Berichtsvorlage - M/17/6771
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht zum Antrag der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Oberhausen gemäß § 2 der Geschäftsordnung für den Rat der Stadt: „Sachstandsbericht zum Naturlehrpfad“
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umwelt
- Bearbeitung:
- Markus Werntgen-Orman
- Verantwortung:
- Herr Werntgen-Orman, Herr Dr. Palotz
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Sterkrade
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
12.06.2025
| |||
|
●
Geplant
|
|
Umweltausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
25.06.2025
|
Sachverhalt
Der ursprünglich 1969 errichtete Naturlehrpfad im Hiesfelder Wald mit 34 Informationsschildern ist bereits 2006 einmal mit Hilfe von Spendengeldern und in Zusammenarbeit zwischen Biologischer Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR), der Forstbehörde, dem NABU, der Station Umwelt und Natur Oberhausen (STAUN) und der Fachverwaltung erneuert worden.
19 Jahre später hat die die Verwaltung aufgrund eines Antrages in der Bezirksvertretung Sterkrade die BSWR beauftragt im Rahmen Ihrer Tätigkeit im lokalen und regionalen Natur- und Artenschutz den Zustand und die Aktualität des Naturlehrpfades zu überprüfen und Ideen für eine Erneuerung zu erarbeiten.
In diesem Rahmen hat am 01.04.2025 ein Auftakttermin zum Vorhaben „Ertüchtigung des Naturlehrpfades im Hiesfelder Wald“ mit Vertreterinnen und Vertretern der Bezirksvertretung Sterkrade, der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet e. V. (BSWR), der Servicebetriebe Oberhausen sowie der Unteren Naturschutzbehörde stattgefunden, indem gemeinsame Vorstellungen, Ziele und Vorgehensweisen erarbeitet wurden. Dies wurde in einem weiteren Termin am 06.05.2025 konkretisiert.
Der Naturlehrpfad ist erkennbar in die Jahre gekommen: Von insgesamt 45 Holztafeln sind nur noch 17 auffindbar, die 13 Infotafeln sind ausgeblichen, korrodiert und teilweise beschädigt. Die Gestaltung der Tafeln ist kontrastarm und entspricht nicht mehr den aktuellen Ansprüchen an die Barrierefreiheit.
Grundsätzlich angestrebt wird eine Reduktion der Inhalte, das Aufgreifen aktueller Themen (z. B. Klimawandel, Salamanderpest), die Einbindung moderner Methoden zur Informationsvermittlung (z. B. Anbindung digitaler Inhalte über QR-Codes, die fortlaufend aktualisiert und an die jeweilige Jahreszeit angepasst werden können) sowie eine verbesserte Lesbarkeit durch eine kontrastreiche Darstellung der Inhalte. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde außerdem von Vertretern der Bezirksvertretung Sterkrade vorgeschlagen, die vorhandenen Trägersysteme weiter zu nutzen und die neuen Informationstafeln und anderen Elemente dort zu integrieren.
Der Naturlehrpfad soll von aktuell drei auf zwei Routen reduziert werden und dabei die thematischen Schwerpunkte „Tiere“ und „Pflanzen“ behandeln. Erstere erhält eine Eingangstafel mit einer Erläuterung zu dem Naturlehrpfad sowie eine Einleitung zu den Besonderheiten des Hiesfelder Waldes und einem Verhaltenskodex in dem Naturschutzgebiet. Weitere Tafeln werden unter anderem den „Lebensraum Totholz“, „Gewässer und Amphibien“ und „Höhlenbewohner“ zum Thema haben, teilweise mit interaktiven Elementen, wie z. B. QR Codes, Drehelemente oder Rätsel-Stationen, die insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen sollen.
Die Route mit dem Schwerpunkt „Pflanzen“ erhält ebenfalls eine Eingangstafel. Die weiteren Informationstafeln thematisieren unter anderem „Bäume des Waldes“, den „Klimawandel und Biodiversitätsverlust“ sowie die bestehende Naturwaldzelle. Besonderheiten dieser Route sind der Citizen Science-Weg, der Besucherinnen und Besucher animieren soll, Pflanzen am Wegesrand über eine App zu bestimmen sowie die Möglichkeit sich eine Geschichte zum Hiesfelder Wald anzuhören.
Gemäß einer ersten Kostenschätzung liegen diese insgesamt bei ungefähr 80.000 EUR. Dies beinhaltet u.a. sechs große und zehn kleine Informationstafeln, eine Drehtafel, eine Horchbox sowie 20 QR-Codes oder NFC-Chips. Darüber hinaus sind die Kosten für Grafik und Design durch ein externes Büro sowie einen Metallbauer für die Wiederverwendung der Trägersysteme enthalten. Die inhaltliche Bearbeitung durch die BSWR wird hingegen über den bestehenden Arbeits- und Maßnahmenplan finanziert.
Die Finanzierung des Naturlehrpfades soll, wie bei der letzten Überarbeitung im Jahr 2006, mit Hilfe von Sponsoren erfolgen. Außerdem wird durch die Fachverwaltung der Abruf von Fördermitteln geprüft.
Ausblick
Es fand ein erster Abstimmungstermin der Fachverwaltung und der BSWR mit dem Flächeneigentümer, dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, statt. Dieser steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber und wird bei der weiteren Planung und Umsetzung beteiligt.
Im Juni 2025 findet ein weiterer Abstimmungstermin mit oben genanntem Teilnehmendenkreis statt, um die Inhalte und Gestaltung des Naturlehrpfades vor allem auch bezogen auf mögliche weitere Hinweise aus der Politik zu bearbeiten.
Angestrebt wird im Anschluss ein Beschluss zur Erneuerung des Naturlehrpfades in der Sitzung der Bezirksvertretung Sterkrade am 11.09.2025 sowie eine Präsentation zur Kenntnisnahme in der Sitzung des Umweltausschusses am 17.09.2025 und des Naturschutzbeirats am 25.09.2025.
Die weitere Bearbeitung und Finalisierung der Inhalte der Informationstafeln, die Vergabe der externen Leistungen sowie die Umsetzung der Maßnahme soll im Laufe des Jahres 2026 stattfinden sodass dann die Eröffnung des erneuerten Naturlehrpfades im Sommer 2027 stattfinden soll.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
693,8 kB
|
