2027 ist geplant durch den Arbeitskreis und seine Mitglieder wieder einen Fachtag zum Thema Antisemitismus zu organisieren.
Programmbereich Zweiter Bildungsweg/Schulabschlusskurse und Grundbildung
Die Angebote zum Lesen und Schreiben lernen gehören zu den gesellschaftspolitisch unverzichtbaren Angeboten der Volkshochschule vor Ort. Die Teilnehmenden sind überwiegend Erwachsene, die zwischen 34 und 52 Jahren alt sind, darunter viele Berufstätige. Im Arbeitsjahr 2026/2027 sind wieder zwei Kurse mit jeweils sechs Unterrichtsstunden pro Woche geplant. Die Teilnehmenden besuchen die Kurse nach eigenem Fortschritt und Bedarf so lange wie sie es brauchen und nicht nach einer festen Befristung. Jedes Jahr werden die Teilnehmenden des Vorjahres in einfacher Sprache postalisch über den neuen Kursstart informiert.
Die Programmbereiche Zweiter Bildungsweg/Grundbildung und Sprachen möchten das bisherige Engagement der vhs in Grundbildung und Teilhabe gezielt bündeln und Schritt für Schritt Lernbarrieren abbauen. Dazu gehören sowohl die Entwicklung neuer Angebote als auch der Aufbau verlässlicher Unterstützungsstrukturen, damit sich gesellschaftliche Vielfalt künftig in einer Vielfalt an Bildungsangeboten wiederfinden kann. Die Kooperation mit städtischen und anderen inklusionsorientierten Netzwerken ist wertvoller Bestandteil dieser Initiative.
Auf Grundlage des Weiterbildungsgesetzes Nordrhein-Westfalens (§ 6) bietet die vhs Oberhausen ein differenziertes und umfangreiches Angebot zum Nachholen von Schulabschlüssen an. Es umfasst Vorkurse zum Ersten Schulabschluss und zum Mittleren Schulabschluss sowie Kurse zum nachträglichen Erwerb des Ersten Schulabschlusses, des Erweiterten Ersten Schulabschlusses sowie des Mittleren Schulabschlusses.
Im Arbeitsjahr 2025/2026 haben 145 Teilnehmende an den Vorkursen und Kursen des Zweiten Bildungswegs teilgenommen.
Der Anteil der Teilnehmenden mit Migrationshintergrund lag im Arbeitsjahr 2025/2026 bei 42 %. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Sprache der Schlüssel zum Erreichen eines Abschlusses ist. Daher wurde als Minimalvoraussetzung zum Einstieg in einen Kurs des Zweiten Bildungswegs ein Deutsch-Zertifikat auf der Stufe B2 festgelegt. Für Teilnehmenden mit B1-Deutschkenntnissen gibt es seit dem Arbeitsjahr 2023/2024 einen verlängerten, einjährigen Vorkurs in Tagesform, um einen erfolgsversprechenden Einstieg in den Zweiten Bildungsweg zu ermöglichen. Für Teilnehmende, die nicht ab der 5. Klasse eine weiterführende Schule in Deutschland besucht haben, bietet die vhs im Lehrgang zum Erwerb des Ersten Schulabschlusses ein Ersatzfach für Englisch an.
Für Abgänger von Förderschulen ist der einjährige Vorkurs ebenfalls eine geeignete Möglichkeit, einen Ersten Schulabschluss zu erreichen. Seit Einführung des Kurses haben deutlich mehr Förderschulabsolvent*innen an der vhs Oberhausen einen Schulabschluss erreicht.
Seit diesem Jahr kooperiert die vhs Oberhausen mit der Beratungsstelle Jugend und Beruf. Einmal in der Woche finden Workshops zu den Themen Stressmanagement, Zielbildungstechniken, mentalem Training in Vorbereitung auf Prüfungssituationen, Körpersprache als Haupt-Kommunikationsmittel, Bewerbungsgesprächs-Simulationen, Bewerbungstestverfahren als Übungsmodul statt. Diese Workshops sollen die Grundkompetenzen und Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden für die eigene Biographie stärken und sie nachhaltig für den Abschlusskurs und die Zeit danach befähigen.
Zudem kommt die Berufsberatung der Agentur regelmäßig ins Haus, um mit jedem Teilnehmenden individuell tragfähige Perspektiven im Anschluss an den erworbenen Schulabschluss zu entwickeln.
Von September 2025 bis März 2026 betreute der Fachbereich eine dual Studierende der Sozialen Arbeit der Stadt Oberhausen. Die Studierende leistete ihren Praxisanteil im Zweiten Bildungsweg und bekam so einen Einblick in die Bereiche der Schullaufbahnberatung und der Teilnehmendenbetreuung. Die Studierende richtete für die Teilnehmenden der Schulabschlusskurse ein Lerncafé ein, gestaltete eigene Unterrichtseinheiten mit dem durch die Suchtberatung entwickelten Cannabis-Methodenkoffer und unterstützte die Teilnehmenden bei der Erstellung von Bewerbungen. Die Zusammenarbeit mit Nachwuchskräften in sozialer Arbeit wird fortgesetzt. Daneben gibt es immer wieder Studierende der Erwachsenenbildung im Praktikum, die je nach Schwerpunkt auch andere Programmbereiche der vhs kennenlernen.
Im Arbeitsjahr 2025/2026 haben in Kooperation mit der Polizei erneut Seminare zum Thema Gewaltprävention und Cybermobbing stattgefunden.
Im Sommer 2025 wurde im Schulabschlussbereich das digitale Klassenbuch eingeführt, d. h. Unterrichtsinhalte und Anwesenheiten werden im ZBW der Volkshochschule nur noch digital erfasst.
Auch in diesem Jahr wird bereits zum zweiten Mal im Anschluss an die schriftlichen Prüfungen eine Projektwoche stattfinden. Die Teilnehmenden der Schulabschlusskurse werden KI-Tools und deren Benutzung kennen lernen, die Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein (GMVA) besuchen, im Landschaftspark Nord das Thema Artenvielfalt auf Industriebrachen erarbeiten und zum Abschluss unter dem Motto „Regional und Saisonal“ gemeinsam kochen.
Aufgrund der zurückgegangenen Nachfrage an Kursen im Nachmittags- und Abendbereich bietet die Volkshochschule Oberhausen – wie viele andere Volkshochschulen auch – künftig nur noch Schulabschlusslehrgänge im Vormittagsbereich bzw. bis 15.15 Uhr an.
Im Arbeitsjahr 2026/2027 werden insgesamt 9 Kurse (davon 3 Vorkurse) im Bereich Erster Schulabschluss, Erweiterter Erster Schulabschluss und Mittlerer Schulabschluss angeboten. Die Verlängerung des Vorkurses zum Ersten Schulabschluss auf ein Schuljahr, um u. a. Teilnehmende mit Migrationshintergrund und Teilnehmende mit großen Bildungslücken noch besser integrieren und auffangen zu können, hat sich bewährt und wird daher fortgeführt. Aufgrund der wieder leicht gestiegenen Nachfrage wird es ab Februar 2027 einen neu startenden MSA-Kurs geben, so dass auch hier wie in der Vergangenheit ein Einstieg semesterweise und nicht nur jährlich möglich ist. Zudem wird es im Frühjahr erstmals einen Vorkurs für den Erweiterten Ersten Schulabschluss geben, der sich an Interessierte mit einem dem Ersten Schulabschluss vergleichbaren Abschluss vom Berufskolleg richtet und einen zusätzlichen Fokus auf Sprachförderung richtet.
Der Zweite Bildungsweg mit seinem umfassenden Angebot neben den klassisch notwendigen Fächern ist ein hervorragendes Beispiel für die bedarfsorientierte, innovative und flexible Konzeption der Schulabschlusslehrgänge an der Volkshochschule. Für das Leben lernen heißt hier, in vielfacher Weise Lücken und Versäumnisse in der Bildungsbiographie und in selbstbestimmter Lebensbewältigung und -gestaltung zu füllen.
