Berichtsvorlage - M/17/5060
Grunddaten
- Betreff:
-
Modellprojekte Smart City Förderung – Oberhausen als Modellkommune
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Bearbeitung:
- Vanessa Sauer
- Beteiligt:
- Integrierte Stadtentwickl. u. Statistik; Dezernat 0 / Strategische Planung; Dezernat 4 / Bürgerservice, öffentliche Ordnung, Personal und IT
- Verantwortung:
- Boris van Benthem, Martin Florack, Ralf Güldenzopf, Michael Jehn
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Wirtschafts- und Digitalisierungsausschuss
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Kenntnisnahme
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24.04.2024
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Sachverhalt
Oberhausen gehört zu den 28 ausgewählten Modellprojekten Smart Cities (MPSC). Mit dem Förderprogramm unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung zu gestalten. Die Stadt Oberhausen wird in diesem Rahmen bis Ende 2026 mit rund 13,6 Millionen Euro gefördert. Auch nach dem Projektzeitraum möchte die Stadt das Thema Smart City langfristig vorantreiben und begreift das MPSC-Programm als Grundsteinlegung für das smarte Stadtleben der Zukunft.
Als wegweisenden Kompass hat die Stadt Oberhausen in der ersten Phase des Förderzeitraumes eine Smart-City-Strategie erarbeitet, die der Rat der Stadt im Juni 2023 (B/17/3503-01) beschlossen hat. Die Strategie ist das Ergebnis eines mehrstufigen Beteiligungs- und Entwicklungsprozesses, in den Perspektiven zahlreicher Verwaltungsbereiche, der städtischen Beteiligungen, der Politik und der Bürgerschaft eingeflossensind. „Smart City“ steht inOberhausen nicht für sich alleine, sondern ist mit anderen Fachkonzepten der Stadt eng verknüpft. Vorneweg bilden die Handlungsfelder des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes die Eckpfeiler der Strategie. Zur Förderung der Programmziele hat die Stadt organisatorische und prozessuale Strukturen geschaffen, die die Zusammenarbeit bereichsübergreifender und interdisziplinärer Teams vereinfachen. Das Besondere an der Smart City Oberhausen, ist die Zusammenführung von Stadtentwicklung und IT – ein Ansatz der in der Smart-City-Community hohen Anklang findet und demnach bei Fachveranstaltungen überregional präsentiert wird.Die Strategie wurde erfolgreich vom Fördergeber abgenommen.
Kerninhalte der SC Strategie sind:
Die Smart-City-Strategie beschreibt „Smart City“ als Betriebssystem, das Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung miteinander verbindet. „Smart City“ wird dabei als die Verlängerung der Stadtentwicklung in den digitalen Raum begriffen und gelebt. Bei allen Handlungen behält Oberhausen stets das Ziel im Blick: Die Nutzung der neuen digitalen Möglichkeiten zum Wohle der Stadtgesellschaft in ihrer gesamten Vielfalt.
Zur Vision der Smart City Oberhausen gehören die folgenden Kernelemente:
- Wir verlängern die Stadtentwicklung in den digitalen Raum.
- Wir gestalten die Digitalisierung im Sinne und mit den Bürgerinnen und Bürgern.
- Wir verwenden Daten souverän und konsensual.
- Wir gestalten Urbanität räumlich und sozial inklusiv.
- Wir sind innovativ und testen Neues.
- Wir sind vernetzt und integrativ.
Parallel zur Smart-City-Strategie wurde ein Kommunikationskonzept entwickelt, um das Thema „Smart City“ greifbar zu kommunizieren. Die Beteiligungsformate im Rahmen der Strategieentwicklung haben gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Akteurinnen und Akteure der Stadt solche Kommunikationsmaßnahmen willkommen heißen. In der Strategiephase konnten die Grundsäulen für eine erfolgreiche Smart-City-Kommunikation aufgebaut und erprobt werden. Aktuell wird eine europaweite Ausschreibung für eine unterstützende Kommunikationsagentur erarbeitet, um den umfassenden Kommunikationsbedarf adäquat zu decken. Neben zahlreichen Veranstaltungen wie beispielsweise der Teilnahme an der Smart Country Convention, den Kongressen des Fördergebers, der Demokratiewoche und interner Ausstellungen, sind weitere Maßnahmen in Planung.
Modellprojekte Smart City Förderung, Phase 1: „Strategiephase“ - Inhalt
Die Smart-City-Projekte der Stadt Oberhausen sind im Rahmen der Förderung genehmigt und schließen keine anderweitigen Digitalisierungsthemen mit ein. Das Förderprogramm untergliedert sich in eine Strategiephase (bis Juni 2023) und eine Umsetzungsphase (bis Dezember 2026). Bereits in der Strategiephase wurden neben der Erarbeitung der Strategie erste Projekte erfolgreich umgesetzt:
- Datensouveränität: Im ersten Schritt des Projekts „Datensouveränität“ wurde ergründet welche Datensätze in der Stadt vorliegen und wie die aktuelle Datenarchitektur beschaffen ist. Darauf aufbauend konnten die ersten technischen Grundlagen zur Sammlung und Visualisierung von Daten in Form von Dashboards erstellt werden. Die Dashboards bilden Themen wie die Wetterlage, das Mikromobilitätsangebot und den Feuchtigkeitszustand mehrerer Jungbaumstandorte ab. Der Aufbau einer urbanen Datenplattform hilft der Stadt Oberhausen maßgeblich bei der Sicherung der Datensouveränität.
- Selbstbestimmt im Quartier: Das Projekt „SIQ“ dient der Reduzierung der digitalen Spaltung und Aktivierung der Teilhabe an der Smart City. Die Quartiersbüros der Stadt wurden mit einer digitalen Grundausstattung und Schulung der Belegschaft befähigt, Bürgerinnen und Bürgern die digitale Welt näher zu bringen. Zusätzlich wurden auch verschiedene Computerkurse für Seniorinnen und Senioren vor Ort angeboten. Die Einbindung des Ehrenamtes soll dazu beitragen, das Projekt über den Förderzeitraum hinaus zu etablieren. Das Programm läuft derzeit sehr erfolgreich: In vielen Quartiersbüros finden wöchentliche Begegnungsformate statt, in denen sich Seniorinnen und Senioren zu den digitalen Möglichkeiten austauschen. Um Letztere auch in stationären Einrichtungen digital einzubinden, wurde ein Pool mit Hilfsmitteln bei der ASO eingerichtet. Diese Hilfsmittel können auch von anderen stationären Einrichtungen ausgeliehen werden, um zu erproben, ob dadurch der Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner positiv gestaltet werden kann. Insgesamt wurde die Vernetzung unter den Quartiersbüros, der ASO und den Weiterbildungseinrichtungen gestärkt und es wurden Inhalte wie Podcasts und Social-Media-Filme erstellt.
- KoKreation-Grundlagen: Dieses Projekt umfasst die Grundlagenarbeit zur Vorbereitung des Projektfonds „CoCreation“. Dieser wird aufgesetzt zur Entwicklung und Umsetzung von Projekten aus Bürgerschaft, Vereinen und Startups. Der Fokus liegt auf der Erarbeitung des Konzepts und der Recherche von möglichen Projektstrukturen. Im Ergebnis liegt ein Konzept zur Abstimmung mit dem Fördergeber vor.
- Satzungserarbeitung co.creativ/digital: Unterstützung einer ko-kreativen Erarbeitung einer Gestaltungssatzung für die denkmalgeschützte Siedlung Dunkelschlag durch digitale Elemente. Hierbei ist der Digitale Zwilling zur Siedlung Dunkelschlag sowie ein Web-AR-Modell für einen Haustypen entstanden. Mithilfe der Visualisierung und Verdeutlichung der Möglichkeiten vom Digitalen Zwilling, können Akzeptanz und Verständnis für die Belange des Denkmalschutzes geschaffen werden. Insbesondere konnten durch die Anwendung neuer Technologien für die Erstellung und Verarbeitung von 3D Modellen Erfahrungen in den zuständigen Einheiten von Stadtentwicklung, Stadtplanung und Katasterwesen gemacht werden, die für die zukünftige Aufgabenerfüllung hilfreich sind.
- SmartBoxes: Digitale Geräte wie u.a. iPads, VR-/AR-Brillen, IoT-Sensoren, Mobile-Mapping-Geräte wurden zum Einsatz in der aufsuchenden Bürgerbeteiligung beschafft. Zusätzlich wurde eine SmartBox-Räumlichkeit als „Zuhause“ dieser Instrumente zur Kompetenzbildung in der Verwaltung und Vorbereitung von Projekten eingerichtet. Im Rahmen dieses Projektes entsteht ein "Sensortestfeld" am Dachgarten des Elsa-Brändström-Gymnasiums. Hier werden verschiedene Sensoren über LoRaWAN (EVO) mit einer gemeinsamen IoT-Plattform verbunden. Die gesammelten Daten werden in einem Dashboard visualisiert, um Transparenz zu schaffen und Vertrauen in der Bürgerschaft aufzubauen. Das Vorhaben ermöglicht auch den Vergleich der Sensor-Messqualität und wird für Bildungszwecke weiterentwickelt. Im Rahmen der Bodenfeuchtemessungen der Jungbäume konnten die hier gewonnenen Grundlagenkenntnisse erfolgreich in weitere Projekte eingebracht werden.
- Smarte Stadtmöbel:Das Projekt hat Entwurfsarbeiten zu smarter Stadtmöblierung am Beispiel modular aufgebauter Parklets mit smarten Elementen (PV-Anlage, USB-Ladebuchsen, IoT-Sensorik, …) geschaffen. Die Umsetzung erfolgte durch Beteiligte aus dem Supermarkt der Ideen / Offene Werkstatt in Oberhausen. Dadurch konnte zudem die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren aus der Stadtgesellschaft gestärkt werden.
- Gießpatenschaften: Das Projekt "Volle Kanne" wird durch IoT-Sensoren unterstützt, die die Bodenfeuchte in Baumscheiben messen und den Füllstand von Wassertanks an Regenfallrohren überwachen. Die Tanks sind für Bürgerinnen und Bürger und Initiativen öffentlich zugänglich, um sich am Gießen der Grünflächen in der Stadt zu beteiligen.
Eine angepasste Version der Berliner „Gieß-den-Kiez“-App („Gieß-den-Pott“) wird es den Teilnehmenden ermöglichen öffentlich gepflegte Bäume zu identifizieren, ihren Wasserbedarf zu überprüfen und manuelle Bewässerungen einzutragen. Die App verlinkt zum Anmeldeformular zur Übernahme von Gießpatenschaften.
Modellprojekte Smart City Förderung, Phase 1: „Strategiephase“ - Fördermittel
In der Strategiephase konnten die wesentlichen Prozesse der Kostenverfolgung und Steuerung erkannt und weiter ausgebaut werden. Die Mittel der Strategiephase wurden zu 100% abgerufen. Das Projektziel und somit die Ausschöpfung der Fördermittel „Strategie“ wurde zu 100% erreicht. Ein Gerüst zur Kostensteuerung wurde für die Umsetzungsphase fertiggestellt und im Rahmen des Lenkungskreises Smart City Projekte freigegeben.
Modellprojekte Smart City Förderung, Phase 2: „Umsetzungsphase“ – Status Quo und nächste Schritte
Die aktuelle Projektphase ist geprägt von der Erstellung der Maßnahmensteckbriefe für die Projekte der Umsetzungsphase und den Beginn der Projektarbeiten. Auf den Erfahrungen aus den ersten Ansätzen in der Strategiephase wird mit den Projekten in der Umsetzungsphase des Förderprogramms weiter aufgebaut und die konkrete Projektplanung durch die Projektmanagerinnen und Projektmanager, sowie den dazugehörigen Stakeholdern gestartet. Stand jetzt werden folgende Inhalte der Projekte betrachtet:
- Co-Creation: Projektfonds zur Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen von Start-Ups, Vereinen und Initiativen sowie aus der Bürgerschaft, um die Mitgestaltung an Smart Cities durch diverse Bevölkerungsgruppen zu fördern. Basierend auf den Pilotprojekten der Strategiephase konnten konzeptionelle Bausteine wie der angestrebte Prozessablauf und begleitende Partizipationsformate entwickelt werden, die essentiell für die Umsetzung des Projektfonds sind. In einem nächsten Schritt werden letzte Fragen zu den Förderbedingungen geklärt und der öffentliche Auftakt zum Fonds vorbereitet.
- Hin & Weg: Beim Projekt „Hin & Weg“ werden Methoden und Technologien erarbeitet, um insbesondere Veranstaltungen mit hoher Besucherzahl besser durch die involvierten Sicherheitskräfte wie Ordnungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Veranstalter bei den Zu- und Abwegungen betreuen zu können. Die Daten sollen auf einer urbanen Datenplattform gesammelt und über Endgeräte den Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt werden.
- Urbanes Mobilitätsmodell: Das Urbane Mobilitätsmodell sorgt für eine Entzerrung von Besucherinnen und Besucherströmen und eine entspannte Anfahrt zu Freizeitaktivitäten. Es verbindet autonome, kleinräumige Angebote mit dem traditionellen ÖPNV-Angebot. Dafür wird an der Konzeption einer zentralen Leitstelle gearbeitet, welche eine elementare rechtlich-organisatorische Voraussetzung für die Erlaubnis autonom fahrender Vehikel darstellt. Aktuell werden diesbezüglich mögliche Kooperationspartner gesichtet.
- Remote Work: Die Aufenthalts- und Lebensqualität soll durch Schaffung digitaler Infrastruktur sowie Raum- und Mobilitätsangebote für „Remote Work“ gesteigert werden. Dafür wird eine studie erstellt, um die relevanten Handlungsfelder einschätzen zu können. Entsprechend der Potenziale werden quartiersbezogene, aber auch gesamtstädtische Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet.
- Datenplattform: Das Projekt „Datenplattform“ baut auf den Ergebnissen das Projektes „Datensouveränität“ auf. Ziel ist es die Funktionen der technischen Infrastruktur so zu erweitern, dass möglichst viele der bereits vorhandenen Daten im Konzern Stadt automatisiert auf der Plattform einfließen. Diese Daten können anschließend nutzergerecht bereitgestellt werden. Nutzer der Datenplattform werden so automatisiert mit Informationen versorgt, die bis dato aufwendig gesucht und zusammengestellt werden mussten. Technisch wird aktuell an dem Zugriffs- und Rechtemanagement der Plattform und der Implementierung eines datenkatalogs, gearbeitet sowie der Informationsfluss von Baustellendaten und die Nutzung von sensorbasiert-erfassten Daten weiterentwickelt. Ebenfalls werden hier erste Ansätze zur Auswertung von Datenbeständen mittels künstlicher Intelligenz verprobt, welche Vorhersagbarkeit, Interaktion und Zugänglichkeit verbessern können.
- Digitaler Zwilling: Eine Struktur zur Umsetzung von Digitalen Zwillingen in Oberhausen wird aufgebaut, mit dem Ziel der Zusammenführung von Geodaten zur dezentralen Nutzung und effizienten Geodatenpflege.
- ISTEP- Plattform: Eine integrierte Stadtentwicklung erfordert im prozessualen Verständnis eine gemeinsame transparente Informationsgrundlage. Diese wird im Zuge des integrierten Stadtentwicklungskonzepts durch die digitale iSTEP-Plattform realisiert und stellt in einem ersten Prototyp eine Konzeptdatenbank als Wiki sowie eine kartografische Darstellung der städtischen Vorhaben als Map dar. Im Austausch mit verschiedenen Nutzergruppen sollen neue Inhalte und Funktionen erarbeitet und eingepflegt sowie dessen Bekanntheit stetig gesteigert werden.
