Antragsvorlage - A/17/6061

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

Der Rat der Stadt Oberhausen stimmt den folgenden Änderungen der zu beschließenden Benutzungs- und Entgeltordnung des Stadtarchivs Oberhausen zu:

In der Anlage Entgelte der Vorlage B/17/5683

  • 2 alt: Nachforschungen und Auskünfte für private Zwecke (z. B. Familienforschung, thematische Forschung) je angefangene Viertelstunde 10,00 EUR (inkl. der Reprografie bis zu 4 Seiten eines Dokuments).
  • 2 neu: ...je angefangene halbe Stunde 10,00 EUR...

 

  • 6 alt: Verwertungsrechte

Bereitstellung von Reproduktionen im Internet

  • für private Zwecke je Reproduktion 30,00 EUR
  • für gewerbliche/kommerzielle Zwecke je Reproduktion 60,00 EUR
  • 6 neu: Verwertungsrechte

Bereitstellung von Reproduktionen im Internet

  • für gewerbliche/kommerzielle Zwecke je Reproduktion 60,00 EUR.
  • Für private Zwecke entfallen Entgelte.
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Bezug

Bezug: B/17/5683 Benutzungs- und Entgeltordnung Stadtarchiv Oberhausen.

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Sachverhalt

Familienforschung entspringt einem weitverbreiteten Bedürfnis, mehr über seine Vorfahren und damit mehr über sich selbst zu erfahren. Von der Beschäftigung mit der Geschichte der eigenen Familie ist der Schritt zur Erforschung der Alltags- und der Heimatgeschichte nicht weit.

Die langjährige Befassung mit diesen Themen und Örtlichkeiten läßt oftmals Familienforscher zu Experten heranreifen, die schließlich auch in methodischer Hinsicht Historikern in nichts nachstehen.

Mit dem am 1. 1. 2009 in Kraft getretenen Personenstandsrechtsreformgesetz sind viele gesetzliche Einschränkungen für Einsichtnahmen in Personenstandsurkunden gefallen. Zugleich hat eine seit den 2010er Jahren verstärkt einsetzende Digitalisierung von Archivgut aller Art die Zugänglichkeit von ansonsten verborgenen Beständen sehr erleichtert.

Alles zusammen genommen hat die enorme Erweiterung der Erforschung aller Aspekte des alltäglichen Lebens vergangener Zeiten durch historisch interessierte Laien belebend auf die wissenschaftliche Forschung gewirkt. Familienforscher und Hobbyhistoriker stellen „nebenbei“ den Historikern oftmals das Rohmaterial für weitergehende Fragestellungen von allgemeinem wissenschaftlichen Interesse zur Verfügung.

Für Oberhausen kann man die sogenannte „Rettung von Eisenheim“ in den 1970er Jahren als einen wichtigen Katalysator zur Erforschung der Alltagsgeschichte benennen. Hier wäre Alfred Lindemann zu nennen, der viele Nachfolger gefunden hat, welche Stück für Stück die Geschichte und Geschichten dieser Stadt der Vergessenheit entreißen.

Das Stadtarchiv als „das Gedächtnis der Stadt“ hat sowohl die Aufgabe der konservatorischen Bewahrung von Archivalien als auch deren Aufbereitung für Forschungen aller Art zum Ziel.

Der Übergang von der privaten Familienforschung hin zur methodisch fundierten Alltagsgeschichte ist fließend. Vor diesem Hintergrund sollte die Entgeltordnung keine Hindernisse für interessierte, aber finanziell schlecht gestellte Personen bei deren Nachforschungen bilden.

Es erscheint daher geboten, das Entgelt für Auskünfte durch das Stadtarchiv auf 10 EUR pro angefangene halbe Stunde herabzusetzen.

Alte Straßenansichten und Photographien beispielsweise bieten oft Anknüpfungspunkte für Informationen, wie sie etwa Reinhard Gebauer in den 1990er Jahren in seinem sorgfältig recherchierten Büchlein „Spurensuche“ zusammengetragen hat.

Daher sollte die Verwendung im Internet von digital reproduzierten Archivalien für private und nichtkommerzielle Zwecke nicht durch die Erhebung von Gebühren eingeschränkt werden.

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