Berichtsvorlage - M/16/1140-01
Grunddaten
- Betreff:
-
HSP 2012 ff., Maßnahme 115, Konzeption zur Neugestaltung der Sportstättenlandschaft (Sportstättenkonzeption) hier: Bericht Sporthallenkonzeption der Forschungsstelle Kommunale Sportentwicklungsplanung, FoKoS, der Bergischen Universität Wuppertal
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Sport
- Bearbeitung:
- Sigrid Kramp
- Verantwortung:
- H.-B. Reuschenbach
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Sportausschuss
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Beschlussfassung
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29.10.2015
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Was wurde bisher veranlasst
Im Zusammenhang mit der Aufstellung des Haushaltssanierungsplans 2012 ff. beschloss der Rat der Stadt im Jahr 2012, die durch die Bezirksregierung genehmigte Sportplatzkonzeption unter Einbeziehung der Sporthallen zu einer nachhaltigen Sportanlagenkonzeption weiter zu entwickeln (HSP-Maßnahme 115).
Im Jahr 2014 beauftragte die Verwaltung die Forschungsstelle Kommunale Sportentwicklungsplanung (FoKoS) der Bergischen Universität Wuppertal mit der Erarbeitung einer Sporthallenkonzeption. In den Jahren 2014 und 2015 führte die FoKoS umfangreiche Untersuchungen im Bereich der „gedeckten“ Oberhausener Sportstätten „Großsporthallen (2-fach und 3-fach Hallen), Turnhallen und Gymnastikräume“ durch. Hierzu wurden der FoKoS von Seiten der Verwaltung und der OGM GmbH die entsprechenden Basisdaten zur Verfügung gestellt (Hallenbelegungspläne, Anzahl der Sportvereine, Schülerstatistiken, durchgeführte und anstehende Sanierungsmaßnahmen in Sport- und Turnhallen u. a.). Die mit der FoKoS geführten Gespräche fanden unter Beteiligung des Stadtsportbundes, des Bereichs Schule, des Ausschusses für den Schulsport und des Bereiches 2-5/Sport statt.
Ein Zwischenbericht zur Sporthallenkonzeption wurde dem Sportausschuss in der Sitzung am 11.12.2014 vorgelegt. Im Rahmen dieser Sitzung erläuterte der Vertreter der FoKoS, Herr Wulf, den schriftlich vorgelegten Bericht an Hand einer Präsentation.
Der im September 2015 vorgelegte Schlussbericht der FoKoS - siehe Anlage 1 - wird am 29.10.2015 durch den Mitarbeiter der Uni Wuppertal, Herrn Wulf, in der Sitzung des Sportausschusses näher erläutert.
Vorab weist die Verwaltung darauf hin, dass der Bericht mit den darin enthaltenen Informationen und Daten auf der Grundlage der im Schuljahr 2014/2015 vorgefundenen Situation in den Sport- und Turnhallen sowie in den Gymnastikräumen der Stadt Oberhausen gefertigt wurde.
Entwicklungen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Flüchtlingen in Oberhausen, Stand 30.09.2015
Aufgrund des sehr starken Zustroms von Flüchtlingen in den vergangenen Wochen und der damit verbundenen Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft und mehrerer Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes wurden in den Monaten August und September Turnhallen für diesen Zweck umgestaltet und stehen dem Sport seitdem nicht mehr zur Verfügung.
Neben der Turnhalle der ehemaligen Tackenbergschule, die bereits zu Beginn des Jahres 2015 zur Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wurde, gilt dies seit dem Sommer d. J. auch für die Turnhallen der ehemaligen Fröbelschule (seit 20.07.2015), der Stötznerschule (seit 27.08.2015) und für die Turnhalle der ehemaligen Hauptschule Eisenheim (seit 07.09.2015).
Aufgrund der aktuellen Hinweise auf weitere, in großer Zahl in Deutschland ankommende Flüchtlinge, ist nicht damit zu rechnen, dass die genannten Turnhallen in absehbarer Zeit wieder für den Sportbetrieb zur Verfügung stehen.
Die Verwaltung hat sich sofort nach Bekanntwerden der Notwendigkeit, die Turnhallen zur Aufnahme von Flüchtlingen umzurüsten, um alternative Lösungen für den Sportbetrieb bemüht.
Folgendes konnte hierzu inzwischen für den Schul- und Vereinssport erreicht werden:
a) Schulsport:
Die Turnhalle der ehemaligen Hauptschule Eisenheim wurde zuletzt von Schulklassen der Grundschule Robert-Koch zur Ausübung des Sportunterrichts genutzt. Dieser Schule wurden inzwischen freie Sportzeiten in den Turnhallen Friesenhügel und Osterfelder Heideschule angeboten. Derzeit kümmert sich der Bereich 3-1/Kinder, Jugend, Bildung um weitere Hallenzeiten für den Sportunterricht der Robert-Koch-Schule.
In den Turnhallen der geschlossenen Schulen
-Tackenberg
-Fröbel und
-Stötzner
fand zuletzt kein Schulsportbetrieb mehr statt.
b) Vereinssport:
Die Turnhallen der vier geschlossenen Schulen waren bis zu ihrer Umnutzung als Aufnahmestelle für Flüchtlinge gut durch den Vereinssport ausgelastet.
Soweit es möglich war, konnte den betreffenden Vereinen inzwischen freie Kapazitäten in anderen Turnhallen angeboten werden. Dabei kam der Verwaltung zunächst das noch laufende Sommerhalbjahr zu Gute, weil im Sommerhalbjahr nicht alle zur Verfügung stehenden Hallenzeiten durch die Vereine benötigt werden.
Im Winterhalbjahr 2015/2016 können den Nutzern der umgewidmeten Turnhallen nach derzeitigen Erkenntnissen nicht alle bisherigen Sportzeiten in anderen Hallen zur Verfügung gestellt werden. Dem überwiegenden Teil der betroffenen Vereine konnte jedoch nach zahlreichen Gesprächen geholfen werden.
Im kommenden Winterhalbjahr 2015/2016 sind somit die zur Verfügung stehenden Kapazitäten in Sport- und Turnhallen zu rd. 95 % ausgelastet.
Aufgrund der geschilderten Situation ist es grundsätzlich erforderlich, dass die Vereine in den Sport- und Turnhallen noch „enger zusammenrücken“ als bisher schon geschehen. Dazu gehört auch, dass Vereine Hallenzeiten, die sie aktuell nicht benötigen, der Sportverwaltung zurückgeben, damit sie den Vereinen zur Verfügung gestellt werden können, die aufgrund der Schließung ihrer gewohnten Trainingsstätte einen Bedarf an Hallenzeiten haben. Im Rahmen von durchgeführten Überprüfungen konnten zuletzt einige freie Hallenzeiten ermittelt werden, die inzwischen an Vereine mit Hallenbedarf vergeben wurden.
Den beigefügten Tabellen -siehe Anlage 2- ist zu entnehmen, welche Vereine in andere Sport- und Turnhallen verlegt werden konnten und bei welchen Vereinen dieses leider bisher noch nicht gelang.
Entwicklung seit dem 01.10.2015
Seit dem 01.10.2015 ist auch die Turnhalle Landwehr für den Schul- und Vereinssportbetrieb gesperrt und wird als Aufnahmestelle für Flüchtlinge genutzt. Die Verwaltung bemüht sich, dem betroffenen Schul- und Vereinssport Zeiten in anderen Sport- und Turnhallen zur Verfügung zu stellen.
In Anbetracht von nun im Stadtgebiet bereits fünf für die Aufnahme von Flüchtlingen geschlossenen Turnhallen stellt sich dieses Unterfangen als schwierig dar. Einigen der betroffenen Vereine konnte bereits geholfen werden, bei anderen gelang dies leider bisher noch nicht.
Der Schulsport, der bis zum 01.10.2015 in der Turnhalle Landwehr stattfand, soll nach ersten Recherchen bis auf weiteres in folgenden Turnhallen stattfinden:
Turnhalle Landwehr
Turnhalle Hauptschule Alstaden
Turnhalle des Vereins TUS Alstaden, Sportanlage Kuhle
Nach den Herbstferien wird mit den betroffenen Schulen Weiteres geprüft.
Konzentration des Sportbetriebs in Sporthallen
Neben dem Thema „Umwidmung von Turnhallen zur Aufnahme von Flüchtlingen“ hat der Bereich Sport im Jahr 2015 die Konzentration von Sportarten in bestimmten Sporthallen weiter vorangetrieben. Dies auch deshalb, um einerseits die insgesamt geringer gewordene Sporthallenzeit für Vereine zu kompensieren, andererseits aber auch deshalb, um den Vereinen die Möglichkeit zu eröffnen, ihre Sportarten in weniger Hallen als bisher durchzuführen. Hierdurch ergibt sich für die Vereine ein geringerer Lager- und Tansportbedarf für Geräte und Sportartikel etc. Auch die Identifikation mit der von ihnen genutzten Halle wird dadurch erhöht.
So wurden in den folgenden Sporthallen Sportarten konzentriert:
Sporthalle Schwerpunkt- Vereine
Sportarten
Biefang Handball TV Biefang (am Wochenende zusätzlich)
HC 75 Sterkrade
West Badminton PSV Oberhausen u. DJK Adler Oberh.
Am Förderturm Tischtennis PSV Oberhausen
Handball HSG RWO TV, TB Oberhausen
Gesamtschule Osterfeld Judo u. Badminton Tbd Osterfeld 1911
Hockey OTHC
Fechten Fechtakademie Oberhausen
Tischtennis TTC Osterfeld 2012
Hans-Jansen Handball TB Oberhausen
Hockey OTHC
Willy-Jürissen Basketball NBO
Handball TB Oberhausen
Ost Basketball NBO
Käthe-Kollwitz Berufskolleg Basketball TC Sterkrade 69
Oranienstraße Badminton Spvgg. Sterkrade-Nord
Schmachtendorfer Straße Tischtennis Spvgg. Sterkrade-Nord
Volleyball u. Basketball TV Jahn Königshardt
Karl-Heinz-Pflugbeil Arena Inline-Skater-Hockey Miners Oberhausen
Zusammenfassung/Geplante zukünftige Vorgehensweise
Die FoKoS der Bergischen Universität Wuppertal hat die Oberhausener Sport- und Turnhallenlandschaft über einen Zeitraum eines Schuljahres (2014/2015) intensiv geprüft.
In dem im September 2015 vorgelegten Schlussbericht der FoKoS wird die Situation der Sport- und Turnhallen sowie der Gymnastikräume aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. U. a. bestätigt der Bericht, dass die Sport- und Turnhallen in der Stadt Oberhausen sehr gut ausgelastet sind. Nach der jüngsten Entwicklung mit der Umwidmung von fünf Turnhallen (Aufnahmestellen für Flüchtlingsunterkünfte) ist die Auslastung der verbliebenen Sport- und Turnhallen noch höher geworden.
Da sich die Auswirkungen des demografischen Wandels erst zeitversetzt beim Vereinssport bemerkbar machen, empfiehlt die FoKoS, einen Großteil der Sport- und Turnhallen, die sich an den geschlossenen bzw. zur Schließung vorgesehenen Schulstandorten befinden, in den nächsten Jahren zunächst in Betrieb zu halten. In diesem Zusammenhang rät die FoKoS auch, die Sanierung oder den Neubau einer Turnhalle an bestimmten Standorten dezidiert zu prüfen, um hier zu zukunftsweisenden Entscheidungen zu kommen.
Die Auslastung der Gymnastikräume sowohl im Schul- als auch im Vereinssportbetrieb ist dagegen heute bereits unterdurchschnittlich, wobei rd. ¼ dieser Räume kleiner als 100 m² sind und deshalb für den verpflichtenden Sportunterricht nur eingeschränkt genutzt werden können. Andere Optionen zur Nutzung dieser Räume werden jedoch im Bericht der FoKoS aufgezeigt. Hierzu wird insbesondere auf die Bedarfe Fitnesstraining/Gymnastik, Kampfsport und Tanzsport hingewiesen. Auch für den Sport mit Kindern im Vorschulalter eignen sich diese Räume gut.
Die Handlungsempfehlungen der FoKoS, die unter Pkt. 6 des Berichtes beschrieben sind, sollen in den kommenden Jahren als Grundlage für weitere Überlegungen und geplante Maßnahmen der Verwaltung dienen und genutzt werden. Die Optimierung der Oberhausener Sporthallen inkl. ihrer Belegung mit Sportgruppen, ihres Betriebs, ihrer Betreuung und Ausstattung etc. sind ein laufender Prozess, der im Sinne des Sports aber auch im Sinne der Haushaltskonsolidierung ständig bearbeitet und fortgeführt werden muss.
Den Bestand der heutigen Schulstandorte und damit in einigen Fällen auch den Bestand von Schulturnhallen betreffend, sollte zunächst der neue Bildungsplan der Stadt Oberhausen abgewartet werden. Die sich ggf. daraus ergebenden Folgen für den Sport werden dann zu gegebener Zeit im politischen Raum diskutiert und die sich daraus ergebenen Entscheidungen vorbereitet.
Über dann evtl. zu gegebener Zeit anstehende Haushaltssanierungsmaßnahmen, die den Bestand von Turnhallen u. a. betreffen, werden die politischen Gremien sowie der Stadtsportbund rechtzeitig in Kenntnis gesetzt bzw. werden diese Maßnahmen den politischen Gremien zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt.
Durch die Inanspruchnahme von Schulturnhallen als Aufnahmestellen für Flüchtlinge ist der Belegungsgrad der verbliebenen, bis dahin bereits sehr gut ausgelasteten Sport- und Turnhallen nochmal erhöht worden.
Nichtsdestotrotz hat die Verwaltung die Optimierung der Belegungszeiten in den Sport- und Turnhallen mit der Zielsetzung „Konzentration des Sportbetriebs“ und „bessere Hallenauslastung“ im Jahr 2015 vorangetrieben und wird diese, soweit wie möglich, weiter fortsetzen.
Anlagen
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