Beschlussvorlage - B/17/6279

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt beschließt gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz (SchulG) die Errichtung des Teilzeit-Bildungsgangs „Fachschule für Wirtschaft – Fachrichtung Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie und -management gemäß APO BK, Anlage E 3“ am Hans-Böckler-Berufskolleg, Otto-Dibelius-Str. 9, 46045 Oberhausen, Schulnummer 172728 zum Schuljahr 2025/2026 (01.08.2025). Der dreijährige Bildungsgang soll einzügig mit der Option auf drei Züge errichtet werden.

 

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Sachverhalt

Das Hans-Böckler-Berufskolleg bietet durch das Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung verbunden mit dem Schulprofil „Gesunde Schule“ und dem Schwerpunkt der dualen Ausbildung im Gesundheitssektor, respektive Gesundheitsökonomie, hervorragende personelle, fachliche und sachliche Voraussetzungen, um im Bereich der Weiterbildung die Fachschule für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie und -management zu errichten.

 

Eine am Hans-Böckler-Berufskolleg im November 2024 durchgeführte Befragung unter den Auszubildenden der Bildungsgänge Kauffrau/Kaufmann im Gesundheitswesen, Medizinische/r Fachangestellte/r und Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r ergab, dass von 297 befragten Auszubildenden bei 231 (77,8%) Auszubildenden ein ernsthaftes Interesse besteht und sich darüber hinaus 188 (63,3%) Auszubildende zum kommenden Schuljahr verbindlich anmelden würden. Daraus ergibt sich, dass die Fachschule mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie und -management eine sinnvolle Ergänzung des schulischen Angebotes darstellt.

Als Zielgruppe für die Studierenden des oben genannten Bildungsgangs kommen jedoch nicht nur die in der Umfrage einbezogenen Auszubildenden in Frage, sondern darüber hinaus auch andere am Hans-Böckler-Berufskolleg angesiedelte Ausbildungsgänge wie „Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement, „Kauffrau/Kaufmann im Groß- und Außenhandel“ und „Rechtsanwaltsfachangestellte/r“, weil auch diese Anschlussmöglichkeiten in der Gesundheitsbranche haben.

Aufgrund dieser hohen Bedürfnislage wird in der Anfangsphase dreizügig, mit der Option der weiteren Erhöhung der Zügigkeit bei erhöhtem Anmeldeaufkommen, geplant. Die erforderlichen Raumkapazitäten sowie die erforderliche technische Ausstattung der Räume sind vorhanden und entsprechen dem modernen Standard. Aufgrund der am Hans-Böckler-Berufskolleg im Bildungsgang Berufsschule unterrichteten Ausbildungsberufe ist die Lehrkräfteversorgung in der Fachschule gesichert. Insbesondere für den entsprechenden Fachbereich “Gesundheitsökonomie und -management“ kann der Bedarf aufgrund des am Hans-Böckler-Berufskolleg angesiedelten Ausbildungsberufs „Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen“ aus eigenem Lehrkräftepersonal gedeckt werden. Im Falle einer Mehrzügigkeit wird eine sukzessive Bedarfsdeckung durch Neueinstellungen (z. B. von am Hans-Böckler-Berufskolleg ausgebildeten Referendaren und Referendarinnen) angestrebt, so dass keine Reduzierung des Unterrichts in der Berufsschule nach Anlage A der APO-BK auftreten würde.

 

Die berufliche Weiterbildung ist dem Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung zugeordnet und ergänzt und komplettiert daher das bestehende Portfolio. Die Fachschule würde im Besonderen Auszubildenden im zweiten Jahr ihrer dualen Berufsausbildung die Möglichkeit bieten, sich beruflich frühzeitig über die Grundausbildung hinaus zu qualifizieren. Auf diese Weise kann ein Beitrag zur Sicherung des Arbeitsplatzes, des möglichen beruflichen Aufstiegs sowie der beruflichen Zufriedenheit geleistet werden.

Natürlich betrifft dieses Angebot auch diejenigen, die eine Ausbildung in den Pflegeberufen abgeschlossen haben. Die Schulform ist angesiedelt zwischen Berufsausbildung und Hochschulbildung, bietet einer großen Zielgruppe Weiterbildungsmöglichkeiten und damit eine Perspektive im übergreifenden Sektor Wirtschaft/Gesundheit.

 

Das Hans-Böckler-Berufskolleg zeigt einen Weg auf, der die Verzahnung von Aus- und Weiterbildung an einer berufsbildenden Schule forciert und leistet damit einen Beitrag zu einer echten Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung. Diejenigen, die eine der zuvor genannten Ausbildungen absolvieren bzw. diese erfolgreich abgeschlossen haben, können sich gerade in der gewünschten Schwerpunktrichtung Gesundheitsökonomie und -management für die mittlere Führungsebene in der Verwaltung der Gesundheitsbranche qualifizieren.

 

Die Wirtschaftsfachschule findet in Teilzeitform mit 2.400 Wochenstunden, verteilt auf drei Jahre statt (Abendunterricht mit drei Abenden bzw. zwei Abenden und samstags) und endet mit dem Fachschulexamen. Durch das Studium erwerben die Studierenden den Abschluss Bachelor Professional (Staatlich geprüfte Betriebswirtin/Staatlich geprüfter Betriebswirt) auf der Niveaustufe Deutscher Qualifizierungsrahmen 6. Der Unterricht in der Fachschule wird als hybride Lernform angeboten.

Die Verknüpfung von Präsenzunterricht (60%) und Distanzunterricht (40%) zielt damit auf Flexibilität und effektive Wissensvermittlung ab. Diese Unterrichtsform ermöglicht den Studierenden sowohl von der persönlichen Interaktion im Klassenzimmer als auch von den Vorteilen des digitalen Lernens zu profitieren. Damit wird eine flexible Anpassung an unterschiedliche Lernbedürfnisse und -situationen erreicht. Der Präsenzanteil stärkt das soziale Lernen und praktische Kompetenzen, während der Distanzunterricht die digitalen Fähigkeiten und die Selbstlernkompetenz der Studierenden fördert. Diese Mischung bereitet optimal auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor, in der sowohl Präsenz- als auch Fernarbeit immer relevanter werden.

 

Nach Gesprächen der Schulleitung des Hans-Böckler-Berufskollegs mit Vertretern der IHK Essen, der Agentur für Arbeit, der Bezirksregierung Düsseldorf, diversen Ausbilderinnen und Ausbildern usw. zeichnet sich ab, dass dieser Bildungsgang eine Marktlücke nach der Erstausbildung schließen würde. Alle Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner waren von der Konzeption angetan und sehen Interesse bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Bereits jetzt zeichnen sich massive Veränderungen im Gesundheitswesen in Richtung eines personellen Mehrbedarfs ab. Die Einrichtung des Bildungsganges „Fachschule für Wirtschaft – Fachrichtung Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie und -management“ am Hans- Böckler-Berufskolleg ist die Konsequenz aus der Entwicklung der Metropolregion Rhein-Ruhr, die als Industriestandort betrachtet wird, sich aber zunehmend als Dienstleistungszentrum weiterentwickelt.

Der Dienstleistungssektor im Gesundheitswesen des Ruhrgebiets hat in den letzten Jahren ein starkes Wachstum erlebt und spielt mittlerweile eine zentrale Rolle in der regionalen Wirtschaft. Das Gesundheits- und Sozialwesen wird als einer der dynamischsten Sektoren im Ruhrgebiet angesehen. Mit mittlerweile über 330.000 Beschäftigten ist die Gesundheitswirtschaft der größte Jobmotor in der Region. Angesichts dieser positiven Entwicklung wird erwartet, dass der Gesundheitssektor weiterhin ein bedeutender Wachstumsmarkt für die Metropolregion Rhein-Ruhr bleibt. Die Region profitiert von einer hohen Dichte an Krankenkassen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Fachkliniken. Zu nennen sind hier u. a. die Contilia Gruppe in Essen, das B·A·D Gesundheitszentrum in Essen, die Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen, das Evangelische Klinikum Niederrhein in Duisburg, Malteser Krankenhaus St. Anna in Duisburg sowie die großen gesetzlichen Krankenkassen AOK Rheinland/Hamburg, KKH, BARMER, Techniker Krankenkasse (TK) und die DAK-Gesundheit.

Diese Unternehmen bieten ein Umfeld, das auf berufliche Weiterbildung und individuelle Förderung setzt. Sie suchen engagierte Fachleute, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Nach den Vorstellungen des Hans-Böckler-Berufskollegs soll die Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieben noch weiter verstärkt werden. Dadurch soll eine erhöhte Akzeptanz in der Öffentlichkeit erreicht werden.

Der Praxisbezug kann z. B. über eine Verlagerung des Lernortes in eine Klinik erhöht werden. Eine Qualitätssicherung ist über entsprechende Bewertungen und Teilprüfungen vorzunehmen. Die Agentur für Arbeit befürwortet die Errichtung eines solchen Bildungsganges und hat ihre Unterstützung zugesagt, ebenso die Bezirksregierung Düsseldorf. Des Weiteren ist eine Vielzahl an Lehrkräften des Hans-Böckler-Berufskollegs in Prüfungsausschüssen der Industrie- und Handelskammer sowie der Ärzte- und Zahnärztekammer vertreten, sodass eine intensive Zusammenarbeit und eine enge Kooperation mit den Kammern bestehen.

 

Im Regierungsbezirk Arnsberg hat sich eine Fachschule mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie und -management am Klaus-Steilmann-Berufskolleg seit dem Schuljahr 2014/15 im ca. 30 km entfernten Bochum-Wattenscheid etabliert. Durch den engen Kontakt und den Besuch dieser dort ansässigen und seit Jahren erfolgreich geführten Fachschule für Betriebswirtschaft mit den Zentralfächern Gesundheitsökonomie und -management konnte das Hans-Böckler-Berufskolleg wichtige Anregungen mitnehmen. Das Konzept dieser Fachschule wird bei der Erstellung der Konzeption Eingang finden.

Eine Fachschule mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie und -management gibt es im Regierungsbezirk Düsseldorf seit dem Schuljahr 2024/25 bisher lediglich im ca. 50 km entfernten Neuss. Das Neusser Einzugsgebiet unterscheidet sich grundlegend vom Oberhausener Einzugsgebiet, welches vor allem die umliegenden Städte im westlichen und nördlichen Ruhrgebiet sowie dem Niederrhein (darunter Städte wie Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr, Bottrop, Gelsenkirchen und Dinslaken) umfasst.

Deshalb würde eine Wirtschaftsfachschule in Oberhausen denjenigen, die im Einzugsgebiet der Metropolregion Rhein-Ruhr wohnen und sich in der gewünschten Schwerpunktrichtung Gesundheitsökonomie und -management beruflich weiterbilden wollen, neue Perspektiven eröffnen. Die zentrale Lage und gute Anbindung durch Autobahnen und öffentliche Verkehrsmittel, der Hauptbahnhof ist nur ca. 150 m entfernt, machen Oberhausen und das Hans-Böckler-Berufskolleg zu einem gut erreichbaren Knotenpunkt für Studentinnen und Studenten der Fachschule.

Das Kollegium des Hans-Böckler-Berufskollegs ist auf dem Schwerpunktgebiet „Gesundheitsökonomie und -management“ bereits sehr gut aufgestellt. Bei Ersteinführung des Bildungsgangs Kauffrau/Kaufmann im Gesundheitswesen im Jahr 2001 startete das Hans-Böckler-Berufskolleg im Regierungsbezirk Düsseldorf erfolgreich mit einer Bezirksfachklasse. Im Laufe der Jahre wurde der Bildungsgang in jedem Schuljahr mindestens 4- zügig, aktuell sogar fünfzügig, und hat ein ausgesprochen breites Angebot am Hans-Böckler-Berufskolleg entwickelt (Blockunterricht, Zusatzangebot duales Studium mit dem Kooperationspartner FOM Duisburg).

Die Schule kann somit auf ein fundiertes Wissen im Schwerpunktbereich und zahlreiche Kontakte zu Unternehmen im Gesundheitswesen zurückgreifen. Die IHK Essen hat das Hans-Böckler-Berufskolleg darüber hinaus als Kompetenzzentrum der Ausbildung von Kaufleuten im Gesundheitswesen ernannt. Auch hier bestehen langjährige Beziehungen, die von allen Beteiligten als feste und zuverlässige Größe angesehen werden, nicht zuletzt durch die Mitwirkung des erfahrenen Kollegiums des Hans-Böckler-Berufskollegs, seit mehr als 19 Jahren, in diversen Prüfungsausschüssen.

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Anlagen

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