Berichtsvorlage - M/17/6410

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Bezug

A/17/6109 - Verbessertes Baustellenmanagement

 

Reduzieren

Sachverhalt

 

Ausgangslage

 

Die Verwaltung wurde in der Sitzung des Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss am 05.12.2024 gebeten, ein Konzept zur Optimierung des Baustellenmanagements zu erstellen und in der Sitzung des Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss am 27.03.2025 in wesent­lichen Punkten mit einer belastbaren Zeitplanung vorzustellen.

 

In den kommenden Jahren sind umfangreiche Baumaßnahmen insbesondere der Deutschen Bahn und der Autobahn GmbH vorgesehen, die wegen zahlreicher äußerer Zwänge sowie wegen des großen Umfangs der Maßnahmen weder hinsichtlich des genauen Bauablaufs noch zeitlich umfassend aufeinander und mit anderen Baumaßnahmen abgestimmt werden können.

 

Allein die Baumaßnahmen der Deutschen Bahn und der Autobahn GmbH werden zu erheb­lichen verkehrlichen Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oberhausen führen und die Spielräume für andere, zum Teil heute noch gar nicht absehbare weitere Baumaßnahmen beschränken.

 

Die seit 2019 ansteigende Anzahl der verkehrsrechtlichen Anordnungen zur Genehmigung von Baustelleneinrichtungen im Stadtgebiet ist ebenfalls ein Indiz für den wachsenden Be­darf an Planungs-, Koordinierungs- und Genehmigungstätigkeiten im Tiefbaubereich (siehe Anlage Grafik). Landesweite und gesellschaftspolitisch gesetzte Themen wie der voran­getriebene Energie- und Klimawandel, der Glasfaserausbau oder die Digitalisierung sind in allen Kommunen und nicht nur in Oberhausen starke Impulsgeber für diese Entwicklungen.

 

Ein sowohl personell als auch methodisch erweitertes Verkehrs- und Baustellenmanagement ist erforderlich, um unter diesen schwierigen Randbedingungen die bestmögliche Koordi­nierung der Baumaßnahmen unterschiedlicher Akteure zu gewährleisten und die Öffentlich­keit frühzeitig und transparent zu informieren sowie in die Überlegungen der Stadt Oberhau­sen einzubinden. So soll ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderungen geschaf­fen werden, die die bevorstehenden Bauarbeiten mit sich bringen.

 

Die erforderlichen zusätzlichen Leistungen des Baustellen-/Verkehrsmanagements, die teil­weise nur durch die Einbindung externer Fachingenieure erbracht werden können, beginnen jeweils mit einer vertieften Analyse und Bewertung der verkehrlichen Auswirkungen unter­schiedlicher baulicher Maßnahmen. Hierzu wird derzeit eine entsprechende Auftragsvergabe vorbereitet.

 

Dazu soll das bestehende Verkehrsmodell der Stadt Oberhausen genutzt werden, das je­doch für die hier relevanten Fragestellungen sowie jeden einzelnen Anwendungsfall ange­passt werden muss. Das Verkehrsmodell gestattet es, die aufgrund baustellenbedingter Ein­griffe ins Straßennetz zu erwartenden Verkehrsverlagerungen mit brauchbarer Genauigkeit vorherzusagen. Dadurch ist sowohl ein Vergleich verschiedener Szenarien der Baustellen­verkehrsführung als auch eine Koordinierung derjenigen zusätzlichen Baustellen möglich, die nicht bereits zeitlich festgelegt sind.

 

Der modellgestützte Vergleich von Szenarien der Baustellenverkehrsführung (z.B. Voll­sperrung vs. Teilsperrung, verschiedene Umleitungskonzepte, ergänzende digitale Wegwei­sung, ggf. Begleitmaßnahmen zur Stärkung von Umleitungsstrecken durch Anpassung der Signalisierung und/oder punktuellen provisorischen Ausbau etc.) ermöglicht eine verbesserte räumlich/zeitliche Koordinierung der Baustellen und eine Festlegung notwendiger Begleit­maßnahmen der Verkehrsführung, mit denen die Ziele der Stadt Oberhausen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bestmöglich erreicht werden können: Die Aufrechterhal­tung der Verkehrssicherheit und eines zuverlässigen Verkehrsablaufs und die Begrenzung der unvermeidlichen Beeinträchtigungen für die Einwohner und die Wirtschaft.

 

  1. Organisatorische und personelle Maßnahmen innerhalb des Aufgabengebietes „Baustellenmanagement“

 

 Das Aufgabengebiet „Baustellenmanagement“ wird im Rahmen der derzeit laufenden externen Organisationsuntersuchung des Bereiches 5-6/Mobilität im Hinblick auf die be­stehenden und die zukünftig zu erwartenden Herausforderungen überprüft. Die Unter­suchung wird seit dem 27.09.2024 durch die Thomas Janssen Managementberatung durchgeführt. Neben der Erfassung und Untersuchung der Arbeitsmengen, der Arbeits­abläufe und der Digitalisierungspotenziale wird ein besonderes Augenmerk auf die Themen „Baustellenkoordination“ und „Baustellenkontrollen“ gelegt. Es sollen unter an­derem der zusätzliche Einsatz eines Baustellenkoordinators auf städtischer Seite geprüft werden sowie die Frage, ob unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben eine Ver­lagerung der „Baustellenkontrollen“ – oder Anteile dieses Aufgabenbereiches - zu den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO) GmbH möglich ist.

 Eine vorübergehende Unterstützung der Baustellenkontrollen durch die WBO GmbH wird derzeit im Rahmen eines Probelaufs praktiziert (siehe auch Pkt. 2).

 

 Aufgrund der gestiegenen Zahl der Baustellen und des damit zusammenhängenden Aufgabenzuwachses wurde bereits im Vorfeld der Organisationsuntersuchung die Not­wendigkeit einer personellen Verstärkung des Aufgabengebietes im Umfang von 2,0 Vollzeitäquivalenten anerkannt und eine entsprechende Personalaufstockung veran­lasst. Aktuell befindet sich zusätzliches Personal im Umfang von 1,6 Vollzeitäquivalen­ten bereits im Einsatz, eine weitere Kraft soll in Kürze das Aufgabengebiet verstärken.

 

 Eine abschließende, fundierte Stellenbemessung der Thomas Janssen Management­beratung, auf deren Grundlage im nächsten Schritt organisatorische Maßnahmen zur stellenplantechnischen Abdeckung eines zusätzlichen Personalbedarfs erfolgen können, steht noch aus. Ein Berichtsentwurf mit entsprechenden Handlungsempfehlungen der Thomas Janssen Managementberatung wird für Ende April 2025 erwartet.

 

  1. Einrichtung einer Baustellenkontrolle

 

 Seit dem 16.12.24 werden für einen vorübergehenden Zeitraum mit Unterstützung der WBO GmbH vermehrt Baustellenkontrollen im Stadtgebiet durchgeführt. Einerseits ist die Anzahl der jährlich genehmigten und im Stadtgebiet anzutreffenden Baustellen in Oberhausen in den letzten Jahren stark angestiegen. Andererseits haben sich die for­mellen Anforderungen der Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeits­stellen an Straßen (RSA 21, Herausgeber ist die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen Köln), die durch die öffentlichen Straßenbaulastträger zu erfüllen sind, weiterentwickelt. Die bisherigen personellen Ressourcen in der Verwaltung reichen dafür nicht aus. Um Unfallgefahren schnell zu erkennen und eventuelle Haftungsansprü­che gegenüber der Stadt abzuwehren, war eine sofortige Handlung notwendig.

 

 Eine dauerhafte Lösung zur Durchführung der notwendigen Baustellenkontrollen im Be­reich 5-6 ist – wie oben dargestellt - Bestandteil der Organisationsuntersuchung durch die Thomas Janssen Managementberatung.

 

  1. Einrichtung einer Baustellenhotline

 

 Seit dem 18.02.25 ist in Anbindung an das Baustellenmanagement des Bereiches Mobi­lität eine Hotline unter der Nummer 825-3456 eingerichtet. Anwohnende und Gewerbe­treibende können rund um das Thema Baustellen sich mit Fragen und Hinweisen an die Mitarbeiter des Baustellenmanagements wenden. Durch diese personell besetzte Hot­line können telefonische Anfragen an vorgeschalteter Stelle bearbeitet und dadurch ge­bündelter abgewickelt werden, als es bisher möglich war. Die Servicezeiten der Hotline sind zunächst von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Durch das Aufstellen von speziell angefertigten Informationsschildern wird an den Bau­stellen vor Ort auf diese neue Hotline aufmerksam gemacht. Übergangsweise werden auch die digitalen Anzeigetafeln für Verkehrshinweise zur Verbreitung der Hotline ge­nutzt.

 

 Die Resonanz auf dieses Angebot soll ca. Mitte Mai zur Beurteilung einer dauerhaften Einrichtung der Baustellenhotline innerhalb des Bereiches 5-6/Mobilität ausgewertet werden. Alternativ wäre in Abhängigkeit von der Höhe des Anrufaufkommens auch eine Anbindung der Baustellenhotline an die zentrale Serviceline innerhalb des Bereiches 4‑1/Personal und Organisation denkbar.

 

  1.      Einsatz des Baustellenatlasses

 

 Der Baustellenatlas dient der unternehmensübergreifenden Baustellenkoordination. Er ermöglicht den Netzbetreibern und der öffentlichen Bauverwaltung einen georeferenzier­ten Überblick zu allen geplanten Baumaßnahmen, wodurch so früh wie möglich räum­liche und zeitliche Überschneidungen von Baustellen festgestellt und koordiniert werden können. Die Software der Firma infrest - Infrastruktur eStrasse GmbH wurde bereits durch die Verwaltung beschafft. Workshops zur Systemeinrichtung und Schulungsange­bote werden derzeit mit den mitwirkenden Partnern Stadtwerke Oberhausen AG, Ober­hausener Netzgesellschaft mbH, Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH, Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH und der Verwaltung abgestimmt. Im Juni 2025 sollen erste Erfahrungen infolge des praktischen Einsatzes vorliegen.

 

 Die inhaltliche Weiterentwicklung der digitalen Plattform und organisatorische Einbin­dung innerhalb des Bereiches 5-6 wird in Abstimmung mit den Bereichen 4-4/IT, 4‑1/Personal und Organisation sowie der externen Unternehmensberatung erfolgen.

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...