Berichtsvorlage - M/17/6616
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht Förderprogramm "kinderstark – NRW schafft Chancen“ 2025
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Chancengleichheit
- Bearbeitung:
- Stefanie Nitschke
- Beteiligt:
- Kinder, Jugend und Familie
- Verantwortung:
- Frau Pietrasch, Herr Roth, Frau Barzel, Herr Jehn, Herr Schmidt
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Schulausschuss
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Kenntnisnahme
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08.05.2025
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●
Geplant
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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14.05.2025
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Erledigt
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Gleichstellungsausschuss
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Kenntnisnahme
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04.06.2025
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Bezug
Beschluss des Rates vom 14.09.2020, Drucksache B/16/5874-01
Zur Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss am 03.05.2021, Drucksache M/17/0598-01
Zur Kenntnisnahme Gleichstellungsausschuss am 03.03.2022, Drucksache M/17/1634-01
Zur Kenntnisnahme Jugendhilfeausschuss am 23.08.2023, Drucksache
M/17/3656-01
Zur Kenntnisnahme Gleichstellungsausschuss am 05.06.2024, Drucksache
M/17/3656-01
Sachverhalt
Am 28. Januar 2025 wurden Mittel zum Aufbau kommunaler Präventionsketten für das Förderprogramm: „kinderstark – NRW schafft Chancen“ vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) - Landesjugendamt weiterbewilligt. Die Gesamtkosten betragen laut Finanzierungsplan für den Zeitraum vom 01.01.2025 bis 31.12.2025 insgesamt 289.503,75 EUR.
„kinderstark – NRW schafft Chancen“ 2025
Die Zuwendung vom LVR - Landesjugendamt für dieses Projekt beträgt 231.603,00 EUR. Der von der Stadt Oberhausen zu leistende Eigenanteil in Höhe von 57.900,75 EUR wird anteilig aus den Personalkosten der Stelle Koordination Präventionsketten und durch Mittel aus dem Haushalt der Erzieherischen Hilfen zur Initiierung von präventiven Angeboten bereitgestellt.
Tabelle: Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Förderbausteine 2025
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Gesamtkosten: |
289.503,75 EUR |
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Handlungsfeld 1: Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation |
40.212,02 (Koordination Präventionskette)
77.588,89 („Guter Start NRW“) |
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Handlungsfeld 2: Familiengrundschulzentrum |
32.704,80 |
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Handlungsfeld 3: Lotsendienst Geburtskliniken |
10.000,00 |
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Handlungsfeld 6: Ausbau aufsuchender Angebote |
128.998,04 |
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Summe |
289.503,75 |
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Eigenanteil 20% * |
57.900,75 |
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Fördersumme |
231.603,00 |
* Der Eigenanteil wird durch die Finanzierung der anteiligen Stelle der Netzwerkkoordination Kommunale Präventionsketten durch den Haushalt der Stadt Oberhausen in Höhe von 40.212,02 € abgebildet. Darüber hinaus können Mittel aus dem Haushalt der Erzieherischen Hilfen zur Initiierung von präventiven Angeboten im Rahmen des beantragten Projektes zur Deckung des weiteren Eigenanteils in Höhe von 17.688,73 € genutzt werden.
Allgemeine Erläuterungen
Durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) wurde am 13.12.2024 ein Aufruf zur Einreichung von Anträgen auf Projektförderung zum Aufbau und zur Stärkung kommunaler Präventionsketten veröffentlicht. Antragsberechtigt sind alle Kommunen mit angehörigem Jugendamt in NRW.
Ziel der Landesregierung ist es, die Chancen auf ein gelingendes Aufwachsen sowie gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, in dem Kommunen beim Aufbau kommunaler Präventionsketten unterstützt werden. Dafür stellt das Land über den Projektaufruf „kinderstark – NRW schafft Chancen“ bereits seit 2020 jedes Jahr ca. 15 Millionen Euro zur Verfügung. Der Projektaufruf für 2025 ist der sechste Aufruf im Rahmen des Programms „kinderstark – NRW schafft Chancen“. Das Programm soll eine auf Dauer angelegte Stärkung kommunaler Prävention mit Unterstützung der Landesregierung darstellen, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers für künftige Haushaltsjahre.
Gefördert werden vorrangig strukturbildende Maßnahmen zur Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung in Hinblick auf die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien. Darüber hinaus werden Projekte gefördert, die die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen verbessern. Die Förderung soll für präventive Projekte eingesetzt werden, die insbesondere darauf abzielen, die negativen Folgen von Kinderarmut zu bekämpfen. Um möglichst alle (werdenden) Eltern, Kinder und Jugendliche zu erreichen, können diese Projekte an Regelinstitutionen wie Geburtskliniken, ärztlichen Praxen, Familienzentren, Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen angeboten werden. Die Förderung hat das Ziel, erfolgreich bewährte Ansätze künftig in die Kommunalen Präventionsketten zu integrieren und zu verstetigen.
Seitens des Fördermittelgebers können Mittel für sechs unterschiedliche Handlungsfelder eingesetzt werden:
- Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation
- Förderung von Familiengrundschulzentren
- Lotsendienste in Geburtskliniken
- Lotsendienste in Kinder- und Jugendarztpraxen oder gynäkologischen Arztpraxen
- Kommunale Familienbüros
- Ausbau aufsuchender Angebote
Die Stadt Oberhausen beteiligt sich 2025 mit Maßnahmen in den Handlungsfeldern 1, 2, 3 und 6.
Die landesweite Fördersumme wird durch einen Verteilerschlüssel auf die Kommunen aufgeteilt: Orientiert am Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 4 Jahren bis 17 Jahren, die im SGB II-Leistungsbezug leben und damit von Kinderarmut bedroht sind. Für die Stadt Oberhausen ergibt sich daher ein maximaler Förderbetrag von 231.603,00 EUR. Zusätzlich ist ein Eigenanteil von mindestens 20 Prozent des Gesamtvolumens zu erbringen.
Der am 20.12.2024 beim LVR-Landesjugendamt eingereichte Antrag enthält die nachfolgend beschriebenen Bausteine, deren Gesamtkosten 289.503,75 EUR betragen. Demnach erhält die Stadt Oberhausen für die Zeit vom 01.01.2025 bis 31.12.2025 die maximale Zuwendung in Höhe von 231.603,00 EUR. Zusätzlich hat die Stadt Oberhausen einen Eigenanteil von 57.900,75 EUR zu erbringen.
Maßnahmen zum Förderaufruf „kinderstark – NRW schafft Chancen“
Die Bereiche 0-4/Chancengleichheit, 3-1/Kinder, Jugend und Familie und 3-3/Schule haben, wie bereits bei den vorangegangenen Förderaufrufen, gemeinsame Überlegungen zu den Förderbereichen vorgenommen und die unten skizzierten Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“ beantragt. Es handelt sich um die Fortführung der Maßnahmen der letzten Förderaufrufe.
Handlungsfeld 1 – Stärkung der kommunalen Vernetzung
Die Stelle der Netzwerkkoordination ist in Oberhausen mit der Teilnahme am Projekt „Kein Kind zurücklassen“ durchgehend schon seit 2012 besetzt. Seit März 2023 ist die Stelle mit einer Diplom Sozialwissenschaftlerin besetzt.
Im Jahr 2024 konnte der Ausbau der bestehenden Netzwerkstrukturen sowie die interne Steuerung des Projektes „kinderstark – NRW schafft Chancen!“ vorangetrieben werden. Die inhaltliche Ausgestaltung der Netzwerkkoordination fokussierte sich erneut stärker auf die Kernpunkte der kommunalen Präventionskette: Die Sichtbarmachung des Netzwerks, die Gestaltung von Übergängen im Leben von Kindern und Jugendlichen, die Identifikation von Lücken und das Denken vom Kind her. Die „Projektgruppe Prävention“ hat sich in einem methodisch gesteuerten Prozess mit ihren Strukturen auseinandergesetzt und einen gemeinsamen Vorschlag zur Neuausrichtung der Steuerungsstrukturen erarbeitet. In der Projektgruppe sind Vertreter:innen aller relevanten Bereiche versammelt, wobei auf der Ebene der Planer:innen und Koordinator:innen gearbeitet wird. Obwohl die Arbeitsgruppe keine direkte Entscheidungsgewalt hat, spielt sie eine wichtige Rolle bei der bereichsübergreifenden Vermittlung und dem internen Austausch zur Vorbereitung von Maßnahmen. Die gemeinsame Arbeit in der Arbeitsgruppe zur kommunalen Präventionskette wurde grafisch dargestellt.
Die Koordination liegt bei der Netzwerkkoordinierenden der Präventionskette in Zusammenarbeit mit der Netzwerkkoordination der Frühen Hilfen. Inhalte werden in gemeinsamer Abstimmung in die Projektgruppe eingebracht. Hier wird sowohl auf strategischer Ebene an strukturellen Bedarfen gearbeitet als auch die Möglichkeit geboten, tiefer in die Praxis einzutauchen, Themen und Projekte auf operativer Ebene zu besprechen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Vorschläge werden anschließend durch die Koordinierenden mit der Jugendhilfeplanung abgestimmt, die relevante Informationen in die Strukturen der Arbeitsgruppe einbringen. Die dritte Ebene der Kommunalen Präventionskette Oberhausen – das Netzwerk – bringt künftig regelmäßig alle relevanten Akteure außerhalb der Verwaltung zusammen. Ziel ist es, Bedarfe zu erkennen, Transparenz über Angebote und Zuständigkeiten zu schaffen, Lösungsansätze zu entwickeln und Doppelstrukturen zu vermeiden.
Im Jahr 2025 soll diese Netzwerkebene durch die Projektgruppe Prävention weiter ausgebaut werden. Eine Unterarbeitsgruppe wurde gegründet, um die Umsetzung einer Präventionskonferenz zu planen, bei der das Netzwerk zusammenkommen soll.
Logoentwicklung
Die Netzwerkkoordinierende hat ein Logo entwickelt, um die Kommunale Präventionskette Oberhausen sichtbarer und wiedererkennbar zu machen. Künftig soll es neben dem Kinderstark-Logo auf Publikationen und Produkten verwendet werden.
Handlungsfeld 1 – Familien-Navigator („Guter Start NRW“)
Seit 2016 stellt das Land NRW das Online-System „Guter Start NRW“ zur Verfügung. Oberhausen nutzt es seit 2021 im Rahmen von kinderstark. Der Aufbau des Familien-Navigators begann mit einem Fokus auf die Altersgruppe 0–3 Jahre. Technische Anpassungen, rechtliche Klärungen und Schnittstellenfragen prägten die Anfangsphase. Der Relaunch 2025 zielt nun auf eine umfassende Plattform für alle Altersgruppen bis 18 Jahre.
Nach krankheitsbedingtem Personalwechsel wird das Portal ab 2025 systematisch zum umfassenden Such- und Informationsportal für Familien mit Kindern bis 18 Jahren sukzessive ausgebaut. Dazu zählen:
- konzeptionelle Weiterentwicklung
- Einbindung neuer Anbieter
- Öffentlichkeitsarbeit und digitale Schnittstellenoptimierung
Handlungsfeld 2 - Familiengrundschulzentren
2020 wurde das erste Familiengrundschulzentrum an der Concordiaschule eröffnet. In den Folgejahren folgten weitere Schulen, insbesondere in belasteten Sozialräumen. Seit 2021 wird die Weiterentwicklung systematisch begleitet, auch über kommunale Gremien und eine eigene Koordinierungsstelle. Ergänzende Förderungen durch das MSB runden das Programm. Seit 2023 werden auch Bewegungs- und Gesundheitsangebote gezielt integriert.
An den Standorten Adolf-Feld-Schule und Ruhrschule wurden bewährte Angebote fortgeführt und durch Bewegungsprojekte (Radfahren, Pedalos) für Eltern und Kinder erweitert. Die Zusammenarbeit mit OGS, Kitas, Trägern und Fachstellen wurde intensiviert. Elterncafés, Kreativangebote, Medienbildung, Gesundheitsförderung und Missbrauchsprävention bildeten weiterhin die Schwerpunkte. Die Projekte zeigen hohe Akzeptanz (z. B. Wartelisten bei Kochkursen).
2025 ist eine Verstetigung dieser Angebote vorgesehen.
Handlungsfeld 3 – Lotsendienste in Geburtskliniken
Im Jahr 2020 wurde der Oberhausener Lotsendienst im Rahmen eines Vernetzungskonzepts zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe weiterentwickelt. Seit 2021 ist der Dienst an beiden Geburts-, Kinderkliniken und bei Bedarf Psychiatrien aktiv. Im Jahr 2024 wurden insgesaqmt 3279 Familien erreicht, davon haben 624 Familien eine Kurberatung in der Klinik angenommen. Es wurden zudem 50 Familien durch die (aufsuchende) Einzelfallberatung im Rahmen der weiterführenden Begleitung on Familien erreicht. Die Mittel aus kinderstark werden zur Umsetzung des Lotsendienstes am AMEOS Klinikum verwendet. Im Jahr 2024 wurden 910 Familien durch die Lotsinnen im AMEOS Klinikum St. Clemens erreicht. Die Gespräche (675 auf der Wöchnerinnen-, 230 auf der Kinderstation) zeigten vielfältige Unterstützungsbedarfe. In über 620 Fällen wurde individuell beraten, bei 268 Kontakten eine gezielte Weitervermittlung vorgenommen.
Für 2025 ist eine qualitative Weiterentwicklung der Kooperationen (Themenschwerpunkte Migration und Behinderung), der Einsatz eines Übersetzungsgeräts sowie die Qualitätssicherung durch Feedbackmechanismen vorgesehen. Die Nachfrage bestätigt die Relevanz des Angebots.
Handlungsfeld 6 – Wir im Revier (ehem. Vier im Revier)
2020 startete das Projekt unter dem Titel „Vier im Revier“ in vier Familienzentren. Nach erfolgreicher Evaluation durch das ISS wurde das Projekt 2023 auf zwölf Zentren ausgeweitet.
Der neue Titel „Wir im Revier“ betont die Skalierung und einheitliche Projektarchitektur. Die Projektstruktur wurde stetig angepasst um den Baustein der Frühen Hilfen ergänzt und mit Akteuren der Bildungslandschaft und Quartiersarbeit verknüpft.
Das 2024 ausgeweitete Projekt „Wir im Revier“ hat sich als wichtiger Baustein der Kinderarmutsprävention etabliert. Durch die niedrigschwellige Lotsenberatung in nun 12 Familienzentren sowie bedarfsorientierte Eltern-Kind-Angebote (z. B. Spiel-, Bewegungs- oder Themengruppen) konnten zahlreiche Familien erreicht werden.
2025 liegt der Fokus auf der Verstetigung der Strukturen und der sozialräumlichen Feinsteuerung, gestützt durch Austauschformate und Fachtage.
Die Umsetzung zeigt: „kinderstark – NRW schafft Chancen“ wirkt. Das Förderprogramm ermöglicht nachhaltige Strukturen, zielgruppengenaue Angebote und eine lebendige Präventionslandschaft in Oberhausen – nah an den Bedarfen, interdisziplinär und im Dialog mit Familien und Fachkräften.
