Berichtsvorlage - M/18/0680
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht Förderprogramm "kinderstark – NRW schafft Chancen“ 2026
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Chancengleichheit
- Bearbeitung:
- Stefanie Nitschke
- Beteiligt:
- Kinder, Jugend und Familie; Schule; Dezernat 3 / Familie, Schule, Integration und Sport
- Verantwortung:
- Herr Bonsack, Herr Roth, Frau Barzel, Herr Jehn, Herr Schmidt
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Gleichstellungsausschuss
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Kenntnisnahme
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16.06.2026
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Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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17.06.2026
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Erledigt
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Schulausschuss
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Kenntnisnahme
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02.07.2026
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Bezug
Beschluss des Rates vom 14.09.2020, Drucksache B/16/5874-01
Zur Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss am 03.05.2021, Drucksache M/17/0598-01
Zur Kenntnisnahme Gleichstellungsausschuss am 03.03.2022, Drucksache M/17/1634-01
Zur Kenntnisnahme Jugendhilfeausschuss am 23.08.2023, Drucksache
M/17/3656-01
Zur Kenntnisnahme Gleichstellungsausschuss am 05.06.2024, Drucksache
M/17/3656-01
Zur Kenntnisnahme Schulausschuss am 08.05.2025, Drucksache M/17/6616
Sachverhalt
Für das Förderjahr 2026 hat die Stadt Oberhausen erneut Mittel im Rahmen des Landesprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“ beantragt. Das Förderprogramm unterstützt den Auf- und Ausbau kommunaler Präventionsketten mit dem Ziel, Armutsfolgen für Kinder, Jugendliche und Familien zu reduzieren und passgenaue Unterstützungsstrukturen entlang der Lebensphasen zu stärken. Grundlage in Oberhausen ist die seit 2012 aufgebaute kommunale Präventionskette, deren Koordination im Bereich Chancengleichheit verortet ist.
Die Berichterstattung für 2026 verbindet den Rückblick auf die im Jahr 2025 tatsächlich umgesetzten Maßnahmen mit dem Ausblick auf die im aktuellen Förderjahr geplanten Vorhaben. Der Antrag für 2026 umfasst Maßnahmen in den Handlungsfeldern 1, 2, 3 und 6 und knüpft inhaltlich an die bereits aufgebauten Strukturen und Projekte an.
Tabelle: Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Förderbausteine 2026
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Gesamtkosten: |
284.745,00 EUR |
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Handlungsfeld 1: Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation |
49.672,16 (Koordination Präventionskette)
88.197,77 („Guter Start NRW“) |
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Handlungsfeld 2: Familiengrundschulzentrum |
32.700,00 |
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Handlungsfeld 3: Lotsendienst Geburtskliniken |
10.000,00 |
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Handlungsfeld 6: Ausbau aufsuchender Angebote |
104.175,07 |
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Summe |
284.745,00 |
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Eigenanteil 20% * |
56.949,00 |
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Fördersumme |
227.796,00 |
* Der Eigenanteil wird durch die Finanzierung der anteiligen Stelle der Netzwerkkoordination Kommunale Präventionsketten durch den Haushalt der Stadt Oberhausen in Höhe von 44.672,16 € abgebildet. Darüber hinaus können Mittel aus dem Haushalt der Erzieherischen Hilfen zur Initiierung von präventiven Angeboten im Rahmen des beantragten Projektes zur Deckung des weiteren Eigenanteils in Höhe von 12.276,84 € genutzt werden.
Die Notwendigkeit der beantragten Maßnahmen ergibt sich weiterhin aus der sozialen Lage vieler Familien in Oberhausen. Im Jahr 2024 lebten in fast 20 % aller Haushalte Kinder unter 18 Jahren. Rund 26 % dieser Familienhaushalte waren Haushalte von Alleinerziehenden. Ende 2023 bezogen 27.045 Personen in Oberhausen Leistungen nach dem SGB II; damit waren 16 % der Bevölkerung unter 65 Jahren auf diese Unterstützung angewiesen. Jedes vierte Kind unter 18 Jahren lebt in einem Haushalt im SGB-II-Bezug. Besonders stark betroffen sind einzelne Sozialquartiere, darunter die Innenstadt, Lirich-Süd, das Brücktorviertel, Marienviertel-Ost, Osterfeld-Mitte/Vonderort, Sterkrade-Mitte und Rothebusch.
Zugleich zeigen die Erfahrungen aus der Umsetzung 2025, dass verlässliche Koordinierungsstrukturen, transparente Angebotslandschaften und niedrigschwellige Zugänge weiterhin entscheidend sind, um Familien wirksam zu erreichen.
Allgemeine Erläuterungen
Durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) wurde mit Aufruf vom 03.09.2025 zur Einreichung von Anträgen auf Projektförderung zum Aufbau und zur Stärkung kommunaler Präventionsketten im Jahr 2026 aufgerufen. Antragsberechtigt sind alle Kommunen mit eigenem Jugendamt in Nordrhein-Westfalen.
Ziel der Landesregierung ist es, die Chancen auf ein gelingendes Aufwachsen sowie die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, indem Kommunen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung kommunaler Präventionsketten unterstützt werden. Das Landesprogramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ fördert seit 2020 den flächendeckenden Aus- und Aufbau kommunaler Präventionsstrukturen. Für das Förderjahr 2026 stehen landesweit erneut rund 14,2 Mio. Euro zur Verfügung. Der Projektaufruf für 2026 ist der siebte Aufruf im Rahmen des Programms. Das Landesprogramm soll eine auf Dauer angelegte Stärkung kommunaler Prävention darstellen, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers in künftigen Haushaltsjahren.
Gefördert werden vorrangig strukturbildende Maßnahmen zur Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung mit Blick auf die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit zugunsten von Kindern, Jugendlichen und Familien. Darüber hinaus werden Projekte gefördert, die die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen verbessern. Die Förderung soll insbesondere für präventive Maßnahmen eingesetzt werden, die darauf abzielen, die negativen Folgen von Kinderarmut zu reduzieren. Um möglichst viele Kinder, Jugendliche und Familien frühzeitig zu erreichen, können diese Projekte an Regelinstitutionen wie Geburtskliniken, ärztlichen Praxen, Familienzentren, Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen ansetzen. Ziel ist es, bewährte Ansätze in die kommunale Präventionskette zu integrieren und nachhaltig zu verstetigen.
Seitens des Fördermittelgebers können Mittel in sechs unterschiedlichen Handlungsfeldern eingesetzt werden:
- Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung
- Förderung von Familiengrundschulzentren
- Lotsendienste in Geburtskliniken
- Lotsendienste in Kinder- und Jugendarztpraxen sowie gynäkologischen oder zahnärztlichen Praxen
- Kommunale Familienbüros
- Ausbau aufsuchender Angebote
Die Stadt Oberhausen beteiligt sich im Förderjahr 2026 mit Maßnahmen in den Handlungsfeldern 1, 2, 3 und 6. Die beantragten Vorhaben knüpfen an die in den Vorjahren aufgebauten Strukturen an und führen bewährte Maßnahmen der kommunalen Präventionskette fort.
Die landesweite Fördersumme wird anhand eines Verteilerschlüssels auf die Kommunen verteilt. Maßgeblich ist dabei der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren im SGB-II-Leistungsbezug. Für die Stadt Oberhausen ergibt sich hieraus im Förderjahr 2026 ein maximaler Förderbetrag in Höhe von 227.796,00 EUR. Zusätzlich ist ein kommunaler Eigenanteil von mindestens 20 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben zu erbringen.
Der von der Stadt Oberhausen eingereichte Antrag für den Förderzeitraum 01.01.2026 bis 31.12.2026 umfasst die nachfolgend dargestellten Maßnahmen. Die beantragten Gesamtkosten betragen 284.745,00 EUR. Demnach ergibt sich eine beantragte Zuwendung in Höhe von 227.796,00 EUR. Der von der Stadt Oberhausen zu erbringende Eigenanteil beträgt 56.949,00 EUR
Handlungsfeld 1: Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung
Die Netzwerkkoordination der kommunalen Präventionskette sichert in Oberhausen die strategische und operative Weiterentwicklung der Präventionsstrukturen und trägt zur fachbereichsübergreifenden Abstimmung bei. Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt auf der weiteren Profilierung, Sichtbarmachung und datenbasierten Weiterentwicklung der kommunalen Präventionskette. Dazu gehörten insbesondere die Stärkung der öffentlichen und fachlichen Wahrnehmung, die weitere Arbeit der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe Prävention, sowie die Umsetzung einer stadtweiten Erhebung zu gesundheitlichen Präventionsangeboten in Kindertageseinrichtungen. Die Arbeitsgruppe Prävention tagte im Berichtsjahr fünfmal und bildete erneut die zentrale fachliche Abstimmungsebene auf Verwaltungsebene.
Ein besonderer Meilenstein im Jahr 2025 war die Durchführung der 1. Oberhausener Präventionskonferenz am 4. Dezember 2025. Mit über 130 Teilnehmenden wurde erstmals ein gesamtstädtisches, ressortübergreifendes Austauschformat geschaffen, das Fachkräfte aus Verwaltung, freien Trägern, Bildung, Gesundheit und Sozialem zusammenbrachte. Die Konferenz stärkte die Vernetzung zwischen den beteiligten Systemen und lieferte Impulse für die weitere fachliche Arbeit.
Für 2026 ist vorgesehen, die begonnenen Entwicklungen aufzugreifen und zu verstetigen. Geplant sind insbesondere die Durchführung der 2. Oberhausener Präventionskonferenz, die vertiefte Einbindung freier Träger in die Steuerungs- und Austauschstrukturen, die fachliche Auswertung der Erhebung zu gesundheitlichen Präventionsangeboten in Kindertageseinrichtungen sowie die Weiterentwicklung der Arbeitsgruppe Prävention als Ort strategischer Abstimmung. Damit werden die gewachsenen Präventionsstrukturen in Oberhausen weiter gestärkt und die Voraussetzungen für eine abgestimmte, armutssensible und lebensphasenübergreifende Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien verbessert.
Handlungsfeld 1: Familien-Navigator Oberhausen („Guter Start NRW“)
Ein weiterer Baustein im Handlungsfeld 1 ist die Weiterentwicklung des Familien-Navigators Oberhausen auf Grundlage des Online-Systems „Guter Start NRW“. Seit dem 01.12.2024 ist die Projektkoordination im Bereich 3-1 Kinder, Jugend und Familie personell besetzt. Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt auf dem weiteren Aufbau und der inhaltlichen Erweiterung des Portals. Dazu gehörten insbesondere die Recherche und Aufnahme neuer Angebote, vor allem für Familien mit älteren Kindern, Jugendliche und den Bereich berufliche Orientierung, die laufende Datenpflege, die Erweiterung des Anbieterkreises, Schulungen und Support für eingebundene Akteur:innen sowie die Vorstellung des Portals in internen und externen Gremien. Ergänzend wurden Öffentlichkeits- und Werbematerialien erstellt.
Der Familien-Navigator dient dazu, Unterstützungs-, Bildungs- und Beratungsangebote im Stadtgebiet transparent und niedrigschwellig auffindbar zu machen. Er richtet sich sowohl an Familien als auch an Fachkräfte in ihrer Lotsenfunktion.
Im Förderzeitraum 2026 sollen das Grob- und Feinkonzept weiterentwickelt, die Relaunch-Version umgesetzt sowie die Datenbank um weitere Angebote und Informationen ergänzt werden. Hinzu kommen Schulungen für Akteur:innen und Anbieter:innen, die weitere Gewinnung von Anbieter:innen, die Vorstellung des Portals in relevanten Gremien sowie Maßnahmen zur weiteren Bekanntmachung und Implementierung. Ziel bleibt, die Transparenz der Angebotslandschaft zu erhöhen und Familien sowie Fachkräften einen möglichst einfachen Zugang zu Informationen und Unterstützungsangeboten zu ermöglichen.
Handlungsfeld 2: Familiengrundschulzentren
Die Stadt Oberhausen entwickelt seit 2020 schrittweise Familiengrundschulzentren an Grundschulen mit Offenem Ganztag. Aktuell bestehen sechs Standorte, von denen zwei – die Adolf-Feld-Schule und die Ruhrschule – über das Landesprogramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ gefördert werden. Familiengrundschulzentren stärken Bildungs- und Teilhabechancen, schaffen niedrigschwellige Zugänge für Familien im Sozialraum und fördern die Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und weiteren Partnern.
Im Jahr 2025 wurden die Angebote an beiden Standorten kontinuierlich fortgeführt und bedarfsorientiert weiterentwickelt. Zu den Basismodulen gehörten bspw. regelmäßige Elterncafés, Eltern-Kind-Angebote sowie Kooperationen mit Familienbildungsstätten. Ergänzend wurden thematische Projekte umgesetzt, darunter ein Musikprojekt, Präventionsangebote zum Thema Mobbing, Medienberatung, Erste-Hilfe-Kurse für Eltern sowie Umwelt- und Bewegungsangebote in Kooperation mit außerschulischen Partnern. Die Angebote wurden von den Familien sehr gut angenommen.
Für das Förderjahr 2026 ist die Fortführung der beiden über „kinderstark“ geförderten Standorte vorgesehen. Die Mittel sollen weiterhin vorrangig im Bereich Personal eingesetzt werden, um die niedrigschwelligen Angebote vor Ort abzusichern, die sozialräumliche Kooperation weiter auszubauen und nachhaltige Strukturen zu sichern. Ziel bleibt außerdem die weitere Angleichung an die durch das Ministerium für Schule und Bildung geförderten Standorte.
Handlungsfeld 3: Lotsendienste in Geburtskliniken
Der Lotsendienst in Geburtskliniken ist in Oberhausen seit 2021 fest in die Präventionskette und das Netzwerk Frühe Hilfen eingebunden. Im Förderjahr 2025 wurde die flächendeckende und einheitliche Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen weiter verstetigt. Die zusätzlichen Finanzmittel wurden für die Durchführung und qualitative Weiterentwicklung des Lotsendienstes im AMEOS St. Clemens Hospital eingesetzt. Im Jahresverlauf wurden auf der Wöchnerinnenstation sowie auf der Kinder- und Kinderintensivstation Informations- und Beratungsgespräche geführt. Familien mit weitergehendem Beratungsbedarf wurden zudem an Kooperationspartner und Angebote aus unterschiedlichen Hilfesystemen vermittelt.
Die Beratungsanlässe waren vielfältig und reichten von emotionaler Überlastung, finanzieller Unsicherheit und gesundheitlichen Belastungen bis hin zu Fragen rund um Versorgung, Erziehung und psychosoziale Krisen. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung wurde zudem ein Informationsflyer mit ausgewählten weiterführenden Anlaufstellen erarbeitet, um Familien noch gezielter in passende Unterstützungsangebote zu lotsen. Gleichzeitig zeigten sich weitere Entwicklungsbedarfe, insbesondere mit Blick auf Sprachbarrieren sowie auf die passgenaue Unterstützung von Familien mit Migrationsgeschichte und Familien mit behinderten Angehörigen.
Die Förderung im Jahr 2026 dient weiterhin der Sicherstellung des Lotsendienstes im AMEOS St. Clemens. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der weiteren Entwicklung eines Kooperationsmodells in den Bereichen Migration und Behinderung, um den Zugang zu Hilfsangeboten für betroffene Familien weiter zu verbessern. Der persönliche Kontakt bleibt dabei die zentrale Form der Begegnung mit Familien.
Handlungsfeld 6: Aufsuchende Angebote „Wir im Revier“
Seit 2020 wird mit dem Projekt „Wir im Revier“, das aufsuchende sozialpädagogische Angebote in Familienzentren bündelt, ein zentraler Baustein der kommunalen Kinderarmutsprävention umgesetzt. Im Jahr 2025 wurde das Projekt an den vier, durch kinderstark geförderten Standorten, kontinuierlich fortgeführt. Diese vier Standorte sind weiterhin Bestandteil des gesamtstädtischen Projektes „Wir im Revier“, das seit 2024 insgesamt zwölf Familienzentren umfasst.
Ein zentraler Projektbaustein war auch 2025 die niedrigschwellige Lotsenberatung in den Familienzentren. Eltern und Sorgeberechtigte erhielten dort in Bring- und Abholsituationen oder bei konkreten Fragestellungen einen direkten Zugang zu fachlicher Beratung und bei Bedarf eine gezielte Weitervermittlung an zuständige Stellen, Beratungsangebote oder medizinische Versorgungseinrichtungen. Gerade für Familien mit Zuwanderungsgeschichte konnten durch mehrsprachig aufgestellte Beratungsteams Zugangsbarrieren abgebaut werden. Ergänzt wurde dies durch bedarfsorientierte Eltern-Kind-Gruppenangebote sowie punktuelle Türöffneraktionen, etwa im Rahmen von Stadtteilfesten oder familienorientierten Aktivitäten.
Für 2026 soll „Wir im Revier“ auf den bewährten Strukturen und Netzwerken aufbauen. Niedrigschwellige Beratung, Lotsenfunktion, Familienaktivierung sowie die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung bleiben zentrale Bestandteile des Angebots. An einzelnen Standorten sind inhaltliche Anpassungen vorgesehen, um weiterhin bedarfsgerecht auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Grundsätzlich soll die Struktur des Angebots an den vier geförderten Standorten jedoch erhalten bleiben.
Insgesamt zeigt sich damit im Rückblick auf 2025 und im Ausblick auf 2026 eine klare Entwicklungslinie: Bestehende Strukturen wurden weiter gefestigt, fachlich profiliert und an zentralen Schnittstellen ausgebaut. Zugleich knüpft der Antrag 2026 an konkrete Erfahrungen und Ergebnisse aus der Umsetzung des Vorjahres an. Das Förderprogramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ bleibt damit auch im Jahr 2026 ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der kommunalen Präventionskette in Oberhausen.
