Berichtsvorlage - M/17/6383
Grunddaten
- Betreff:
-
Bedarfsabfrage bei den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Oberhausen zum Thema "Wechseljahre"; Auswertung und Maßnahmen
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Stabsstelle 4-0-10 / Strategien und Projekte
- Bearbeitung:
- Lena Maleen Dobrick
- Verantwortung:
- Herr Jehn, Herr Schranz
- Konsequenzen:
- Drucksache hat keine finanziellen Konsequenzen; Drucksache hat keine klimatischen Konsequenzen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Gleichstellungsausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
12.03.2025
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Haupt- und Finanzausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
31.03.2025
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Sozialausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
13.05.2025
|
Sachverhalt
Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 13.05.2024 über die Drucksache A/17/5111-02 beraten und beschlossen, dass die Verwaltung eine Bedarfsanalyse bei allen ihren Mitarbeitenden rund um das Thema “Wechseljahre” durchführen soll. In dieser sollen über das betriebliche Gesundheitsmanagement Symptome, potenzielle Folgen der Wechseljahre und daraus resultierende Bedürfnisse der Beschäftigten erfasst werden sowie diese Kriterien als fester Bestandteil in den zukünftigen Mitarbeitendenbefragungen implementiert werden. Die Ergebnisse sollen den zuständigen politischen Gremien anschließend zur Kenntnis gegeben werden und die erhobenen Daten als Grundlage dienen, um Handlungsempfehlungen und Maßnahmen abzuleiten. Die Ausarbeitung und Ausformung dieser Grundlage ist abschließend den zuständigen politischen Gremien als Berichtsvorlage zu präsentieren.
Die Bedarfsanalyse wurde im Zeitraum vom 17.10.2024 bis zum 15.11.2024 durchgeführt. Der Aufruf zur Teilnahme an der Umfrage wurde über eine Sonderausgabe des Newsletters des Betrieblichen Gesundheitsmanagements veröffentlicht. Es haben 256 Beschäftigte an der Umfrage teilgenommen. Davon stammen 90,6 Prozent aus der Kernverwaltung sowie 9,4 Prozent aus Eigenbetrieben der Stadt Oberhausen. Der Anteil der weiblichen Teilnehmenden beträgt 94,5 Prozent. 81,1 Prozent der Teilnehmenden sind älter als 40 Jahre. Für die im Weiteren vorgestellten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation bedeutet das, dass diese Maßnahmen insbesondere für weibliche Angehörige der Kernverwaltung Relevanz haben.
Der Zeitraum der Wechseljahre wurde von ca. 93 Prozent in der Altersgruppe 40-55-jährig sowie von knapp 95 Prozent in der Altersgruppe ab 56 Jahren als belastender Prozess angegeben. Als größte Entlastung bei diesen Beschwerden wurde von knapp der Hälfte der Befragten Sport genannt, danach rangieren ärztliche Beratung sowie Entspannungstechniken auf Platz zwei (knapp 30 Prozent gaben dies als hilfreiche Maßnahmen an). Obwohl diese Entlastungen eher im privaten Bereich der Beschäftigten zu verorten sind, zeigt sich doch ein deutliches Potenzial, dass die Stadt Oberhausen als Arbeitgeberin den Betroffenen Maßnahmen zur Unterstützung anbieten kann. Im Rahmen der Umfrage wurden die Teilnehmenden gebeten, verschiedene arbeitgeberseitige Maßnahmen zu kategorisieren:
Welche der folgenden Maßnahmen bzw. Angebote zur Unterstützung in den Wechseljahren an Ihrem Arbeitsplatz würden Sie als hilfreich empfinden und sind ggf. verfügbar?
|
|
hilfreich / verfügbar |
hilfreich / nicht verfügbar |
nicht hilfreich |
|
Teleheimarbeit / Homeoffice / Mobiles Arbeiten |
63,8 |
29,4 |
6,9 |
|
Flexible Arbeitszeitmodelle (z. B. Teilzeitbeschäftigung) |
66,4 |
17,8 |
15,8 |
|
Gleitende Arbeitszeit |
84,9 |
11,9 |
3,1 |
|
Flexible bzw. bedürfnisorientierte Organisation der Arbeitsaufgaben |
43,9 |
43,9 |
12,1 |
|
Kurse zu Entspannungstechniken |
31,2 |
57,4 |
11,3 |
|
Austauschmöglichkeiten |
34,5 |
45,5 |
20,0 |
|
Offene Kommunikation |
37,3 |
49,3 |
13,4 |
|
Schaffung von Arbeitsplatzrichtlinien, welche mögliche Maßnahmen zur Unterstützung während der Wechseljahre beschreiben |
9,6 |
80,8 |
9,6 |
|
Sensibilisierung bei den Mitarbeitenden |
20,4 |
68,7 |
10,9 |
|
Sensibilisierung bei den Führungskräften |
15,9 |
75,5 |
8,6 |
|
Bewegungsangebote speziell für Frauen in den Wechseljahren |
13,2 |
68,9 |
17,9 |
|
Psychologische / Psychosoziale Betreuung |
12,5 |
62,5 |
25,0 |
|
Betriebsärztliche Betreuung zum Thema Wechseljahre |
9,7 |
60,4 |
29,9 |
|
Hygieneartikel auf den Toiletten |
13,2 |
52,2 |
34,6 |
|
Möglichkeit zum Arbeitsplatzwechsel (räumlich) |
16,5 |
41,4 |
42,1 |
|
Informationsangebote |
25,0 |
60,8 |
14,2 |
|
Betriebsärztliche Aufklärung |
16,4 |
53,7 |
29,9 |
Frage an weibliche betroffene Teilnehmende, Angaben in Prozent
Positiv ist, dass bereits einige der als hilfreich angegebenen Maßnahmen für den größten Teil der Beschäftigten zur Verfügung stehen (in der oben abgebildeten Tabelle grün markiert). Zu beachten ist allerdings, dass nicht alle Betroffenen im gleichen Rahmen Zugriff auf die entsprechenden Maßnahmen haben, was oftmals mit den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes verknüpft ist.
Aufbauend auf den Rückmeldungen werden Maßnahmen priorisiert, die von mindestens 50 Prozent der Betroffenen als besonders hilfreich empfunden werden, aber bisher noch nicht zur Verfügung stehen. Es soll gezielte Unterstützung entwickelt werden, die den Bedürfnissen der Mitarbeitenden entspricht und ihre Lebensqualität sowie Arbeitszufriedenheit steigert.
- Bewegungsangebote speziell für Frauen, Kurse zu Entspannungstechniken, Informationsangebote:
Hier werden spezifische Schwerpunkte in zukünftigen Newslettern des BGM gesetzt, auch im Format aktive Mittagspause wird auf das Thema in schwerpunktmäßigen Sonderausgaben eingegangen. Eine entsprechende Vorankündigung im Intranet wird erfolgen.
- Sensibilisierung bei den Mitarbeitenden:
Hier wird davon ausgegangen, dass die Sensibilisierung nicht betroffener Mitarbeitenden gemeint ist. Daher sollen Seminarangebote oder unterschwellige Informationsangebote wie z. B. über den BGM-Newsletter entwickelt werden.
- Sensibilisierung bei den Führungskräften:
Zur Umsetzung dieser Maßnahme ist angedacht, den Baustein „Gesunde Führung“ im Personalentwicklungskonzept einzuarbeiten, der auch im Hinblick auf das Thema Wechseljahre Impulse bieten soll.
- Hygieneartikeln in den Toilettenräumlichkeiten:
Die Bereitstellung von Spendern für Hygieneartikel ist bereits nahezu abgeschlossen. So wurden in jedem Verwaltungsgebäude WC-Räumlichkeiten (i. d. R. zentral in den Damen - WC im EG. Sofern dies kein barrierefreies WC ist, zusätzlich im entsprechend barrierefreien WC) mit entsprechenden Spendern ausgestattet, die Befüllung findet kurzum erstmalig statt. Die Spender werden regelmäßig nachgefüllt.
- Betriebs-/ amtsärztliche Aufklärung und Betreuung:
Diese wurden jeweils von ca. der Hälfte der betroffenen Befragten als hilfreich/ nicht verfügbar angegeben. Entsprechende Beratungen stehen jedoch zur Verfügung, sodass sich Beschäftigte gerne bei Fragen und Aufklärungsbedarfen eigeninitiativ an die entsprechenden Stellen wenden können.
- Schaffung von Arbeitsplatzrichtlinien:
Das Thema Wechseljahre soll im Wirkungsbereich bereits bestehender oder aktuell in Aufstellung befindliche Dienstvereinbarungen (bspw. DV GLAZ) explizit ergänzt werden.
Auf dieser Grundlage ist beabsichtigt, einen Sondernewsletter des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu veröffentlichen, aus welchem die Auswertung der Bedarfsanalyse hervorgeht und in welchem die beabsichtigten Maßnahmen beschrieben und angekündigt werden sollen.
Die Bedarfsabfrage hat deutlich gemacht, dass zumindest teilweise ein Bedarf an mehr Information, Unterstützung und flexiblen Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende in den Wechseljahren besteht. Durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen kann nicht nur das Wohlbefinden der betroffenen Mitarbeitenden gefördert, sondern auch ein inklusives und gesundheitsbewusstes Arbeitsumfeld geschaffen werden, das allen Mitarbeitenden zugutekommt.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
654,8 kB
|
