Berichtsvorlage - M/17/5801
Grunddaten
- Betreff:
-
Durchforstungen im Stadtwald Oberhausen
Geplante Maßnahmen 2024/2025
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Eigenbetrieb SBO
- Bearbeitung:
- Barbara Neu
- Verantwortung:
- Herr Reeh, Herr Jehn
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
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Kenntnisnahme
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30.10.2024
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Erledigt
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Bezirksvertretung Sterkrade
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Kenntnisnahme
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31.10.2024
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Erledigt
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Bezirksvertretung Osterfeld
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Kenntnisnahme
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29.10.2024
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Geplant
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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06.11.2024
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Erledigt
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Naturschutzbeirat
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Kenntnisnahme
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21.11.2024
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Sachverhalt
1. Grundsätze der Waldpflege
In Oberhausen werden ca. 1.000 ha Wald forstlich betreut und bewirtschaftet. Ziel ist es, die biologische Vielfalt, die Produktivität und die Verjüngungsfähigkeit des Waldes zu erhalten und zu verbessern, um gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen zu erfüllen.
Die Stadt Oberhausen ist der größte Waldbesitzer mit 476 ha. Jürgen Halm von den Servicebetrieben Oberhausen SBO pflegt und bewirtschaftet den städtischen Waldbesitz. Weitere Waldbesitzer sind das Land NRW (Hiesfelder Wald, ca. 411 ha), der Regionalverband Ruhr RVR (Grafenbusch, Klosterhardt) sowie kleinflächige Privatbesitzer.
Die städtischen Wälder werden im Rahmen der sogenannten Forsteinrichtung oder auch Betriebsplanung bewirtschaftet. Die Forsteinrichtung wird im Auftrag des Landesbetriebes Wald und Holz, Regionalforstamt Ruhrgebiet, erarbeitet. Sie legt für circa zehn Jahre die Grundzüge der Maßnahmen für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und Pflege des Waldes fest. Die diesjährigen Maßnahmen basieren auf der neu erstellten Forsteinrichtung aus dem Jahr 2022, der vom Umweltausschuss am 15.06.2022 zugestimmt (Vorlage B/17/2099-01) wurde.
Die Servicebetrieben Oberhausen SBO erstellen jedes Jahr auf den Grundlagen der Forsteinrichtung einen Forstwirtschaftsplan, der die Maßnahmen des Holzeinschlages in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Regionalforstamt Ruhrgebiet in Gelsenkirchen, festlegt. Bei der Auswahl der Bestände und Durchführung der Durchforstungen werden die Belange der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft, des Naturschutzes und der besonderen Verpflichtung zur Gewährleistung der naturnahen Erholung berücksichtig.
Die geplanten systematischen Durchforstungen werden nicht in erster Linie zur Holzgewinnung durchgeführt, sondern zur langfristigen Stabilisierung der Waldbestände, insbesondere gegen Extremwetterereignisse und Schädlinge. Durch die Reduzierung der Baumanzahl werden Licht, Wasser und Nährstoffe auf weniger Bäume verteilt, sodass diese letztendlich zu mehr Wachstum angeregt werden. Durchforstungsmaßnahmen lenken den Zuwachs auf die vitalsten und qualitativ besseren Bäume, weil die Schlechteren im Rahmen der Holzernte entnommen werden und fördern einen stabilen, gut wüchsigen Waldbestand. Gleichzeitig wird die Entwicklung von stärkeren, gesünderen und ökologisch wertvolleren Bäumen gefördert.
Auch die Artenvielfalt profitiert von den Durchforstungen durch eine Erhöhung der Strukturvielfalt aufgrund des neuen Lichteinfalles auf den Waldboden. Dies begünstigt eine wesentlich bessere Entwicklung der Strauch- und Krautschicht, in älteren Waldteilen dient dies zur Einleitung der Naturverjüngung. Durchforstungen erhöhen darüber hinaus die Verkehrssicherheit und verbessern die Eignung von Waldgebieten für die intensive Erholungsnutzung.
Die Nutzung des Holzes aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nahezu CO2-neutral. Zudem ist Holz als einzig nachwachsende Energiequelle ein wertvoller Rohstoff.
Unser vorrangiges Ziel ist es, einen vitalen strukturreichen und möglichst stabilen Waldbestand zu erhalten. Da unsere Wälder zunehmend zahlreichen Belastungen durch den Klimawandel ausgesetzt sind, ist die regelmäßige forstliche Waldpflege eine wichtige Maßnahme zur Stabilisierung des Einzelbaumes und damit auch des gesamten Ökosystem Wald.
2. Aktuelle Situation im Stadtwald Oberhausen
Seit dem Jahresbeginn 2024 lagen die Niederschlagsmengen durchweg über den monatlichen Mittelwerten, außer im August wurden nur 96 % des durchschnittlichen Niederschlages erreicht. Die ergiebigen Niederschläge haben die Wasserspeicher in den Waldböden wiederum gut gefüllt, jedoch brachten die Wassermassen auch Probleme mit sich. Das Grabensystem im Wald war in vielen Bereichen überfordert, Forstwege wurden überspült und unpassierbar, sodass einige Gräben mittels Bagger instandgesetzt werden mussten.
Innerhalb der Waldbestände war der Boden derart gesättigt, was ein Betreten abseits der Wege ohne Gummistiefel unmöglich machte. Ein Befahren des Waldes mit Forstmaschinen war ausgeschlossen. Das Rücken des Holzes, also die Holzbergung, war nur mittels Seilwinde vom Weg aus möglich, wodurch der Arbeitsfortschritt deutlich verzögert wurde.
Teilweise wurden die Arbeiten sogar eingestellt. Letztendlich konnte nicht das gesamte Holz gerückt werden, da die Vernässung auch über die Sommermonate anhielt und sich nicht deutlich verringerte.
Die Intensität der Niederschläge setzte sich bis zum August fort, sodass die Waldböden auch im Sommer noch ungewöhnlich viel Wasser führten.
Vergleich der Klimadaten in 2024 zu den klimatischen Mittelwerten von 1991-2020
Quelle: Wetterkontor
Die bereits eingetretenen Schäden durch die vergangenen trockenen Sommer sind im Stadtwald Oberhausen jedoch weiterhin deutlich sichtbar. Die Vitalität der bereits geschädigten Altbuchen hat sich durch die diesjährigen Niederschläge nicht wieder verbessert.
Weiterhin fällt auf, das immer wieder einzelne Altbuchen plötzlich absterben oder ihren Zustand in kurzer Zeit derart verschlechtern, so dass eine Fällung im Bereich der Verkehrssicherheitszone notwendig wird.
Die Gründe für die schlechte Vitalität des Baumbestandes sind die Niederschlagsdefizite aus den Jahren seit 2018-2021 in Verbindung mit den aus hohen Temperaturen resultierenden Verdunstungsraten, wodurch erhebliche Wasserdefizite entstanden sind, die sich besonders auf den Zustand der Oberkronen der Bäume auswirkten.
In diesem Jahr sind aufgrund der Bodenvernässung auch vermehrt Windwürfe von Altbuchen zu beobachten. Die Bäume wurden komplett mit Wurzelteller geworfen, da aufgrund des mit Waser gesättigten Bodens die Wurzeln nur noch verminderten Halt fanden.
Verschärfend auf die Vitalitätsverluste dürfte sich auch die Abfolge mehrerer aufeinander folgender Mastjahre bei der Eiche und Buche ausgewirkt haben, da mit der Fruchtbildung ein erhöhter Wasser- und Nährstoffbedarf einhergeht.
Diese multiplen Belastungen führten zu Krankheitssymptomen wie Rindennekrosen in den Baumkronen mit einer teils rasch verlaufenden Moderfäule des Holzes durch Pilze wie der „Pfennig-Kohlenkruste“, dem die geschwächten Buchen keine Abwehrmaßnahmen entgegensetzen können.
Grundsätzlich können drei verschieden Krankheiten an der Buche auftreten:
Buchenkomplexkrankheit
Diese verursacht den Verlust an Feinverzweigungen, das Eintrocknen zunächst einzelner Kronenpartien bis zum Absterben der Gesamtkronen.
Oftmals treten Rindennekrosen auf, wodurch sich flächige Rindenpartien ablösen können.
Darauf folgt die Besiedlung mit weiteren Pilzarten wie Porlinge, Baum- oder Zunderschwamm.
Als Sekundärschädling wurden der Buchenborken- sowie der Buchenprachtkäfer festgestellt, wodurch auch vom Pilz verschonte Rindenareale erheblich geschädigt wurden. Die Folge ist eine schnelle Holzzersetzung, die zeitnahe Maßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit erfordern. Letztendlich führt dies zum Absterben des Baumes.
Buchenvitalitätsschwäche
Vorzeitige Blattverfärbungen und/oder vorzeitiger Abwurf grüner Blätter bis zur raschen Kronenverkahlung. Auch hier treten Rindennekrosen auf, denen wiederum der Befall mit verschiedenen Pilzarten und zum Schluss der Buchenpracht- und Borkennkäfer folgt. Letztendlich führt auch diese Krankheit zum Absterben des Baumes.
Phytophthora-Krankheiten
Zuerst unauffälliger Befall der Feinwurzeln, danach treten dunkle Flecken am Stamm mit intensivem Saftaustritt (Buchen-Schleimfluss) auf. Nachfolgend treten Fäuleerreger wie Hallimasch, Zunderschwamm, Lackporlinge und Brandkrustenpilz auf, die Morschungen bis in den Kronenbereich verursachen können. Der Krankheitsverlauf ist langwierig und führt meist zum Stamm- oder Kronenbruch.
Eine typische und häufige Alterserscheinung von Buchen und Eichen am Ende ihrer Lebensphase sind absterbende Oberkronen. Als Reaktion darauf bildet der Baum gleichzeitig eine Sekundärkrone (Unterkrone) aus. Bei der Buche stirbt diese belaubte Unterkrone baumartbedingt oftmals in wenigen Jahren ebenfalls ab, Eichen können sich hingegen durchaus wieder erholen.
Mittelfristig werden sehr wahrscheinlich vermehrt Buchen in Altholzbeständen absterben und aufgrund von Morschungen o. ä. nicht mehr verkehrssicher sein. Die dadurch entstehenden Lücken im Kronendach bieten jedoch die Möglichkeit, aufkommende Naturverjüngung zu fördern und dadurch eine femelartige (auf vielen Kleinflächen) Verjüngung zu etablieren.
Die Altbuchenbestände in Osterfeld südlich der Bottroper Straße bereiten weiterhin Grund zur Sorge, insbesondere im Hinblick auf den Ausbau des Revierparks durch die FMR mbH. Bei gesteigerter Attraktivität des Freizeitangebotes wird hier, u.a. durch die Anlage eines Naturerlebnispfades, ein zusätzlicher Besucherverkehr eröffnet, der die Gewährleistung der Verkehrssicherheit bezüglich des Altbuchenbestandes vor große Probleme stellen wird. Diese kann nur durch einen erheblich höheren Aufwand für Kontrolle und Baumpflege sichergestellt werden.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die FMR mbH laut der Vereinbarung über die „Unterhaltungs- und Verkehrssicherungspflicht auf den Wegen innerhalb des Revierparks Vonderort“ zwischen der Stadt Oberhausen und der Revierpark Vonderort GmbH aus dem Jahre 2002 für die Gewährleistung der Verkehrssicherheit auf den Wegen selbst verantwortlich ist.
3. Erstaufforstungen
Im Winter/Frühjahr 2021/22 wurden die zwei Erstaufforstungen-Flächen mit einer Größe von ca. 3,2 ha an der Breilstraße und Hochstraße in Osterfeld mit ca. 7.650 Stück Buchen, Eichen, Erlen und Bergahornen nachgebessert.
Aufgrund der trockenen Witterung und der schwierigen Standortverhältnisse auf diesen Brachflächen (ehemaliger Sportplatz und Betriebsgelände) mit aufgeschütteten Böden ist es wiederholt nicht gelungen, die Forstkultur zu sichern und eine ausreichende Anzahl von Jungpflanzen zu etablieren.
Die letzte Nachbesserung im Frühjahr 2024 mit 500 Stück Trauben-, Roteichen, Hainbuchen, Erlen und Ahornen weist aufgrund der ergiebigen Niederschläge in dieser Vegetationszeit deutlich geringere Ausfälle auf.
Bei der diesjährigen Mahd der Flächen zur Freistellung der Forstpflanzen zeigte sich die Anpflanzung auf der Breilstraße in einem fast zufriedenstellenden Zustand, wohingegen die Kultur an der Emsstraße wiederum durch massive Ausfälle geprägt ist.
Deshalb werden auch in diesem Herbst die Kulturen mit 4.900 St. Forstpflanzen bestehend aus acht verschiedenen Baumarten nachgebessert, um möglichste breit für den Klimawandel aufgestellt zu sein. Dazu zählen Traubeneiche, Roteiche, Hainbuche, Bergahorn, Edelkastanie, Lindenblättrige Birke, Japanische Lärche und Schwarzkiefer.
Die ebenfalls in 2022 angelegte Aufforstung im Bereich des Sterkrader Waldes entlang des Handbaches wurde auch im Frühjahr 2024 nochmals nachgebessert. Jetzt zum Beginn des Herbstes 2024 weist diese einen sehr guten Anwuchserfolg mit nicht mehr als 10 % Ausfällen auf.
Insgesamt wurden 1.000 Stück Rotbuchen auf kleineren Lichtungen in einem Buchen-Altholz nördlich der Hiesfelder Straße angepflanzt. Diese sollen in den meist durch Windbruch entstandenen Lücken die Ausfälle einzelner Altbäume ersetzen und gleichzeitig als Nachfolgegeneration die natürliche Verjüngung ergänzen.
4. Forstliche Planung für das Forstwirtschaftsjahr 2025
4.2 Aufforstungen
Aufforstungen können nur in Waldbereichen angelegt werden, wenn dort ausreichender Lichteinfall auf den Boden besteht, der das Pflanzenwachstum ermöglicht. Die wenigen Wildwiesen im Stadtwald sollen als solche erhalten bleiben und das Waldbild bereichern und zur ökologischen Vielfalt beitragen.
Als Flächen für Aufforstungen werden daher meist Lücken oder Lichtungen in Altholzbeständen genutzt, die durch natürliche Ereignisse oder Fällungen entstanden sind.
Hier sollen in 2025 ca. 1.500 Forstpflanzen verschiedener Baumarten zur Unterstützung der natürlichen Verjüngung des Waldes ausgebracht werden.
Ob die Erstaufforstungen an der Breil- und Emsstraße auch im nächsten Jahr wieder Nachbesserungsbedarf aufgrund von Pflanzenausfällen haben, kann erst nach dem Sommer 2025 abschließend beurteilt werden.
4.2 Durchforstungen
Der Holzmarkt zeigt sich stabil, sowohl beim Nadel- als auch beim Laubholz sind Preise und Nachfrage auf hohem Niveau. Brennholz wird weiterhin rege nachgefragt, weil viele Verbraucher wieder mit Kaminöfen heizen oder auf Holzheizungen umstellen.
Von den insgesamt 476 ha des Stadtwaldes können tatsächlich max. 342 ha überhaupt forstlich bewirtschaftet werden. Bei den übrigen 126 ha handelt es sich um versprengte Klein- und Kleinstflächen im gesamten Stadtgebiet, Stilllegungsflächen und Parkwaldflächen, deren forstliche Nutzung unter Berücksichtigung ihrer Lage und deren Bedeutung für die Erholung nicht durchführbar ist.
Die Nutzungsmenge bei Holzerntemaßnahmen soll 50 % des Zuwachses einer Planungsperiode einschließlich Kalamitätsholz nicht überschreiten.
Im Forstwirtschaftsjahr 2025 sollen ca. 800 FM Holz eingeschlagen werden. Die Berechnungen der neuen Forsteinrichtung haben ergeben, das in einem Jahr im Stadtwald 2.296 FM Holz nachwachsen, sodass die Nachhaltigkeit der Holznutzung deutlich gewährleistet bleibt. Die Gesamtmasse des Holzvolumens im Wald wird demzufolge stetig vermehrt.
Die Ausführung der geplanten Durchforstungsarbeiten sind in den Waldgebieten Hühnerheide, im Sterkrader Wald und im Stadtwald Osterfeld geplant.
Dabei werden die ökologisch sensiblen Fortpflanzungszeiten waldgebundener Arten berücksichtigt. Baumfällmaßnahmen im Rahmen der Waldpflege werden daher möglichst nur in der Zeit vom 01. September bis 31. März stattfinden.
Das Holzrücken ist aus Gründen des Bodenschutzes schon zum Ende des Sommers möglich, da die Waldböden in dieser Zeit in der Regel aufgrund der geringen Bodenwasserwerte ihre größte Tragfähigkeit im Jahresverlauf besitzen und in dieser Zeit weniger Bodenschäden zu erwarten sind. Dies trifft, wie bereits geschildert, in diesem Jahr nicht zu.
Aus Gründen des Artenschutzes ist das Holzrücken in dieser Zeit in der Regel vereinbar (z. B. durch Berücksichtigung von besetzten Horsten/Höhlen). Zur umfassenden Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes werden die Durchforstungsmaßnahmen vorab mit der UNB abgestimmt.
Baumfällungen zur Herstellung der Verkehrssicherheit im Wald sind nicht Bestandteil der Waldpflege und daher ganzjährig notwendig und möglich. Hier ist durchaus auch unverzüglicher Handlungsbedarf notwendig.
Abgestorbene, geschädigte oder Bäume mit Höhlungen, die abseits der Wege und Verkehrsflächen stehen, werden im Wald belassen, damit diese weiterhin die wichtigen ökologischen Aufgaben als Brutstätte für Vögel oder als stehendes und/oder liegendes Totholz erfüllen können.
Die Arbeiten sollen möglichst schon im November beginnen, falls die Waldböden dann noch tragfähig und befahrbar sind. Erfahrungsgemäß nimmt im Verlauf des Winters durch den vermehrten Niederschlag die Vernässung der Böden zu, wodurch die Bergung des Holzes sehr erschwert wird.
Die Maßnahmen werden ausschließlich in der vegetationslosen Zeit von Oktober bis März, vorzugsweise bei trockener Witterung, zur Vermeidung von Boden- und Wegeschäden durchgeführt.
Um die Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern beispielhaft zu erläutern, bietet die Verwaltung wie in den letzten Jahren exemplarisch Ortsbegehungen an.
Die geplanten Maßnahmen werden der interessierten Bevölkerung am Beispiel eines zu durchforstenden Waldes im Rahmen eines Ortstermins am 07.11.2024 im Sterkrader Wald an beispielhaft erläutert. Die Ortsbegehung beginnt um 15:30 Uhr. Treffpunkt ist der Standort der freiwilligen Feuerwehr an der Falkestraße in Königshardt.
In Osterfeld wird dieser Termin am 14.11.2024, ebenfalls um 15:30 stattfinden. Treffpunkt ist vor dem Freizeithaus des Revierparks Vonderort, Bottroper Straße 322.
Insgesamt dienen alle Pflege- und Fällmaßnahmen im Stadtwald dazu, die vorhandenen Wälder nachhaltig zu sichern und die Altbestände so zu verjüngen, dass eine Dauerbestockung gewährleistet ist und der Erholungswert des Waldes für die Bürger erhalten bleibt.
Ein Verzicht auf regelmäßige Durchforstungen kann langfristig zu einer Vergreisung von Waldbeständen und letztendlich zum möglichen Zusammenbruch ganzer Waldstrukturen, führen, sodass die vielfältigen Waldfunktionen dann für längere Zeit erheblich eingeschränkt wären, ohne dass der ökologische Zustand verbessert würde.
5. Kurzfassung
Im Forstwirtschaftsjahr 2025 sollen im Zuge der Holzernte 800 Festmeter Holz geerntet werden. Lücken oder Freiflächen in Wäldern in der Altersphase, die durch Ausfälle von Einzelbäumen entstanden sind, sollen zur natürlichen oder künstlichen Verjüngung des Waldes genutzt werden.
Im Rahmen der Nachpflanzungen von zwei Erstaufforstung-Flächen wurden im Frühjahr 500 Stück Eichen und Hainbuchen gepflanzt. Weitere 1.000 Stück Rotbuchen wurden im Frühjahr 2024 im Sterkrader Wald unter einem Buchenaltholz als Nachbesserung einer vorhandenen Forstkultur eingebracht.
Im Herbst 2024 werden 4.900 Stück Forstgehölze aus acht verschiedenen Baumarten die Erstaufforstungen an der Breil- und Emsstraße ergänzen.
Die geplanten Maßnahmen werden der interessierten Bevölkerung exemplarisch im Rahmen von zwei Ortsterminen vorgestellt.
- am 07.11.2024 um 15:30 Uhr im Sterkrader Wald an der Falkestraße 39 am Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Königshardt
- am 14.11.2024 um 15:30 im Stadtwald Osterfeld vor dem Freizeithaus des Revierparks Vonderort, Bottroper Straße 322
