Berichtsvorlage - M/17/5246

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Beratungsfolge

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Bezug

Beschluss des Rates vom 14.09.2020, Drucksache B/16/5874-01

Zur Kenntnisnahme Haupt- und Finanzausschuss am 03.05.2021, Drucksache M/17/0598-01

Zur Kenntnisnahme Gleichstellungsausschuss am 03.03.2022, Drucksache M/17/1634-01

Zur Kenntnisnahme Jugendhilfeausschuss am 23.08.2023, Drucksache M/17/3656-01

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Sachverhalt

Am 7. Februar 2024 wurden Mittel zum Aufbau kommunaler Präventionsketten für das Förderprogramm: „kinderstark – NRW schafft Chancen“ vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) - Landesjugendamt weiterbewilligt. Die Gesamtkosten betragen laut Finanzierungsplan für den Zeitraum vom 01.01.2024 bis 31.12.2024 insgesamt 296.250,94 EUR.

 

Erstmals bestand 2024 zusätzlich die Möglichkeit für Kommunen, die bereits eine erste Bewilligung erhalten haben, im Rahmen der verfügbaren Landesmittel einen zweiten Antrag zu stellen. Oberhausen hat mit einem zweiten Antrag von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und am 10.04.2024 den Zuwendungsbescheid für diese Mittel erhalten. Die Gesamtkosten in dieser zweiten Antragsrunde betragen laut Finanzierungsplan für den Zeitraum vom 15.05.2024 bis 31.12.2024 insgesamt 76.494,55 EUR.

 

 

„kinderstark – NRW schafft Chancen“ (Antrag 1 / 2024)

Die Zuwendung vom LVR - Landesjugendamt für dieses Projekt beträgt 233.385,00 EUR. Der von der Stadt Oberhausen zu leistende Eigenanteil in Höhe von 62.865,94 EUR wird anteilig aus den Personalkosten der Stelle Koordination Präventionsketten und durch Mittel aus dem Haushalt der Erzieherischen Hilfen zur Initiierung von präventiven Angeboten bereitgestellt (Auftrag 310006050602 „Regionalteams, Sachkonto 533166 „Jugendhilfe außerhalb von Einrichtungen - präventive Hilfen“).

 

Tabelle: Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Förderbausteine 2024

Gesamtkosten:

  296.250,94 €

Handlungsfeld 1:

Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation

39.269,69

 

87.026,98

(„Guter Start NRW“)

Handlungsfeld 2:

Familiengrundschulzentrum

27.704,80

Handlungsfeld 3:

Lotsendienst Geburtskliniken

10.000,00

Handlungsfeld 6:

Ausbau aufsuchender Angebote

132.249,47

Summe

296.250,94

Eigenanteil 20% *

62.865,94

Fördersumme

233.385,00

* Der Eigenanteil wird durch die Finanzierung der anteiligen Stelle der Netzwerkkoordination Kommunale Präventionsketten durch den Haushalt der Stadt Oberhausen in Höhe von 39.269,69€ abgebildet. Darüber hinaus können Mittel aus dem Haushalt der Erzieherischen Hilfen zur Initiierung von präventiven Angeboten im Rahmen des beantragten Projektes zur Deckung des weiteren Eigenanteils in Höhe von 23.596,25 € genutzt werden.

 

Allgemeine Erläuterungen

Durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) wurde am 24.11.2023 ein Aufruf zur Einreichung von Anträgen auf Projektförderung zum Aufbau und zur Stärkung kommunaler Präventionsketten veröffentlicht. Antragsberechtigt sind alle Kommunen mit angehörigem Jugendamt in NRW.

Ziel der Landesregierung ist es, die Chancen auf ein gelingendes Aufwachsen sowie gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, in dem Kommunen beim Aufbau kommunaler Präventionsketten unterstützt werden. Dafür stellt das Land über den Projektaufruf „kinderstark – NRW schafft Chancen“ bereits seit 2020 jedes Jahr ca. 15 Millionen Euro zur Verfügung. Der Projektaufruf für 2024 ist der fünfte Aufruf im Rahmen des Programms „kinderstark – NRW schafft Chancen“. Das Programm soll eine auf Dauer angelegte Stärkung kommunaler Prävention mit Unterstützung der Landesregierung darstellen, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers für künftige Haushaltsjahre.

Gefördert werden vorrangig strukturbildende Maßnahmen zur Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung in Hinblick auf die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien. Darüber hinaus werden Projekte gefördert, die die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen verbessern. Die Förderung soll für präventive Projekte eingesetzt werden, die insbesondere darauf abzielen, die negativen Folgen von Kinderarmut zu bekämpfen. Um möglichst alle (werdenden) Eltern, Kinder und Jugendliche zu erreichen, können diese Projekte an Regelinstitutionen wie Geburtskliniken, ärztlichen Praxen, Familienzentren, Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen angeboten werden. Die Förderung hat das Ziel, erfolgreich bewährte Ansätze künftig in die Kommunalen Präventionsketten zu integrieren und zu verstetigen.

Seitens des Fördermittelgebers können Mittel für sechs unterschiedliche Handlungsfelder eingesetzt werden:

  1. Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation
  2. Förderung von Familiengrundschulzentren
  3. Lotsendienste in Geburtskliniken
  4. Lotsendienste in Kinder- und Jugendarztpraxen oder gynäkologischen Arztpraxen
  5. Kommunale Familienbüros
  6. Ausbau aufsuchender Angebote

 

Die Stadt Oberhausen beteiligt sich 2024 mit Maßnahmen in den Handlungsfeldern 1, 2, 3 und 6.

Die landesweite Fördersumme wird durch einen Verteilerschlüssel auf die Kommunen aufgeteilt: Orientiert am Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 4 Jahren bis 17 Jahren, die im SGB II-Leistungsbezug leben und damit von Kinderarmut bedroht sind. Für die Stadt Oberhausen ergibt sich daher ein maximaler Förderbetrag von 233.385,00 EUR. Zusätzlich ist ein Eigenanteil von mindestens 20 Prozent des Gesamtvolumens zu erbringen.

Der am 14.12.2023 beim LVR-Landesjugendamt eingereichte Antrag enthält die nachfolgend beschriebenen Bausteine, deren Gesamtkosten 296.250,94 EUR betragen. Demnach erhält die Stadt Oberhausen für die Zeit vom 01.01.2024 bis 31.12.2024 die maximale Zuwendung in Höhe von 233.385,00 EUR. Zusätzlich hat die Stadt Oberhausen einen Eigenanteil von 62.865,94 EUR zu erbringen.

 

Maßnahmen zum Förderaufruf „kinderstark – NRW schafft Chancen“

Die Bereiche 0-4/Chancengleichheit, 3-1/Kinder, Jugend und Familie und 3-3/Schule haben, wie bereits bei den vorangegangenen Förderaufrufen, gemeinsame Überlegungen zu den Förderbereichen vorgenommen und die unten skizzierten Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“ beantragt. Es handelt sich um die Fortführung der Maßnahmen der letzten Förderaufrufe.

 

Handlungsfeld 1: Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung

Netzwerkkoordination

 

Die Notwendigkeit auch in Zukunft innerhalb und auch außerhalb der Verwaltung der Stadt Oberhausen im Bereich der kommunalen Präventionsketten vernetzt zu arbeiten, zeigen die sehr guten Erfahrungen und Ergebnisse der bisherigen Arbeit der Netzwerkkoordination seit 2012. Mit dem Paradigmenwechsel hin zur Idee "Vom Kind her denken" wurden in Oberhausen gute Lösungen durch Vernetzung aller Akteur:innen entwickelt.

Während des gesamten Prozesses seit 2012 wurden unterschiedliche Akteur:innen, Institutionen und Zuständigkeitsbereiche kontinuierlich in die AG „Prävention“ einbezogen, die für das Aufwachsen von Kindern Verantwortung tragen. Durch dieses integrierte Vorgehen konnte Oberhausen seine Präventionsketten orientiert am Lebenslauf eines Kindes ausbauen (z.B. durch die Angebote des Babybegrüßungsdienstes oder Achtung – Kinder von Anfang an begleiten und Projekten wie Kids aus`em Sitz). Ziel ist es immer gewesen, an kritischen Punkten in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen eine lückenlose Unterstützung anzubieten. Dieses Vorgehen wird aktuell durch die Koordination des Förderprogrammes „kinderstark – NRW schafft Chancen“ von der Netzwerkkoordination unterstrichen. In Zusammenarbeit von mehreren städtischen Bereichen und Trägern sind Angebote entwickelt und in der ersten Förderphase angestoßen worden, um die Lücken in der Präventionskette zu schließen und somit zu einem gelingenden Aufwachsen beizutragen.

Für das Jahr 2024 stehen u.a. der weitergehende Ausbau der bereits bestehenden Netzwerkstrukturen und die interne Steuerung des Projektes ‚kinderstark – NRW schafft Chancen!‘ als Handlungsschritte fest. Die inhaltliche Ausgestaltung der Netzwerkkoordination soll zukünftig wieder einen stärkeren Fokus auf die Kernpunkte der Kommunalen Präventionskette legen: Das Greifbarmachen des Netzwerkes, die Gestaltung von Übergängen in der Biografie der Kinder- und Jugendlichen, die Feststellung von Lücken und das Denken vom Kind her. Durch die Coronapandemie und einen Generationenwechsel der zuständigen Stellen in der Verwaltung ist der Bedarf entstanden, die Steuerungsstruktur und die Ausgestaltung der kommunalen Präventionskette noch einmal in den Fokus zu nehmen und ggf. anzupassen.

Online Tool „Guter Start NRW" - Projektkoordination „Familien-Navigator Oberhausen" im Bereich Kinder, Jugend und Familie / Familien-Navigator

Das Projekt „Familien-Navigator Oberhausen“ basiert auf dem Online System „Guter Start NRW“ und wird über „kinderstark – NRW schafft Chancen“ gefördert.

Mit der Umsetzung des Projektes ist seit 01.11.2021 eine Dipl. Medientechnikpädagogin innerhalb des Bereichs 3-1 / Kinder, Jugend und Familie der Stadt Oberhausen beschäftigt.

Der Familien-Navigator Oberhausen ist als weitreichende Online-Angebotsplattform für Familien konzipiert und wird zukünftig die gesamte Präventionskette (Familie mit Kinder bis 18+) umfassen. Dies beinhaltet nicht nur eine erhebliche Erweiterung der altersbezogenen Zielgruppe im Vergleich zur Vorgängerversion (von -9 Monate bis zu 6 Jahren bis zur Altersgruppe: Übergang Schule/Beruf), sondern auch eine Neugestaltung in seiner Darstellungsform.

Aus einem Online-Suchsystem für Angebote für (werdende) Familien mit Kindern bis zu 6 Jahren wird ein Such- und Informationsportal mit neuen weiteren Kategorien, Angeboten und Informationen für (werdende) Familien, Kinder und Jugendliche.

Für den Förderzeitraum 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 plant Oberhausen:

die Erstellung eines Grob- und Feinkonzeptes zur Implementierung des Such- und Informationsportal „Familien-Navigator Oberhausen“ basierend auf der erweiterten neuen Version des Online-Systems „Guter Start NRW“.

 

Anpassung und Umsetzung des „Familien-Navigator Oberhausen“ (Relaunch-Version)

 

  • Entwicklung des Corporate Design (Farbkonzept, Logo, Fotos, Bilder…) in Anlehnung an das CD der Stadt Oberhausen sowie die Gestaltung der Website des Familien-Navigators.
  • Überarbeitung/Ergänzung und Erweiterung der Datenbank des Online Systems „Guter Start NRW“ mit relevanten Inhalten (Angeboten, Informationen usw.).
  • Erstellung von Präsentationen/Schulungsunterlagen für eingebundene Akteur:innen und (potentielle) Anbieter:innen.
  • Vorstellung des Such- und Informationsportal bei zuständigen und relevanten internen und externen Gremien/Institutionen/Akteur:innen und Anbieter:innen.
  • Gewinnung und Erweiterung des Anbieterkreises hinsichtlich der zusätzlichen Zielgruppen sowie Schulungen, Support und/auch bezüglich der Redaktion ihrer Angebote.
  • Planung und Umsetzung einer umfassenden Werbekampagne für die Such- und Informationsplattform „Familien-Navigator Oberhausen“ (bspw. durch Printmedien, Werbeartikel, Internetwerbung).

 

 

 

Handlungsfeld 2: Familiengrundschulzentren

Oberhausen macht sich bereits seit dem Jahr 2020 auf den Weg, Grundschulen mit Offenem Ganztag zu Familiengrundschulzentren zu entwickeln. In der Stadt kam es zu einem schrittweisen Ausbau von Familiengrundschulzentren im (beinahe) gesamten Stadtgebiet.

Mit den Fördermitteln von „kinderstark – NRW schafft Chancen“ konnte, im Zeitraum vom 01.01.23 bis zum 31.12.23, Eltern und Schüler:innen eine Vielzahl von Angeboten unterbreitet werden. Die Netzwerkstrukturen wurden zudem erweitert und gefestigt.

  • Die Familiengrundschulzentren Adolf-Feld-Schule und Ruhrschule erhalten aus kommunalen Mitteln ein Sachkostenbudget in Höhe von je 10.000,- EUR. Diese finanzielle Aufstockung ermöglicht es ähnliche arbeitsfähige Strukturen, angelehnt an die Familiengrundschulzentren mit einer Förderung durch das Ministerium, zu schaffen.
  • Die kommunale Koordination und Planung von Familiengrundschulzentren setzte mit Beginn des Modellvorhabens der Implementierung eines Familiengrundschulzentrums im Sozialraum 73 Alstaden/ Lirich (Concordiaschule) im August 2020 ein.
  • Auf kommunaler Ebene wurde das Steuerungsgremium „Familiengrundschulzentren“ zur strategischen Ausgestaltung des Familiengrundschulzentrums eingerichtet. Im Steuerungsgremium, das viermal jährlich tagt, und dessen Akteurkreis mittlerweile erweitert wurde, sind verschiedene Akteur:innen wie Schulleitungen, FGZ-Leitungen, Bereichsleitungen, etc. vertreten, denn die Entwicklung von Familiengrundschulzentren benötigt eine gute Information aller relevanten Akteur:innen in den Bereichen, den Schulen und den Trägern. Es wurden u.a. zum Beispiel verbindliche Module (z.B. „Schnupperschule“) für die Familiengrundschulzentren erarbeitet.
  • Das Steuerungsgremium gestaltete Schritt für Schritt eine kommunale Handlungsstrategie und ein Leitbild für Familiengrundschulzentren in Oberhausen aus.
  • Weiterhin trat die Stadt Oberhausen im März 2021 der Initiative „Familiengrundschulzentren NRW“ bei.
  • Zum 01. März 2022 wurde eine Vollzeitplanstelle zur Koordination der Familiengrundschulzentren in der kommunalen Verwaltung (1,0 VK) besetzt, die u.a. die fachliche Begleitung der Entwicklung von Familiengrundschulzentren leistet.

 

Für das Förderjahr 2024 ist eine Fortführung der Familiengrundschulzentren an der Adolf-Feld-Schule und an der Ruhrschule geplant, neben den vier durch die MSB-Förderrichtlinie geförderten Familiengrundschulzentren. Wie im Förderjahr 2023 sollen die Fördermittel aus „kinderstark – NRW schafft Chancen“ vorrangig im Bereich Personal eingesetzt werden, und insbesondere für die Schaffung und Ausgestaltung der Angebote vor Ort verplant werden.

 

Handlungsfeld 3: Lotsendienste an Geburtskliniken

Umsetzung Lotsendienst „Frühe Begleitung Alsbachtal“ am AMEOS St. Clemens Oberhausen

 

Einhergehend mit der „Konzeptentwicklung für die Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen“ in den Jahren 2020 bis 2021 konnte eine stärkere Vernetzung an der Schnittstelle Gesundheitswesen und Jugendhilfe in Oberhausen erreicht werden.

Durch die konzeptionelle Arbeit der letzten Jahre wurde in Oberhausen der bestehende „Lotsendienst – Frühe Begleitung Alsbachtal“ qualitativ weiterentwickelt und durch die neu geschlossenen Kooperationen flächendeckend ausgebaut.

Mit dem Auf- und Ausbau des Oberhausener Lotsendienstes im „AMEOS St. Clemens Hospital“, sind in Oberhausen seit August 2021 beide Geburtskliniken (AMEOS St. Clemens Hospital und EKO Oberhausen) sowie die entsprechenden Kinderkliniken an das Netzwerk Frühen Hilfen angebunden.

Durch die neue konzeptionelle Ausrichtung des Lotsendienstes kooperieren bei Bedarf nun auch die Oberhausener Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik abgestimmt mit den Frühen Hilfen. Die neue Verzahnung der Akteur:innen ermöglicht eine noch engere und ganzheitliche Information von insbesondere psychosozial belasteten Familien in Oberhausen.

 

Die Förderung im Jahr 2024 wird für die Umsetzung des Lotsendienstes im „AMEOS St. Clemens Hospital“ eingesetzt und somit die flächendeckende und einheitliche Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen in Oberhausen als Teil einer kommunalen Präventionskette sichergestellt.

 

Ein besonderer Fokus liegt dabei weiterhin auf der Entwicklung eines Kooperationsmodells für die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner:innen zu den Themen „Migration“ und „Behinderung“ zur Erweiterung unseres des Netzwerks.

 

Die „Frühe Begleitung Alsbachtal“ unterstützt im Rahmen ihres Lotsendienstes und der begleitenden aufsuchenden Arbeit die Entwicklung und Gestaltung des Familiensystems, indem sie Familien mit Kindern im Alter von 0 – 36 Monaten während ihrer individuellen Lebenssituation adäquat, umfangreich und ergebnisoffen, unter Berücksichtigung ihrer psychischen und physischen Belastungen informiert, berät, unterstützt, begleitet, bildet und fördert.

Die Grundform des Kontakts mit den Familien ist das persönliche Gespräch in der Klinik. Der Aspekt der Freiwilligkeit ist handlungsleitend für das kostenlose und niederschwellige Angebot. Mit der zusätzlichen Förderung kann jetzt eine wichtige Lücke der Frühen Hilfen geschlossen werden, da nun alle Geburtskliniken in Oberhausen regelmäßig aufgesucht werden.

Familien mit Neugeborenen werden in einem persönlichen Gespräch von Mitarbeiter:innen der Frühe Begleitung Alsbachtal über bedarfsgerechte und individuelle Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten der Frühen Hilfen in den Krankenhäusern informiert. Zudem dient das persönliche Gespräch zur Erfassung von Unterstützungsbedarfen, zum Erkennen von Belastungsfaktoren und zur Wahrnehmung persönlicher, familiärer und sozialer Ressourcen der Familien. Eine kontinuierliche Evaluation des Lotsendienstes wird im Rahmen der Qualitätsentwicklung sichergestellt.

 

Handlungsfeld 6: Aufsuchende Angebote

“Vier im Revier“ – aufsuchende sozialpädagogische Angebote in Familienzentren

Das Projekt „Vier im Revier“ startete im Juli 2020 in vier Familienzentren in Oberhausen. Das Projekt war ursprünglich auf 3,5 Jahre angelegt.

Sinn der Maßnahme ist durch Sozialarbeit vor Ort, Kinderarmut entgegen zu wirken. Durch Präventionsketten sollen Barrieren zwischen den einzelnen Systemen bzw. den Stationen der jeweiligen Lebensphase (Familien mit Kindern von 0-6 Jahre) unabhängig von bestehenden Zuständigkeiten überwunden werden. Kinder, Jugendliche und Eltern sollen mit Angeboten aus Bildung, Gesundheit und Sozialem unterstützt werden.

Armut mit ihren Folgen, insbesondere die ausgeprägte Kinderarmut, ist ein zentrales Thema in den Projekt-Sozialräumen. Die Armut hat Einfluss auf verschiedenste Lebenslagen und wirkt in alle Lebensbereiche hinein. Aufgrund der immensen Anzahl von Familien in prekären Lebenslagen, ist es in den Sozialräumen sinnvoll, niederschwellige und unkomplizierte Zugänge zu Angeboten zu schaffen.

Das Projekt wurde über den Zeitraum von drei Jahren durch das Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS) evaluiert. Im ersten Zwischenbericht kommt das ISS zu dem Schluss, dass „die Einbettung des Modellprojekts „Vier im Revier“ in die relevante Forschungs- und Praxislandschaft“ gezeigt hat, „dass im Projekt bereits viele Aspekte berücksichtigt werden, die für ein Präventionsprojekt zur Reduzierung von Armutsfolgen bei Kindern von hoher Bedeutung sind. Insbesondere die Sozialraumorientierung sowie die zielgruppensensible Planung und Durchführung der Module unter Berücksichtigung interkultureller Aspekte stellen wichtige Qualitätsmerkmale des Projekts dar.“

Ferner wird resümiert, „dass im Projekt die Vielfalt der Beratungssuchenden wertgeschätzt und individuell auf ihre sehr heterogenen Bedarfe eingegangen wird. Die Beratungen und Begleitungen werden in elf Sprachen durchgeführt, die einen Großteil der überproportional vertretenen Kulturen im Sozialraum abdecken.“

Bei Projektstart im Juli 2020 war nicht abzusehen, welchen immensen Einfluss die Coronapandemie auf die Lebensbedingungen der Menschen, das Vorhandensein öffentlicher und sozialer Infrastruktur sowie das Projekt selbst haben wird. Sowohl in der „Hochphase“ der Pandemie in den Jahren 2020 und 2021, als auch in der daraus resultierenden zunehmend neu entstandenen Situation (ehemals offene Angebote finden nach wie vor nur terminiert statt, etc.), wurde das Projekt bis an die Kapazitätsgrenzen genutzt. Nachdem sich die Erreichbarkeit von Regelangeboten (Beratungsstellen, Eltern-Kind-Gruppen, etc.) wieder sukzessive verbesserte, wurde der Fokus weg von der, in der pandemischen Hochphase notwendigen, schnellen Intervention, hin zu inhaltlicher pädagogischer Arbeit an emotionalen und psychosozialen Bedarfen gerichtet. Hier bestehen einmalige wie mehrmalige Angebote in Form von Eltern-Kind-Gruppen, Elterntreffs, aktivierenden Familienaktionen, Sozialraumerkundungen mit Familien, etc.

Mittlerweile besteht ein festes Netzwerk innerhalb der Stadt, so dass Beratungen und Begleitungen mit und zu Netzwerkpartner:innen barrierearm erfolgen können oder aber Einzelaktionen in Kooperation mit dem Kinderschutzbund, der Caritas, der Tafel, der Polizei und weiteren Netzwerkpartner:innen unkompliziert möglich sind.

Das vom 01.07.2020 bis 31.12.2023 erfolgte Modellprojekt wird nun im Jahr 2024 an den bisherigen vier Standorten fortgeführt und über „kinderstark – NRW schafft Chancen“ finanziert. Im Rahmen eines integrierten Planungsansatzes zur Stärkung der Präventionsstrukturen in Oberhausen, wird derzeit eine Ausweitung der erprobten Strukturen auf das gesamte Stadtgebiet geplant.

Weitere Informationen dazu unter dem Punkt: „kinderstark – NRW schafft Chancen“ (Antrag 2 / 2024), Handlungsfeld 6: Aufsuchende Angebote Aufbau weiterer Standorte der aufsuchenden sozialpädagogischen Angebote: Aus „Vier im Revier“ wird „Wir im Revier“.

 

„kinderstark – NRW schafft Chancen“ (Antrag 2 / 2024)

 

Kommunen, die bereits eine erste Bewilligung erhalten haben, erhielten 2024 erstmals die Möglichkeit im Rahmen der verfügbaren Landesmittel einen zweiten Antrag zu stellen. Oberhausen hat mit einem zweiten Antrag von dieser Möglichkeit gebraucht gemacht.

Die Gesamtkosten in der zweiten Antragsrunde betragen laut Finanzierungsplan für den Zeitraum 15.05.2024 bis 31.12.2024 insgesamt 76.494,55 EUR.

 

Die Zuwendung vom LVR für dieses Projekt beträgt 61.195,64 EUR. Am 10.04.2024 hat die Stadt Oberhausen den Zuwendungsbescheid der bewilligenden Behörde erhalten.

 

Gesamtkosten:

 76.494,55 €

Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation

2.500,00

Familiengrundschulzentrum

2.474,55

Ausbau aufsuchender Angebote

71.520,00

Summe

76.494,55

Eigenanteil 20% *

15.298,91

Fördersumme

61.195,64

* Der von der Stadt Oberhausen zu leistende Eigenanteil in Höhe von 15.298,91 EUR wird anteilig durch den Bereich 3-3 / Schule und dem Bereich 3-1 / Kinder, Jugend und Familie hier dem „Präventionstopf“ bereitgestellt (Auftrag 310006050602 „Regionalteams, Sachkonto 533166 „Jugendhilfe außerhalb von Einrichtungen - präventive Hilfen“).

 

Handlungsfeld 1: Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung

Interdisziplinärer Workshop zur Standortanalyse für den Ausbau der kommunalen Präventionskette in Oberhausen

 

Zur Erörterung der Bedarfslage von Armut betroffener und bedrohter Kinder, Jugendlicher und Familien soll, basierend auf der vorhandenen Datenlage mindestens ein Workshop zur Standortanalyse veranstaltet werden.

Von Armut betroffene und bedrohte Kinder, Jugendliche und Familien sind vielfach von Benachteiligung bedroht. Der Zugang und die Teilhabechancen sind erschwert.

Der Blick in die Sozialräume und Sozialquartiere mit hoher Kinderarmutsquote soll vertieft und die Bedarfslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien gemeinsam mit für die Zielgruppe relevanten Fachakteur:innen erörtert werden. Anschließend sollen Lösungsvorschläge entwickelt werden, um die Lebenslagen der Zielgruppe nachhaltig zu verbessern.

In einem ersten Schritt könnte bspw. das Thema lebensphasenorientierte Gesundheitsförderung in Oberhausen in den Blick genommen werden.

 

Handlungsfeld 2: Familiengrundschulzentren

Bewegungsangebote an Familiengrundschulzentren

 

Familiengrundschulzentren fördern die bildungsbezogene Zusammenarbeit mit Familien, die Öffnung der Schule in den Stadtteil, die Erschließung sozialräumlicher Ressourcen für die Lebenswelt von Familien, sowie die Stärkung von Familienorientierung in der Schulentwicklung. Um die Angebote für die Teilnehmenden zu organisieren, zu planen und vor allem niederschwellig auszugestalten, benötigen die zwei Standorte Adolf-Feld-Schule und Ruhrschule eine weitere finanzielle Unterstützung und beabsichtigen mit den Restmitteln für jeden Standort die Ausgestaltung und Umsetzung der Angebote zu verbessern.

Die Ruhrschule beabsichtigt zum Thema Gesundheit für Eltern und Kinder einen Kurs anzubieten mit dem Themenschwerpunkt Gleichgewicht, Beweglichkeit. Der Kurs soll unter dem Titel „ich bin beweglich“ durchgeführt werden.  Für dies Angebot werden Pedalos benötigt. Diese sind an dem Standort nicht vorhanden. Die bisher beantragten Projektgelder werden für die Personalkosten der Familiengrundschulzentrumsleitung genutzt. Das Themenfeld der Gesundheitsförderung war bislang noch nicht in den Angebotsstrukturen und soll dieses Jahr angegangen werden.

Die Adolf-Feld Schule möchte gemeinsam mit der Polizei Oberhausen einen Fahrradkurs für Eltern und Kinder anbieten. Die Polizei Oberhausen bietet einen Kurs mit kleineren theoretischen und auch praktischen Anteilen an. Um möglichst mehr Familien eine Teilnahme an diesem Kurs zu ermöglichen, möchte das Familiengrundschulzentrum eigene Fahrräder und auch Helme anschaffen. So können Eltern und Kinder sich ein Rad und einen Helm ausleihen. Dieses Angebot soll als regelmäßiges Angebot an dem Standort etabliert werden. So können im weiteren Verlauf mehrere Termine für Familien angeboten werden und das Familiengrundschulzentrum hat eine eigene Ausstattung um reibungslos die Organisation und Umsetzung durchzuführen.

 

Handlungsfeld 6: Aufsuchende Angebote

Aufbau weiterer Standorte der aufsuchenden sozialpädagogischen Angebote: Aus „Vier im Revier“ wird „Wir im Revier“

 

Das Projekt „Vier im Revier“ startete im Juli 2020 in vier Familienzentren in Oberhausen. Das Modellprojekt wird nun im Jahr 2024 an den bisherigen vier Standorten fortgeführt und über kinderstark finanziert. Sinn der Maßnahme ist durch Sozialarbeit vor Ort, Kinderarmut entgegen zu wirken. Durch Präventionsketten sollen Barrieren zwischen den einzelnen Systemen bzw. den Stationen der jeweiligen Lebensphase (hier von Familien mit Kindern von 0-6 Jahren) unabhängig von bestehenden Zuständigkeiten überwunden werden. Kinder, Jugendliche und Eltern sollen mit Angeboten aus Bildung, Gesundheit und Sozialem unterstützt werden.

Im Rahmen eines integrierten Planungsansatzes zur Stärkung der Präventionsstrukturen in Oberhausen, wird derzeit eine Ausweitung der erprobten Strukturen auf das gesamte Stadtgebiet angestrebt.  Das Aufgabenportfolio erstreckt sich wie bei „Vier im Revier“ auch bei „Wir im Revier“ über Lotsensprechstunden, Gruppenangebote und Freizeitaktivitäten, die analog der unterjährig ermittelten Bedarfe angeboten werden. Im Rahmen der 2. Antragswelle wird eine Kofinanzierung von drei weiteren Standorten umgesetzt.

Bis 31.12.2024 wird der Aufbau umgesetzt und erprobt. Eine Verstetigung der Standorte im Jahr 2025 wird durch finanzielle Mittel der Stadt Oberhausen sichergestellt.

 

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