Berichtsvorlage - M/18/0947

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Sachverhalt

Kommunale Bildung als Haltung

 

Die Gegenwart verunsichert viele Menschen und das nicht erst heute. Kriege in Europa, Klimaveränderung bis Oberhausen, globale Krisen, eine sich verändernde Weltordnung – und gleichzeitig Entscheidungen aus Berlin und Düsseldorf, die im Alltag spürbar werden: in den Geldbeuteln, in Schulen, auf dem Arbeitsmarkt, am Wohnungsmarkt und in Nachbarschaften. Die Welt fühlt sich für viele unübersichtlicher an als noch vor wenigen Jahren. Und die entscheidende Frage lautet: Wer ist vor Ort für die Menschen da, wenn das alles ankommt?

Die Volkshochschule Oberhausen gibt darauf eine klare Antwort. Als kommunale Bildungseinrichtung und Vertrauensort der Stadtgesellschaft schaffen wir Räume, in denen Menschen Orientierung finden, Fragen stellen und gemeinsam Haltung entwickeln können. Politische Bildung, Medienkompetenz, Fake News erkennen, Social Media kritisch nutzen – aber auch Sprache lernen, einen Schulabschluss nachholen, Englisch für Menschen mit Lernschwierigkeiten zugänglich machen: Unser Programm begleitet das Leben in seiner ganzen Breite, in verschiedenen Formaten und auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, offen für alle. Diese Bandbreite ist einem Teil bekannt, andere haben Vertrauen in die „Marke“ vhs. Auch wenn es Website und Kursbuch gibt, wissen viele noch nicht, ob es was Passendes für sie gibt. Daher ist Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und direkte Ansprache ein wichtiger Teil der Arbeit aller Beschäftigten der Volkshochschule, je nach Zugang und Möglichkeit. Für alle gilt (auch für Bibliothekskolleg*innen): Wer zu uns kommt, wird beraten und unterstützt, seine Formate und Medien im Bert-Brecht-Bildungszentrum zu finden.

Menschen kommen zu uns auf ganz verschiedenen Wegen und mit ganz unterschiedlichen Anliegen. Manche schickt die Kardiologie für Kultur (die Studienlage zum Einfluss von Kultur und Kreativität auf die Gesundheit ist hervorragend), andere suchen nach Trauer oder einer Krise einen neuen Zugang. Manche begegnen uns zufällig im Foyer, auf dem Saporishja-Platz oder auf der Marktstraße, andere kommen auf Empfehlung von Bekannten. Wir beraten, begleiten und vermitteln weiter – zu anderen Bildungseinrichtungen, zur Verbraucherzentrale, zur Selbsthilfe oder auch persönlich zum nächsten Schritt an anderem Ort. Bildungsberatung ist bei uns kein formaler Zusatz, sondern gelebter Alltag.

Unsere Fachkräfte sind forschend, lernend und vernetzt – in der Kommune, mit Hochschulen, mit Partnern aus der Zivilgesellschaft. So entsteht gerade in Zusammenarbeit mit einer Hochschule didaktisches Material, das Englischlernen für Geringliteralisierte und Lernungewohnte neu denkt. Wenn ein Thema fehlt, wird es entwickelt. Wenn eine Veranstaltung nicht passt, wird sie neu gedacht. Das ist kein Sonderfall – das ist unser Anspruch. Für eine sich schnell verändernde Welt arbeitet die Volkshochschule auf Dauer im Transformationsmodus.

Volkshochschule ist auch ein Ort gegen Einsamkeit. Ein Ort, an dem ältere Menschen, Männer, Jugendliche und alle Gruppen dazwischen, Kontakte und sozialen Anschluss finden, Lernerfolge feiern und sich selbst als wirksam erleben. In einer Zeit, in der Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist das keine Kleinigkeit – es ist Demokratiearbeit im besten Sinne.

 

Politische Bildung gehört zur Verantwortung von Bildungspolitik auf allen Ebenen, aber vor Ort ist die Volkshochschule das System der Kommune für alle in Oberhausen. Für Oberhausen hat Bildung als Haltung ein Gesicht und ist mit der Stadtgesellschaft gemeinsam unterwegs. Für die Demokratie ist nicht nur explizit politische Bildung notwendig, sondern die erlebte Erfahrung der Bürger*innen, dass jemand für sie da ist. Für die Bürger*innen soll das die eigene Lernerfahrung, Selbstwirksamkeit, Lernfreude und Erfolgserlebnisse mit anderen gemeinsam ermöglichen. Wichtig ist für die Bürger*innen, die Sicherheit zu haben, dass eine Volkshochschule genau das bleibt und sicher ist.

Communitybuilding und soziale Organisiertheit in Volkshochschule, Bibliothek und anderen sozialen Orten ist bei allen Diskussionen um Einsamkeit von älteren Menschen, von Männern, von Jugend etwas, das weiter gefördert werden muss, vom Land und vom Bund. Wir engagieren uns in und über unseren Verband und auch auf Anfragen aus Landtag oder anderen politischen Kontexten.

Die gesamte Vielfalt des neuen Programms wird online ab Anfang Juli zu sehen sein, das Kursbuch erscheint am 07.08.2026.

 

 

Programmbereich Gesellschaft – Politik – Mensch: Demokratisch ist man nicht allein!

 

Politische Bildung wird es weiter überwiegend in Präsenz geben. Ergänzende Online-Formate wie die Videoclipreihe „Wissen to Go“ (gemeinsam mit Arbeit und Leben) werden fortgesetzt. Politische Bildung lebt von Interaktion und Diskussionen, die in direkter Begegnung, Differenzerfahrung und den Austausch von Argumenten und Meinungen möglich machen. Bei vielen Angeboten ist der direkte kommunale oder regionale Bezug entscheidend und lebensweltbezogen. Bei übergeordneten Themen wird der Bezug zu Oberhausen und der eigenen Lebenswelt so weit wie möglich hergestellt. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Institutionen und Akteuren aus der Stadtgesellschaft gehört zu dieser Strategie, ermöglicht zudem auch Ressourcenbündelung zugunsten des breiten Angebots. Zu den Partnern gehören Arbeit und Leben Oberhausen, das Ambulante Hospiz und die christlichen Hospize Oberhausen, das Jugendparlament, die Gedenkhalle, das Stadtarchiv, die Geschichtswerkstatt, die historische Gesellschaft, das LVR-Industriemuseum, der Paritätische, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Lebenshilfe, das Kommunale Integrationszentrum, das Netzwerk Interkulturelles Lernen (NIL), das Demokratiebüro Oberhausen, BUND Oberhausen, NABU Oberhausen, die Verbraucherzentrale, Fraunhofer UMSICHT, der Supermarkt der Ideen, die Gleichstellungsstelle, die Ehrenamtskoordination samt Netzwerk BEO, das Theater Oberhausen, der Wissenschaftscampus NRW, die Stadtbibliothek sowie weitere Partner. Der regionale Bezug spiegelt sich auch darin, dass viele Referent*innen aus Oberhausen und der näheren Umgebung mit ihrer jeweiligen Expertise im Einsatz sind.

 

Im September startet die 3. Oberhausener Woche der Demokratie. Nach durchweg positiver Resonanz und großer Beteiligung in der Vergangenheit wurde der Auftakt im Frühjahr mit großem Engagement von Akteuren der Stadtgesellschaft wahrgenommen. Aufgrund des großen Interesses und vielfachen Wunsches wird das Programm auf zwölf Tage erweitert. In der Zeit von Sonntag, 13.09.2026, bis Donnerstag, 24.09.2026, wird es im gesamten Stadtgebiet ein vielfältiges Programm für alle interessierten Menschen aus allen Altersgruppen geben. Die Veranstaltungen werden von und bei den zahlreichen beteiligten Organisationen, Initiativen und Vereinen durchgeführt und natürlich auch in den Gebäuden des Bereichs Bert-Brecht-Bildungszentrum. Die Mitwirkung in dieser Stadt ist herausragend – ebenso wie die Beteiligung aller weiterführenden Schulen und zahlreichen Grundschulen, die u. a. eine gemeinsame Aktion für den Tag der Demokratie am 15.09. vorbereiten.

Demokratie lebt von Beteiligung und so lautet das Motto der Demokratiewoche: „Demokratisch ist man nicht allein!“. Direkter Austausch für Bürger*innen mit (Kommunal-) Politik und Verwaltung ist ein wesentlicher Bestandteil, was auch zur Teilhabe an Kommunalpolitik ermutigt. So ist der begleitete Besuch von ausgewählten Ausschusssitzungen wieder geplant. Informationen sowie das aktuelle Programm werden zudem über die Seiten des Demokratiebüros Oberhausen: https://demokratiebuero.de/; abrufbar sein. Die Demokratiewoche ist eine gemeinsame Initiative von Volkshochschule, Arbeit und Leben DGB/vhs Oberhausen, Bürgerbeteiligung Oberhausen (Stadt Oberhausen) und dem Demokratiebüro Oberhausen in Zusammenarbeit mit vielen Oberhausener Vereinen, Initiativen, Verbänden und Institutionen.

Die vhs greift gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW für Jugendliche das Thema auf: „Scrollen in die Radikalisierung? Extremistische Online-Welten und ihre Wirkung auf Jugendliche“. Aufgeklärter und kompetenter Umgang mit Social Media ist für die eigene Aktivität auf weitgehend unreglementierten, aber dennoch ökonomisch gesteuerten Plattformen essenziell und entsprechende Vermittlung gehört zur Verantwortung politischer Bildung auf allen Ebenen.

Zudem blicken Bürger*innen mit Prof. Dr. Andreas Blätte von der NRW School of Governance am 28. September auf das Wahljahr 2026 zurück und wagen eine Voraussicht auf die Landtagswahlen NRW 2027.

Mit den aktuellen Wahlen beschäftigt sich dazu ein weiterer Vortrag Anfang November zum Thema „Zwischenwahlen in den USA: Ein Land auf dem Weg in die Autokratie?“. Ebenfalls im Herbst stellt die Leiterin Dr. Gesa Reisz im Rahmen ihres Vortrags „Wer mit wem für wen? Ist das noch Solidarität?“ die Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt, politischer Haltung und der (Rest-)Bedeutung eines Traditionsbegriffs.

 

Ein bedarfsorientierter und mittlerweile gut besuchter Schwerpunkt der politischen Bildung ist die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Die Volkshochschule ist im Arbeitskreis klimaneutrales Oberhausen (AKO) von Beginn an vernetzt. Dort wurde eine Veranstaltergemeinschaft von vhs, BUND, Verbraucherzentrale und Fraunhofer UMSICHT gegründet, die die gemeinsamen Veranstaltungsreihen „Klimahausen“ und „Klimahausen-Praxis“ im Umfang von zwölf Angeboten pro Kursjahr ins Leben gerufen hat. Themen wie „Stadtnatur und Bäume im Blick“, „Heizen mit Erneuerbaren. Fördermittel für den Heizungstausch“ oder „Ernährung und Klima. Was landet auf unserem Teller?“ sind für das Jahr geplant. Mit Akteuren wie dem Supermarkt der Ideen werden im Rahmen von Exkursionen, Besichtigungen und Workshops BNE-Themen konkret, z. B. „Upcycling“, „Dachbegrünung“ oder „Wärmepumpen“ praktisch erlebbar und nachvollziehbar. Im regelmäßig stattfindenden offenen Treff gemeinsam mit dem BUND Oberhausen und einigen weiteren Exkursionen und Informationsveranstaltungen kommt Beteiligung zustande, weil immer wieder Themen an Bildung weitergegeben werden und Mitwirkung möglich gemacht wird. Aktualitätsorientierte politische Bildung kann durch diese Resonanzräume und Mitwirkung gezielter geplant werden, so wie es Oberhausen braucht.

 

Mit dem „Knappen Café“ gibt ein offenes Quartiersangebot zum Austausch über lokale Themen. In insgesamt drei politischen Gesprächskreisen wird regelmäßig über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen diskutiert – oftmals auch mit Bezug zum Stadtgeschehen. In allen diesen Formaten sind die Teilnehmenden maßgeblich an der Themensetzung beteiligt.

 

Auf Einladung von vhs, Stadtbibliothek und vor Ort e.V. erwartet Oberhausen am 27. August im Gdanska den langjährigen Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands auf Bundesebene und gebürtigen Oberhausener Dr. Ulrich Schneider zur Buchpremiere seiner Biografie „Mutti komma ans Fenster. Eine Arbeiter-Kindheit im Ruhrgebiet“. Von hier, für hier und darüber hinaus verknüpft Schneider politische Bildung mit dem echten Leben. Diesen explizit lokalen Bezug stellt auch seit Herbst 2025 die monatlich stattfindende historische Reihe vom FilmClub Oberhausen e.V. mit der vhs-Filmreihe her: „Weg zum Nachbarn. Stadt.Geschichte.Film.“ her. Das ermöglicht der Stadtgesellschaft in der Lichtburg Filmerlebnisse zur eigenen und besonderen Stadtentdeckung mit kostenfreiem Eintritt. Das Gemeinschaftsprojekt von vhs Oberhausen, Lichtburg Filmpalast und FilmClub Oberhausen wird fortgesetzt mit Spiel- und Dokumentarfilmen, die von Oberhausener*innen gemacht wurden, mit Drehorten in Oberhausen produziert wurden oder einen vergleichbar direkten Bezug zur Region haben.

 

Exkursionen als anschauliche Form politischer Bildung werden regelmäßig zu bedeutsamen Institutionen/Unternehmen/Einrichtungen/Orten in Oberhausen und Umgebung geplant, wie z.B. zur GMVA-Müllverbrennungsanlage, zum Demokratiebüro oder dem Ruhrpark. Bei der gemeinsamen Exkursionsreihe mit Arbeit und Leben „Wer hat was zu sagen in NRW?“ wird es wieder die Möglichkeit geben Politik-Orte und Akteur*innen der Politik in NRW, wie Landtag, Verbände oder Ministerien zu besuchen und deren Engagement kennenzulernen. Den Blick auf Oberhausen richtet auch das gemeinsame Angebot mit der Gleichstellungsstelle Oberhausen, „Entdecke Deine Stadt (Neu) – Exkursionen und Vorträge für Frauen“. Bei der Schwerpunktsetzung und Themenauswahl des einmal im Monat stattfindenden Angebots wird bewusst eine weibliche Perspektive eingenommen.

 

Im Rahmen der historisch-politischen Bildung wird die gemeinsame Veranstaltungsreihe „Oberhausener Stadtgeschichte(n) entdecken“ weitergeführt. Historische Gesellschaft Oberhausen e.V., Stadtarchiv, Literarische Gesellschaft, Gedenkhalle, Geschichtswerkstatt, LVR-Industriemuseum sowie vhs haben – gemeinsam mit weiteren Partnern – ein umfangreiches Programm geplant. Bereits zum Auftakt der Reihe am 17. September wird der „Mythos Langemarck/straße“ in Form einer Wanderausstellung aufgegriffen und im Rahmen des Vortrags „Langemarck im Ruhrgebiet und anderswo: Missbrauchte Geschichte oder gemeinsames Gedenken?“ von Dr. Stefan Goebel näher beleuchtet. Zudem wird an diesem Tag eine Gedenktafel an der Oberhausener Langemarkstraße feierlich eingeweiht.

Weitere Vortragsthemen zur Stadtgeschichte sind u. a.: „Auf den Spuren der Zeche Alstaden“, in Kooperation mit der Zeche Alstaden sowie dem Bürgerring Alstaden, „Sagenhaftes Oberhausen, Ruhrgebiet und Emschergebiet“, „Weihnachten in den 1970er Jahren in Oberhausen“, „Filmtheater und –paläste. Kinoarchitektur der 1920er bis 1950er Jahre im Revier und in Oberhausen.“, „Oberhausener Firmen- und Stadtgeschichte am Beispiel der Fitscher Guss GmbH“ oder „Die Tiefe vergisst nicht. Grubenunglücke in Oberhausen“. Eine weitere Ausstellung zu historischen Postkarten ist ebenfalls dabei.

Als ein besonderes Highlight in diesem Jahr feiert der Dokumentarfilm „Die Geburt Groß-Oberhausens – die kommunale Neuordnung von 1929 für Oberhausen und das Ruhrgebiet“ am 08. November in der Lichtburg seine Weltpremiere.

 

Die Fortbildungsreihe „Ehrensache“ für ehrenamtlich aktive Menschen in Oberhausen, gemeinsam organisiert mit dem Büro für Chancengleichheit und dem Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement Oberhausen (beo), unterstützt die Ehrenamtler*innen in ihrem Engagement vor Ort. In insgesamt fünf Angeboten wie „Künstliche Intelligenz in Verein und Ehrenamt“, „Konflikte im Ehrenamt konstruktiv lösen“ oder „Steuerrecht für Vereine“ gibt es konkrete Hilfestellungen für das eigene Engagement (entgeltfrei).

Eine weitere Kooperation mit dem Büro für Chancen und Gleichstellungsstelle sowie dem Caritasverband Oberhausen besteht im Rahmen des „Regenbogencafé“ als Ort für Regenbogenfamilien zum Austausch einmal im Monat im Bistro Jedermann in Osterfeld.

 

Besondere Hilfs- und Informationsangebote für die Oberhausener Bürger*innen bietet die Reihe „H.E.L.P. – Hilfreiche Entlastung und lindernde Pflege“ in Kooperation von vhs und der Hospiz- und Palliativakademie Oberhausen an. Hier werden in einem monatlichen Rhythmus viele wichtige Themen rund um Pflege, Sterben, Tod und Trauer angeboten.

 

Ein weiterer wichtiger Baustein in der politischen Bildung ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament Oberhausen. Fest eingeplant ist eine Informationsveranstaltung für Bürger*innen zur Arbeit des Jugendparlaments.

 

Die Kooperation mit Zeche Alstaden e.V. wird fortgesetzt mit gemeinsamen politischen Frühschoppen Sonntag vormittags ebendort. Expert*innen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen werden für einen Vortrag eingeladen und diskutieren gemeinsam mit den Teilnehmenden. Das Angebot startet wieder ab September 2026.

 

Programmbereich Sprachen 2026/27

 

Die Sprachkurse außer Deutsch wurden im Arbeitsjahr 2026/27 erst gegen Ende September/Anfang Oktober stabil frequentiert, doch insgesamt waren die Kurse besser besucht als im vorherigen Kursjahr. Das ist gelungen, weil entsprechend dem Bürger*innenverhalten Kursbeginne teilweise mehr in den Oktober und im 2. Halbjahr in den April hineingelegt worden waren. Französisch hat sich mit mehreren Kursen stabilisiert, auch Griechisch und Persisch konnten mit mehr Interesse stattfinden.

 

Kurse werden fast ausschließlich in Präsenzform nachgefragt. Als Online-Kurse finden Kurse zu seltener gesprochenen Sprachen Eingang in das Kursprogramm, da oftmals keine Kursleitung vor Ort zur Verfügung steht. Dadurch können auch Interessierte außerhalb Oberhausens teilnehmen, was sich stabilisierend auf die Anmeldezahlen auswirkt.

Das Hybrid-Format, ein Angebot zur wahlweisen Teilnahme in Präsenz oder online, hilft bei Standardkursen, eine Mindestteilnehmendenzahl zu erreichen. Als besonders ergiebig erweist es sich für Einzelveranstaltungen.

 

Das Sprachenprogramm hat bisher vor allem Standardkurse mit 12-15 Terminen pro Halbjahr umfasst, die die Qualifikationsstufen des GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen) von A1 bis B2 (in Englisch außerdem C1) abbilden. Bedarfsorientiert wird dem Bedürfnis nach mehr Flexibilität und weniger Bindung an langfristige Kurszeiten entsprochen und das Angebot verschiebt sich zur Möglichkeit der Online- oder Hybridteilnahme sowie kürzeren Kursformaten, z. B. Japanischkursen im Umfang von 2 bis 4 Terminen, Trimesterangeboten (3 x 10 Termine) oder Einzelveranstaltungen zum Schnuppern für Arabisch, Persisch und Türkisch. Dazu erweitert sich die Zahl der Bildungsurlaube (Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Italienisch und Deutsche Gebärdensprache), Kurse für Interessensgruppen (z. B. Kurse für aktive Ältere, Kurse zur Reisevorbereitung, Kurse in Einfacher und Leichter Sprache) und Sprachcafés bzw. Konversationskurse (Englisch, Französisch, Italienisch, Griechisch, Spanisch), um dem Wunsch vieler Kursteilnehmer*innen nach Sprachpraxis, Austausch und Geselligkeit im Rahmen des Sprachenlernens zu entsprechen.

 

Folgende Sprachen werden im Arbeitsjahr 2026/2027 angeboten:

 

  • Englisch
  • Arabisch
  • Chinesisch
  • Deutsche Gebärdensprache (DGS)
  • Einfache und Leichte Sprache
  • Französisch
  • Griechisch
  • Italienisch
  • Japanisch
  • Koreanisch
  • Latein
  • Niederländisch
  • Persisch
  • Polnisch
  • Portugiesisch
  • Russisch
  • Spanisch
  • Türkisch
  • Ukrainisch
  • NEU im Arbeitsjahr 2026/2027: > Vietnamesisch: zunächst in Form eines Vortrags

 

Das inklusive Kursangebot im Sprachenzweig „Einfache und Leichte Sprache“ wird stetig weiter ausgebaut. Im Sprachen-Fachbereich wird in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen städtischen Einrichtungen wie der Lebenshilfe Oberhausen und dem Alsbachtal sowie dem Projekt „Lass‘ mal gemeinsam machen“ (Netzwerk Inklusion) die didaktisch-methodische Öffnung zur Inklusion vorangebracht. Die Alphabetisierungskurse, organisiert von der vhs in Oberhausen-Lirich, haben mehr Teilnehmende aufgrund des gleichzeitigen Angebots im Bereich „Einfache und Leichte Sprache“. Im kommenden Kursjahr wird es zusätzlich einen inklusiven Gebärden-Kurs geben; ein Spanischkurs und ein Gedächtnistraining sind in Planung für 2027. Das inklusive Kursangebot enthält auch wieder zwei Veranstaltungen zum Erlernen der Leichten Sprache; diese beiden Veranstaltungen wurden bisher wenig nachgefragt, weshalb über ein konkreteres Marketing, u. a. für die Zielgruppe der Mitarbeitenden im sozialen Bereich nachgedacht wird.

Im Mai 2026 wurde zum zweiten Mal der Workshop „Inklusiv unterrichten in der Erwachsenenbildung“ für Kursleitungen der DOME-Volkshochschulen angeboten, um Lehrpersonal der vier vhsn für diese Kurse Kompetenz zu vermitteln.

 

Einen deutlichen Anmelde- und Kurszuwachs erfährt der Bereich Deutsche Gebärdensprache (DGS) durch mehrere DGS-Kurse auf verschiedenen Sprachleveln. Die Veranstaltung „Beyond Sound“ bringt hörenden Menschen durch ein speziell ausgestaltetes Erfahrungskonzept Alltag und Kultur von Gehörlosen näher. Zudem kann erstmals ein Gebärdensprachkurs (DGS) als Bildungsurlaub über fünf Tage angeboten werden.

 

In der Stadtteilbibliothek Schmachtendorf haben sich inzwischen ein Englisch- und ein Spanischkurs etabliert, dem im neuen Kursjahr ein Italienischkurs hinzugefügt wird. Ergänzt wird das Sprachenprogramm außerdem durch den literarischen Krimi-Abend „When Miss Marple meets Mister Marlowe“, nachdem nach der literarischen Veranstaltung im Vorjahr im Publikum der Wunsch nach einem Vortrag über Agatha Christie aufkam.

 

Die Vortragsreihe „Literature on Screen“ findet im vierten Veranstaltungsjahr weiterhin in Kooperation mit der Lichtburg Oberhausen in den Räumen des Programmkinos statt. Anhand von Filmausschnitten bespricht die Referentin die Werke bekannter Schriftsteller*innen, die in Film, Fernsehen und Videospiel adaptiert wurden.

Aufgrund der größeren Reichweite, auch aus Marketingperspektive, konnten die Anmeldezahlen in etwa verdoppelt werden.

Zu der überraschend gut gebuchten Veranstaltung zu dem satirischen Fantasy-Autor Terry Pratchett ist auf Anfrage einiger Teilnehmender ein Spin-off entstanden: In vier Einzelterminen werden konkrete Werke Pratchetts besprochen und mit anderen Werken der englischsprachigen Literaturgeschichte in Beziehung gesetzt (Intertextualität), wodurch der Fokus über die Werke des Autors hinaus auf allgemeine literarisch-kulturelle Bildung gesetzt wird.

 

Insgesamt umfasst das Englisch-Programm für das Arbeitsjahr 2026/2027 ca. 70 Kurse und Veranstaltungen für erwachsene Teilnehmende, das Programm der weiteren Sprachen umfasst ca. 135 Kurse und Veranstaltungen für Erwachsene im Arbeitsjahr 2026/2027.

 

Im Programmbereich der Jungen vhs wird der regelmäßig stattfindende Japanischkurs für Kinder von 10-14 Jahren weitergeführt. In den Osterferien wird zudem im dritten Jahr der Gebärdensprachkurs (DGS) für dieselbe Altersgruppe angeboten. Von den beiden Vorbereitungskursen zum Fach Englisch, in ZP und Abitur, bleibt nur noch der ZP-Kurs standardmäßig im Programm, da der Abi-Vorbereitungskurs bereits in den letzten Kursjahren nicht ausreichend nachgefragt wurde.

 

Zum Bereich Integration, Deutsch und Interkultur sei auf die Vorlage verwiesen: Bericht über Maßnahmen für Migrantinnen und Migranten der Volkshochschule Oberhausen im Arbeitsjahr 2025/2026 und Planungen für das Arbeitsjahr 2026/2027 (M/17/6703).

 

Programmbereich Gesundheit – Psychologie – Naturwissenschaften

 

Im Kursjahr 2026/27 richtet der Programmbereich den Fokus auf das Thema „Feminismus“. Dies manifestiert sich auch programmbereichsübergreifend wie z. B. im Programmbereich Gesundheit mit folgenden Veranstaltungen:

 

  1.      Zykluspower am Arbeitsplatz – hormonelle Balance und Leistungsfähigkeit

Viele Frauen erleben im Arbeitsalltag Schwankungen in Energie, Konzentration und Belastbarkeit, oft ohne Einordnung. Neben Wissen liegt der Fokus auf Praxis: Reflektion des eigenen Energieverhaltens und Entwicklung konkreter Strategien, um den Alltag besser an individuelle Bedürfnisse anzupassen.

 

  1.      Kickboxen – von Frauen für Frauen

In mehreren Kursen, extra für Frauen und mit weiblichem Trainer, kann frau stärker, fitter und selbstbewusster werden und dabei auch noch endlich mal richtig Dampf ablassen.

 

  1.      Selbstverteidigung – von Frauen für Frauen

In mehreren Kursen können Frauen hier in einer freundlichen und sicheren Umgebung mit weiblicher Trainerin wichtige Grundtechniken erlernen, um sich im Alltag sicherer und stärker zu fühlen und in potenziell gefährlichen Situationen richtig reagieren zu können.

 

  1.      Zwei Bildungsurlaube zum Thema Stressmanagement in den Wechseljahren im Beruf

Stress im Berufsleben kann in den Wechseljahren eine zusätzliche Herausforderung darstellen, denn eine Verschlechterung des eigenen Erholungsvermögen kann zu einer enormen Belastung und zu einer geminderten Leistungsfähigkeit führen. Ziel ist mit Kompetenz positive Effekte auf Gesundheit, Prävention, Leistungsfähigkeit und Resilienz zu erzielen.

 

  1.      Frauenkräuter für Gesundheit und Wohlbefinden

 

Das Thema Inklusion und Neurodivergenz im Besonderen sind wachsender und expliziter Bestandteil der Bildungsarbeit. Nach dem großen Erfolg des Aufklärungsnachmittags zum Thema Autismus im Kursjahr 2025/2026 wird nun eine Reihe zum Thema Neurodivergenz mit folgenden Veranstaltungen, in Kooperation mit Autismus einfach anders e.V., angeboten:

 

  1. Autismus, ADHS, AuDHS & die Sprache des Nervensystems
  2. Das Neurodivergenz-Spektrum
  3. Wann ist ein Mann ein Mann? Neurodivergenz achtsam erzählt

 

Themen wie Achtsamkeit, Resilienz, Entspannung und Stressbewältigung sind für Bürger*innen und damit auch im Programmbereich von großer Bedeutung. Einige Achtsamkeitsangebote finden in der Natur statt.

 

Zu den Bewegungsangeboten werden neben den Klassikern wie Tai Chi, Qi Gong, Yoga und Pilates weitere Kurse ins Programm aufgenommen wie Waldbaden, Feldenkrais, Sturzprävention, Hoop it! Dance & Fitness.

 

Hervorzuheben ist der bereits im 2025/2026 entgeltfrei angebotene Workshop „Tantparkour – Bewegung und Spaß für Junggebliebene “, der auch in 2026/2027 weiter angeboten wird. Die Veranstaltung soll befähigen, in der städtischen Nahumgebung Möglichkeiten für mehr Bewegung als Spazierengehen zu erschließen und aktiv zu nutzen. Am 11. Juni wird dieser Workshop von Reporter*innen der Apotheken Umschau/Seniorenratgeber besucht werden, weil es redaktionell begeistert hat für die bundesweite Apothekenkommunikation. Weiteres Medieninteresse wurde angekündigt.

 

Der gesellschaftliche Trend zur gesunden Ernährung gepaart mit einer steigenden Verbundenheit mit der Natur wird im Programm aufgegriffen und zeigt sich in verschiedenen Angeboten einer zertifizierten Kräuterpädagogin, wie z. B. „Ätherische Öle“, „Gewürze, Aromen und mehr“, „Naturkosmetik für Gesicht und Körper“, „Kleine Kräuterapotheke“. In den Vorträgen „Meal-Prep“ und „Typgerechte Ernährung mit Ayurveda“ erfahren die Teilnehmenden, wie sie mit etwas Vorbereitung stressfrei durch die Woche kommen – ohne täglich neu zu kochen, bzw. sie erhalten einen praxisnahen Einblick in die Grundlagen des Ayurveda – beides mit dem Fokus auf eine typgerechte, alltagstaugliche Ernährung.

 

Das Themenfeld Psychologie wurde deutlich erweitert: Angebote zu Themen wie dem Umgang mit Wut und Aggression, emotionaler Unabhängigkeit, der Fähigkeit, das Gute im Leben zu finden, entsprechen aktuellen Bedarfen. „Burnout-Prophylaxe – Prävention und Prophylaxe von Erschöpfungszuständen“ richtet sich an alle Menschen, die Termindruck, Zeitdruck und Stress im beruflichen und privaten Alltag hinter sich lassen und diese Faktoren reduzieren möchten.

 

Die Kooperation mit der der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen sowie mit dem EKO/Ategris wird intensiviert, sodass diesmal sieben (2025/2026 waren es drei) aufklärende Veranstaltungen geplant sind zu den Themen Lungenkrebs, Adipositas, Asthma, Schlafmedizin, Alzheimer, Herzerkrankungen und Bandscheibenvorfall.

 

Bekanntlich tragen aber auch (Haus-)Tiere zum Wohlbefinden und zur Balance bei und gehören ebenfalls in den Programmbereich. Diese Angebote wurden erstmalig in 2025/2026 aufgenommen und waren so erfolgreich, dass sie erneut angeboten und ausgeweitet werden. Das neue Kursprogramm enthält nicht nur mehrere Veranstaltungen zum Thema Katze, Hund, Pferd, Taube und deren Haltung (unter anderem in Kooperation mit dem Tierschutzverein Oberhausen e.V.), sondern auch neue Themen wie „Tiere in der Nacht“ (in Kooperation mit Haus Ripshorst) oder „Luchs, Wolf und Wildkatze in NRW“ (in Kooperation mit dem BUND NRW).

 

Programmbereich Kultur – Gestalten – Musik

 

Im Kursjahr 2026/2027 richtet der Programmbereich den Fokus auf Feminismus mit einer besonderen Veranstaltungsreihe. Ausgewiesene Referent*innen/Autor*innen zeigen, wie sehr Feminismus und das Ringen um Gleichberechtigung uns alle betrifft.

Gleiche Chancen in Bildung, Wirtschaft und Politik sind für alle ein Win-Win und kein Verlust obwohl es oft so diskutiert wird. Eine Gesellschaft, die patriarchale Strukturen abschafft, wird zukunftsfähiger, inklusiver und effizienter und auch demokratischer. Kurz: Gerechtigkeit für alle beginnt dort, wo tradierte Machtstrukturen überwunden werden. Freiheit und Gleichwertigkeit als Rechtsansprüche der Verfassung für alle Menschen erfordern den Abbau patriarchaler Normen. Die Volkshochschule ist zur Weiterbildung aller Menschen der Stadtgesellschaft verpflichtet. Dazu gehört explizit die Aufklärung über offensichtliche oder subtil vermittelte Ungerechtigkeiten und die Diskussion von Barrieren sowie das Sprechen miteinander über Forderungen an Politik und Gesellschaft. Leider gehören auch Gewaltprävention und Verteidigungskompetenzen für FLINTA+ weiter zu den Daueraufgaben der Volkshochschule. In diesem Zusammenhang positioniert sich die Reihe u. a. mit folgenden Veranstaltungen:

 

1) Lesung und Talk: „Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen“, in Kooperation mit SOLWODI Oberhausen und Frauenberatungsstelle Oberhausen

Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig. Die Lesung von Barbara Schmid rückt berührende Lebensgeschichten und fundierte Analysen in den Fokus, die zeigen, wie Prostitution, gesetzliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Normalisierung Machtmissbrauch befördern.

 

2) Vernissage: Porträts inspirierender Frauen aus der ganzen Welt

DEINE KORRESPONDENTIN macht sichtbar, wie oft Frauen in Medien unterrepräsentiert sind. Es geht nicht nur um die erschwerte Arbeit von Journalistinnen (gegenüber männlichen Kollegen), sondern auch insgesamt um die Unterrepräsentation von Frauen in den Medien, beispielsweise durch Themenwahl und Blickwinkel, Anteil von Sprecherinnen und Expertinnen, Rollenzuschreibungen und Stereotypisierung, Sichtbarkeit in Kommentar- und Opinion-Segmenten, Sprache, Formate usw. Die Ausstellung mit 30 Beiträgen zeigt inspirierende Frauen aus vielen Bereichen – von Ingenieurinnen bis Aktivistinnen – und setzt gezielt Stimmen frei, die sonst kaum gehört werden. Offene Lesungen, Diskussionen und Q&A-Formate zeigen auf, dass Diversität, Respekt und faire Repräsentation, also unvoreingenommene Darstellung in den Medien, zentrale Werte des Feminismus sind – Werte, die uns alle bewegen und bereichern.

 

3) Lesung "Was wollt ihr denn noch alles?!" von und mit Autorin Alexandra Zykunov in Kooperation mit der Lichtburg

Die Bestsellerautorin sammelt unbekannte, aber leider reale Zahlen, Studien und Absurditäten – nicht nur um zu zeigen, wie Frauen benachteiligt werden, sondern auch wie ihr Alltag durch Benachteiligung anstrengender, ärmer und im schlimmsten Fall lebensgefährlich wird.

 

4) Vortrag „Wer hat Angst vor Frida Kahlo?“

Weiblichkeit zwischen Inszenierung, Schmerz und Selbstbestimmung: Frida Kahlo war laut, verletzlich, sinnlich – und alles andere als angepasst. Warum werden solche Frauen bis heute als herausfordernd empfunden? Anhand von Kunst, Gesellschaft und soziologischer Theorie wird sichtbar, wie Weiblichkeit konstruiert wird – und wer ein Interesse daran hat, sie zu kontrollieren.

 

5) Kickboxen – von Frauen für Frauen (s. o)

 

6) Selbstverteidigung – von Frauen für Frauen (s.o.)

 

7) Ein Gesangs- und Empowerment-Workshop und ein Konzert: Frauen-Power mit den Witches of Pitches.

Im Workshop können gesangstechnische Grundlagen für eine dauerhaft gesunde, starke, kraftvolle Stimme gelernt und Stimmbildung, Atemtechnik, Artikulation und Klang verbessert werden. Stimme, Präsenz und Haltung werden ebenfalls gestärkt.

An dem Abend präsentiert dann der Frauenchor „Witches of Pitches“ (Hexen der Töne) aus Moers ein mitreißendes A-cappella-Programm – mit kraftvollen Stimmen und mitreißenden Liedern, in einer musikalischen Vielfalt von Frauen, die uns bewegt haben und bewegen. Die Sängerinnen verbinden Technik mit Ausdruck, schaffen eine inspirierende Bühne voller Energie und Frauen-Power pur.

 

Darüber hinaus wird eine Veranstaltung zum Thema LGBTQIA+ in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle geplant, für die der Zeitpunkt mit Vorlageneingabe nicht feststand.

 

Die Fläche im Erdgeschoss bleibt weiterhin aufgrund des Überplanungsprozesses für Ausstellungen nicht verfügbar. Daher finden alle geplanten Ausstellungen im Foyer der Volkshochschule in der dritten Etage statt. Im Kursjahr 2026/2027 widmen sich die Ausstellungen Oberhausener Fotografen und den o. g. Porträts inspirierender Frauen aus der ganzen Welt.

 

Im Bereich der Exkursionen und Studienfahrten war im vergangenem Kursjahr ein Rückgang der Nachfrage zu beobachten, so dass eine Konzentration auf nähere Ziele geplant wurde, mit ÖPNV erreichbar, sowohl in Oberhausen als auch in benachbarten Städten.

 

Zahlreiche Vorträge und Lesungen im Bert-Brecht-Haus sind geplant. Im auslaufenden Kursjahr wurden Einzelveranstaltungen deutlich weniger besucht, so dass eine Anpassung in den Themen nach Interessen der Oberhausener*innen sowie nach aktuellen Themen und Trends vorgenommen wurde. So wird eine Potpourri angeboten, welches möglichst viele Interessenslagen anspricht: ein vergnüglicher, unterhaltsamer Ernst-Jandl-Abend mit der Oberhausener Autorin Angelika Werner, live am Klavier begleitet von Polina Borchert, Lesungen von lokalen Autor*innen, Abende zu philosophischen Themen. Insbesondere sind aktuell Workshops zum Thema Schreiben sehr gefragt, so dass ebenfalls verschiedene Angebote in diesem Bereich aufgenommen wurden, hier mehr für Erwachsene, während die Stadtbibliothek den Fokus auf die jüngere Zielgruppe legt.

 

Im Bereich Kunst und Kreativität wird Bewährtes und Beliebtes fortgesetzt: Blues-Harp, Didgeridoo, Gesangs-Workshops, Aroha, Kaha, Tanzkurse, Malkurse, Töpfern, Zeichnen und Fotografieren. Workshopformate und Kurse sind zu den Themen Makramee, Nähen, Häkeln und Stricken im Programm, hier wird Oberhausen selbst aktiv und kreativ. Dazu wird es neue Angebote im Bereich Malerei/Floristik geben. Die im Kursjahr 2025/2026 eher mit Skepsis gestarteten Kurse zur Tiffany-Technik waren sofort ausgelastet, so dass direkt neue nachgeplant wurden und auch für 2026/2027 weitere fünf Kurse geplant sind.

 

Ganz neu konnten dreitägige Kurse mit dem Titel „Kreativ mit Klemmbausteinen - Entdecke unendliche Möglichkeiten mit LEGO®-Steinen“ ins Programm mitaufgenommen werden, die Teilnehmer*innen ab 14 Jahren sowie alle anderen LEGO®-Begeisterten ansprechen.

 

Anzumerken ist, dass der Fachbereich Kultur und Kreatives 51 von (aktuell) 63 Veranstaltungen der Jungen vhs beiträgt.

 

Neben klassischen Kursen zu Gedächtnistraining sind ins Programm erneut gebührenfreie Kurse zum Thema „Denken, Lachen, Vernetzen“ aufgenommen worden, die das komplette Kursjahr andauern und bei denen ein Einstieg jederzeit möglich ist.

 

Fachbereich Beruf – IT

 

Der Programmbereich Beruf & IT der vhs Oberhausen hat für die Bürger*innen ein grundlegend erneuertes Programm zusammengestellt. Für das Bildungsjahr werden über 100 Kurse mit mehr als 2.500 Unterrichtseinheiten angeboten.

Das Kursjahr steht im Zeichen struktureller Erneuerung und inhaltlicher Schwerpunktsetzung: Das gesamte Kursangebot wurde in sieben thematische Metablöcke gegliedert, eine umfassende KI-Lernreise wurde entwickelt, neue Formate im Bereich digitaler Souveränität sind entstanden und bewährte Angebote wurden gezielt ergänzt oder wieder aufgenommen. Nachfolgend werden die wesentlichen Neuerungen und Schwerpunkte vorgestellt.

 

1. Strukturelle Erneuerung: Das Programm in sieben Metablöcken

Alle Angebote wurden sieben klar voneinander abgegrenzten thematischen Metablöcken zugeordnet, die sowohl auf der vhs-Website als auch im Programmheft als eigenständige Themenbereiche sichtbar sind:

 

  •          KI & Digitale Innovation: Einstiegs- und Aufbaukurse rund um Künstliche Intelligenz, von kostenfreien Orientierungsworkshops bis zu Advanced Prompting und KI-Agenten.
  •          Future Skills & Resilienz: NLP, Rhetorik, Stressmanagement, Hypnosetechniken und berufliche Orientierung – viele Formate als Bildungsurlaub nach Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz AWbG NRW, aber auch für andere Bundesländer in den meisten Fällen zugänglich.
  •          Leadership & Business: Führungskräfteentwicklung, Lean Management, Xpert Business-Zertifikate in Buchführung, Controlling und Lohn- und Gehaltsabrechnung.
  •          Pädagogische Berufe: OGS-Basisqualifizierung, Küchenkräfte-Zertifikat und der Kurs „Fachkraft für Inklusion“ für Erzieher*innen in Kindertageseinrichtungen.
  •          Block 5 – IT-Basis & Office-Management: PC- und Smartphone-Grundkurse, praxisnahe Office-Schulungen sowie Maschinenschreiben mit vhs-Zertifikat.
  •          Recht, Finanzen & Steuern: Kompakte Abendveranstaltungen zu Geldanlage, Immobilienrecht, Steuerklärung und Arbeitsrecht – referiert von Expert*innen aus der Praxis.
  •          Mediengestaltung & Fotografie: Photoshop, Canva, Affinity, Smartphone-Video und WordPress mit ChatGPT – kreative digitale Kompetenzen für Beruf und Freizeit.

 

2. Schwerpunkt Künstliche Intelligenz: Die KI-Lernreise 2026/2027

Als inhaltlicher Kern des neuen Semesters wurde die KI-Lernreise entwickelt – ein aufeinander aufbauendes, durchgängig strukturiertes Kursangebot, das Teilnehmende aller Vorkenntnisstufen von den ersten Schritten bis zur eigenständigen KI-Nutzung begleitet. Das Konzept folgt drei Stufen:

 

  •          Einstieg (kostenfrei): Die Workshop-Reihe „KI für Intelligente“ (vier Online-Abende) und die Großveranstaltung „Der Roboter versteht mich nicht“ (bis zu 60 Teilnehmende, Präsenz) schaffen eine niedrigschwellige Basis ohne Vorkenntnisse.
  •          Aufbau: Der dreiteilige Kurs „KI-Koala“ sowie die Formate „KI für Eltern von Schüler*innen“ und „KI als Lernassistenz für Schüler*innen“ bilden das Kernangebot für intensives Lernen in Kleingruppen.
  •          Vertiefung: Für Fortgeschrittene stehen „Reverse Prompting“, „KI-Arbeitsabläufe“ (drei Abende), „Human Prompting“ (zwei Abende) und das Spezialformat „NotebookLM“ zur Verfügung.

 

3. Neue Kurse: Digitale Souveränität

Ergänzend zur KI-Lernreise wurde im Block „KI & Digitale Innovation“ eine eigenständige Kursreihe zur Digitalen Souveränität neu entwickelt. Diese kostenfreien Samstagveranstaltungen richten sich an Bürger*innen, die ihr digitales Handeln bewusster gestalten möchten – ohne technisches Vorwissen. Zu den Themen zählen:

 

  •          Datenschutz im Alltag – was Google, Meta & Co. wirklich wissen
  •          Sicher im Netz: Phishing, Passwörter und gefährliche Links erkennen
  •          Selbstbestimmt surfen: Browser, Datenschutzeinstellungen und Alternativen
  •          KI und meine Daten – was passiert, wenn ich ChatGPT & Co. nutze?

 

Die Reihe schließt eine Lücke zwischen allgemeinen IT-Grundkursen und spezialisierten KI-Angeboten und spricht insbesondere Personen an, die digitale Medien nutzen, aber über deren Funktionsweise und Risiken bislang wenig informiert sind.

 

4. Neue Ergänzungsformate: Offene Digital-Sprechstunden

Auf vielfachen Wunsch der Teilnehmenden wird das Modell der offenen Digitalsprechstunde ausgeweitet. Im Anschluss an die Kurse „Android-Smartphone für Einsteiger*innen“ sowie „PC-Einsteiger*innen“ werden künftig offene Sprechstunden angeboten – kostenlos und mit individueller Unterstützung bei konkreten Fragen rund um Smartphone und Computer.

Das Format bewährt sich als niedrigschwelliger Begleitservice, der die Kursnachsorge sicherstellt und Hemmschwellen beim eigenständigen Umgang mit digitalen Geräten abbaut. Gleichzeitig stärkt es die Anbindung an die vhs und fördert die Weiterempfehlung des Kursprogramms im Bekanntenkreis.

 

5. Leadership & Business: Lean Management und Führungskräfteentwicklung

Im Block „Leadership & Business“ wurden zwei praxisrelevante Formate neu entwickelt bzw. ausgebaut:

 

  •          Lean Management: Ein neuer Kurs führt in die Grundprinzipien des Lean Managements ein. Er richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Arbeitsprozesse effizienter gestalten möchten. Im Mittelpunkt stehen Verschwendungsvermeidung, schlanke Prozesse und kontinuierliche Verbesserung.
  •          Vom Mitarbeitenden zur Führungskraft: Das bewährte Wochenendformat wurde inhaltlich weiterentwickelt und vermittelt Grundlagen der Mitarbeitendenführung, Gesprächsführung und Teamdynamik. Es richtet sich an Personen, die erstmalig Führungsverantwortung übernehmen oder sich auf diesen Schritt vorbereiten möchten.

 

Beide Formate sprechen gezielt kleine und mittelständische Betriebe sowie deren Mitarbeitenden in der Region Oberhausen an.

 

6. Neues Format: Ziele setzen und erreichen

Neu im Bereich „Future Skills & Resilienz“ ist ein kompaktes Kursformat zum Thema Ziele setzen und erreichen. In einer Kombination aus theoretischen Impulsen und praktischen Übungen lernen Teilnehmende, persönliche und berufliche Ziele realistisch zu formulieren, strukturiert anzugehen und nachhaltig zu verfolgen.

Das Format greift nachgewiesenermaßen hohe Bedarfe im Bereich persönlicher Entwicklung auf und ergänzt das bestehende Angebot aus Selbstmotivations- und NLP-Kursen. Es ist als Abendveranstaltung über mehrere Termine konzipiert und kann als Bildungsurlaub nach AWbG anerkannt werden. Das Format ist angelehnt an Trainingsgruppen im Fitnessstudio, was die Selbstorganisation als Gruppe mit gegenseitiger Motivation und Stärkung betrifft.

 

7. Schwerpunkt Schule: KI-Kurse für Schüler*innen und Eltern und Maschinenschreiben für jedes Alter

Mit einem neu konzipierten Schüler*innenschwerpunkt richtet der Fachbereich sein Angebot gezielt auch an junge Menschen sowie an Eltern in ihrer begleitenden Rolle:

 

  •          KI als Lernassistenz für Schüler*innen: Ein vierteiliger Samstagsworkshop (je 1,5 Stunden, max. 14 Teilnehmende) vermittelt Schüler*innen den produktiven und kritisch-reflektierten Umgang mit KI-Tools im schulischen Kontext – von der Hausaufgabenhilfe bis zum bewussten Umgang mit KI-generierten Inhalten.
  •          KI für Eltern von Schüler*innen: Ein dreiteiliger Abendkurs begleitet Eltern bei der Auseinandersetzung mit KI im schulischen Alltag ihrer Kinder. Themen sind u. a.: Wie nutzen Kinder KI? Welche Chancen und Risiken bestehen? Wie kann ich als Elternteil kompetent begleiten und klare Grenzen setzen?
  •          Maschinenschreiben: Das Maschinenschreiben mit dem Zehnfingersystem kehrt als eigenständiges Format mit vhs-Zertifikat zurück. Für Schüler*innen, Berufseinsteiger*innen und Wiedereinsteigende bietet der Kurs eine praxisrelevante Grundqualifikation für den Arbeitsalltag.

 

8. Neues Format: Plotten für Einsteiger*innen

Im Bereich Mediengestaltung & Fotografie wurde ein neuer Kurs zum Thema Plotten entwickelt. Teilnehmende lernen, wie sie mit einem Schneideplotter und entsprechender Software eigene Designs erstellen und umsetzen – von Aufklebern und Beschriftungen bis zu Textilgestaltung und Dekorationselementen.

Das Format verbindet gestalterische Kreativität mit digitalem Handwerk und spricht sowohl private Interessierte als auch kleine Gewerbetreibende an, die Materialien kostengünstig und individuell selbst herstellen möchten. Der Kurs ergänzt sinnvoll das bestehende Angebot in Canva und Grafikdesign.

 

9. Rückkehr ins Programm: Gästeführer*innen-Ausbildung und Bildungsscheck 2.0

Die Gästeführer*innen-Ausbildung mit IHK -Prüfung und Zertifikat kehrt nach einer Pause wieder in das Programm der vhs Oberhausen zurück. Ermöglicht wird dies durch die Wiedereinführung des Bildungsschecks NRW 2.0, der als Förderinstrument des Landes Nordrhein-Westfalen die Teilnahmegebühren um bis zu 500 Euro reduziert.

Die Gästeführer*innen-Ausbildung richtet sich an Personen, die touristische und stadtgeschichtliche Kompetenz erwerben und künftig Gruppen und Gäste durch Oberhausen führen möchten. Angesichts der wachsenden touristischen Bedeutung der Region Ruhrgebiet ist diese Qualifizierung sowohl für ehrenamtlich Engagierte als auch für beruflich Interessierte relevant.

 

10. Fachkraft für Inklusion: Kooperation mit der Ruhrwerkstatt

Die Qualifizierung zur Fachkraft für Inklusion in der Kita wurde vom Bildungswerk der Ruhrwerkstatt in Kooperation mit dem Programmbereich Beruf & IT erfolgreich durchgeführt und wird aufgrund der positiven Resonanz im kommenden Jahr fortgesetzt.

Die berufsbegleitende Fortbildung auf Grundlage des „Kompetenzprofils Inklusion“ des LVR umfasst 80 Unterrichtseinheiten zzgl. Selbstlerneinheiten und qualifiziert pädagogische Fachkräfte praxisnah für inklusive Bildungsarbeit in Kindertageseinrichtungen. Bei dem Angebot leistet die vhs Oberhausen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der inklusiven Qualität in Oberhausener Kitas. Der Abschluss entspricht den Anforderungen des Qualitätsrahmens „Kompetenzprofil Inklusion“ von LVR und LWL.

 

11. Beratung zu beruflicher Bildung und Finanzierung

Die vhs Oberhausen steht Unternehmen sowie Bürger*innen weiterhin als verlässlicher Partner in Fragen der beruflichen Weiterbildung und deren Finanzierung zur Verfügung. Die Beratungsangebote umfassen drei Schwerpunkte:

 

  •           Bildungsscheck NRW 2.0: Das neue Förderprogramm startet ab Februar 2026 und richtet sich vor allem an Beschäftigte und Berufsrückkehrende. Der Bildungsscheck reduziert die Kursgebühren um 50 Prozent, maximal um 500 Euro, und wird aus EU-Mitteln gefördert. Die vhs Oberhausen berät zu Voraussetzungen und Antragstellung.
  •           Anerkennungsberatung: Die vhs bietet eine professionelle und AZAV-zertifizierte Beratung zur Anerkennung ausländischer Schul-, Berufs- und Hochschulabschlüsse an. Ziel ist es, den Zugang zum deutschen Bildungs- und Arbeitsmarkt zu erleichtern.
  •           Betriebliche Bildung: Die berufliche Weiterbildung für Unternehmen wird künftig wieder verstärkt in den Fokus rücken. Beworben werden maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote für Firmen, die sowohl als Inhouse-Schulungen als auch in den Räumen der vhs durchgeführt werden können.

 

Der Fachbereich ist darüber hinaus in verschiedenen berufsbezogenen Netzwerken aktiv und kooperiert u.  a. mit Bildungsträgern, dem Weiterbildungsforum Oberhausen-Mülheim (WOM) e.V., der Agentur für Arbeit sowie dem Jobcenter Oberhausen, dem Kommunalen Integrationszentrum etc..

 

12. GrubiKomNRW – Pilotprojekt Oberhausen

 

Das Verbundvorhaben GrubiKomNRW („Grundbildungsangebote vernetzen, individuelle Kompetenzen stärken“) wird in Oberhausen unter Beteiligung der vhs als Pilotprojekt umgesetzt. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der nationalen AlphaDekade gefördert. Ziel ist die stärkere Vernetzung und Weiterentwicklung bestehender Grundbildungsangebote sowie die Entwicklung neuer, zielgruppenspezifischer Bildungswege für Menschen mit Grundbildungsbedarf.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung sogenannter Grundbildungspfade, die insbesondere gering qualifizierten Erwachsenen – vor allem Beschäftigten sowie Frauen mit Zuwanderungsgeschichte ohne anerkannten (was nicht heißt, dass es keinen gibt!) Berufs- und/oder Schulabschluss – schrittweise den Zugang zu schulischen Abschlüssen und beruflicher Qualifizierung ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt auf Übergängen in den Sozial- und Gesundheitsbereich.

Das Projekt baut auf bestehenden kommunalen Netzwerken aus Bildung, Arbeitsförderung und Wirtschaft auf und stärkt deren Zusammenarbeit. Zur Unterstützung der Umsetzung wurde eine Stelle eines Grundbildungslotsen mit 20 Stunden/Monat eingerichtet, die bis Ende 2027 projektfinanziert ist. GrubiKomNRW wird in Oberhausen modellhaft erprobt und soll nach Projektende verstetigt sowie auf andere Regionen übertragen werden.

 

Ausblick

 

Der Programmbereich versteht sich weiterhin als verlässlicher Partner für die Oberhauser Bürger*innen sowie für die regionale Wirtschaft – mit dem Anspruch, praxisnahe, zeitgemäße und zugängliche Bildungsangebote bereitzustellen, die zur Lebens- und Arbeitswelt der Menschen in unserer Stadt passen. Das bedingt gleichzeitig den steten Wandel und eine fachlich anspruchsvolle Abwägung und Bearbeitung von Entwicklungen sowie Resonanz vor Ort und folgend die Akquise von Fachlehrkräften.

 

Programmbereich Zweiter Bildungsweg/Schulabschlusskurse und Grundbildung

 

Die Angebote zum Lesen und Schreiben lernen gehören zu den gesellschaftspolitisch unverzichtbaren Angeboten der Volkshochschule vor Ort. Die Teilnehmenden sind überwiegend Erwachsene, die zwischen 34 und 52 Jahren alt sind, darunter viele Berufstätige. Im Arbeitsjahr 2026/2027 sind wieder zwei Kurse mit jeweils sechs Unterrichtsstunden pro Woche geplant. Die Teilnehmenden besuchen die Kurse nach eigenem Fortschritt und Bedarf so lange wie sie es brauchen und nicht nach einer festen Befristung. Jedes Jahr werden die Teilnehmenden des Vorjahres in einfacher Sprache postalisch über den neuen Kursstart informiert.

 

Die Programmbereiche Zweiter Bildungsweg/Grundbildung und Sprachen möchten das bisherige Engagement der vhs in Grundbildung und Teilhabe gezielt bündeln und Schritt für Schritt Lernbarrieren abbauen. Dazu gehören sowohl die Entwicklung neuer Angebote als auch der Aufbau verlässlicher Unterstützungsstrukturen, damit sich gesellschaftliche Vielfalt künftig in einer Vielfalt an Bildungsangeboten wiederfinden kann. Die Kooperation mit städtischen und anderen inklusionsorientierten Netzwerken ist wertvoller Bestandteil dieser Initiative.

 

Auf Grundlage des Weiterbildungsgesetzes Nordrhein-Westfalens (§ 6) bietet die vhs Oberhausen ein differenziertes und umfangreiches Angebot zum Nachholen von Schulabschlüssen an. Es umfasst Vorkurse zum Ersten Schulabschluss und zum Mittleren Schulabschluss sowie Kurse zum nachträglichen Erwerb des Ersten Schulabschlusses, des Erweiterten Ersten Schulabschlusses sowie des Mittleren Schulabschlusses.

 

Im Arbeitsjahr 2025/2026 haben 145 Teilnehmer*innen an den Vorkursen und Kursen des Zweiten Bildungswegs teilgenommen.

 

Der Anteil der Teilnehmenden mit Migrationshintergrund lag im Arbeitsjahr 2025/2026 bei 42 %. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Sprache der Schlüssel zum Erreichen eines Abschlusses ist. Daher wurde als Minimalvoraussetzung zum Einstieg in einen Kurs des Zweiten Bildungswegs ein Deutsch-Zertifikat auf der Stufe B2 festgelegt. Für Teilnehmende mit B1-Deutschkenntnissen gibt es seit dem Arbeitsjahr 2023/2024 einen verlängerten, einjährigen Vorkurs in Tagesform, um einen erfolgsversprechenden Einstieg in den Zweiten Bildungsweg zu ermöglichen. Für Teilnehmende, die nicht ab der 5. Klasse eine weiterführende Schule in Deutschland besucht haben, bietet die vhs im Lehrgang zum Erwerb des Ersten Schulabschlusses ein Ersatzfach für Englisch an.

 

Für Abgänger von Förderschulen ist der einjährige Vorkurs ebenfalls eine geeignete Möglichkeit, einen Ersten Schulabschluss zu erreichen. Seit Einführung des Kurses haben deutlich mehr Förderschulabsolvent*innen an der vhs Oberhausen einen Schulabschluss erreicht.

 

Seit diesem Jahr kooperiert die vhs Oberhausen mit der Beratungsstelle Jugend und Beruf. Einmal in der Woche finden Workshops zu den Themen Stressmanagement, Zielbildungstechniken, mentalem Training in Vorbereitung auf Prüfungssituationen, Körpersprache als Haupt-Kommunikationsmittel, Bewerbungsgesprächs-Simulationen, Bewerbungstestverfahren als Übungsmodul statt. Diese Workshops sollen die Grundkompetenzen und Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden für die eigene Biographie stärken und sie nachhaltig für den Abschlusskurs und die Zeit danach befähigen.

 

Zudem kommt die Berufsberatung der Agentur für Arbeit regelmäßig ins Haus, um mit jedem Teilnehmenden individuell tragfähige Perspektiven im Anschluss an den erworbenen Schulabschluss zu entwickeln.

 

Von September 2025 bis März 2026 betreute der Fachbereich eine dual Studierende der Sozialen Arbeit der Stadt Oberhausen. Die Studierende leistete ihren Praxisanteil im Zweiten Bildungsweg und bekam so einen Einblick in die Bereiche der Schullaufbahnberatung und der Teilnehmendenbetreuung. Die Studierende richtete für die Teilnehmenden der Schulabschlusskurse ein Lerncafé ein, gestaltete eigene Unterrichtseinheiten mit dem durch die Suchtberatung entwickelten Cannabis-Methodenkoffer und unterstützte die Teilnehmenden bei der Erstellung von Bewerbungen. Die Zusammenarbeit mit Nachwuchskräften in sozialer Arbeit wird fortgesetzt. Daneben gibt es immer wieder Studierende der Erwachsenenbildung im Praktikum, die je nach Schwerpunkt auch andere Programmbereiche der vhs kennenlernen.

 

Im Arbeitsjahr 2025/2026 haben in Kooperation mit der Polizei erneut Seminare zum Thema Gewaltprävention und Cybermobbing stattgefunden.

 

Im Sommer 2025 wurde im Schulabschlussbereich das digitale Klassenbuch eingeführt, d. h. Unterrichtsinhalte und Anwesenheiten werden im ZBW der Volkshochschule nur noch digital erfasst.

 

Auch in diesem Jahr wird bereits zum zweiten Mal im Anschluss an die schriftlichen Prüfungen eine Projektwoche stattfinden. Die Teilnehmenden der Schulabschlusskurse werden KI-Tools und deren Benutzung kennen lernen, die Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein (GMVA) besuchen, im Landschaftspark Nord das Thema Artenvielfalt auf Industriebrachen erarbeiten und zum Abschluss unter dem Motto „Regional und Saisonal“ gemeinsam kochen.

 

Aufgrund der zurückgegangenen Nachfrage an Kursen im Nachmittags- und Abendbereich bietet die Volkshochschule Oberhausen – wie viele andere Volkshochschulen auch – künftig nur noch Schulabschlusslehrgänge im Vormittagsbereich bzw. bis 15.15 Uhr an.

 

Im Arbeitsjahr 2026/2027 werden insgesamt 9 Kurse (davon 3 Vorkurse) im Bereich Erster Schulabschluss, Erweiterter Erster Schulabschluss und Mittlerer Schulabschluss angeboten. Die Verlängerung des Vorkurses zum Ersten Schulabschluss auf ein Schuljahr, um u. a. Teilnehmende mit Migrationshintergrund und Teilnehmende mit großen Bildungslücken noch besser integrieren und auffangen zu können, hat sich bewährt und wird daher fortgeführt. Aufgrund der wieder leicht gestiegenen Nachfrage wird es ab Februar 2027 einen neu startenden MSA-Kurs geben, so dass auch hier wie in der Vergangenheit ein Einstieg semesterweise und nicht nur jährlich möglich ist. Zudem wird es im Frühjahr erstmals einen Vorkurs für den Erweiterten Ersten Schulabschluss geben, der sich an Interessierte mit einem dem Ersten Schulabschluss vergleichbaren Abschluss vom Berufskolleg richtet und einen zusätzlichen Fokus auf Sprachförderung richtet.

 

Der Zweite Bildungsweg mit seinem umfassenden Angebot neben den klassisch notwendigen Fächern ist ein hervorragendes Beispiel für die bedarfsorientierte, innovative und flexible Konzeption der Schulabschlusslehrgänge an der Volkshochschule. Für das Leben lernen heißt hier, in vielfacher Weise Lücken und Versäumnisse in der Bildungsbiographie und in selbstbestimmter Lebensbewältigung und -gestaltung zu füllen.

 

Ausbau des Angebots „Junge VHS“

 

Mit dem kommenden Programm setzt die Volkshochschule Oberhausen einen besonderen Schwerpunkt auf die Erreichung junger Menschen und baut den Bereich „Junge VHS“ gezielt weiter aus. Insgesamt stehen künftig 63 Kurse und Angebote zur Verfügung, die sich speziell an Jugendliche und junge Erwachsene richten oder ausdrücklich auch für diese Zielgruppe geöffnet sind.

Die vhs Oberhausen versteht sich dabei zunehmend als moderner Lern- und Begegnungsort für junge Menschen. Ziel ist es, niedrigschwellige, lebensnahe und zeitgemäße Bildungsangebote zu schaffen, die die Interessen, Lebensrealitäten und Zukunftsperspektiven junger Menschen aufgreifen.

Das neue Programm umfasst unter anderem Angebote aus den Bereichen:

 

  • Lernen & Prüfungsvorbereitung
  • Kreatives Gestalten & Handwerk
  • Theater & Bühne
  • Digitale Kompetenzen & Berufseinstieg
  • Ich & Gesellschaft
  • Bewegung, Tanz & Körpergefühl
  • Leben mit Tieren

 

Dabei verfolgt die vhs bewusst einen praxisnahen und zielgruppenorientierten Ansatz. Die Angebote sollen junge Menschen motivieren, eigene Interessen zu entdecken, neue Kompetenzen zu erwerben und die vhs Oberhausen als positiven Erfahrungsraum wahrzunehmen. Deshalb wurden neben den Angeboten explizit für Jüngere auch Kurse geöffnet, die auch für Menschen unter 18 oder 16 Jahren geeignet sind.

  

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