Berichtsvorlage - M/16/1035-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Abschluss des Mentoringprojektes zur Berufswegeplanung für dienstjunge Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Oberhausen
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Büro für Chancengleichheit
- Bearbeitung:
- Silvia Burgkart
- Beteiligt:
- Büro für Chancengleichheit; Personal und Organisation
- Verantwortung:
- Herr OB Wehling , Britta Costecki
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Finanz- und Personalausschuss
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Kenntnisnahme
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31.08.2015
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Erledigt
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Gleichstellungsausschuss
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Kenntnisnahme
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09.09.2015
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Bericht:
Die Maßnahme 1.04 des laufenden Frauenförderplans sieht Mentoring als Schritt zur gezielten Mitarbeiterinnenförderung und Personalentwicklung vor. Ziel dieses perspektivisch ausgerichteten Mentoringprojektes für Frauen ist die frühzeitige Karriereplanung in Verbindung mit den eigenen Lebenszielen. Das Mentoringprojekt kann für die weiblichen Beschäftigten der Stadtverwaltung ein Startpunkt für vielfältige Wege sein.
Die Gründe zur Umsetzung eines solchen Mentorinnenprogrammes finden sich in den derzeitigen Arbeitsrealitäten:
Insbesondere Frauen scheitern oftmals auf ihrem Karriereweg durch die Vereinbarkeitsaufgabe von Familie und Beruf. Sie unterbrechen ihren aktiven Dienst für die Familienarbeit und kehren häufig in alternativen Arbeitszeitmodellen zurück und bleiben hier meist unterhalb ihrer persönlichen Möglichkeiten in Tätigkeitsfeldern stecken.
Die klassische „Gläserne Decke“ ist aufgrund dessen auch innerhalb der Personalstrukturen der Stadtverwaltung Oberhausen deutlich erkennbar. Insbesondere die untere Führungsebene lässt hinsichtlich der derzeitigen Frauenführungsquote noch großen Bedarf erkennen. Mit diesem niedrigen Unterbau - zum Beispiel auf Fachbereichsleitungsebene (Quote Frauen 22,2% der Fachbereichsleitungen zum Stichtag 01.03.2014 des letzten Frauenförderplanes) - ist die Umsetzung einer erhöhten Frauenquote in der nächsten Ebene der Bereichsleitungen in direkter Karrierelinie schwierig aufgrund des zahlenmäßig geringen Potentials. Folglich ist für die Gleichstellungsstelle in angestrengtem Maße an der Beteiligung und Motivation von Frauen für die Einstiegsführungsfunktionen zu arbeiten.
Die Gleichstellungsstelle hat daher in Kooperation mit dem Fachbereich 4-1-40/Aus- und Fortbildung, Personalentwicklung ein Mentoring für dienstjunge Mitarbeiterinnen über einen Zeitraum von 12 Monaten konzipiert. Ziel war es, Mitarbeiterinnen, die am Anfang ihres Berufsweges (nach ca. 3 jähriger Berufserfahrung) und vor oder in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen, auf ihrer Berufswegeplanung zu begleiten und ihnen Alternativen zu eröffnen. Mit dem aktiven Mentoringprozess, bei dem eine dienstjunge Kollegin einer erfahrenen Kollegin zugeordnet wurde, mit der sie intensiv im Austausch stehen sollte, wurde im Mai 2014 gestartet. Davor standen die Arbeiten zur Anwerbung der Mentorinnen und zur Auswahl der Teilnehmerinnen, den sogenannten Mentees.
In Kooperation und unter enger Begleitung des „Zentrums für Frau in Beruf und Technik Castrop Rauxel“ wurden dazu erste Interessenbekundungsworkshops für erfahrene Führungs- bzw. Verwaltungsfrauen sowie potenzielle Mentees im letzten Quartal 2013 sowie im ersten Quartal 2014 durchgeführt. Im Nachgang hierzu erhielten die Mentees die Möglichkeit, sich über persönliche Anschreiben für das Projekt zu bewerben und somit bewusst für die Teilnahme zu entscheiden. 14 Frauen aus unterschiedlichsten Diensteinheiten (Jugendamt, Regionalteams, Finanzen, Immobilien, etc.) und Professionen (Verwaltungsfrauen, Juristin, Sozialarbeiterinnen) haben sich erfolgreich zur Teilnahme an dem Mentoringprojekt beworben. Die dazu passenden 14 Pendants der Mentorinnen wurden persönlich durch die Gleichstellungsstelle sowie den Fachbereich 4-1-40/Aus- und Fortbildung in der Zusammensetzung von Fachbereichsleiterinnen und Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen akquiriert und gesetzt.
Das Matching der jeweiligen Tandems d. h. Zusammenführung (einer Mentee und einer Mentorin) erfolgte unter intensiver Unterstützung des Zentrums für Frau in Beruf und Technik und mit Beteiligung des Fachbereichs 4-1-40/Aus- und Fortbildung, Personalentwicklung sowie der Gleichstellungsstelle Anfang Mai 2014.
Der offizielle Start der Tandemphase und somit des Mentoringjahres erfolgte zeitnah hierzu am 19.05.2014. Als Ziele für die Mentees erhoffte sich die Gleichstellungsstelle bereits an dieser Stelle:
- Aufzeigen alternativer Planungswege vor der Vereinbarkeitsfrage zwischen Beruf und Familie
- Wissen über individuelle Karrierechancen erwerben
- Hinterfragen ihrer beruflichen Wege, unter Einbeziehung verschiedener Lebenslaufmodelle
- Erweiterung des Blickes auf die breit gefächerten Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Verwaltung
- Netzwerke bilden
- Gegenseitige Unterstützung im Beruf erfahren
- Stärkung zur Selbsthilfe – Probleme selbst lösen
Grundsätzlich wurde aber auch ein Ausbau der bereits erreichten individuellen beruflichen sowie sozialen Entwicklungen der Mentorinnen kalkuliert:
- Weitergabe des individuellen Wissens, der Kenntnisse, der Erfahrungen und Strategien über die Organisation
- Unterstützung und Förderung junger Frauen der Stadtverwaltung
- Netzwerke bilden/ Austausch untereinander forcieren
- Erkennen und Nutzen persönlicher Kompetenzen
Die bis zum 07.05.2015 laufende Tandemphase beinhaltete neben den Treffen der einzelnen Tandems zudem auch einen Zwischenworkshop, klassische Angebote des allgemeinen Austauschs der Gruppen (individuell sowie gemischt) sowie einen Abschlussworkshop.
Im Laufe des Mentorings entwickelte sich zudem ein sehr positiver und dynamischer Entwicklungsprozess der Mentees. Darauf basierend wurde - nach Anregungen der Mentees - das bestehende Rahmenprogramm um ein Hospitationsangebot in anderen Bereichen der Stadtverwaltung, ein spezielles Seminar zur Weiterentwicklung individueller Lebens- und Karriereschritte sowie ein „Women after Work Treffen“ erweitert.
Den offiziellen Ausklang fand das Mentoringprogramm am 07.05.2015 im Rahmen eines gemeinsamen Abschlussworkshops unter Beteiligung des Personaldezernenten Jürgen Schmidt, des Fachbereichs 4-1-40/Aus- und Fortbildung sowie der Gleichstellungsstelle.
Nach Ablauf des ersten Mentoringprogramms für dienstjunge Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Oberhausen lässt sich zusammenfassend festhalten, dass ein „erweiterter Blick“ der Mentees für ihre persönliche Weiterentwicklung im beruflichen Feld erreicht werden konnte. Die Maßnahmeneffektivität zeigte sich insbesondere bei den Mentees durch die unmittelbare praktische Umsetzung einiger festgesetzter Ziele schon während und auch nach der Maßnahme.
Mit Blick auf die Evaluation des Mentoring lässt sich feststellen, dass Entwicklungsmöglichkeiten zielorientiert und effektiv genutzt wurden. Schon vor Ablauf des Mentoringprogramms erfolgte bei einigen Mentees eine erfolgreiche berufliche Umorientierung bzw. Weiterentwicklung. Hieraus abgeleitet konnten die im Auftakt beschriebenen Zielinhalte bereits während der Maßnahme als „erfolgreich vermittelt“ gesetzt werden.
Konkret ist bei den Mentees in dem Jahr des Mentorings einiges an Entwicklung passiert: Eine Kollegin hat sich für eine berufliche Neuorientierung entschieden und ist aus dem Dienst der Stadtverwaltung ausgeschieden, zwei Mentees haben Kinder bekommen und zwei Mentees haben bereits in dem Projekt ihre Stellen gewechselt.
Im allgemeinen Bewertungsaspekt gaben sowohl Mentorinnen als auch Mentees positive Feedbacks zu der Maßnahme. Beschreibende O-Töne der Teilnehmerinnen sind:
Mentee: „Das, was ich erwartet habe, ist auch eingetroffen. Wir Mentees sind sehr zufrieden mit dem gesamten Projekt.“
Mentorin: „Erstaunlich, wie passgenau Tandems gefunden wurden. Das eine Jahr ist für mich schnell umgegangen. Für mich gab es durch mein Mentee Einblicke in Verwaltungsbereiche, die ich sonst noch nicht kannte. Für mich war die Teilnehme eine neue und gute Erfahrung.“
Abschließend bleibt festzuhalten, dass eine kontinuierliche Durchführung des Mentoringprogramms als Personalentwicklungsmaßnahme angestrebt werden sollte.
Zusammenfassung:
Das Mentoringprojekt zur Berufswegeplanung für dienstjunge Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Oberhausen von 2014 bis 2015 ist erfolgreich durchgeführt worden. Die Ziele des Aufzeigens alternativer Planungswege für die individuellen Karrieren der Frauen in Verbindung mit den eigenen Vorstellungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden erreicht. Mit der Durchführung dieses Pilotprojektes ist der Grundstein für den Einsatz von Mentoringmaßnahmen als Personalentwicklungsinstrument innerhalb der Verwaltung gelegt.
