Beschlussvorlage - B/17/6888

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt die Errichtung eines Ersatz-Neubaus der Rettungswache in Sterkrade mit voraussichtlichen Baukosten in Höhe von insgesamt 14.365.000,00 Euro.

 

Mittel sind bislang wie folgt zum investiven Haushalt 2025 angemeldet worden:

 

Finanzstelle 610002160100004 – Rettungswache Sterkrade

 

Finanzposition

Haushaltsansatz in EUR

7831.00

Auszahlungen Erwerb bewegl. Sachen

850.000,00

7851.00

Auszahlungen für Hochbaumaßnahmen

1.250.000,00

 

Die aktuellen Gesamtkosten in Höhe von 14.365.000,00 Euro werden im Rahmen des anstehenden Haushaltsanmeldeverfahren 2026 ff. in der Finanzplanung auf die Haushaltsjahre 2026 bis 2029 verteilt. Die Mittel für 2025 sind auskömmlich. 

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Bezug

Drucksache-Nr. B/17/4168-01 vom 11.12.2023

„Fortschreibung der Brandschutzbedarfsplanung (BSBP) für die Jahre 2024 bis einschließlich 2028 auf der Grundlage des § 3 Absatz 3 des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG)“

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Sachverhalt

Ausgangslage

 

Auf dem Gelände der Feuerwehr in Sterkrade befindet sich aktuell zum einen der Gebäudetrakt der Feuerwache Sterkrade, welcher an der Dorstener Straße liegt, und zum zweiten der Gebäudetrakt der Rettungswache Sterkrade, welcher sich im Innenbereich des Geländes befindet.

Das vorhandene Gebäude der Rettungswache ist sanierungsbedürftig. Die Notwendigkeit der Neubau- und Sanierungsmaßnahmen wurden im Rahmen der Erstellung des Brandschutzbedarfsplanes (vgl. Drucksachen-Nr. B/17/4168-01) und einer Sicherheitsberatung bereits im Jahr 2019 bestätigt. Im Rahmen einer Schwachstellenanalyse konnte die Rettungswache genauer betrachtet werden.

Der Ergebnisbericht der Schwachstellenanalyse zeigt, dass die Rettungswache mittlerweile erhebliche Abweichungen von den Richtlinien des Arbeits- und Gesundheitsschutzes aufweist. So gibt es keine Möglichkeiten die wichtige Trennung von kontaminierten Bereichen (Schwarzbereich) wie der Fahrzeughalle und reinen Bereichen wie z. B. Küche und den Ruheräumen (Weißbereich) zu realisieren. Weiterhin fehlen mittlerweile Räumlichkeiten (Ruhe- und Sanitärräume) zur Unterbringung von Einsatzkräften. Gänzlich fehlen Duschen, Sanitäranlagen und separate Umkleidebereiche für weibliches Personal. Aufgrund der Beschaffenheit und Größe der aktuellen Einsatzfahrzeuge entsprechen auch die vorhandenen Fahrzeughallen nicht mehr den Anforderungen. Der aktuelle Bedarf beläuft sich auf 8 Einstellmöglichkeiten. Der Bestand entspricht hinsichtlich Größe und Beschaffenheit sowie Zugänglichkeit (Größe der Rolltore) nicht mehr der Norm und den aktuellen Anforderungen.

Darüber hinaus kann den gestiegenen Anforderungen an eine Lehrrettungswache nicht mehr entsprochen werden, so dass mittelfristig – ohne Anpassung der Rahmenbedingungen - mit einer Schließung der Lehrrettungswache durch die Kostenträger gerechnet werden muss.

Geplante Baumaßnahmen

Neubau Rettungswache

Mit einem Umbau im Bestand können die Anforderungen für die Rettungswache nicht erfüllt werden. Somit soll das Gebäude der Rettungswache Sterkrade zurückgebaut und an gleicher Stelle auf dem Grundstück ein Ersatz-Neubau errichtet werden, der den oben aufgeführten aktuellen Anforderungen in Größe und Ausstattung gerecht wird.

 

 

 

Planungsdetails

Erdgeschoss:

Die Rettungswache erhält einen großzügigen Eingangsbereich mit Luftraum. Dieser ist in der Gebäudeecke an der nord-östlichen Seite positioniert und kann als Eingang vom Innenhof und von der Dorstener Straße aus wahrgenommen werden. Im Eingangsbereich befindet sich eine Treppe zur Technikebene und zu den Schulungs- und Sozialräumen im 2. Obergeschoss. Weiterhin gibt es Zugänge zu Büroräumen, Lagerräumen, einem Hausanschlussraum und der Fahrzeughalle.

In der Fahrzeughalle sind Stellplätze für 8 Fahrzeuge vorgesehen. Einer dieser Plätze erhält eine Ausstattung zur Durchführung von Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten. Angebunden an die Fahrzeughalle sind Schwarz-/ Weißbereiche und WC-Anlagen für männliche und weibliche Rettungsfachkräfte. Ein weiteres Treppenhaus zu den oberen Ebenen, welches im Einsatzfall zum schnellen Erreichen der Fahrzeughalle von den Sozialräumen aus genutzt wird, ist ebenfalls angegliedert.

Neben den Stellplätzen der Fahrzeughalle ist eine Anlieferung zu einem großen Lagerraum vorgesehen, sowie Räume für die Sauerstoff-Lagerung und Sauerstoff-Abfüllung mit jeweils direktem Zugang zur Halle.

 

Erstes Obergeschoss:

Das erste Obergeschoss dient als Zwischengeschoss für die Technikräume, sowie zur Unterbringung der RLT-Anlage (Raum-Luft-Technik). Die anderen Bereiche gehören als Luftraum zur unteren Ebene (Fahrzeughalle).

 

Zweites Obergeschoss:

Im zweiten Obergeschoss ist ein großer Schulungsbereich geplant. Dieser lässt sich mittels mobiler Trennwand in zwei separate Schulungsräume aufteilen.

Der Schulungstrakt wird durch ein Büro und ein Materiallager ergänzt. Die WC-Anlagen zum Schulungstrakt werden über den angrenzenden Flur erreicht.  

Im mittleren Bereich des 2.OG ist ein großer Aufenthaltsraum mit Küche vorgesehen. Diese kann auch von den Nutzern des Schulungsraumes in Anspruch genommen werden.

Der westlich gelegene Teil der Räume ist den Ruheräumen und WC-/ Duschanlagen des Fachpersonals vorbehalten. Für den Notarzt/ärztin ist ein separater Raum mit WC und Dusche ausgewiesen. Dies ist ausreichend, da immer nur 1 Notarzt/ärztin während einer Schicht in der Rettungswache anwesend ist.

 

Dach:

Das Dach wird als Retentions-Flachdach ausgeführt (Anforderung: Regenrückhaltung). Auf dem Dach wird eine PV-Anlage aufgestellt. Unterhalb der PV-Anlage ist ein extensives Gründach geplant.

Weiterhin werden auf dem Dach die Außeneinheiten der Wärmeversorgung (Wärmepumpe) und der Lüftungsanlage aufgestellt.

Der Entwurf wurde in der Sitzung des Gestaltungsbeirates am 11.03.2025 durch das beauftragte Büro vorgestellt und erhielt eine positive Rückmeldung. Die formulierten Prüfaufträge und gestalterischen Anregungen haben Berücksichtigung gefunden.

  

Errichtung Raumzellenanlage

Durch den geplanten Abriss der Rettungswache Sterkrade sind die Mitarbeitenden der Rettungswache temporär in andere Räumlichkeiten zu verlagern. Hierfür ist die Beschaffung und Aufstellung einer Raumzellenanlage auf dem Gelände des innenliegenden Parkplatzes geplant worden.

Im Rahmen der Bedarfsermittlung ist deutlich geworden, dass für die Rettungswache neben den Aufenthaltsräumen auch getrennte sanitäre Einrichtungen in den Raumzellen geschaffen werden müssen. Dies führt zu umfangreicheren Erschließungsmaßnahmen. Allerdings kann von den Raumzellen aus die kurze Erreichbarkeit der Einsatzfahrzeuge, die auf dem vorderen Hof aufgestellt werden sollen, nicht gewährleistet werden. Hierdurch kann die Frist zur Erreichung des Einsatzortes nicht eingehalten werden.

Aus diesem Grund soll der Fachbereich 6-1-60/Vorbeugender Brandschutz, der bislang in den Räumlichkeiten der Feuerwache Sterkrade arbeitet, in den Raumzellen untergebracht werden. Ein Umzug in das Technische Rathaus Sterkrade oder Rathaus Sterkrade wurde vorab geprüft, aufgrund der bestehenden Entfernung zur Feuerwache Sterkrade und mit Blick auf die betrieblichen Abläufe ist hiervon jedoch Abstand genommen worden.

 

 

Umbauarbeiten Büros Feuerwache

Zur Unterbringung der Mitarbeitenden der Rettungswache Sterkrade im Gebäude der Feuerwache II werden die frei werdenden Räumlichkeiten so umgebaut, dass sie den Anforderungen für den Rettungsdienst entsprechen. Sobald der Neubau errichtet ist, kann der Rettungsdienst wieder aus der Feuerwache II ausziehen.

Des Weiteren müssen im Anschluss der Fertigstellung des Ersatz-Neubaus Umbauarbeiten im Bereich des Löschzuges erfolgen, die schon im Brandschutzbedarfsplan 2019 aufgeführt wurden. Zur Realisierung der Umbauten werden die Einsatzkräfte des Löschzuges anderweitig – aber in unmittelbarer Nähe zur Fahrzeughalle – untergebracht werden müssen. Hier empfiehlt sich die weitere Nutzung der geplanten Raumzellenanlage. Durch die längerfristige Nutzung der Raumzellenanlage von mindestens zwei Jahren nähern sich die Mietkosten den Kosten für einen Erwerb an., sodass – mit Blick auf eine etwaig notwendige Nutzungsverlängerung – ein Kauf zu favorisieren ist.

Finanzielle Situation

Kostenaufstellung:

Neubau                                                                         9.200.000,00 EUR

Bauindexsteigerung+Toleranzrahmen/Puffer               1.700.000,00 EUR

HOAI-Kosten                                                                2.000.000,00 EUR

Raumzellenkauf                                                              950.000,00 EUR

Erschließung                                                                   350.000,00 EUR

Umbauarbeiten                                                               165.000,00 EUR

Gesamtkosten                                                           14.365.000,00 EUR

                                                                                

 

Die Gesamtkosten der Neubaumaßnahme und für den Kauf der Raumzellenanlage einschließlich Erschließung und Gründung sowie der baulichen Maßnahmen im Gebäudetrakt des Bereiches „Vorbeugender Brandschutz“ belaufen sich auf insgesamt 14.365.000,00 EUR. In der Berechnung sind eine Index-Steigerung und ein Puffer in Höhe von 1.700.000,00 Euro berücksichtigt.

Die berechneten Baukosten betragen 10.900.000,00 EUR zzgl. rund 2.000.000,00 EUR HOAI. Diese im Vergleich zu schon bestehenden Rettungswachen Nord und Süd höheren Kosten resultieren aus dem erhöhtem Raumbedarf. Im Gegensatz zu diesen kleinen Rettungswachen mit zurzeit nur einem untergebrachten Einsatzfahrzeug sind auf der Rettungswache Sterkrade 8 Einsatzfahrzeuge untergebracht. Des Weiteren ist durch den notwendigen Schulungsbereich und den entsprechend der Größe vorhandenen Aufenthalts- und Unterkunftsräumlichkeiten ein erheblich höherer Kostenaufwand im Vergleich zu den Rettungswachen Nord und Süd zu erwarten. Die Erfahrungen aus den Errichtungen der Rettungswachen Nord und Süd sind bei der Kostenberechnung mit eingeflossen. Der Anteil des Kostenposten „Abriss des Altgebäudes“ ist in den Neubaukosten inkludiert.

Die Kosten für den Kauf der Raumzellen betragen ca. 950.000,00 Euro. Die Erschließungskosten wurden in Höhe von 350.000,00 Euro berechnet, somit betragen die Gesamtkosten insgesamt 1.300.000,00 Euro für die temporäre Unterbringung der Mitarbeitenden.

Die Kosten für den notwendigen Umbau im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes betragen voraussichtlich 165.000,00 Euro.

Der Baubeginn des Neubaus soll im Sommer 2026 erfolgen. Mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme wird im 2. Halbjahr 2028 gerechnet. Der Mittelabfluss der Planungskosten für das Jahr 2025 wird ca. 660.000,00 Euro betragen. Der Mittelabfluss des Ankaufes der Raumzellenanlage ist auf Grund der langfristigen Lieferzeiten und der noch benötigen Ausschreibung in 2025 nicht zu erwarten. Der HH-Ansatz für das HH-Jahr 2025 ist somit auskömmlich.

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Anlagen

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