Berichtsvorlage - M/17/6598
Grunddaten
- Betreff:
-
Ergebnisse der Krankenhausplanung NRW auf Grundlage § 8 Abs. 1 des
Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) sowie § 16 Abs. 1 des Krankenhausgestaltungsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen (KHGG NRW) – Auswirkung in Oberhausen
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Gesundheit
- Bearbeitung:
- Simon Bodendieck
- Beteiligt:
- Dezernat 2 / Soziales, Gesundheit, Wohnen und Recht
- Verantwortung:
- Frau Dr. Weber, Herr Motschull
- Konsequenzen:
- Drucksache hat keine finanziellen Konsequenzen; Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Drucksache hat keine klimatischen Konsequenzen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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13.05.2025
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Erledigt
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Bezirksvertretung Osterfeld
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Kenntnisnahme
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17.06.2025
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Sachverhalt
Infolge der Krankenhausstrukturreform des Bundes, ergaben sich auch vor Ort in Oberhausen Veränderungen.
Auswirkung der Krankenhausplanung in Oberhausen
Ziel der Krankenhauplanung ist eine bestmögliche Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten zu erreichen. Dabei müssen Behandlungsschwerpunkte gebildet werden, um vorhandene Ressourcen optimiert zu nutzen und qualifizierte Behandlungen anbieten zu können.
In Oberhausen werden auch nach weitgehend abgeschlossener Krankenhausreform, alle wichtigen Leistungen der Routineversorgung vor Ort weiterhin zur Verfügung stehen. Da wir außerdem in einem Ballungsgebiet leben, sind „spezielle“ Leistungen auch außerhalb der Stadtgrenzen örtlich nah und zeitlich schnell erreichbar.
Konkret ergeben sich folgende Auswirkungen der Krankenhausplanung in Oberhausen:
Notfallversorgung:
Die Notfallversorgung vor Ort ist selbstverständlich weiterhin sichergestellt, da in den Krankenhäusern schlagkräftige Notfallaufnahmen vorhanden sind. Außerdem stehen für eine intensivmedizinische Versorgung drei Intensivstationen (AMEOS Klinikum St. Clemens, Evangelisches Krankenhaus Oberhausen, Helios St. Elisabeth Klinikum Oberhausen) zur Verfügung.
Ein Stroke Unit (AMEOS Klinikum St. Clemens) versorgt zeitnah die bei Schlaganfall betroffenen Patienten vor Ort.
Auch Herzkatheter-Angebote sind weiterhin in den Häusern vor Ort verfügbar.
Eine psychiatrische Notversorgung (über das Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG)) ist über das Johanniter Krankenhaus Oberhausen und das AMEOS Klinikum St. Josef Krankenhaus gesichert.
Regelversorgung:
Die reguläre Versorgung der Patienten und Patientinnen ist weiterhin durch allgemeine chirurgische und internistische Angebote sowie die gynäkologische und urologische Versorgung, die Kinder- und Jugendheilkunde, die Neurologie und Geriatrie vor Ort in Oberhausen gesichert.
Die Regelversorgung psychiatrischer Patienten und Patientinnen wird weiterhin durch das Johanniter Krankenhaus Oberhausen und das AMEOS Klinikum St. Josef sichergestellt.
Veränderungen:
Die größten Veränderungen vor Ort ergeben sich unter anderem durch die Schließung des AMEOS Klinikums St. Marien in Oberhausen. Ob diese Örtlichkeiten perspektivisch genutzt werden, um andere Angebote gesundheitlicher Art zur Verfügung stellen zu können bedarf einer intensiven Prüfung.
Kompensatorisch stehen Angebote der Inneren Medizin und der Geriatrie an den anderen Häusern in Oberhausen zur Verfügung.
Außerdem entfallen die Hüft- und Knieendoprothetik im AMEOS Klinikum St. Clemens und im Helios St. Elisabeth Klinikum Oberhausen. Dieses Angebot steht weiterhin im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen zur Verfügung.
Dem AMEOS Klinikum St. Clemens Oberhausen und dem Evangelischen Krankenhaus Oberhausen wurde die Berechtigung entzogen tiefe Rektumeingriffe und Pankreasoperationen (beides v. a. im Rahmen von tumorchirurgischen Fällen vorkommend) durchzuführen, da dies zukünftig in speziell dafür ertüchtigten Krankenhäusern erfolgen soll. Angebote hierzu finden die Oberhausener Bürgerinnen und Bürger in Essen und Mülheim. Dabei handelt es sich um hochkomplexe Behandlungen, die infolge einer schlechten Erkrankungsprognose unbedingt in darauf spezialisierten Schwerpunktzentren erfolgen sollten. Die Behandlungen sind immer geplant und erfolgen nie „notfallmäßig“.
Gleiches gilt für die Behandlung von Ovarialkarzinomen. Die Zulassung hierzu erhielt das Evangelischen Krankenhaus Oberhausen nicht. Patientinnen müssen zukünftig nach Essen ausweichen.
Dem Evangelischen Krankenhaus Oberhausen wurde die Zulassung des Diabeteszentrums genommen. Das Angebot einer Diabetologie ist aber weiterhin im AMEOS Klinikum St. Clemens verfügbar.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Endoprothetik der großen Gelenke (Knie/Hüfte) infolge der Krankenhausreform innerstädtisch zum Evangelischen Krankenhaus Oberhausen verlagert wurde.
Schwere Tumorerkrankungen mit tendenziell schlechter Prognose müssen in Schwerpunktzentren behandelt werden (Rektumkarzinom /Pankreaskarzinom /Ovarialkarzinom). Die Behandlungsorte befinden sich in erreichbarer Nähe in Essen und Mülheim.
Obwohl die Behandlung der o. g. Erkrankungen nun mit (geringfügig) längeren Wegstrecken verbunden ist, ist davon auszugehen, dass die erhöhte Behandlungsqualität hinsichtlich des Patienteninteresses überwiegt.
Wartezeiten sind nach Ablauf der Übergangsfristen (31.12.2025) und nach abzuwartendem Ausgang eventueller Klageverfahren der Häuser bei Hüft- und Kniegelenksersatz möglicherweise gegeben. Dabei handelt es sich um planbare und weniger dringliche Operationen.
Bezüglich der Behandlung von Tumorerkrankungen ist aufgrund der eher niedrigen Fallzahlen (Rektumkarzinom: 25.000 Fälle/Jahr; Ovarialkarzinom: 7.200 Fälle /Jahr in Deutschland), die Zentralisierung mit der damit einhergehenden besseren Behandlungsexpertise geboten. Von Wartezeiten ist hier nicht auszugehen. (Vergleich: Anzahl geplanter Hüftgelenksersatz: rund 270.000 im Jahr 2023)
Die Diabetesversorgung ist nicht nur durch das vor Ort vorhandene Zentrum im St. Clemens Krankenhaus, sondern auch durch Haus- und Fachärzte gewährleistet.
Die Schließung des AMEOS Klinikum St. Marien in Oberhausen, mit Wegfall der Geriatrie und Inneren Medizin, wird innerhalb von Oberhausen durch erhöhte (Fall-)Zuweisung in andere Häuser kompensiert.
