Berichtsvorlage - M/16/1201-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

A.  Grundsätze der Waldpflege

 

In Oberhausen gibt es insgesamt ca. 1.000 ha Wald, der unverzichtbare ökologische und Erholungsfunktionen erfüllt und der forstlich gepflegt und bewirtschaftet wird.

 

Der größte Waldbesitzer ist die Stadt, deren Waldbesitz von 466 ha von unserem Stadtförster Jürgen Halm (OGM GmbH) gepflegt und bewirtschaftet wird.

 

Der übrige Wald ist im Landesbesitz (Hiesfelder Wald ca. 411 ha), gehört dem RVR (Grafenbusch, Klosterhardt) oder verteilt sich auf kleinflächigen Privatbesitz.

 

Die in den anliegenden Karten dargestellten städtischen Wälder (Hühnerheide, Stadtwald Osterfeld, Sterkrader Wald und viele kleinere Flächen) werden auf der Grundlage einer mittelfristigen Betriebsplanung der sogenannten Forsteinrichtung, bewirtschaftet. Diese Forsteinrichtung wird im Auftrag des Landesbetriebes Wald und Holz, Forstamt Gelsenkirchen der Unteren Forstbehörde erarbeitet. Sie legt jeweils für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren die Grundzüge der Maßnahmen für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und Pflege des Waldes fest. Der derzeitigen Forsteinrichtung hat der Umweltausschuss am 08.03.2012 zugestimmt (Vorlage B/15/1839-01).

 

Auf Grundlage dieser Forsteinrichtung werden von der OGM GmbH alljährlich die Maßnahmen des Holzeinschlages geplant und mit der Unteren Landschaftsbehörde abgestimmt. Diese Planung erfolgt als laufendes Geschäft der Verwaltung.

 

Bei der Auswahl und Durchführung der Durchforstungen werden seit jeher die Belange der Ökologie und die Interessen der naturnahen Erholungsnutzung berücksichtigt.

 

Wie bereits im Herbst 2014 erfolgt auch in der kommenden Fällperiode eine intensive Bürgerbeteiligung vor Umsetzung der Maßnahmen.

 


 

In der kommenden Fällperiode 2015/2016 werden insgesamt 14 Bestände auf einer Fläche von ca. 34 ha planmäßig durchforstet. Ein Kahlschlag findet natürlich auch in diesem Jahr nicht statt. Insgesamt ist der Einschlag von 1.430 Festmetern vorgesehen, während die zu Beginn erwähnte Forsteinrichtung eine objektive jährliche Nutzungsmöglichkeit von 1.588 Festmetern pro Jahr vorsieht. Diese 1.588 Festmeter würden einer durchschnittlichen Nutzung von 3,8 Festmetern pro Jahr und Hektar forstlicher Nutzfläche entsprechen. Der durchschnittliche Zuwachs im Stadtwald liegt bei etwa 5,2 Festmeter pro Jahr und Hektar. Es wächst also – wie seit langem – mehr Holz zu als geerntet wird.

 

Grundsätzlich haben die systematischen Durchforstungen unserer Waldbestände die folgenden wesentlichen Vorteile:

 

-Bildung stabiler, gut wüchsiger Waldbestände

 

-Stärkere, gesündere und ökologisch wertvollere Bäume

 

-Förderung der Artenvielfalt durch wesentlich bessere Entwicklung der Strauch- und Krautschicht

 

-Gewährleistung der Verkehrssicherheit

 

-bessere Eignung für die intensive Erholungsnutzung

 

-Klimaschutz, denn die Nutzung des nachwachsenden Holzes aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nahezu CO2-neutral

 

Unser vorrangiges Ziel ist es, einen vitalen strukturreichen und möglichst stabilen Waldbestand zu erhalten. Da unsere Wälder zunehmend zahlreichen Belastungen durch den Klimawandel ausgesetzt sind, ist die regelmäßige forstliche Waldpflege eine wichtige und unabdingbare Maßnahme.

 

 

B. Konkrete Fällmaßnahmen im Winter 2015/2016

 

Die Lage der 14 Durchforstungsflächen ist der anliegenden Karte zu entnehmen. Wie in fast jedem Jahr gibt es einige Besonderheiten bei der Pflege der Waldbestände, die im Folgenden kurz erläutert werden.

 

 

  • In Alt-Oberhausen

 

Die Knappenhalde ist ein besonders schwieriger Waldstandort, weil die Hänge steil sind und weil die ganze Halde aus Bauschutt und Bergematerial besteht, was für die Nährstoff- und Wasserversorgung sehr ungünstig ist. In den letzten Jahrzehnten  wurde hier lediglich Verkehrssicherung betrieben. Der Wald dient hier primär der Sicherung und Festigung der Halde und ermöglicht den Ansatz einer Bodenbildung. Leider wurden durch das Sturmtief ELA so viele Bäume entwurzelt oder geschädigt, dass jetzt aufgeräumt und nachgepflanzt werden muss.

 

 

  • In Osterfeld

 

Im nördlichen Teil des Revierparks muss der große Altbestand (überwiegend ca. 135 jährige Buchen) durchforstet werden. Eine Verjüngung kann hier nur vorbereitet werden, wenn der sehr dicht stehende Waldbestand behutsam aufgelichtet wird.


Im nördlichen Teil des Volksgartens wird der Bestand neben den Sportplätzen durchforstet. Es handelt sich um eine Ergänzung der in der vergangenen Periode durchgeführten Maßnahme.

 

 

  • In Sterkrade

 

Ein Schwerpunkt liegt hier in der Auflichtung der ca. 60 jährigen Roteichenbestände. Diese nicht bodenständige Baumart soll langfristig und allmählich durch ökologisch wertvollere Mischbestände aus einheimischen Laubbaumarten ersetzt werden. Dazu sollen diese mittelalten Bestände bereits jetzt behutsam aufgelichtet werden.

 

 

Um die Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern beispielhaft zu erläutern, hat die Verwaltung vor, exemplarisch zwei Ortsbegehungen anzubieten. Am 09.12.2015 um 15:00 Uhr soll eine Ortsbegehung im Sterkrader Wald, im Bereich des Spielplatzes an der Hiesfelder Straße durchgeführt werden. Am 10.12.2015 um 15:00 Uhr wird eine Begehung im Bereich des Volksgartenweges (zwischen den Sportplätzen im Volksgarten) angeboten.

 

Insgesamt dienen alle Pflege- und Fällmaßnahmen im Stadtwald dazu, die vorhandenen Wälder allmählich so zu verjüngen, dass eine Dauerbestockung gewährleistet ist. Würden wir auf die Durchforstungen verzichten, käme es langfristig zu einer Vergreisung und letztendlich zum plötzlichen Zusammenbruch ganzer Wälder, sodass die Erholungsfunktion dann für längere Zeit erheblich eingeschränkt wäre, ohne dass der ökologische Zustand verbessert würde.

 

 

Kurzfassung

 

In der Fällperiode 2015/2016 werden im Stadtwald 14 Waldbestände ganz oder teilweise durchforstet. Insgesamt werden auf einer Fläche von 34 ha ca. 1.430 Festmeter Holz geerntet. Es wird deutlich weniger Holz geerntet als im gleichen Zeitraum zuwächst. Alljährlich werden gemäß Forstbetriebsplan durchschnittlich etwa 3,8 Festmeter pro ha forstlicher Nutzfläche geerntet, während ca. 5,2 Festmeter pro ha zuwachsen. Wir vermehren also den Holzvorrat in unseren Wäldern, sichern gleichzeitig die ökologischen Funktionen und gewährleisten dauerhaft die Erholungsnutzung.

 

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Anlagen

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