Berichtsvorlage - M/17/5020
Grunddaten
- Betreff:
-
Ausbau und konzeptionelle Weiterentwicklung des Pilotprojektes `Vier im Revier´ zum Projekt `Wir im Revier´.
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Kinder, Jugend und Familie
- Bearbeitung:
- Sabine Lauterbach
- Beteiligt:
- Chancengleichheit
- Verantwortung:
- Hartmut Nebel, Jürgen Schmidt
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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18.04.2024
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Bezug
- Drucksache M/17/1278-01, Erster Zwischenbericht zu dem Präventionspilotprojekt „Lotsendienste in Familienzentren – Vier im Revier“ des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS, Frankfurt a. M.).
- Drucksache B/16/5874-01, Förderprogramm des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration ‚kinderstark – NRW schafft Chancen‘
Zustimmung zur Leistung von außerplanmäßigen Aufwendungen/Auszahlungen im Auftrag 310006010160 „Kinderstark“, Sachkonto 531800 „Aufwendungen für Zuschüsse an übrige Bereiche“ im Haushaltsjahr 2020.
- Drucksache M/17/3656-01, Förderprogramm "kinderstark – NRW schafft Chancen" 2023.
Sachverhalt
Bisherige Verwaltungsentscheidungen:
Im Rahmen der Landesförderung kinderstark – NRW schafft Chancen werden seit dem Jahr 2020 Maßnahmen zum Aufbau und zur Stärkung kommunaler Präventionsketten gefördert. Ziel der Landesregierung ist es, die Chancen auf ein gelingendes Aufwachsen sowie die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.
Gefördert werden vorrangig strukturbildende Maßnahmen zur Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung in Hinblick auf die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien. Die Förderung soll für präventive Projekte eingesetzt werden, die insbesondere darauf abzielen, die negativen Folgen von Kinderarmut zu bekämpfen. Um möglichst alle (werdenden) Eltern, Kinder und Jugendlichen zu erreichen, werden diese Projekte an Regelinstitutionen wie Geburtskliniken, ärztlichen Praxen, Familienzentren, Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen angeboten. Die Förderung hat das Ziel, erfolgreich bewährte Ansätze künftig in die Kommunalen Präventionsketten zu integrieren und zu verstetigen.
Der Oberbürgermeister beauftragte den Bereich 3-1/Kinder, Jugend und Familie erstmalig im Jahr 2020 einen Förderantrag zu stellen. Darüber hinaus wurde der Bereich 0-4/Chancengleichheit mit der Koordination des weiteren Gesamtverlaufes im Rahmen des Landesprojektes ‚Kommunale Präventionsketten‘ und im Zuge dessen mit der Beteiligung der Arbeitsgruppe ‚Kommunale Präventionsketten‘ beauftragt.
Im Rahmen des Ausbaus präventiver, aufsuchender Angebote durch das kinderstark-Programm in Oberhausen baut der Bereich 3-1/ Kinder, Jugend und Familie seit dem Jahr 2020 sukzessive Lotsendienste in Familienzentren auf.
Seit dem 01.07.2020 wurde das Pilotprojekt `Vier im Revier´ an vier Oberhausener Familienzentren (KTE City West, KTE Lirich, KTE Stadtmitte, KTE Villa Kunterbunt) aufgebaut.
Im Mittelpunkt standen niedrigschwellige Beratung, Begleitung sowie individuell aufsuchende Angebote. Ziel war die Erweiterung der sozialräumlichen Arbeit der Familienzentren. Durch Schaffung bedarfsgerechter Zugänge und einer passgenauen Methodenauswahl (Lotsensprechstunde, Gruppenangebote, Freizeitaktivitäten) wurden Schwellenängste abgebaut und Familien bei allen relevanten Alltagsfragen rund um das gelingende Aufwachsen ihrer Kinder unterstützt.
Durch die Zusammenarbeit mit der Auridis Stiftung konnte eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Modellprojekts finanziert und durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS-Frankfurt am Main) zwischen Januar 2021 und Dezember 2023 umgesetzt werden.
Die Ergebnisse des Monitorings[1] zeigen auf, dass im Rahmen des Pilotprojektes im Berichtszeitraum insgesamt 2.958 Erwachsene und 3.651 Kinder aus ganz Oberhausen erreicht, sowie 5.016 Beratungen und 143 Gruppenangebote durchgeführt wurden. Wie durch die Förderprogrammatik vorgegeben, ist es gelungen, insbesondere von Armut betroffene Familien zu erreichen. Die Beratungsschwerpunkte umfassten insgesamt 80 verschiedenen Themenbereiche, auf die passgenaue und adäquate Antworten gefunden werden konnten.
Das weitere Vorgehen:
Entsprechend der Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation wird das bisherige Pilotprojekt `Vier im Revier´ bedarfsgerecht, konzeptionell zu `Wir im Revier´[2] neu ausgerichtet, um die bereits bestehenden Präventionsstrukturen auf das gesamte Stadtgebiet passgenau zu erweitern.
Um Kinder und ihre Familien, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Lebenswelten und des jeweiligen Sozialraums, adäquat unterstützen und begleiten zu können, führt das Projekt `Wir im Revier´ zukünftig die Arbeitsfelder `Kita Sozialarbeit´ und die `Frühen Hilfen´ zusammen und stellt auf diese Weise eine niedrigschwellige Begleitung von Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren sicher. Frühzeitig, bedarfsgerecht und niederschwellig werden Familien informiert, beraten und begleitet, um der Manifestierung von Problemlagen vorzubeugen und im Bedarfsfall an weitere Hilfesysteme zu lotsen. Ferner gehört die Zusammenführung lokaler Kooperationspartner:innen, der Aufbau gelingender Vernetzungsstrukturen, die multiprofessionelle Ausrichtung und der Einbezug des Umfeldes des Kita-Sozialraums zum ganzheitlichen Konzeptansatz.
Somit ist `Wir im Revier´ in drei ineinandergreifende Bausteine gegliedert und folgt dem sozialraum-, kultursensiblen und integrierten Planungsansatz:
- Baustein 1: Lotsenfunktion – Kita-Sozialarbeit
- Baustein 2: Gruppenangebot – Kita-Sozialarbeit
- Baustein 3: aufsuchende Pädagogische Familienbegleitung (PFB) – Frühe Hilfen[3]
- Die Umsetzung der Bausteine 1 und 2 erfolgt stadtweit an 12 Standorten in den jeweiligen Sozialräumen. Dabei obliegt die sozialräumliche Koordination der Bausteine den Regionalteams der Erzieherischen Hilfen, die in enger Kooperation mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe die praktische Umsetzung sicherstellen.
- Der Baustein 3 ist als aufsuchendes, gesamtstädtisches Angebot konzipiert und wird von Trägern der Frühen Hilfen durchgeführt.
Projektziele:
- Ausbau des Pilotprojektes `Vier im Revier´ (Bausteine 1 und 2) auf das gesamte Stadtgebiet:
- Erweiterung von 2 Sozialräumen mit jeweils 2 Anlaufstellen auf 6 Sozialräume mit insgesamt 12 Anlaufstellen
- Fokussierung auf die bisherigen Module `Lotsenfunktion´ und `Gruppenangebot´
- Entlastung der Mitarbeiter:innen in den Familienzentren sowie den Regionalteams der Hilfen zur Erziehung
- Ganzheitliches Vorgehen zur Vermeidung von Hilfen zur Erziehung durch eine integrierte niedrigschwellige Maßnahmengestaltung:
- Integrierter Planungsansatz durch Zusammenarbeit der Fachplanungen Hilfen zur Erziehung, Frühkindliche Bildung und Frühe Hilfen
- Bedarfsgerechte Hilfe aus einer Hand durch eine multiprofessionelle Trägerausrichtung: Hilfen zur Erziehung und/oder Frühe Hilfen und/oder Eingliederungshilfe
- Synergieeffekt durch Verbindung mit weiteren Lotsendiensten der Frühen Hilfen
- Sozialräumliche Ausrichtung analog soziostruktureller Daten
- Aktivierung sozialräumlicher Netzwerke (Hilfssysteme)
- Niedrigschwellige Erreichbarkeit
- Synergieeffekte durch Anbindung an Orte, an denen sich die Adressatinnen und Adressatenaufhalten und deren Personal sie bereits (teilweise) kennen
Durch einen nahtlosen Übergang der Angebote von `Vier im Revier´ zu `Wir im Revier´ soll eine kontinuierliche Unterstützung der von Armut betroffenen Familien gewährleistet werden. `Wir im Revier´ wird seit dem Jahr 2024 aufgebaut.
[1] Executive Summary_ Zentrale Ergebnisse zum Präventionspilotprojekt „Lotsendienste in Familienzentren – Vier im Revier“ 2023 (Hrsg.) Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V., Frankfurt am Mai, 2024).
[2] Wir im Revier – Oberhausen_Stadt Oberhausen 2024
[3] Erweiterung der per Definition des Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) festgelegten Zielgruppe der Frühen Hilfen vom 3. Lebensjahr bis zum 6. Lebensjahr des Kindes).
Anlagen
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521,3 kB
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(wie Dokument)
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1,1 MB
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