Antragsvorlage - A/17/5111
Grunddaten
- Betreff:
-
Antrag der Fraktion DIE GRÜNEN gem. § 2 der Geschäftsordnung für den Rat der Stadt: Bedarfsanalyse bei Mitarbeitenden der Stadt Oberhausen zum Thema „Wechseljahre“
- Antragsteller/-in:
-
Stefanie Opitz
Sebastian Girrullis
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Antragsvorlage
- Federführung:
- Fraktion DIE GRÜNEN
- Bearbeitung:
- Hendrik Detmers
- Verantwortung:
- Stefanie Opitz, Sebastian Girrullis
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Gleichstellungsausschuss
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Vorberatung
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17.04.2024
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Geplant
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Sozialausschuss
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Vorberatung
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30.04.2024
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Geplant
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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06.05.2024
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Geplant
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Rat der Stadt
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Beschlussfassung
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13.05.2024
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Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird gebeten, eine Bedarfsanalyse bei allen ihren Mitarbeitenden rund um das Thema „Wechseljahre“ durchzuführen.
Die Ergebnisse werden den zuständigen politischen Gremien anschließend zur Kenntnis gegeben.
Die erhobenen Daten dienen als Grundlage, um Handlungsempfehlungen und Maßnahmen abzuleiten.
Die Ausarbeitung und Ausformung dieser Grundlage wird abschließend den zuständigen politischen Gremien als Beschlussvorlage präsentiert.
Sachverhalt
Über 60 Prozent der Mitarbeitenden der Stadt Oberhausen sind weiblich und somit im unterschiedlichen Ausmaß vom Thema „Wechseljahre“ betroffen.
In Deutschland sind es derzeit neun Millionen Frauen, die zwischen 40 und 55 Jahren sind und sich wahrscheinlich in der Perimenopause bzw. frühen Postmenopause befinden. Zwei Drittel davon haben Beschwerden und sogar ein Drittel der Frauen hat schwere Symptome durch die Hormonumstellung.
Diese körperliche Veränderung wird noch immer kulturell, politisch, im persönlichen und beruflichen Bereich tabuisiert. Langsam, aber stetig gelangt das Thema dennoch in die öffentliche Diskussion und das nicht zuletzt durch die Privatwirtschaft:
Ursächlich dafür sind diverse Erkenntnisse, wie das laut einer Studie der renommierten Mayo-Clinic die US-amerikanische Wirtschaft jedes Jahr 1,8 Milliarden US Dollar allein durch den Ausfall von Arbeitsstunden aufgrund von Wechseljahresbeschwerden verliert.
Für Deutschland werden die Zahlen zurzeit erhoben. Dennoch wird der Schaden auch hierzulande massiv ausfallen, insbesondere da Frauen in dieser Altersklasse häufig in der Pflege, Schule und in der Dienstleistung – also in den Bereichen, die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen sind, arbeiten.
„Laut einer Studie werden 2030 eine Milliarde Frauen weltweit in den Wechseljahren sein.
Dabei könnte man jetzt schon Hilfe leisten. In Großbritannien haben das Parlament sowie 1000 Unternehmen, darunter PwC, BBC und diverse Banken ein Menopause-Pledge unterschrieben, nach dem Unternehmen Maßnahmen für Mitarbeitende anbieten – allen voran Aufklärung“ (wirsindneunmillionen.de).
Im März luden die Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär und Julia Klöckner über 100 Frauen zu einer ersten Parlamentarischen Veranstaltung ein, um auf die Missstände in der Versorgung, in der medizinischen Ausbildung und im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umgang mit den Wechseljahren aufmerksam zu machen.
In Deutschland, so die Zwischenergebnisse der Studie MenoSupport, ein Projekt, das an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin angesiedelt ist, äußert jede vierte Frau, dass sie aufgrund der Wechseljahre beruflich kürzer treten muss. In der Befragung sagen 52 Prozent der Frauen, die Wechseljahre seien noch immer ein Tabuthema am Arbeitsplatz und man fühle sich damit allein gelassen.
Die Endergebnisse der Studie liegen im September 2024 vor, um daraufhin Maßnahmen und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Es ist demnach angeraten, dass die Stadt Oberhausen mehr oder minder parallel dazu eine Bedarfsanalyse durchführt, um bei ihren Mitarbeiterinnen Befindlichkeiten und Bedarfe zu ermitteln. Ebenso die männlichen Kollegen sollten filtergeführt beziehungsweise getrennt zu diesem Thema befragt werden, denn das Tabu, die fehlende Aufklärung sowie die Auswirkungen betreffen auch sie.
Daraus ableitend kann die Stadt Oberhausen als Arbeitgeberin Maßnahmen und Handlungsempfehlungen entwickeln, die eine Stellschraube darstellen, um den Fürsorgerahmen positiv zu erweitern und gleichzeitig den demografischen schwierigen Bedingungen sowie dem Fachkräftemangel, die auch sie treffen, begegnen.
Ein weiterer Effekt ist, dass dieses progressiv verantwortungsbewusste Vorgehen das Image einer zeitgemäßen Arbeitgeberin unterstützen würde.
