Beschlussvorlage - B/17/5025

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kulturausschuss ermächtigt die Betriebsleitung des Theaters Oberhausen zum Aufbau einer Abo-Struktur inkl. Busfahrten aus den Städten Bottrop und Dinslaken mit Zwischenhalten im Stadtgebiet Oberhausen. 

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Bezug

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Sachverhalt

Das Theater Oberhausen plant, ab der Spielzeit 2024/25 die bestehende Abo-Struktur um ein „Bus-Abo“ (Arbeitstitel) zu erweitern, um neues Stammbesucherinnen und -besucher aus der Region und an weiteren Zwischenhalten im Stadtgebiet Oberhausen für das Theater Oberhausen zu gewinnen.

 

Ziel:

Aus den Nachbarstädten Bottrop und Dinslaken sollen neue Theater-Abonnentinnen und Abonnenten gewonnen werden, die mit einem privaten Bustransfer („Theaterbus“) direkt zum Theater Oberhausen gebracht werden. Der Preis für dieses „Bus-Abo“ wird aus dem Eintrittspreis zzgl. Bustransfer bestehen. Geplant sind für die Saison 24/25 3-5 Abo-Vorstellungen am Sonntagnachmittag, 16:00 Uhr.

Die Dinslakener Linie wird in Sterkrade einen Zwischenstopp einlegen, die aus Bottrop in Osterfeld.

Die jeweilige Haltestelle muss noch festgelegt werden. An diesen Haltestellen können Besucher:innen zusteigen, die entweder bereits ein Bus-Abo oder Ticket für die Vorstellung haben. Personen, die spontan mitfahren und vor Ort am Theater eine Eintrittskarte erwerben möchten, muss ein Busticket für den Transfer angeboten werden. D.h. für jede Vorstellung wird auf den Busfahrten Theaterpersonal anwesend sein. Außerdem soll während des Transfers eine Einführung in das Stück durch die Dramaturgie möglich sein.

 

Die Eintrittspreise für ein Bus-Abo inkl. Bustransfer werden als Durchschnittskalkulation wie folgt berechnet: Abo-Preis je Preiskategorie zzgl. Pauschale pro Person für Bustransfer.

 

Für den Bustransfer durch einen privaten Anbieter liegen unverbindliche Angebote vor. Es ist mit Transferkosten pro Vorstellung mit Hin-/Rückfahrt von rd. 250 EUR netto, d.h. rd. 300 EUR brutto zu rechnen.

 

Die Kostenumlage für den Bustransfer gestaltet sich bei 300 EUR Kosten je nach Nachfrage rechnerisch wie folgt:

 

Bus-Umlage

3 Termine

= 900 EUR

4 Termine

= 1200 EUR

5 Termine

= 1500 EUR

10 Abonnenten

90 EUR

120 EUR

150 EUR

20 Abonnenten

45 EUR

60 EUR

75 EUR

30 Abonnenten

30 EUR

40 EUR

50 EUR

 

Der Abo-Preis ohne Bustransfer liegt je nach Preiskategorie (I bis IV)

 

Abo-Preis

3 Termine

4 Termine

5 Termine

Abo-Preis (PK I –V)

31,20 bis 62,40 EUR

41,60 bis 83,20 EUR

52,00 bis 104,00 EUR

 

 Bei einer vollständigen Kostendeckung des Bustransfers durch den Bus-Abo-Verkauf läge der Preis für diese spezifischen Abonnements selbst bei sofortiger Gewinnung von 30 Abonnenten je nach Preiskategorie zwischen 50% bis 100% über dem regulären Theater-Abo-Preis. Im Fall, dass zunächst nur 10 Bus-Abos nachgefragt werden würden, würde sich das Abo-Angebot zwischen 44% bis fast 300% verteuern. Es ist unrealistisch, davon auszugehen, dass dieses Preisangebot im Markt von neu-Abonnenten angenommen wird.

 

Aus diesem Grund ist ein Bus-Abo inkl. Transfer nur als Defizit-Kalkulation möglich. D.h. die Busfahrten aus Bottrop und Dinslaken müssten aus dem allgemeinen Theater-Etat co-finanziert werden. Bei einer Bus-Pauschale von 10 EUR pro Fahrt würden sich folgende Bus-Abopreise ergeben bzw. Deckungslücken ergeben:

 

 

Abo-Preis

4 Termine

4 Termine

5 Termine

Abo-Preis (PK I –IV)

31,20 bis 62,40 EUR

41,60 bis 83,20 EUR

52,00 bis 104,00 EUR

Bus-Abo (PK 1-IV) inkl. 10 EUR pro Fahrt

61,20 bis 92,40 EUR

81,60 bis 120,20 EUR

102,00 bis 154,00 EUR

Veränderung Abo-Preis in %

96% bis 48%

96% bis 48%

96% bis 48%

Deckung Buskosten aus allg. Theater-Etat bei 10 Abonnenten p.a.

600 EUR

800 EUR

1000 EUR

 

Es ist offensichtlich, dass der Aufbau einer auswärtigen Abonnement-Struktur in den ersten Jahren und ggf. dauerhaft nicht kostendeckend betrieben werden kann. Im Rahmen der Verfeinerung des dargestellten Grobkonzeptes benötigt die Theaterleitung die Möglichkeit, ggf. die Buskosten-Umlage nochmal anzupassen (zu reduzieren). Die Theaterleitung möchte dennoch ein Bus-Abo-Angebot ab 2024/25 für geplante 3 Jahre aufbauen. Die Chancen sind: Gewinnung neuer Abonnenten aus dem Oberhausener Norden sowie Dinslaken und Bottrop, Erweiterung des Abo-Angebots mit einer klimafreundlichen Transport-Alternative ggü. einer Individual-Pkw-Anreise, Verstetigung von regionalen Abo-Besucher-Gruppen (vgl. einer Theatergemeinde), erweiterter regionaler Outreach – auch werblich. Weitere Überlegungen sind, die Attraktivität des Bus-Abos durch exklusive dramaturgische Einführung im Bus zu erhöhen, vor Ort in Zusammenarbeit mit regionalen Kulturämtern und/oder Volkshochschulen das neue Bus-Abo-Angebot bekannt zu machen usw. Das Angebot bindet personelle Ressourcen aus Theaterkasse und Dramaturgie für die lfd. Betreuung und pro Veranstaltungstag sowie für spezifisches Marketing. Die finanziellen Risiken sind begrenzt, da vor jeder Saison entschieden werden kann, das Bus-Abo-Angebot wieder einzustellen, wenn es nicht hinreichend tragfähig erscheint und die Nachfrage sehr gering wäre.

 

Die Strukturen des auswärtigen Bus-Abos könnten zudem die Grundlage für eine Kooperation mit ausgewählten Seniorenheimen im Stadtgebiet Oberhausen sein. An Zwischenstopps vor Seniorenresidenzen könnten Personen, die auf eine privat bzw. vom Theater organisierte Mobilität zum Veranstaltungsort Stadttheater angewiesen sind und Interesse an einem Bus-Abo haben, aufgenommen werden. Selbstverständlich könnten auch Begleitpersonen ohne Mobilitäseinschränkungen ein Bus-Abo erwerben und die Seniorinnen und Senioren begleiten.

 

Wir bitten den Betriebsausschuss die Theaterleitung zu ermächtigen, ab der Saison 2024/25 auswärtige Abo-Strukturen inkl. Bustransfer-Leistungen außerhalb des Stadtgebietes Oberhausen sowie an Zwischenstopps im Stadtgebiet in Sterkrade, Osterfeld sowie an Seniorenresidenzen in Oberhausen mittel- bis langfristig aufzubauen.

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