Berichtsvorlage - M/18/0395

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Sachverhalt

Der Fachbereich 0-8-30, Gedenkhalle und Bunkermuseum, ist federführendes Amt für die im Demokratiebüro zusammengeführten Förderungen im Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ und im Landesprogramm „NRWeltoffen: Lokale Handlungskonzepte gegen Rechtsextremismus und Rassismus“. Daher sind alle Teilbereiche in einem Bericht zusammengefasst.

 

1) Gedenkhalle und Bunkermuseum

2025 haben sich die Besucherzahlen verbessert: Die Gedenkhalle besuchten 10.493 Personen (2024: 8.815), das Bunkermuseum 3.943 (2024: 3.069).

2025 fanden folgende Gedenkfeiern statt:

1) Gedenktag 27. Januar, Gedenken aller Opfer des Nationalsozialismus

2) 2. August, Gedenkfeier an den Holocaust an den Sinti und Roma (organisiert vom Roma Integration Zentrum)

3) Gedenkfeier zu 1. September / Antikriegstag im Verbund mit dem DGB in der Gedenkhalle

4) Gedenkfeier zum Novemberpogrom von 1938, Gedenkfeier am 6.11.2025 in der Friedenstraße

5) Gedenkfeier Volkstrauertag / Friedenssonntag am 16.11.2025 in der Gedenkhalle.

Gedenkhalle und Bunkermuseum haben mit ihrer erweiterten Bildungsarbeit mehr Menschen als in den Vorjahren erreicht. Im Rahmen von „Bildungspartner NRW. Gedenkstätte und Schule“ wurden Bildungspartnerschaften mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule Europaschule und dem Elsa-Brandström-Gymnasium abgeschlossen. Damit unterhält die Gedenkhalle jetzt drei Schulpartnerschaften. Neben Schulklassen, Gruppen der Jugendberufshilfe und Vereinen nutzten vermehrt Polizeidienststellen die Gedenkhalle und das Bunkermuseum für ihre Pflichtveranstaltungen zur demokratischen Resilienz. Gemeinsam mit dem „Netzwerk Extremismusprävention Oberhausen“ führte die Gedenkhalle zwei Lehrerfortbildungen sowie drei Projekttage an einem Berufskolleg durch. Weiter kam es zu Kooperationsveranstaltungen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bunkermuseum und auf dem Westfriedhof.

Am 4.2.2025 fand die jährliche Stolpersteinverlegung mit elf Verlege-Stellen und 25 neuen Steinen statt. Zur Verlegung reisten Gäste aus Israel an, der WDR berichtete in der Lokalzeit Ruhr darüber. Die Planungen und Recherchen für die nächste Verlegung von Stolpersteinen am 10.2.2026 haben direkt nach der Verlegung im Februar begonnen. Ergänzend dazu wurde der Auftritt der Stadt Oberhausen innerhalb der WDR-Stolperstein-App weiterentwickelt und ergänzt.

Der WDR drehte einen Film über das Bunkermuseum im Knappenviertel und strahlte ihn am 10.2.2025 in der Lokalzeit Ruhr aus, begleitet von einem Live-Interview.

Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage des Jüdischen Landesverbandes Nordrhein im Juni 2025 bot die Gedenkhalle eine Lesung mit der jüdischen Autorin Mirna Funk „Von Juden lernen“ und einen Rundgang durch das jüdische Holten an. Alle Veranstaltungen zu den Kulturtagen fanden in Kooperation von Jüdischer Gemeinde DU-MH-OB, VHS Oberhausen und Gedenkhalle statt.

Für die Publikation der Jüdischen Gemeinde DU-MH-OB über die Geschichte der Gemeinden vor 1945 steuerte die Gedenkhalle zwei Artikel über die jüdische Geschichte Oberhausens bei.

Die Ausstellung „Ruth Gläser. Pressefotos. Gedenkkultur. Oberhausen“ wurde am 19.1.2025 eröffnet und bis zum 7.9.2025 von etwa 7.400 Personen besucht. An 12 Kuratorenführungen nahmen 151 Personen teil.

Zur Ausstellung „Ruth Gläser“ erschien ein Katalog: Clemens Heinrichs (Hrsg.): Ruth Gläser. Pressefotos. Gedenkkultur. Oberhausen. Verlag Karl Maria Laufen, Oberhausen 2025, 108 Seiten, ISBN 978-3-8746-8518-4.

Folgende Vorträge rahmten die Ausstellung „Ruth Gläser“:

27.2.2025, Prof. Dr. Jan Erik Schulte: Die Waffen-SS. Weltanschauungskrieger und Propaganda-Elite

13.3.2025: Dr. Karsten Wilke: Die „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit“ (HIAG). Veteranen der Waffen-SS in der Bundesrepublik 1945 – 1990

3.4.2025, Dr. Philipp Glahé: Amnestielobbyismus für NS-Verbrecher. Der Heidelberger Juristenkreis

und die alliierte Justiz 1949 – 1955

23.5.2025, Iris Schürmann-Mock: Kabarettistinnen nach dem Zweiten Weltkrieg (Lesung)

12.6.2025, Thomas Hammacher: „Da kann man sich kein Bild von machen“. Die Fotografie in der Erinnerungskultur der frühen Nachkriegszeit

4.9.2025, Dr. Katharina Stengel: Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und die Erinnerung an den Nationalsozialismus in den 1950er-Jahren.

Die Gedenkhalle unterstützte 2025 die Ausstellung der Kathol. Gemeinde St. Josef in Schmachtendorf für die Gedenkausstellung zu Kaplan Mertens, die vom 1.2. bis 1.3.2026 gezeigt wird.

Anfang April 2025 erschien die Publikation über Pfarrer Paul Barchewitz: Peter Gnaudschun und Thomas Pawlowski: Pfarrer Paul Barchewitz, Pfarrer der Bekennenden Kirche in Oberhausen, herausgegeben von der Gedenkhalle, Verlag Karl Maria Laufen Oberhausen 2025, 358 Seiten, ISBN 9783874685177.

Am 16.6.2025 stellte die Gedenkhalle das Buch über Pfarrer Barchewitz in der Evgl. Kirche am Buchenweg Königshardt mit Pfarrerin Züchner, Superintendent Deterding, Fachredakteur Dr. Schell (Ruhr-Universität Bochum) sowie den Autoren einem interessierten Publikum vor.

Im Juni 2025 wurden drei Informationstafeln zum und am Gefallenenehrenmal auf der Emscherinsel dauerhaft installiert. Eine Tafel befasst sich mit der Geschichte des Ehrenmals, eine mit dem Architekten und eine mit den Nutzungsveränderungen des Ehrenmals nach 1945.

Vom 10.9.2025 bis zu 18.1.2026 zeigte die Gedenkhalle die Wanderausstellung „Auf dem Weg zur modernen Demokratie. Die deutschen Freiheitsbewegungen von der Französischen Revolution bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts“, eine Ausstellung der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte e.V., Weimar. Sie war Beitrag der Gedenkhalle zur „Demokratiewoche Oberhausen“ 2025.

Im Rahmen dieser Ausstellung hielt Dr. Gudrun Kruip, Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, am 30.10.2025 einen Vortrag zu: Elly Heuss-Knapp und ihr Beitrag zur modernen Demokratie.

Am 11.11.2025 erhielt die Gedenkhalle „als Ort des Gedenkens und Erinnerns, der Information und Begegnung“ als einer von neun Preisträgern den Genossenschaftspreis der Sterkrader Wohnungsgenossenschaft, dotiert mit 5.000 €, zweckgebunden für die Bildungsarbeit.

Am 11.12.2025 fand eine Lesung der Gedenkhalle im Rahmen des bewegenden Adventskalenders Oberhausen unter dem Titel statt: Weihnachten in den 1960ern in Oberhausen – eine Lesung aus Zeitungen aus vergangenen Zeiten.

 

2) Demokratiebüro, Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Am 1.1.2025 begann die neue und damit 3. Förderphase des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ Nach dem erfolgreich absolvierten Interessenbekundungsverfahren wurde die Stadt Oberhausen aufgefordert, im Zeitraum 2025 bis 3032 weiter am Bundesprogramm im Programmbereich „Partnerschaft für Demokratie“ (PfD) teilzunehmen. Dies beinhaltet derzeit eine jährliche Beantragung und eine auf ein Jahr beschränkte Förderzusage durch das Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Die jährliche Fördersumme beträgt 140.000 €, die Stadt Oberhausen trägt einen Eigenanteil in Höhe von jährlich 15.556 €.

Im Jahr 2025 haben vier Sitzungen des Begleitausschusses stattgefunden, der aufgrund einer Vorgabe des BMBFSFJ in „Bündnis“ umbenannt wurde. Zu Beginn der 3. Förderphase war eine neue Geschäftsordnung zu beschließen. Insgesamt wurden 19 Förderanträge auf Durchführung von Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 49.669 € beraten und beschlossen.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ ist Teil des Netzwerks „Vielfalt und Toleranz in Oberhausen“. Unter Federführung des Kommunalen Integrationszentrums sind hieran auch das Landesprogramm „NRWeltoffen“, der Bereich Jugendpflege der Stadt Oberhausen, das Regionale Bildungsbüro Oberhausen, das Kulturbüro der Stadt Oberhausen sowie die psychosoziale Beratung gegen Extremismus des Schulamtes beteiligt. Gemeinsam konnte der Impulsnachmittag „Demokratielernen in der Grundschule“ am 8.4.2025 stattfinden.

Im Rahmen des „Netzwerks Antisemitismuskritische Arbeit in Bildung und Kultur“ wurde am 19.3.2025 der 2. Oberhausener Fachtag „Antisemitismuskritische Arbeit in Bildung und Kultur – Information-Vernetzung-Dialog“ durchgeführt. „Demokratie leben!“ gehört ebenso wie die Gedenkhalle zum Organisationsteam des Fachtags. Das Programm konnte vielfältig gestaltet werden. Am Fachtag, der im Stadttheater Oberhausen stattfand, nahmen 150 Personen teil.

Am 5.4.2025 fand in der Evgl. Markuskirche eine Veranstaltung mit Roman Knižka und dem Bläserquintett „Opus45“ statt. Präsentiert wurde das Programm „‘Dass ein gutes Deutschland blühe …‘ Leben nach Kriegsende 1945 bis 1949“. Über 200 Besucher*innen nahmen teil.

Anfang Juli 2025 gab es einen Personalwechsel in der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ Herr Dirk Paasch ging am 30.6.2025 in den Ruhestand. Herr André Wilger wechselte vom Landesprogramm „NRWeltoffen“ zur Arbeiterwohlfahrt Oberhausen und ist dort seit dem 1.7.2025 für die Koordinierungs- und Fachstelle des Bundesprogramms zuständig.

Am 30.8.2025 erschien die 6. Ausgabe der „Demokratie-Zeitung Oberhausen“. Anlass war die anstehende Kommunalwahl. Auf zwölf Seiten wurden vielfältige Ansätze, Beiträge und Projekte rund um die Themen „Demokratie und Wahlen“ vorgestellt. Die Zeitung wurde in einer Auflage von 95.000 Exemplaren gedruckt und an alle Haushalte in Oberhausen als Parallelverteilung zum Wochenanzeiger verteilt.

Vom 8.9.2025 bis 15.9.2025 fand die „Woche der Demokratie“ in Oberhausen statt. Mehr als 60 Veranstaltungen im öffentlichen Programm konnten realisiert werden. 65 Veranstalter*innen haben, teils in Kooperation, am Programm mitgewirkt. Hinzu kamen zahlreiche schulinterne Veranstaltungen in Oberhausener Schulen. „Demokratie leben!“ ist Teil des Organisationsteams.

Am 28.10.2025 fand im Zentrum Altenberg die 10. Oberhausener Demokratiekonferenz statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Demokratie und Digitalisierung – Gefahren und Chancen der Künstlichen Intelligenz (KI)“. Gregor Dehmel vom Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ referierte zu diesem Thema und lud zu einem anregenden Dialog ein.

Im Laufe des Jahres 2025 hat sich “Demokratie leben Oberhausen“ regelmäßig an landesweiten Netzwerken beteiligt. Neben den zwei Landesnetzwerktreffen (Frühjahr und Herbst) der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus (LKS) hat sich die PfD Oberhausen auch am regionalen Netzwerk Ruhrgebiet und an der Landesdemokratiekonferenz des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligt.

 

3) Demokratiebüro, Landesprogramm „NRWeltoffen“

Das Landesprogramm „NRWeltoffen“ war im Jahr 2025 eng in die demokratiefördernden Strukturen und Aktivitäten der Stadt Oberhausen eingebunden und arbeitete insbesondere in Kooperation mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sowie weiteren Akteur*innen der lokalen Zivilgesellschaft.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit „Demokratie leben!“ beteiligte sich „NRWeltoffen“ an der inhaltlichen und organisatorischen Umsetzung der „Demokratie-Zeitung Oberhausen“, der Woche der Demokratie sowie der 10. Oberhausener Demokratiekonferenz. Die Kooperation ermöglichte im Sinne des Demokratiebüros Oberhausen eine thematische Verzahnung landes- und bundesgeförderter Ansätze und trug zur Sichtbarkeit demokratiestärkender Angebote im Stadtgebiet bei.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der menschenrechtsorientierten Gemeinwesenarbeit im Stadtteil Lirich. Hierzu wurde eine Vorlage in die politischen Gremien eingebracht; der Rat der Stadt Oberhausen fasste einen entsprechenden Beschluss zur Weiterentwicklung gemeinwesenorientierter Strukturen. Ergänzend konnten erste kleinere Projekte in Kooperation mit Akteur*innen aus dem Quartier umgesetzt werden, die auf Beteiligung, Vernetzung und niedrigschwellige Demokratieförderung zielten.

Im Bereich Demokratielernen an Grundschulen beteiligte sich „NRWeltoffen“ in Kooperation mit dem Netzwerk „Vielfalt und Toleranz“ an der Planung und Durchführung von Formaten zur frühzeitigen Demokratiebildung. Diese Aktivitäten waren insbesondere an den Impulsnachmittag „Demokratielernen in der Grundschule“ angebunden und richteten sich an pädagogische Fachkräfte.

Zum 1.7.2025 erfolgte ein Personalwechsel: Tim Tzscheppan übernahm die Betreuung der Koordinierungsstelle „NRWeltoffen“ und führte die laufenden Projekte sowie die landesweiten Netzwerkaktivitäten fort.

Bereits im Jahr 2025 begannen in Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde DU-MH-OB erste Vorbereitungen für die Jüdischen Kulturtage 2026 in Oberhausen, an denen „NRWeltoffen“ konzeptionell und organisatorisch beteiligt sein wird. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Vernetzungsgesprächen, thematischen Abstimmungen und der Entwicklung erster Programmansätze.

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