Berichtsvorlage - M/17/5207

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Beratungsfolge

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Bezug

B/17/4407-01 - Grundsatzentscheidung Straßenbahnverlängerung 105

B/17/4010-01 - Rahmenplan für das Gelände des ehemaligen Stahlwerks Ost

B/17/3333-01 - Strategie zur Verkehrsentwicklung in Oberhausen

B/17/1980-01 und M/17/1733-01 - Masterplan Neue Mitte

B/16/2313-01 - Nahverkehrsplan

B/16/2095-01 - Leitlinien der Bürgerbeteiligung in Oberhausen

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Sachverhalt

Der Rat der Stadt Oberhausen hat die Verwaltung und die STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH am 05.02.2024 beauftragt, die erforderlichen Planungs- und Verfahrensschritte zur Inbetriebnahme der Straßenbahnstrecke VI und der Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 gemäß dem Trassenvorschlag des Masterplans Neue Mitte einzuleiten (B/17/4407-01). In der Beschlussvorlage wurden die Projektstruktur bzw. -organisation sowie das öffentlich­keits-wirksame Kommunikationskonzept im Rahmen des Bauvorhabens thematisiert. Die hier vorliegende Mitteilungsvorlage konkretisiert die vorstehenden Projektbereiche.

 

Aufgaben- und Projektstruktur

Der Planungs- und Bauprozess, inklusive Planfeststellungsverfahren dauert rund sieben Jah­re und wird anhand der HOAI-Leistungsphasen I-IX durchgeführt. Die gesamten Planungs­phasen des Projektes werden durch die STOAG und der Stadtverwaltung gemeinsam abgewickelt. Die Planungsphase wird mit insgesamt 3 Jahren kalkuliert und soll im Jahr 2027 abgeschlossen werden. In der zurückliegenden Beschlussvorlage zur Grundsatzent­scheidung für den Ausbau der Straßenbahnverlängerung 105 wurde die STOAG durch die Stadt Oberhausen als Bauherrin ernannt. In der beigefügten Aufgabenstruktur sind zu den jeweiligen Aufgabenstellungen bis zur Leistungsphase IV die erforderlichen fachlichen Zu­ständigkeiten zwischen der Stadtverwaltung und der STOAG abgebildet. Die Kernaufgaben der STOAG sind die Objektplanung für die Gleistrasse und Bauwerke, die Durchführung der standardisierten Bewertung, die Erstellung und Einreichung des Finanzierungsantrages so­wie die Einleitung und Betreuung der Planfeststellung. Die übrigen Straßenverkehrsanlagen, die in Verbindung mit dem Vorhaben entstehen oder angepasst werden müssen, liegen in der Verantwortung der Stadtverwaltung.

 

Die STOAG übernimmt für das gesamte Projekt die Projektleitung sowohl auf Seiten der STOAG als auch auf Seiten der Stadtverwaltung. Hierzu hat sie bereits einen externen Pro­jektsteuerer gewinnen können, der die fachliche Expertise mitbringt. Einschlägige Erfahrun­gen sind vorhanden, unter anderem durch die Begleitung des Projekts Citybahn in Essen.

 

Die Aufgabengebiete der Stadtverwaltung im Rahmen der Straßenbahnverlängerung um­fassen vor allem die Bereiche Grundstücks- und Vertragsmanagement, Stadtgestaltung und die Einbindung des Teilprojekts in den Masterplan Neue Mitte. Für die Bereitstellung von Verkehrsflächen zum Neubau der Straßenbahntrasse müssen Grundstücke entlang der ge­planten Linienführung von der Stadt Oberhausen erworben oder mit Dritten getauscht wer­den. Wichtig ist den Trassenausbau stadtverträglich und im Einklang mit den Planungen ver­schiedener weiterer Teilprojekte im Rahmen des Masterplans zu gestalten. Die zukünftige Führung der Linie 105 wird im Übergangsbereich zu den neuen Wohnbauflächen Teil der Parklandschaft.

 

Auf Seiten der Verwaltung ergeben sich im Rahmen der Arbeiten zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 zusätzliche Aufgaben bei allen Planungs- und Verfahrensschritten. Zu den Aufgaben zählen insbesondere die städtebaulichen, umweltfachlichen und verkehrlichen Begleitungen der Fachgutachten und Infrastrukturplanungen aus Sicht der Belange der Stadt Oberhausen. Für den Bereich Mobilität ergeben sich hier insbesondere auch die straßensei­tigen Anpassungen und Überplanungen sowie Abstimmungen mit planfeststellenden Behör­den oder Trägern öffentlicher Belange.

 

Eine weitere Kernaufgabe der Verwaltung liegt auch in der Durchführung eines öffentlich­keitswirksamen Kommunikationsprozesses. Die gesamten während der Projektlaufzeit anfal­lenden Kommunikations- und Informationsaufgaben sollen von einem externen Büro wahr­genommen und umgesetzt werden. Die Verwaltung beabsichtigt, hierzu einen externen Auf­trag auszuschreiben und an einen fachlich geeigneten Auftragnehmer zu vergeben. Im zwei­ten Teil der Vorlage sind die Vorstellungen und Ideen dargelegt, wie ein entsprechendes Kommunikationskonzept aussehen könnte. Dieses Konzept wurde durch ein externes Büro erarbeitet und dient als Richtlinie für die gewünschten Leistungen im Rahmen der noch durchzuführenden Ausschreibung.

 

Die Verwaltung wird über die einzelnen Phasen der Planung und Kommunikation berichten und die dafür notwendigen Mitteilungs- und Beschlussvorlagen in die politischen Gremien der Stadt Oberhausen einbringen.

 

Zur Aufgabenbewältigung ist eine zweistufige Projektstruktur vorgesehen. Die oberste Ebene der Projektstruktur besteht aus einem Lenkungskreis, welcher maßgeblich wichtige Ent­scheidungen trifft. Die Ebene des Lenkungskreises besteht aus der Geschäftsführung der STOAG und der Leitung des Baudezernates sowie ggf. betroffener anderer Dezernate der Stadt unter Federführung des Projektsteuerers.

 

Auf der Arbeits- bzw. Planungsebene ist eine kontinuierliche Mitarbeit der städtischen Dienststellen für Verkehrsplanung, Stadtplanung und Umweltplanung, der beteiligten Abtei­lungen der STOAG sowie der beauftragten Planungsbüros erforderlich, je nach Planungs­thema und Planungsphase in unterschiedlicher Intensität. Zur Einbindung der Fachverant­wortlichen von Verwaltung und der STOAG wird eine Projektgruppe eingerichtet. Im Rahmen der Konkretisierung der Trassenplanung werden auch Vertreter der Stadt Essen und der Ruhrbahn GmbH einbezogen. Die Koordination und Abstimmung zwischen den verschie­denen Belangen obliegt der externen Projektsteuerung.

 

Nach der Entwurfsplanung (HOAI Leistungsphase III, einschließlich Ingenieurbau, Trag­werksplanung, technische Ausrüstung, Verkehrsanlagen) erfolgt das Planfeststellungsverfah­ren, welches von der Bezirksregierung in Düsseldorf als Genehmigungsbehörde durchge­führt wird. Voraussetzung für die Durchführung der Planfeststellung ist die Übermittlung aller Antragsunterlagen einschließlich der erforderlichen Gutachten. Die Antragsunterlagen sind im Vorhinein mit der Genehmigungsbehörde abzustimmen. Die Dauer des Planfeststellungs­verfahrens läuft im Idealfall circa zwölf Monate, hierbei werden keine Einsprüche oder Nach­forderung von Unterlagen berücksichtigt. Es wird angestrebt, dass der Planfeststellungsbe­schluss 2027 vorliegt.

 

Mit der erfolgten Genehmigung und dem Vorliegen des Zuwendungsbescheides kann der 3 ¼ Jahren andauernde Bauprozess beginnen. Die Federführung bei der baulichen Ausfüh­rung des Projekts obliegt der STOAG und der von ihr beauftragten Bauunternehmen. Die Inbetriebnahme der Straßenbahnverlängerung 105 soll im Jahr 2030 erfolgen.

Planung Straßenbahnlinie 105
Planungsphasen Objektplanung

 

 

 

 

 

 

Grundlagen-ermittlung Lei­stungsphase I

Vorplanung Leistungsphase II

Entwurfsplanung Leistungsphase III

Genehmigungs-planung Leistungsphase IV

Aufgaben-stellung

Zuständigkeit

Klärung der Planungsrand-bedingungen

Erarbeitung und Ab­stimmung Planungskonzept

Erarbeitung Entwurf, Kostenermittlung

Antragstellung Erörterungen

STOAG Straßenbahn

  • Bemessung   Betriebsan-lagen (Ruhrbahn)
  • Bemessungs-fahrzeug (Ruhrbahn)
  • Gleisanlagen und Haltestellen
  • Kostenschätzung
  •  Vorabstimmung mit Behörden
  • Erstellung Leistungs-bestandspläne
  • Zeichnerische Darstellung
  • Erläuterungs-bericht
  • Kosten-berechnung
  • Zusammenstel-lung der Unterlagen
  • Abstimmung mit Behörden
  • Erörterungs-termine
  • Stellungnahmen

STOAG            Brücken- und Ingenieur-bauwerke

  • Lastanfor-derungen
  • Abstimmung mit DB
  • Untersuchung von Lösungs-möglichkeiten

 

  • Planungskonzept

 

  • Kostenschätzung

 

  • Entwurf zeich-nerische Darstellung
  • Kosten-berechnung
  • Vorbereitung Kostenteilung
  • Zusammenstel-lung und Einreichen der Unterlagen
  • Erörterungs-termine
  • Stellungnahmen

Stadt Oberhausen Straßenbau

  • Regelquer-schnitte
  • Dimensionie-rung Knoten
  • Verkehrs-prognosen
  • Fachliche Begleitung
  • Prüfung der Unterlagen
  • Fachliche Begleitung
  • Prüfung/ Freigabe der Unterlagen
  • Kosten-berechnung LSA
  • Planung Beleuchtung
  • Beteiligung
  • Mitwirken beim Abfassen von Stellungnahmen

Stadt Oberhausen Städtebau

  • Entwicklungs-flächen
  • Gestaltungs-anforderungen
  • Prüfung
  • Prüfung und Freigabe

 

Stadt Oberhausen Div. Fachliche Beteiligung

 

  • Umwelt
  • Denkmalschutz
  • Ermittlung der Immissionswerte
  • Ggfs. Vorgaben Immissions-schutz

 

Tabelle 1: Aufgabenstellung, Zuständigkeiten während der Planungsphasen

 

Kommunikationskonzept für den Planungs- und Bauprozess

Die Verwaltung hat ein externes Büro beauftragt, als Entwurf für die Leistungsbeschreibung ein Kommunikationskonzept zu erstellen. Hierauf aufbauend soll in einem nachfolgenden Arbeitsschritt eine Leistungsbeschreibung für die Ausschreibung des projektbegleitenden Kommunikations- und Informationsprozesses erarbeitet werden. Das Konzept gilt als Anre­gung und Ideengeber für die Kernformate der Kommunikation, die anzusprechenden Ziel­gruppen sowie den Zeitplan mit Berücksichtigung der unterschiedlichen Planungsphasen.

 

In dem Kommunikationskonzept wird das Bauvorhaben zur Straßenbahnverlängerung 105 in Verbindung mit dem Gesamtprojekt Masterplan Neue Mitte gebracht. Sowohl das Gesamt­projekt, als auch die einzelnen Teilprojekte sind beidseitig von der Straßenbahnverlängerung 105 in der Realisierung abhängig. Deswegen wird empfohlen, bei der öffentlichen Kommuni­kation der Straßenbahnverlängerung 105 eine Verbindung zum Masterplan Neue Mitte und den darin enthaltenen Teilprojekten herzustellen. Entscheidend für das Gelingen dieses Vor­habens ist, die interessierte Öffentlichkeit und mögliche betroffene Zielgruppen transparent und umfassend über das Vorhaben zu informieren. Dabei steht der Nutzen der Straßen­bahnverlängerung außer Frage. Dieser muss aber entsprechend in der Öffentlichkeit und bei betroffenen Bürger:innen und Stakeholder vermittelt werden. Gleichzeitig gilt es, mögliche Einschränkungen auch während der Bauphase klar anzusprechen und Betroffene zu infor­mieren. Ein durchdachtes Konzept zur Kommunikation und Information der Bürger:innen und Stakeholder leistet hierzu einen wertvollen Beitrag.

 

Hauptanliegen des Kommunikationskonzepts ist es deshalb über der kontinuierlichen und transparenten Information über das Projekt der interessierten Öffentlichkeit und betroffenen Stakeholdern einen tiefen Einblick in den Planungsprozess zu gewähren. Das steigert insge­samt das Verständnis für das Vorhaben und die Arbeit der Verwaltung. Die verschiedenen Stakeholder fühlen sich im Planungs- und Bauprozess mitgenommen und in dem begleiten­den Austausch in ihren Bedürfnissen gesehen und gehört. Die Stakeholder sind sich der Notwendigkeit und des Mehrwertes des Projektes bewusst.

 

Um diese Ziele zu erreichen, sollten unterschiedliche Zielgruppen angesprochen und für das Vorhaben berücksichtigt werden. Zu unterscheiden sind die folgenden Zielgruppen in der Tabelle 2.

Zielgruppe

Konkrete Stakeholder (Beispiele)

Unmittelbar betroffene Anwoh­nende und Anrainerorganisationen

Anwohnende Essener Straße in Oberhausen als auch Anwohnende in Essen-Frintrop,

Anwohnende der neu entstehenden Wohnquartiere am Brammenring,

In der Neuen Mitte und an der bestehenden Straßenbahn­linie im Essener Nordwesten ansässige Unternehmen/ Einzelhändler:innen / Betreiber der Freizeiteinrichtungen.

 

Berufsverkehre,
Ausbildungsverkehre,
Einkaufsverkehre, Freizeitverkehre; Verkehre aus der Region

 

Entwicklungsorganisation Wohnquartier, Pro Bahn, Fuß e.V., ADFC.

Pendler:innen (MIV, Fahrradfahrende, ÖPNV-Nutzende), Personen, die künftig das Park & Ride-Angebot nutzen werden (> Mobility Hub), Arbeitskräfte, die künftig in der Neuen Mitte arbeiten und aus den Städten Essen und Oberhausen einpendeln, künftige Bewohner:innen der Neuen Mitte, sich künftig ansiedelnde Unternehmen, Eltern der künftig zur Schule-/Kita-gehenden Kinder.

Interessierte Öffentlichkeit und Vertreter:innen öffentlicher Inte­ressen

Medienvertreter:innen, Anwohnende umliegende Stadt­viertel in Essen und Oberhausen, Nachhaltigkeits-Interessenverbände, Mobilitäts-Interessensverbände (ADAC, ADFC, Fuß e.V.), Wirtschaftsverbände (IHK, Handwerkskammer).

Behörden, Fachämter, Politische Mandatsträger:innen

Genehmigungsbehörden, politische Mandatsträger:innen Oberhausen und Essen, Autobahn GmbH, DB InfraGO.

Tabelle 2: Zielgruppen des Projektvorhabens 105

Bei der Gestaltung von Kommunikations- und Informationsmaßnahmen ist auf größtmögliche Transparenz und den niederschwelligen Zugang zu achten. Wenn die Bürger:innen gut in­formiert sind, fühlen sie sich mitgenommen, verstehen die Abwägungen besser und zeigen dadurch eine höhere Akzeptanz für das Projekt. Ein hoher Informiertheitsgrad der Betroffe­nen führt außerdem zu besseren Ergebnissen im Planungsprozess. Es ist hilfreich, Räume für den gegenseitigen Austausch auf Augenhöhe zwischen dem Planungsteam und den Bür­ger:innen sowie Stakeholdern zu eröffnen.

 

Oberhausen als „Beteiligungsorientierte Stadt“ hat sich konkreten Leitlinien der Information, Kommunikation und Beteiligung verpflichtet und orientiert sich an den Leitlinien der Bürger­beteiligung (B/16/2095-01). Die Orientierung an den Leitlinien schützt das Vorhaben vor Methoden- und Prozesskritik von außen und legitimiert das Vorgehen. Folgende Grundsätze sollten im Kommunikationskonzept beachtet werden:

 

  • Strategisches Vorgehen forcieren – die Kommunikation und Information orien­tiert sich jeweils am aktuellen Planungsstand
  • Eine gemeinsame Wissensbasis herstellen – Kommunikation und Information soll Betroffene und Interessierte dazu befähigen, sich eine fundierte Meinung zum Vorhaben zu bilden
  • Eine ernstgemeinte und offene Kommunikation und Information - geht auf die unterschiedlichen Perspektiven, Fragen und Lebenslagen der Zielgruppen je­weils spezifisch ein

 

Um interessierte Bürger:innen umfänglich zu informieren werden verschiedene Formate zur Verfügung gestellt. Die folgende Abbildung 1 illustriert die strategischen Elemente, die durch entsprechende Formate abgedeckt sein sollten.

 

Abbildung 1: Öffentliche Formate und strategische Elemente

In der folgenden Tabelle 3 sind diese strategischen Stoßrichtungen kombiniert mit Zielen, Formaten und 

Zielgruppen dargelegt.

 

Ziel

Format

 

Zielgruppe

 

Stakeholder erkennen den übergeordneten und unmittelbaren Mehrwert und die Notwendigkeit des Projekts.

 

Sie sind über die Hinter­gründe des Projekts und die aktuellen Entwicklun­gen informiert.

 

  • Projektwebseite (mit interaktivem Karten-tool, worüber u.a. aktu­elle Baustellen abrufbar sind)
  • Infomärkte (u.a. Spatenstichveranstal-tungen, Fertigstellung von Teilprojekten etc.)
  • Regelmäßig versen-deter Newsletter

Interessierte Öffentlich­keit, Politik, Presse- und Medienlandschaft

 

Ein offenes Ohr für Be­troffene.

 

  • Online-Sprechstunde
  • Vor-Ort-Kummerkasten
  • Hotline

Anwohnende Essener Straße, Bewohner be­nachbarter Stadtteile,

 

Die verschiedenen Inte­ressen sind vertreten und werden gehört. Heraus­forderungen und Anlie­gen werden kanalisiert und gemeinschaftlich bearbeitet.

 

 

  • Dialogforum

Unmittelbar Betroffene, Interessensvertretungen aller Belange sowohl auf Ebene der Teilprojekte als auch auf städtischer und überregionaler Ebene.

 

 

Tabelle 3: Formate für die öffentlichen Informationsveranstaltungen

 

Für den Dialog zur Straßenbahnverlängerung 105 sollten im Kommunikationskonzept fol­gende Formate vorgesehen werden. Die Formate können zu Beginn der Kommunikation etabliert und über die gesamte Planungs- und Umsetzungszeit eingesetzt werden.

 

Interner Kick-off und kontinuierlicher fachlicher Austausch

Zu Beginn der Planungsphase wird ein verwaltungsinterner Kick-off Termin veranstaltet, an dem die beteiligten Ämter und Vorhabenträger einen gemeinsamen Fahrplan entwerfen und die Zusammenarbeit festlegen. Das dient der Festlegung von Kommunikations- und Infor­mationsschwerpunkten, einer einheitlichen Kommunikationsstrategie und erster Ideen für neuralgische Punkte der Planung, zu denen es intensivere Phasen der Kommunikation be­darf. Das stellt sicher, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind. Zu den Teilneh­menden zählen auch Ämter und fachliche Einrichtungen, die bei einem späteren Planungs­stand hinzugezogen werden sowie Ansprechpartner:innen der Stadt Essen, der STOAG und der Ruhrbahn. Hierfür braucht es eine neutrale Moderation, die in dem engen Zeitrahmen fokussiert durch die dringenden Fragen und Punkte navigiert und die Ergebnisse sowie auch Aufgaben festhält. Wichtig ist zu klären, für welche Planungsschritte und Streckenabschnitte welcher Kommunikations- und Informationsbedarf und bei wem die Zuständigkeit für die Um­setzung und Ausführung der Formate liegt.

 

Infomärkte

Während der Planungsphase werden Infomärkte stattfinden, die die interessierte Öffentlich­keit regelmäßig zu wichtigen Schritten der Planung offen und transparent informiert und zum Austausch einlädt. Eine Auftaktveranstaltung für die Straßenbahnverlängerung 105 bzw. sogar für die Neuen Mitte insgesamt ist von großer Bedeutung, um den Kommunikationspro­zess einzuleiten und Akteure vor Ort zu aktivieren. Der Auftakt in Form eines Infomarktes bietet die Möglichkeit, die Öffentlichkeit frühzeitig in den Prozess einzubeziehen.

 

Webseite und Social-Media Präsenz

Die Projektwebsite geht kurz vor oder zeitgleich mit der Auftaktveranstaltung live. Hier finden Interessierte die Möglichkeit, sich für den Newsletter einzutragen. Die Webseite enthält alle wichtigen Informationen zum Planungsstand und dem Vorhaben. Das sind Daten und Fakten sowie aktuelle Informationen zu Aktionen und Informationsmöglichkeiten. Während der un­terschiedlichen Planungs- und auch späteren Bauphasen entlang des Trassenverlaufs in­formiert die Webseite über aktuelle Entwicklungen, Sperrungen oder Beeinträchtigungen.

 

Die Webseite kann ein interaktives Kartentool beinhalten. Hierüber können Interessierte punktuell Informationen abrufen und eventuell auch Hinweise geben. Außerdem sollten Pressearbeit und Informationsmaterialien wie Newsletter, FAQ, Visualisierungen sowie Pla­nungsmaterialien (Gutachten, Pläne, Machbarkeitsstudien, Streckengrafiken, Landesplane­rische Beurteilung) hinterlegt sein. Ein Kalender zeigt die aktuellen Aktivitäten. Inhalte wer­den inhaltlich abgestimmt mit den Pressestellen der Stadt Oberhausen, aber auch darüber hinaus mit der Stadt Essen, der Verkehrsunternehmen STOAG und der Ruhrbahn sowie weiteren wichtigen Vorhabenträgern rund um das Gesamtvorhaben. Ein gemeinsamer Social-Media Auftritt ist ein wichtiger Kommunikationskanal, mit einer zukünftig wachsenden Bedeutung in der Öffentlichkeitsarbeit.

 

Newsletter

Auf den Newsletter wird auf der Auftaktveranstaltung und in den Medien aufmerksam ge­macht. Die Bürger:innen können sich dazu anmelden. Der Newsletter dient der Informations-weitergabe während des gesamten Planungs- und Bauprozesses. Über Fortschritte wird fortlaufend informiert. Während der Bauphasen berichtet der Newsletter über mögliche Be­troffenheiten bspw. durch Straßensperrungen. Um möglichst niederschwellig und breit zu informieren, wird der Newsletter auch durch Direktwerbung bspw. durch Postwurfsendungen entlang des Trassenverlaufs beworben. Das Format kann als Runduminformation über alle Aktivitäten im Gesamtvorhaben, aber auch spezifisch zur Bewerbung einzelner Formate und Aktionen eingesetzt werden.

 

Online-Sprechstunden, Vor-Ort-Kummerkasten und Hotline

Ein Vor-Ort-Kummerkasten oder Infopoint spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbesse­rung der Baustellenkommunikation. Er bietet eine direkte und zugängliche Anlaufstelle für Anwohnende und Passant:innen, ermöglicht eine unmittelbare Interaktion und schnelle Re­aktionen auf Anliegen und Beschwerden. Durch die Bereitstellung von aktuellen Informatio­nen über den Baufortschritt, geplante Maßnahmen und zeitliche Abläufe trägt er dazu bei, die Betroffenen auf dem Laufenden zu halten und Vertrauen zu schaffen. Diese Formate können auch schon vor Beginn der Bauphase eingesetzt werden, bspw. wenn es gutachterli­che Untersuchungen gibt und es hierdurch bereits zu Beeinträchtigungen kommt. Die Online-Sprechstunde ermöglicht mittels einer Videokonferenz auf vorliegende Fragen der Bür­ger:innen durch die virtuelle Anwesenheit durch Expert:innen zu antworten. Eine Hotline ei­gens für das Projektvorhaben der Straßenbahnverlängerung 105 eingerichtet, kann den inte­ressierten Bürger:innen simple Fragen direkt beantworten, Beschwerden aufnehmen und auf die verschiedenen Informationsformate verweisen.

 

Begleitendes Dialogforum

Ein Dialogforum eignet sich als ständiges Begleitgremium zum Vorhaben, wo der aktuelle Stand der Planung- und Bauphasen besprochen wird. Dieses Gremium sollte idealerweise alle Planungsphasen, Planfeststellung und Bauphasen durchgängig begleiten. Es verbindet die verschiedenen Interessengruppen miteinander und fördert einen konstruktiven Dialog. Das Dialogforum ist ein Gremium, was sowohl aus Bürger:innen und Stakeholdern zu­sammengesetzt ist und in der gleichen Besetzung das Vorhaben parallel durch alle Phasen der Planung- und Umsetzung begleitet. Die Mitglieder sind Vertreter:innen verschiedener Interessen und wirken in die Öffentlichkeit als Multiplikatoren. Gleichzeitig bringen sie wichti­ge Details und Hinweise in die Planung ein.

 

 

Überblick der Kommunikations- und Informationsformate im Zeitstrahl

Einmal etabliert, werden die Formate wie Webseite, Newsletter, Infomärkte oder Dialogforum jeweils mit den Informationen und Themen mit Leben gefüllt, die gerade im aktuellen Pla­nungsstand relevant sind. Die folgende Abbildung 2 zeigt den zeitlichen Ablauf. In den jewei­ligen Phasen können darüber hinaus die Zusammenhänge der Straßenbahn-verlängerung 105 mit dem Gesamtvorhaben Neue Mitte Oberhausen verdeutlicht und diskutiert werden.


Abbildung 2: Veranstaltungsformate und Zeitachse der Projektphasen

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