Beschlussvorlage - B/18/0125

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt die Einreichung der Vorplanung für das Umbauvorhaben Marktstraße in Alt-Oberhausen gemäß Anlage 1 für den 1. Fortsetzungsantrag der Städtebauförderung (STEP 2026). 

Reduzieren

Bezug

Drucksachen-Nr. M/17/7050 vom 10.09.2025: Umbauvorhaben Marktstraße - Sachstand 2025

Drucksachen-Nr. M/17/5353 vom 12.06.2024: Sachstand Umbauvorhaben Marktstraße

Drucksachen-Nr. B/17/3996-01 vom 13.11.2023: Stadterneuerungsprojekt Sozialer Zusammenhalt Oberhausen Brückenschlag “Nutzungs- und Gestaltungskonzept zum Umbauvorhaben Marktstraße in Alt-Oberhausen“

Reduzieren

Sachverhalt

1) Anlass und Zielsetzung / Einordnung in den Gesamtzusammenhang

 

Der Umbau der Marktstraße stellt das Leuchtturmprojekt im Programmgebiet „Brückenschlag“ der Städtebauförderung im Sinne einer nachhaltigen, resilienten und zukunftsgerichteten Innenstadtentwicklung dar. Ziel ist es gemeinsam mit allen relevanten Akteuren eine tragfähige Nutzungsgliederung für Handel und Gewerbe zu schaffen, die sich an den heute ablesbaren Gegebenheiten und Entwicklungsmöglichkeiten orientiert. Gleichzeitig müssen aktuelle Anforderungen und Ansprüche Berücksichtigung finden, die vor Ort Qualitäten schaffen, wozu eine klimaresiliente Stadtentwicklung mit Grün, Wohn- und Aufenthaltsqualität sowie Freizeit- und Gastronomieangebote zählen.

 

Konkret bedeutet dies, dass im zentralen Bereich der Marktstraße die Stärkung der Einzelhandelslage im besonderen Fokus steht. Der Bereich der Oberen Marktstraße soll als Wohnstandort im Grünen gestärkt werden. Die Untere Marktstraße ist als vielfältiges Entrée mit einem Gastronomieschwerpunkt und Aufenthaltspunkten zu stärken. Mit diesen Ansätzen wird das Ziel verfolgt, die Marktstraße als zentrale städtebauliche Achse in den drei Teilbereichen Obere, Zentrale und Untere Marktstraße aufzuwerten und die Innenstadt von Oberhausen langfristig als lebenswerte und resiliente Stadtmitte zu sichern.

 

Seit April 2025 erarbeiten die beauftragten Büros für die Freianlagenplanung (Büro WES mit Förder Landschaftsarchitekten) sowie für die Ingenieurbauwerke (Ingenieurbüro Molt) die Leistungsphase 2 (Vorplanung). Die Prozessteuerung sowie die Kosten- und Terminverfolgung obliegt dem Büro CON.partners. Die Ausschreibung von Leistungen der Öffentlichkeitsarbeit, die durch eine projektbegleitende Kommunikationsagentur erfolgen soll, ist noch für dieses Jahr geplant.

 

 

2) Überblick über die konkreten Planungsansätze der Vorplanung (Lph 2)

 

Das Umbauvorhaben Marktstraße in Alt-Oberhausen ist vor dem Hintergrund von Klimaschutz- und Klimaanpassungsaspekten wie der Schaffung einer zukunftsorientierten Infrastruktur zur Regenwasserbewirtschaftung, der Begrünung des Stadtraums sowie der Entwicklung multifunktionaler Nutzungsangebote zu sehen. Darüber hinaus tragen zusätzliche Wasserbrunnen, neue Beleuchtungskonzepte sowie barrierefreie Übergänge dazu bei, die Innenstadt nicht nur attraktiver und klimafreundlicher, sondern auch sicherer und nutzerfreundlicher zu gestalten.

 

Übergeordnet verfolgt die Umbaumaßnahme das Prinzip der Schwammstadt: Regenwasser wird dezentral zurückgehalten, versickert und steht der Vegetation zur Verfügung. Neue Baumstandorte, Tiefbeete, Mulden-Rigolen-Systeme und begrünte Flächen verbessern die Kühlwirkung und Biodiversität und treten somit auch den Folgewirkungen von Starkregenereignissen entgegen.

 

Das bisher vorliegenden Planungsansätze im Rahmen der Vorplanung sieht eine durchgängige Aufwertung der drei Abschnitte der Marktstraße wie folgt vor:

 

Obere Marktstraße (Bereich Gewerkschaftsstraße bis zur Mülheimer Straße):

  • Wohnen im Grünen mit Aufwertung des Aufenthalts- und Erholungsraums mit Spielzonen für Kinder, Picknicktischen, Urban Gardening, Bewegungsangeboten sowie einem Trinkwasserbrunnen am Phönixbrunnen. Teilweise werden Stellplätze reduziert, um mehr Grün- und Freiflächen zu schaffen.

 

Zentrale Marktstraße (Bereich Paul-Reusch-Straße bis zur Gewerkschaftsstraße):

  • Umgestaltung der Fußgängerzone mit definierten Zonen für Außengastronomie und Warenauslagen, zusätzlichen Sitzmöglichkeiten, Fahrradabstellplätzen und einem Wasserbrunnen.

 

Untere Marktstraße (Bereich Alleestraße bis zur Paul-Reusch-Straße):

  • Erhalt des bestehenden Straßenquerschnitts, Aufwertung durch Sitzgelegenheiten, Fahrradbügel und Begrünung; im östlichen Teil (Altmarkt, Pfarrkirche) Spielplatzneugestaltung und konsumfreie Zonen.

 

Im Fokus steht auch die städtebauliche Aufwertung der vorhandenen Plätze. So soll sich im Verlauf der ca. 1,2 km langen Marktstraße eine qualitativ erlebbare Abfolge von Plätzen zur Stärkung der Aufenthaltsqualität sowohl in funktionaler als auch gestalterischer Hinsicht ergeben.

 

Der Forumsplatz im oberen Abschnitt der Marktstraße, zwischen Gewerkschaftsstraße und Düppelstraße gelegen, bildet neben dem Altmarkt einen zentralen Anlaufpunkt auf der Marktstraße und darüber hinaus. Durch den Bau von Sitzdecks oder vergleichbaren Aufenthaltsangeboten sowie der Anlage einer grünen Oase soll hier ein besonderer städtebaulicher Akzent gesetzt werden, der insbesondere junge Erwachsene anspricht. Im weiteren Verlauf der Oberen Marktstraße bis zum Phönix-Brunnen an der Mülheimer Straße soll das Angebot mit Spiel- und Sportmöglichkeiten ergänzt und durch Wasserspiele aufgelockert werden. Um Platz zu schaffen werden deshalb einige Stellplätze im Bereich der Oberen Marktstraße zurückgebaut bzw. verlagert, wozu sich der Bereich des angrenzenden Pocket-Parks anbietet.

 

Im Bereich des Altmarktes vor der Herz-Jesu Kirche im Bereich der Unteren Marktstraße steht die Stärkung der Sicht- und Raumbeziehungen zwischen Kirche und Platz im Fokus. Ein Wasserfontänenfeld mit Aufenthaltsbereichen sorgt für Belebung und greift das Thema Wasser in der Stadt gestalterisch und funktional auf.

 

Der Eduard-Berg-Platz, ebenfalls im Abschnitt der Unteren Marktstraße gelegen, soll sich zukünftig in einen Kinderspiel- und Aufenthalts- / Erholungsbereich aufgliedern. Hierdurch wird den Ansprüchen verschiedener Nutzergruppen gerecht und der Platz erfährt somit eine deutliche gestalterische und funktionale Aufwertung. Hier wird auch die Anlage einer öffentlichen Toilettenanlage geprüft.

 

Die zurzeit größte Herausforderung der Planung besteht darin, den Anspruch auf mehr Grün und Aufenthaltsqualität in Form von Bäumen, Sträuchern oder Staudenpflanzungen mit den Anforderungen der Feuerwehr in dem vom Querschnitt sehr schmalen Abschnitt der Zentralen Marktstraße in Einklang zu bringen. Auch der Lieferverkehr und die Abfallentsorgung haben einen großen Einfluss auf die Planung. Hier bedarf es der weitergehenden Abstimmung mit der Feuerwehr mit Bezug auf die brandschutztechnischen Belange. Des Weiteren erfolgt eine enge Abstimmung mit den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen GmbH (WBO), die im Vorfeld des Umbaus der Marktstraße die dort befindlichen Kanäle ertüchtigen werden.

 

In die Umgestaltungsplanung sollen sinnvollerweise räumlich und/ oder funktional angrenzende Bereiche mit laufenden Planungen, wie die Revitalisierung des Altmarktes, die Aufwertung der Unterführung Marktstraße/ Alleestraße, die Entwicklung der Freifläche an der Oberen Marktstraße (Pocket Park) sowie die Umgestaltung eines Seitenstreifens in der Goebenstraße gedanklich mit einbezogen werden.

 

 

3) Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

 

Die frühzeitige und projektbegleitende Einbeziehung der unmittelbar betroffenen Akteursgruppen (z.B. Anwohner*innen, Eigentümer*innen, Gewerbetreibende und Einzelhändler*innen) wie auch der Bevölkerung allgemein ist eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Realisierung des Umbaus der Marktstraße.

 

Deshalb hat das Stadtteilmanagement Brückenschlag gemeinsam mit der Stadt Oberhausen bereits mehrere Informations- und Beteiligungsveranstaltungen mit unterschiedlichen Formaten durchgeführt. Hierzu zählen Akteursworkshops und ein Infoabend im Jahre 2024, die Brückenschlag-Konferenz am 19.02.2025 sowie der Planungsrundgang in der Innenstadt am 23.06.2025.

 

Der in der vorliegenden Gremienvorlage dargestellte Sachstand der Planung wurde am 10.11.2025 im Rahmen einer Planungswerkstatt auf der Marktstraße mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Auf die Anregungen und Bedenken wird im Zuge der weiteren Planung eingegangen und die Ergebnisse werden im Rahmen weiterer Beteiligungsveranstaltungen vorgestellt.

 

 

4) Städtebauförderung und Mittelbewilligung / Kosten

 

Für die Umbaumaßnahme Marktstraße stellt der Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Düsseldorf vom 05.11.2024 auf Basis des am 31.10.2023 eingereichten Erstantrags für die Städtebauförderung die förderrechtliche Grundlage dar. Dieser Zuwendungsbescheid umfasst für den Umbau der Oberen Marktstraße sowie die komplette Planung der drei Abschnitte bis zur Leistungsphase 6 (Brückenschlag I, vgl. unten) grundsätzlich förderfähige Gesamtausgaben in Höhe von vorläufig 19.364.000 EUR, wovon mit 17.012.000 EUR der weitaus größte Anteil auf das Umbauvorhaben Marktstraße entfällt.

 

Mit Einreichung des 1. Fortsetzungsantrages zum 30.09.2025 (STEP 2026) bestehen nunmehr grundsätzlich förderfähige Gesamtausgaben in Höhe von 22.594.456 EUR, wovon 20.212.179 EUR auf das Umbauvorhaben Marktstraße entfallen. Der städtische Eigenanteil von 20 % erhöht sich dementsprechend. Die Haushaltsmittel für die Haushaltsjahre 2026ff wurden wie folgt angemeldet:

 

Investitionsnummer

Bezeichnung

FiPO

Bezeichnung

Betrag

510009020107207

Umbau Zentrale Marktstraße

 

7852.00

 

7852.01

 

Auszahlungen für Tiefbaumaßnahmen

Auszahlungen für Tiefbaumaßnahmen Ingenieurleistungen

 

 

20.212.179 EUR

6810.00

 

Investitionszuweisungen vom Bund

 

6.872.141 EUR

6811.00

 

Investitionszuweisungen vom Land

 

9.297.602 EUR

510009020107209

Revitalisierung Altmarkt

7852.00

 

7852.01

Auszahlungen für Tiefbaumaßnahmen

Auszahlungen für Tiefbaumaßnahmen Ingenieurleistungen

 

 

1.058.000 EUR

6810.00

 

Investitionszuweisungen vom Bund

 

359.720 EUR

6811.00

 

Investitionszuweisungen vom Land

 

486.680 EUR

 

 

Auftragsnummer

Bezeichnung

Sachkonto

Bezeichnung

Betrag

510009020196

OB Brückenschlag ab STEP 2024

414000

Zuweisungen vom Bund

496.471 EUR

414100

Zuweisungen vom Land

562.950 EUR

529152

Sonstiger Aufwand für Öffentlichkeitsarbeit

59.000 EUR

531800

Aufw. f.  Zuschüsse an übrige Bereiche

1.265.276 EUR

 

Nach Abschluss der Fördermaßnahme Brückenschlag I ist die Beantragung weiterer Fördermittel als „Baugelder“ für den zweiten (Zentrale Marktstraße) und dritten (Untere Marktstraße) Bauabschnitt geplant. Dies wird voraussichtlich im Jahre 2028 (Brückenschlag II) bzw. im Jahr 2030 (Brückenschlag III) der Fall sein.

 

Für das Gesamtvorhaben wird nach jetzigem Kenntnisstand von einer Investitionssumme in Höhe von ca. 37 Mio. EUR ausgegangen.

 

 

5) Weitere Vorgehensweise und Ausblick

 

Ende September dieses Jahres hat die Stadt Oberhausen den 1. Fortsetzungsantrag für die Städtebauförderung eingereicht, der nun gemäß Abstimmung mit der Bezirksregierung Düsseldorf bis Ende Januar 2026 vollständig mit der Leistungsphase 2 (Vorplanung) vorzulegen ist.

 

Aufbauend auf der Planung für die gesamte Marktstraße (bis Leistungsphase 6) können daraufhin jeweils „Baugelder“ für die Umsetzung der einzelnen Bauabschnitte beantragt werden. Für den ersten Bauabschnitt, der Oberen Marktstraße, ist das Jahr 2027 für die Förderantragsstellung der „Baugelder“ vorgesehen (STEP 2028). Wie obenstehend erwähnt ist die Beantragung von „Baugeldern“ für die beiden weiteren Abschnitte der Zentralen und Unteren Marktstraße nach jetzigem Kenntnistand in den Jahren 2028 (Brückenschlag II) und 2030 (Brückenschlag III) erfolgen, so dass die Gesamtbaumaßnahme nach erster grober Schätzung ca. Ende 2032 abgeschlossen sein könnte.

 

Im Kontext des Umbauvorhabens Marktstraße sind projektbegleitend weiterhin Informations- und Beteiligungsveranstaltungen mit verschiedenen Akteursgruppen (z.B. Anwohner*innen, Eigentümer*innen, Gewerbetreibende und Einzelhändler*innen) wie auch der Bevölkerung allgemein vorgesehen, um den Informations- und Beteiligungsfluss zu gewährleisten. Darüber hinaus wird in den politischen Gremien auch künftig über den weiteren Projektfortgang berichtet und Beschlüsse werden eingeholt.

Reduzieren

Anlagen

Loading...